#60 Tikal and Palenque: Visiting Maya ruins, crossing the border and how I lost my credit card

Busfahrten sind was Feines. Traditionelle Musik wird in Dauerschleife gespielt. Die Klimaanlage funktioniert mal, und oft auch nicht. In den kleinen Toyota Hiace Vans hier in Guatemala gibt es übrigens nur einen Regler für den ganzen Bus. Da können schon einmal kleine Gefechte um die richtige Reglereinstellung stattfinden. Man kann Freunde finden, oder sich Feinde machen. Die wichtigste Regel: Niemals in die erste Reihe gehen, aber das habe ich ja schon im letzten Post erwähnt.

Wir sind nach neun Stunden Fahrt endlich in Flores angekommen. Wir haben uns amüsiert, dass wir zunächst anderthalb Stunden in die falsche Richtung nach Cobán gefahren sind. Um zwei Leute abzusetzen, die Richtung Antigua fahren wollen. In der Pause am McDonalds treffen wir andere Leute aus Lanquin wieder. Ihr Bus ist auch nach Cobán gefahren, um Leute umsteigen zu lassen. Man merke also: Direkt ans Ziel kommt man in Guatemala nicht, aber zum Schmunzeln bringt es einen immer wieder. So auch das kleine Informationsbriefing, welches wir gratis und kostenlos kurz vor unserer Ankunft in Flores bekommen. Die dazu gestiegene Dame erklärt, wie wir von Flores am besten nach Tikal zu den Mayaruinen kommen. Welche Touren es gibt, wie viel der Eintritt kostet, und dass ihr Unternehmen natürlich die absolut besten Angebote hat. Wir halten an einem Straßenrand, während sie uns gerade Bustickets nach Belize andrehen möchte, und sie erklärt, dass wir jetzt noch die Möglichkeit haben, einen Bankautomaten aufzusuchen. Was eine nette Geste des Busunternehmens. Weil der einzige ATM auf der Halbinsel Flores natürlich heute nicht funktioniert, sagt sie. Das Naivitätslevel unserer Mitfahrer ist gering, und so bleiben alle seelenruhig sitzen, auch als die Frau abermals beteuert, dass ABSOLUT KEIN Bankautomat in Flores funktioniert. Als wir am nächsten Tag den Bankautomaten in Flores aufsuchen, können wir tatsächlich und total unerwartet ohne Probleme Geld abheben. Mensch, was eine schöne Überraschung.

There is nothing better than bus rides. You have to listen to traditional music nonstop, the aircon does not always work and you can easily make new enemies by deciding to put the both of it on full power.

After nine exhausting hours we finally reach Flores. Funnily, we first rode one and a half hours in the opposite direction to drop off some people in Coban. While we enjoy a 20-minute stopover at the McDonalds parking lot, we find out that all other busses did the same – instead of driving six hours straight to Flores, everyone takes a detour to Coban. Why not have one single bus drive to Coban only? We don’t know, but apparently a “direct” route is not possible in Guatemala. At least, we can still make fun of it. Same counts for the free information briefing we get twenty minutes before we reach Flores. The lady that enters our bus briefs us about all necessary details regarding the ruins of Tikal and of course offers the best and cheapest day tours. While she is also pointing out that her company offers the greatest bus connections to Belize, we stop at a parking lot. This is the last chance to get cash before entering Flores, she tells us. Because of course, the only existing ATM in Flores is not working today. How genuine from the bus company to enable us using a different ATM instead. Somehow, no one in our bus is naïve enough to fall for the trick even though she also repeats this information in English. And weirdly enough, Marius and I can easily withdraw cash the next day without any problem. What a surprise!

Flores begrüßt uns mit tropisch heißem Klima. Die Idee, lediglich ein Zimmer mit Ventilator zu buchen, stellt sich als ein fataler Fehler heraus. Gut, man könnte behaupten, in den drei Nächten hätte ich meine Erkältung effektiv ausgeschwitzt. In Wirklichkeit ist an Schlaf kaum zu denken und einzig die kalten Duschen, die alkoholischen Kaltgetränke und die Tatsache, dass wir nach einigen Wochen mal wieder selbst kochen können retten uns das Leben. Trotzdem ist Flores ein sehr schönes Örtchen, aber man sollte sich sicher sein, dass man 37 Grad schwülwarme Hitze gut verträgt – auch nachts.

