#56 Maui: Waterfalls, beaches and a very muddy hike

Wir haben es nach Maui geschafft. Ich will nicht leugnen, die letzte Nacht war kein Zuckerschlecken. Netterweise durften wir noch etwas länger in unserem Airbnb bleiben (wir hatten eigentlich vor, die letzte (halbe) Nacht am Strand von Waikiki zu schlafen, ganz romantisch unter dem Sternenhimmel – aber der Sturm hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht). So machen wir uns verschlafen um halb zwei Uhr nachts Richtung Flughafen auf. Dass dieser erst um 3:30 Uhr aufmacht, erfahren wir erst bei der Ankunft. Wir schlafen noch eine Weile im Auto, bis uns ein Sicherheitsmann darauf aufmerksam macht, dass wir nicht in der Loading Zone parken können. Majo bringt daraufhin das Mietauto weg, während ich weiterhin vor den verschlossenen Türen des Flughafens warte. Das ist einer der Momente, der vielleicht zeigt, dass nicht alles so wunderbar ist, wie es vielleicht manchmal auf diesem Reiseblog erscheint. Wir versuchen, so günstig wie möglich zu reisen, und dazu gehört auch, die etwas unbeliebteren Flugverbindungen um fünf Uhr morgens zu nehmen und am Flughafen zu schlafen. Zumindest ist unser Flug fast menschenleer, was wahrscheinlich auch mit Hurrikane Lane zu tun hat.

We made it to Maui. I do not want to lie, the last night has been a little bit of a struggle. Luckily, we could stay a little bit longer at our Airbnb for no cost (we had actually planned to sleep at Waikiki Beach on our last night before heading to the airport, very romantically under the stars, but did not calculate with a hurricane) and drive rather sleepy at 1.30 AM to the airport. What we only learn on arrival – the airport opens at 3.30 AM. So we keep on sleeping in our car until a security guard reminds us that we are parking in a no parking zone. While Marius is bringing back the car to the rental company, I remain waiting in front of closed doors. These are probably the not-so-glamorous moments of traveling – but this is how traveling on a tight budget looks like very often. We always try to catch the cheapest flight, even if this means that we have to catch the unpopular connection at 5 AM in the morning. At least our plane to Maui is nearly empty, but I guess this has to do with hurricane lane.

Auf Maui haben wir uns ein Hostel gebucht (auf beste Empfehlung von Debby und Christian). Das ist allerdings nicht gerade günstig, wie man zunächst erwarten könnte, bietet aber zumindest kostenlose Tagestouren an. So sparen wir uns den Mietwagen, und damit auch die Gefahr, wieder in einen Unfall verwickelt zu sein. Nach einer Woche in schönen Airbnbs ist das auf jeden Fall wieder eine ganz schöne Umstellung. Es riecht leicht modrig, die Zimmer sind etwas veraltet, aber zumindest erscheinen die Laken auf den ersten Blick recht sauber und ich kann keine Flecken jeglicher Körperflüssigkeiten erkennen. Die tropische Feuchtigkeit scheint in jede Ecke des Hostels gekrochen zu sein, und so bekommt man die Türen zur Duschtoilette nur mit sehr viel Kraft zu. Mein Arm weist am Ende der vier Tage ein paar blaue Flecken auf, die wahrscheinlich daher stammen, dass ich mich meist mit meinem gesamten Körpergewicht auf die Tür geschmissen habe, um sie zu schließen. Eine lustige Erfahrung, aber auf Dauer etwas nervig.

On Maui, we booked a hostel. It is not cheap as you might think when hearing the word “hostel”, but at least it provides free airport pickups and free daily tours. This means we can skip the hassle with getting a rental car. After a week in nice and clean Airbnbs, being in a hostel again is definitely a tough change. The smell of humidity paired with human sweat is sticking in every corner of the building. The rooms look quite old and badly maintained, but at least everything seems clean and I don’t find any suspicious spots on my towels or linen. However, the constant humidity on Maui has led to the fact that the doors to showers and toilets can only be closed by full use of physical strength. Sounds like a great workout, but after four days my right arm shows some bruises. Still, super fun.

Um dem Schlafentzug der vergangenen Nacht entgegenzuwirken, melden wir uns direkt für die heutige Tour an. Es geht an die westliche Seite der Insel. Maui ist die zweitgrößte Insel des Archipels. Das bemerken wir auch in den nächsten Tagen – wir sitzen einige Stunden im Auto. Da der Hostelbus nicht gerade der bequemste ist und auf Maximalladung fährt, entschließen wir uns schon nach kurzer Zeit, bei zwei netten Brasilianern (die auch im Hostel wohnen) im komfortablen Nissan Armada mitzufahren. Heute geht es hoch bis zum Küstenstädtchen Lāhainā – unterwegs halten wir an verschiedenen Buchten und Aussichtspunkten an und unser erster Besuch im Dschungel ist überragend.

To cope with the lack of sleep from last night, we sign up right away for the tour. Sleeping is totally overrated, and we are happy to see the western part of the island. Maui is the second largest island in the archipelago which we feel straight away – sitting in the car will be our favourite activity for the upcoming days. Due to the fact that the hostel van is not the most spacious or comfortable, we play our charm and get two seats in a private car of an Brazilian couple. Today, we drive up to Lāhainā – and make various stops at bays and lookout points and the first visit to the jungle is epic.

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Am zweiten Tag geht es mit dem Hostel zum Big Beach und Little Beach. Beide Strände sind wahnsinnig schön, das Wasser ist glasklar, und Majo sieht sogar eine riesige Schildkröte. An Kamera oder GoPro haben wir heute leider nicht gedacht, aber eure Vorstellungskraft sollte ja auch mal gefordert sein. Der Little Beach ist übrigens der einzige FKK-Strand der Insel, und wir haben das Gefühl, dass es sich hier ausschließlich um Hippies handelt. Es wird getrommelt, Leute verkaufen Hash-Kekse und die gute Laune ist ansteckend.

The second day is all about the beaches. We drive to Little Beach and Big Beach (the first one is actually the only nudist one on Maui) and snorkel around in the crystal-clear water. Marius even spots a huge turtle in the water, but we completely forgot all camera equipment. I’m sure, your imagination is good enough though!

Nach dem sehr entspannten Strandtag steht für den dritten Tag eine Wanderung mit Wasserfall auf dem Programm. Ohne großes Briefing gehen wir davon aus, dass die Wanderung nicht sehr anspruchsvoll sein kann (da der Tourguide barfuß läuft). Ich beschließe, in Flipflops zu laufen, was sich im Nachhinein als großer Fehler herausstellen wird. Die ersten Meter sind noch gut zu bewältigen, aber nach einer halben Stunde fängt der schlammige Teil an. Ich beschließe, barfuß weiterzulaufen, während Majo seine Reefboots trägt, die für sowas wahrscheinlich besser geeignet sind. Der Schlamm ist teilweise mehr als knöcheltief, und wir kommen nur sehr langsam voran. Mittendrin schneide ich mich an einem Baumstumpf. Die Verletzung an meiner Fußsohle ist zwar nur oberflächlich und es fließt kein Blut, aber ich stelle mir trotzdem vor, wie viele Bakterien jetzt wohl in meinen Fuß gelangen können. Tetanus? Bin ich gegen geimpft. Hoffentlich. In meinem Kopf spielen sich Szenarien ab, die ich besser nicht mit euch teile. Sie reichen bis zur Amputation meines gesamten Beines. Trotzdem kämpfe ich mich weiter durch den Schlamm, obwohl Majo schon besorgt fragt, ob wir nicht lieber umkehren mögen. Nichts da. Mein Stolz verweigert mir, frühzeitig umzukehren. Auch nicht, als uns nach zwei Stunden eine Gruppe entgegenkommt, die erwähnt, dass es noch mindestens eine Stunde bis zum Aussichtspunkt ist. Ich frage mich, wo der erwähnte Wasserfall sein soll, den wir auf den Fotos im Hostel bewundert haben. Ich habe den Schlamm mittlerweile fast überall an meinem Körper, was vielleicht auch daran liegen mag, dass ein guter Gleichgewichtssinn überlebenswichtig ist (und ich mich dann einmal doch auf meinen Hosenboden setzten musste). Nach gefühlt vier Stunden sind wir oben, und der Ausblick wenig spektakulär. Wir schießen ein obligatorisches „Man sind wir schlammig“- Foto, und begeben uns auf den Abstieg. Ich habe immer noch keinen Wasserfall gesehen, an dem man schwimmen kann. Da der Abstieg genauso schlammig verläuft, wie der Aufstieg, kürze ich hier einmal ab und erwähne zu diesem Tag nur noch, dass wir nicht (wie verhofft) unter einem Wasserfall gebadet haben, und das meine Füße und Zehen noch tagelang schlammfarben bleiben werden. Eine Nagelbürste haben wir leider nicht im Gepäck.