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Flores welcomes us with tropical hot weather. The idea to only book a room with a fan turns out to be a bad one. Well, I could be positive and state that it probably helped me to get over my cold quicker because I sweated so much. To be honest, sleeping in a room at 35° is a real challenge and only cold showers, cold alcoholic beverages and the fact that we could use the hotel kitchen for the first time in weeks to cook something on our one saved us from dying in the constant heat. Nevertheless, Flores is a beautiful little town, but you should make sure that you can cope with the heat before coming (or just spend more for a room with aircon).

Die Tour zu den Mayaruinen nach Tikal startet dem Wetter angepasst früh morgens. Bereits um vier Uhr morgens versammeln wir uns am Busparkplatz. Auch hier dasselbe Spiel: Komfort wird in guatemaltekischen Busunternehmen nicht großgeschrieben. Der Bus ist bis auf den letzten Platz gefüllt, selbst die Notfallklappsitze werden ohne mit der Wimper zu zucken besetzt. Der einzige Fluchtweg bleibt damit das Fenster. Für anderthalb Stunden Fahrtzeit ist es auszuhalten, aber in dem Gefährt will man ungerne länger sitzen. Nachdem wir unsere Eintrittskarten bezahlt haben und zum Parkeingang gefahren sind, die nächste amüsante Überraschung. Hat die nette Dame im Reisebüro gestern doch noch beteuert, dass ihr Büro nur kleine Führungen mit maximal 10-15 Leuten anbieten würde. Ich zähle grob nach, wir befinden uns in einer Gruppe von mindestens 35 Leuten. Und so schlecht bin ich nicht im Zählen.

Due to the heat, the tour to Tikal starts rather early. Already at 4 am we are getting picked up. The bus is packed with people, even the emergency seats in the middle are used. The only escape route is therefore the window, but I forbid myself to think of an accident. For one and a half hours of driving, this situation is alright, but I wouldn’t want to sit in here any longer. After we paid for the entrance and get introduced to our tour guide, I have to smile again. Of course, the lady at the travel agency told us yesterday, of course our tour groups aren’t bigger than 15 people. I quickly count, there are at least 35 people standing around the tour guide.  

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Unser Tourguide macht trotzdem das Beste aus der Sache. Wir laufen mit ihm durch den Dschungel, er hält immer mal wieder an, um uns auf Flora und Fauna und Dschungelbewohner aufmerksam zu machen und weiß einiges über die einzigartige Bauweise und die Mayarituale zu erzählen. Die Ruinen sind beeindruckend hoch, die Treppen noch beeindruckend steiler und man fragt sich, wie die kleinen Maya-Persönlichkeiten wohl früher auf den Tempel geklettert sein müssen. Netterweise sind an vielen Tempeln Holztreppen installiert worden – wahrscheinlich sind wohl ein paar Touristen zu viel in den Tod gekullert.

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Our tour guide makes the best out of this situation (or at least tries to talk loud enough so everyone can hear him). We walk through the jungle, he points out a lot of animals and cool trees and tells us a lot about how the Maya build these massive ruins and what rituals they used to do. The ruins are amazingly high, the stairs to get up amazingly steep and I quickly ask myself how the very tiny Maya people were able to get up onto their temples and observatories every day. Kindly enough, the government let install some wooden stairs to help the untrained tourists not to risk their life while climbing the buildings.