After the relaxing beach day, the hostel offers a hike to a waterfall on day 3. Without getting briefed so well, we assume that it will be a chill and easy hike with a nice dip in the waterfall pool at the end. Therefore, I decide to only pack flipflops – which occurs to be a big, very big mistake. While the first half an hour is easily doable and offers some nice views on the jungle mountains, the path afterwards becomes muddy. And when I say muddy, I mean it. Slippery, wet, and at some points so deep that you don’t see your feet anymore. While Majo wears reef boots and copes with the mud easily, I work hard to not fall into the mud the next second. You can imagine that we don’t get to a high pace, and at one point I even cut the sole of my foot on a tree root. It is not deep, no blood, but – it hurts. Majo asks, if we should turn back. I am too proud, but my mind is going crazy. What if bacteria get into my bloodstream? Will it end in a sepsis? Will I lose my foot? The fact that my travel insurance covers the US and the not-so-cheap healthcare as well, relaxes me a bit. I can do it. It is just the mud. After a while, we meet a small group on their way back and ask them how long it still takes to the summit. Another hour, is the answer. I feel exhausted, but giving up is not an option. The only thing I am questioning is the waterfall we are still waiting for. The higher we get, the dryer the path becomes. When we finally reach the summit, I am more than disappointed. The view is nice, but the struggle to get here stands in no relation to it. Right now, I have mud all over my body (which might be due to the fact that I fell once), but we can’t go back without taking the mandatory “wow we are so muddy but got here” picture. To keep this story short, I’ll only tell you that the way back was as muddy as before, that we didn’t swim in a waterfall pool at all and that I can’t get the brown muddy colour off my feet.

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Tag vier: Heute machen wir die „Road to Hana“. Die 106 kilometerlange Straße ist eine der Hauptattraktionen der Insel und manch einer sagt, sie sei die schönste Straße der Welt. Das einzige was ich zunächst bestätigen kann, ist die Tatsache, dass diese Straße viele Kurven hat. 600, um genau zu sein. Ich bin froh, dass wir uns wieder bei den Brasilianern einquartiert haben und meine Reisetabletten bleiben griffbereit. Das wir gestern etwas über den Durst getrunken haben, erschwert das ganze eventuell zusätzlich. Mein Körper schreit nach Schlaf in einer horizontalen Lage, aber mein Geist ist bereit fürs Abenteuer. Wir sehen Wasserfälle. So viele Wasserfälle. Bei der Zahl 30 hören wir auf zu zählen. Überall wuchert der Dschungel über die Straße hinüber, und man bekommt fast Augenkrebs, so grün ist die Landschaft. Wir halten an einem Strand mit schwarzem Sand. Wie auf Lanzarote. Wir halten an einem Strand mit rotem Sand. Ich weiß nicht, ob es rote Sandstrände auf Lanzarote gibt. Es ist wunderschön. Das blaue Meer und der rote Sand – ein atemberaubender Kontrast. Wir benötigen fast den gesamten Tag, um die Ostseite der Insel einmal zu umrunden. Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Auch wenn heute unser letzter Tag ist, weiß ich, dass wir auf jeden Fall noch einmal nach Hawaii müssen. Ich möchte noch die grünen Sandstrände auf Big Island sehen. Und den Vulkanismus. Und all die anderen Inseln des Archipels. Ich habe Hawaii und seine Menschen in mein Herz geschlossen.

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Day 4: On our last day on Maui, we drive the „Road to Hana“. The 106 kilometre-long road is one of the main attractions on the island and some people say, it is the most beautiful in the world. The only thing I can confirm so far is the fact that this road has many curves. 600, to be precise. I am happy that we drive in the Brazilians’ car again and that I took some motion sickness medicine with me. We had a bit of a night yesterday, and drinking more alcohol as necessary doesn’t really improve the situation. My body asks for sleep, but my mind is up for adventures. We see waterfalls. So many waterfalls. I stop counting after 30. It is insane. Everywhere, the jungle tries to take back the road. The landscape is so green; it even hurts my eyes. We drive to a black sand beach. We drive to a red sand beach. We eat banana bread and buy some souvenirs in Hana. This trip is just perfect. It takes us the whole day to get around the east part of the island. I can’t stop wowing. Even if this is our last day, I already know that I want to be back on Hawaii. I want to see the green sand beaches on Big Island. And the active volcanos over there. And all the other islands of the archipelago. Hawaii, its breath-taking nature and kind people definitely found a place deep in my heart.