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Von Flores geht es einen Tag später Richtung Mexiko. Natürlich nicht mit dem Flieger, sondern ganz komfortabel über den Landweg. Und das sage ich zum ersten Mal ernsthaft und mit voller Überzeugung, denn die 225 Quetzales, die wir für den Transport „with much more comfort“ bezahlt haben, zahlen sich aus. Lediglich zu fünft sitzen wir in einem gutklimatisierten und mit Ledersitzen ausgestatteten Mobil. Auch die Grenzüberquerung auf dem Landweg ist reibungslos. Wir werden nicht überfallen, müssen kein Schmiergeld bezahlen und schmuggeln keine Flüchtlinge im Kofferraum. Trotzdem bemerke ich UN-Plakate an beiden Seiten, die Flüchtlinge über ihre Rechte aufklären. Was mir noch direkt auffällt, als wir zu Fuß die 100 Meter Grenzweg passieren: Mexiko hat ein deutlich moderneres Grenzgebäude und einen Überfluss an Straßenschildern. Gut, das durchschnittliche Einkommen der Mexikaner liegt auch um mehr als das Zweifache höher als in Guatemala. Und wahrscheinlich bin ich nur so überwältigt von so vielen Zeichen, Namen und Pfeilen, weil ich in Guatemala (wie bereits hier erwähnt) zweieinhalb Wochen so gut wie keine Straßenschilder gesehen habe.

From Flores, we take a bus to Mexico the next day. For the first (!) time I can really acknowledge that the transportation was comfortable. We paid a bit extra, but only sharing a van with three other people is worth every Quetzal. Crossing the border runs smoothly as well. We don’t get robbed, we don’t have to bribe anyone and we also don’t smuggle refugees in the back of the car. Still, I see various UN posters at the border clarifying rights of refugees and pointing out where they can ask for help. What else do I notice? Mexico has a way more modern border crossing building than Guatemala and way more street signs. But Mexico is also an emerging economy and not a developing country like Guatemala, so I could have expected that.

Palenque ist tatsächlich eine Stadt, die wenig Charme versprüht. Dafür bin ich umso beeindruckter von den Ruinen, die deutlich besser erhalten (bzw. restauriert) sind als die in Tikal. Marius sagt, ihm fehlt das Dschungel- und Indianer-Jones-Flair aus Tikal. Was definitiv nicht fehlt, ist die unerträgliche Hitze, die gibt es auch hier in Palenque. Wir verschwitzen fünf Kilo Körpergewicht auf unserem Rundgang durch die Ruinen, entscheiden uns gegen eine richtige Dschungeltour, die hier von Führen angeboten wird (denn ein Großteil der Ruinen Palenques wurden noch nicht freigelegt und befinden sich im tiefsten Dschungel) und ergötzen uns an der Tatsache, dass wir ein Zimmer mit Klimaanlage gebucht haben. Letztere bewahrt mich auch vor einem massiven Schweißausbruch, als ich feststelle, dass ich meine Kreditkarte am Vorabend im Bankautomaten steckengelassen habe. Mit meinen notdürftigem Spanisch rennen wir zur Bankfiliale, um zu sehen, ob die Karte vom Automaten eingezogen wurde. Natürlich nicht. Ich sehe schon einen Mexikaner mit meiner Kreditkarte im nächsten Flieger in die USA. Eine halbe Stunde später ist die Karte gesperrt (ja, so lange hing ich tatsächlich in der Warteschleife meiner Bank) und ich frage vorsichtig nach, wer denn jetzt für eventuelle Abbuchungen aufkommt. Die Bank ist für sowas versichert, sagt man mir. Ich kann mich also zurücklehnen und alle Buchungen, die nicht von mir getätigt wurden, mit einem Klick reklamieren. Was lerne ich daraus: Eine Kreditkarte zu verlieren ist nicht so schlimm, wie es sich im ersten Moment anfühlt. Aber ich sollte in Zukunft trotzdem besser aufpassen.

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Palenque, our first stop in Mexico, is a city without any charm. The only reason to come here are the Maya ruins which are way better restored than in Tikal. I love walking through the buildings but Marius says he prefers the jungle flair of Tikal more. What both places share is the unbearable heat that leaves us dripping in sweat. After two hours of walking around and climbing the stairs, we decide to skip an additional jungle tour in Palenque (because most of the ruins here are still covered by nature) and rather enjoy the air-condition in our hotel room. The latter also helps me coping with the fact that I forgot my credit card in an ATM the night before. We immediately run back to the bank branch, but of course they don’t have my card. I already see a Mexican guy using my card to take the next flight to the US.  After half an hour in the queue I finally reach someone from my bank to block the card and to confirm that they cover all the expenses that were possibly made from the thief within the last 24 hours. What you learn from this experience? Losing your credit card is a really stupid move, but it isn’t as bad as it feels in the first second of realizing it (I really thought I lost hundreds of euros). Anyways, I should probably take better care in the future.

bis bald charlotte

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#59 Antigua and Semuc Champey: Lava, a candle tour through the K’an Ba Cave and travelling with a cold

Die schlechte Nachricht zuerst: der Akku meiner Zahnbürste ist leer. Auf dem amerikanischen Kontinent mag meine australische Zahnbürste wohl nicht mit der amerikanischen Steckdose kooperieren. Ich hatte übrigens schon vor Australien eine elektrische Zahnbürste. Die hat passend zu Weihnachten 2017 aber ihren Geist aufgegeben, und da mein Zahnarzt mir ans Herz gelegt hat, eine elektrische Zahnbürste zu benutzen, habe ich mir verantwortungsbewusst direkt eine neue gekauft. Lieber Dr. Jaring, für die nächsten fünf Wochen werde ich jetzt gezwungenermaßen also keine elektrische Zahnbürste benutzen können. Was geht sonst noch so kaputt nach einem Jahr reisen? Klamotten natürlich. Generell würde ich empfehlen, keine weißen Sachen einzupacken. Und keine Sachen, die einem etwas bedeuten. Zu oft habe ich schon nach der Wäscherei festgestellt, dass einige Kleidungsstücke erschreckend geschrumpft sind. Aber crop tops sind ja Gottseidank wieder in Mode. Was ich euch sonst die letzten Monate vorenthalten habe: ich habe mein Nackenkissen bereits zwei Mal verloren. Das letzte Mal am Flughafen in Maui. Bislang habe ich noch keinen Ersatz gefunden, irgendwie lohnt es sich jetzt auch nicht mehr, wieder ein neues zu kaufen, und außerdem kann ich ja noch Majo um seins anbetteln. Einige von euch haben vielleicht auch mitbekommen, dass Majo sein Handy beim Umstieg in El Salvador verloren hat. Falls nicht, habt ihr auch nichts verpasst. Nach gut zwei Wochen Social Detox ist es jetzt wieder da (auch wenn der Aufwand fast nicht im Verhältnis zu diesem alten Gerät steht… aber zu den Daten und Fotos und WhatsApp schon!), und wir sind alle glücklich. Nun aber zu Infos, die euch bestimmt mehr interessieren, als ein läppisches Mobiltelefon:

Dinge, die ihr bestimmt noch nicht über Guatemala wusstet:

  • Guatemalteken sind ziemlich klein.
  • Der Duschkopf heizt hier das Wasser auf. Man sollte ihn deshalb nicht unbedingt anfassen.
  • Guatemalteken können kein Auto fahren – entweder man rast, oder man hat einen zittrigen Bremsfuß. Oder beides, zum Leidwesen aller Insassen.
  • Straßenschilder oder Geschwindigkeitsbegrenzungen werden hier überbewertet. Gebremst wird nur bei Bodenschwellen, und dann natürlich auch nur in letzter Sekunde.
  • Tortillas gibt es zu jeder Mahlzeit. Sie schmecken komplett anders als solche, die man in europäischen Supermärkten findet.
  • Zur Happy Hour trinken wir gern dos por uno; zwei Mojitos zum Preis von einem (ca. 3 €).

Bad news guys. My electrical toothbrush doesn’t work anymore. Since we’re on the American continent, it’s somehow not possible to charge it anymore. I am honestly not eager to buy a new one again (I just had to while we were in Sydney and my old one broke down), so I am already saying sorry to my dentist at home for not using an electrical toothbrush during the next five weeks. What else breaks down on a full year of travel? Clothing, obviously. I have stopped counting the times when items changed colour or size. At least, cropped tops are fashionable again. What did I loose so far? Only my neck pillow. But therefore twice. I don’t know how this is happening all the time, but I swear I always keep an eye on it. Last time, I lost it on Hawaii. So far, I haven’t found another one to buy, and right now, I feel, it might not be necessary anymore – at the end, I can still beg to get Marius’. Some of you guys may have heard, that Marius also lost his cell phone while changing flights in El Salvador. If you haven’t heard, you didn’t miss a lot. After two weeks of social detox, he is finally back together with his beloved one. But, let’s give you some facts about our travel destinations that you might not have heard yet and that are more interesting than a lost cell phone:

Things you did not know about Guatemala yet:

  • People here are unbelievable tiny.
  • The showerhead works as an electric kettle. You don’t need a hot water pipe anymore, but you also shouldn’t touch the showerhead.
  • Guatemalan people can’t drive. They either speed or – which is even more annoying, have a very shivering foot on the brake pedal.
  • Road signs or speed limits aren’t used in Guatemala (the only sign I remember seeing was for a volcano). You only brake if there is a speedbump, and usually you only recognize it in the last second before hitting it.
  • You eat tortillas with every meal. Lunch is the biggest by the way. Tortillas taste way different than what you get in European supermarkets. That might be the reasons why I don’t like them here.
  • During the happy hour, we usually like to drink dos por uno – two mojitos for only 3 €.

Nach viereinhalb Stunden Fahrt im Touristenshuttle kommen wir in Antigua an. Hier haben wir eine Unterkunft bei Ana Maria, einer sehr netten, kleinen und etwas älteren Guatemaltekin. Soweit wir es verstehen, verdient sie ihr Geld hauptsächlich durch AirBnB (sie ist ausgebucht bis Januar!) und Auftritte als Sängerin mit ihrem Mann. Ihr Mann heißt Mario, ist auch klein und alt und auch sehr nett. Dazu gibt es noch einen dicklichen Hund, dessen Namen wir uns nicht merken können. Er wird hauptsächlich mit Essensresten gefüttert, was wohl erklärt, warum er nicht der Schlankeste ist. Die meiste Zeit liegt er vor der Eingangstür und schläft.

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After a four-and-a-half-hour drive to Antigua, we finally reach the city. We booked an AirBnB, and our host Ana Maria is a lovely, warm-hearted and tiny old Guatemalan lady. As far as we understood, she makes her living out of Airbnb and singing on church events with her husband. Her husband is Mario; he is also tiny and old and very friendly. On top of that, they have a cute but fat dog. Unfortunately, we forgot his name. Most of the time, he sits in front of the main door and is fed with leftover food. Not sure how healthy this is for him, but he seems happy.

Antigua ist eine wunderschöne Kleinstadt und gehört durch ihre barocke Architektur sogar zum UNESCO Weltkulturerbe. Beim Spaziergang durch die Stadt entdeckt man immer wieder Ruinen vergangener Bauten, die auch erklären, warum Antigua heute nicht mehr die Hauptstadt Guatemalas ist. Wie Majo mir so schön erklärt hat, ist Antigua durch die tektonische Lage ein ziemlich unsicheres Pflaster. Das Erdbeben in 1773 zerstörte die Stadt komplett – und ist auch der Grund dafür, warum die meisten Bauten im Zentrum der Stadt nur noch einstöckig sind. Trotz der Geschichte hat Antigua meiner Meinung nach trotzdem nicht an Charme verloren – oder gerade wegen der Geschichte, denn die heutige Hauptstadt Guatemala City ist überbaut, laut, dreckig und viel zu groß. Die vielen Restaurants und Cafés in Antigua laden zum Schlendern ein, die bunten Häuserfassaden bereiten gute Laune, und überall gibt es kleine Läden, die entdeckt werden wollen.

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Antigua is a beautiful little city and has been designated a UNESCO World Heritage site due to its colonial baroque architecture. While strolling through the city centre, you find ruins at nearly every corner. Marius explains, that Antigua is set on a dangerous tectonically position prone for very strong earthquakes. The biggest one in 1773 completely destroyed the city and is the reason why a) people decided to move the capital to Guatemala Coty and b) most of the newer houses are solely single-storey buildings. Still, the city hasn’t lost any of its charm. The many restaurants, cafés and shops make it easy to walk around all day and the colourful house fronts just look beautiful.

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In Antigua gibt es für uns zwei Ziele: wandern und essen. Ersteres und die vorher festgelegten Ambitionen schlagen wir schnell in den Wind, da ich mir in San Pedro anscheinend eine dicke Erkältung zugezogen haben. Wir belassen es bei einer kleinen Wanderung zum Vulkan Pacaya, sind aber trotzdem überrascht, wie gut uns die Tour gefällt. Wir sehen glühende Lava, die den Vulkan hinunterströmt, laufen auf noch warmen Vulkangestein und können sogar Marshmallows rösten. So nahe war ich einem aktiven Vulkan noch nie, und zeitweise bekommt man schon ein mulmiges Gefühl, wenn man sieht, wie rauchendes Lavagestein sich seinen Weg nach unten sucht. Von Antigua aus sieht man übrigens drei Vulkane: Agua, Acatenango und Fuego. Letzterer ist übrigens Anfang Juni ausgebrochen und hat einige hundert Menschenleben gefordert. Selbst von Antiguas Zentrum sind die Rauchwolken zu sehen, die der Vulkan noch immer von sich gibt. Pacaya, der etwas weiter entfernt von Antigua liegt, ist übrigens nicht weniger gefährlich. Die letzten größeren Ausbrüche waren 2010 und 2014, und unser Tourguide Kevin meint scherzend, damit wäre ja wohl klar, dass der nächste Ausbruch dieses Jahr bevorstehen würde.

For Antigua, we have set two main goals: hiking and eating. Hiking turns out to be less ambitious than we thought because I got sick on my last day in San Pedro. With a massive cold, we decide to only do a small hike to the volcano Pacaya and are surprised to see lava running down the volcano. We even walk on warm lava stones and are able to grill marshmallows. I have never been so close to an active volcano and it is really exciting. Together with our tour guide, we get really close to the crater (in my opinion) and one can be a bit scared seeing the rocks falling down very close to the point where one is standing. From Antigua, you can actually see three volcanos: Agua, Acatenango and Fuego. The latter actually broke out really badly begin of June and killed more than a hundred people. Even from the city you can still see the Fuego smoking while we’re there. The volcano Pacaya, which is an hour away by car from Antigua is less active but still dangerous. The last major outbreaks have been in 2010 and 2014 and our guide smilingly explains that it’s therefore clear that the next big eruption has to be this year. Fun idea, but we survived.

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Für alle Feinschmecker unter euch: Antigua ist eine fantastische Stadt, um an der Gewichtsskala zu arbeiten. Es gibt so viele unglaublich gute Restaurants, und ich hätte bestimmt eine Woche bleiben können, um alle Lokale zu besuchen, die ich mir im Vorhinein bei Tripadvisor rausgesucht hatte. Nach einer Woche traditioneller Küche mit ganz viel Tortillas sehnen sich unsere Bäuche nach internationaler Küche, und wir lassen es uns hier so richtig gut gehen.

For all foodies amongst you: Antigua is a really good city to gain some extra kilos on the scale. There are so many good restaurants that I could have stayed at least for a week. And after one week of only eating traditional Guatemalan food in San Pedro (which mainly involved tortillas), Marius and I were more than happy to eat something different (and international) again.

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Nach vier Tagen heißt es dann wieder, Abschied zu nehmen von Ana Maria, Mario, ihrem dicken Hund und Antigua. Wir haben ein Touristenshuttle nach Lanquin gebucht, welches etwa 300 Kilometer entfernt wird. Geschätzte Reisezeit: Um die neun Stunden. Richtig, neun Stunden. Das hängt nicht zwingend mit langen Pausen zusammen, sondern eher damit, dass man a) zwischen acht Uhr und neun Uhr damit beschäftigt ist, die Gäste aus den verschiedenen Unterkünften der Stadt einzusammeln; b) die Durchfahrt durch Guatemala City nur im Schritttempo vorangeht (laut und dreckig); und c) die Straßen im Hochland Antiguas sehr kurvig sind. Wir haben einen Platz in der ersten Reihe ergattert, und ich starre konstant aus der Windschutzscheibe, damit mir nicht schlecht wird. Das Gefährt, ein Toyota Hiace, ist bis auf den vorletzten Platz vollgepackt. Mit 14 Leuten ist es sehr eng und wenig komfortabel. In der ersten Reihe ruhen unsere Füße direkt auf der Motorabdeckung, und nach wenigen Minuten glühen mir bereits die Füße.

After four days, we have to say goodbye to Ana Maria, Mario, their chubby dog and Antigua. We booked a tourist shuttle to Lanquin, which is around 300 kilometres from Antigua. Estimated travel time: 9 hours. Yes, 9 hours. You want to know why it takes so long? Well, there are various reasons but long breaks are definitely not one of them. First, it takes around an hour to collect all guests from the different accommodations in Antigua. You’re lucky if you get picked up first so you can still choose a (relatively) good seat. Second, the drive through Guatemala city is a nightmare (which is probably applicable to every other capital city) and third, the super steep and windy roads in the highland around Antigua are a nightmare. We got two seats in the first row and I have to look out of the window constantly to avoid getting motion sickness. Our car, a Toyota Hiace, fits 14 tourists. Believe me, even a Ryanair flight is more comfortable. Plus, we find out that sitting in the first row is not a got idea. Our feet sit right on the engine cover and have melted after a few minutes.

Wir haben es trotzdem nach Lanquin geschafft. Unser Hostel liegt etwas entfernt vom Zentrum auf einem kleinen Hügel, und wir haben eine tolle Aussicht auf die Bergketten und das Dorf. Nach einer kurzen Erfrischung im Pool und Abendessen geht es nur noch ins Bett.

Well, we made it to Lanquin. Our hostel is a few metres away from the centre on a small hill and we enjoy a fantastic view on the mountains and the village. After a short dip in the pool and dinner we get into bed completely exhausted. What a day.

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Am nächsten Tag starten wir mit einer Tour vom Hostel nach Semuc Champey. Meiner Intuition nach befindet sich meine Erkältung heute auf dem Höhepunkt – mir geht es absolut dreckig. Da wir aber nur einen Tag in Lanquin haben, heißt es Zähne zusammenbeißen und durch. Nach einer ewigen Fahrt stehend auf einem Pickup Truck durch das sehr, sehr bergige Gelände geht es für uns zunächst in die Höhlen von Semuc Champey. Mit Kerze bewaffnet laufen wir ahnungslos unserem Tourguide hinterher. Nach einer kurzen Kriegsbemalung mit Ruß geht es tief in die Höhle hinein – wir schwimmen, durchqueren einen Wasserfall, klettern glitschige Steine und Leitern hoch und versuchen, uns nicht den Kopf zu stoßen und bloß die Kerze immer gerade und aus dem Wasser herauszuhalten. Adrenalin pur, und eine Tour, die wir euch wirklich nur empfehlen können. Danach erinnere ich mich an den Tag ehrlich gesagt nur noch schemenhaft – vollgepumpt mit Schmerzmitteln versuche ich irgendwie, bei schwülheißen Temperaturen zu überleben. Das Klima in Antigua war definitiv angenehmer.

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Während ich also an den Naturpools von Semuc Champey vor mich hin vegetiere (und die meiste Zeit döse) läuft Majo für mich auf den Aussichtspunkt und schießt ein paar nette Fotos von oben. Die Pools sind tatsächlich so türkisgrün wie auf den Fotos und eignen sich hervorragend als Abkühlung. Ich freue mich an diesem Tag tatsächlich aber wieder mehr auf mein Bett, und nach fast zehn Stunden Schlaf geht es mir am nächsten Tag wieder besser. Wir sind bereit für eine weitere neunstündige Shuttlefahrt!

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On the next day, we have booked a tour to Semuc Champey. Unfortunately, the tour collides with the worst day of my cold – I honestly feel really terrible. It was probably not the right decision to do the tour anyways, but I didn’t want to miss out. After a very long drive on a pick-up truck through the mountainous landscape, we first start to explore the water caves of Semuc Champey. It is a true adventure. We walk and swim in the water, cross waterfalls and get up steep latters. On top of that, the only light source we have are old-school candles. It’s a real challenge to not dip your candle in the water or slip while climbing on wet stones. But it is so much fun!

After finishing the cave tour, my adrenaline level gets slowly back to normal and the cold hits back heavily. I decide to keep it low for the rest of the day and don’t do the hike to the viewing point. Seeing Marius coming back dripping in sweat, I know I made the right decision. The pools are really beautiful, but in my current state I rather prefer a bed. And this is all my body needs – after a 10-hour beauty sleep I feel so much better the next day and ready for the next 9-hour bus ride. This will be fun!

bis bald charlotte