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bis bald charlotte

PS: Die wunderschöne Kultur spiegelt sich auch im Safety Video von Hawaiian Airlines wieder – schaut es euch doch einfach mal an und kriegt etwas Reisefieber!

#50 Coolangatta/Lennoxhead: Whale-watching, village life and becoming 25

Wie ist das Dorf-Leben in Lennox Head? Ich würde sagen – nicht gerade sehr aufregend, aber trotzdem irgendwie schön. Es ist das erste Mal, dass ich in so einem kleinen Dorf lebe, und gerade nach meinen Erfahrungen in Sydney oder auch Hong Kong eine ganz schöne Umstellung. Lennox Head zählt gerade einmal eine Handvoll Restaurants, Cafés und Bekleidungsläden. Dazu gibt es noch zwei „Bottle Shops“ (Bottle-Shops sind Läden, die Alkohol verkaufen können – einer ist sogar ein Drive-Through), eine Post, ein Gemeindezentrum, zwei Frisöre, eine Bäckerei und ein winziger Supermarkt. Selbst die Bochumer Straße in Recklinghausen bietet da also mehr Einkaufserlebnis.

How is the village life in Lennox Head? I’d say – not really excited but still beautiful. It is the very first time for me to live in such a small town, and especially after my big city life in Sydney and Hong Kong, this means a serious change for me. Our town’s main street only counts a few restaurants, cafés and small shops. In addition, we’ve got two bottle shops (one of them is even a drive-through), a post office, a community centre, two hairdressers, a bakery and a tiny little supermarket. Everything to survive, but not really offering a thrilling shopping experience.   

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Um drei Uhr nachmittags werden hier in Lennox die ersten Bordsteine sprichwörtlich hochgeklappt, und nach 19 Uhr sind die Straßen fast wie leergefegt. Wobei sich das „wuselige“ Dorfleben sowieso eher in den Morgenstunden abspielt, wo jeder sich zum Kaffeetrinken oder Surfen trifft. Die Einwohner sind loyal zu ihren Lieblingscafés – wenn mein Café um sieben Uhr morgens die Türen öffnet, begrüßen wir tatsächlich jeden Tag dieselben Gäste. Ich kenne inzwischen alle Namen und könnte genau angeben, wer um wieviel Uhr an der Türpforte steht und welchen Kaffee bestellt. Menschen sind halt Gewohnheitstiere.

Because Lennox it’s a village, not many shops have opened after 3 pm. I’d even say that you won’t come across anyone after 7 pm. However, most of the buzzing village life unfolds in the early morning hours, when everyone crawls outside to get some coffee or go surfing. The Lennox people can be described as quite loyal to their favourite cafés and places – when the café where I work at opens at 7 am, we welcome the same guests every day. I bet that I can tell you all of their names, when they approximately arrive and what they are going to order. It sounds crazy, but all humans are just little creatures of habit.

Momentan arbeite ich sechs Tage die Woche. Die Arbeitszeiten sind angenehm, ich habe mich inzwischen ans frühe Aufstehen gewöhnt und ab 15 Uhr beginnt meistens meine Freizeit. Neben einem Spanisch-Kurs habe ich mich im örtlichen Fitnessstudio angemeldet, die mich beim Dorffest mit einer dreißig Tage Mitgliedschaft für 30 Dollar geworben haben. Ich mache viel Yoga am Strand, genieße die Sonne auf unserem Balkon oder halte Ausschau nach Walen, die momentan zu tausenden an der Küste vorbeiziehen. Selbst von unserem Strand konnte ich letzte Woche schon zwei Wale aus dem Wasser springen sehen. Gut, so leichtfüßig sind die beiden Tiere nicht aus dem Wasser „gehüpft“, aber es war tatsächlich das Beeindruckteste, was ich bislang gesehen habe. Da konnte selbst unsere Whale-Wachting Tour in Neuseeland nicht mithalten.

At the moment, I’ll work around six days a week. That sounds tough, but my shifts are pretty nice. Getting up early in the morning (I’m already used to that), and enjoying free time after 3 pm. Not mention that I usually tend to go to bed early nowadays, but hey, sleep is everything. I also started to take Spanish lessons (you might guess what is happening the upcoming months) and subscribed to the local gym (they got me with a 30 days for 30 bucks offer). Besides these stressful commitments, I do yoga at the beach, enjoying the sunshine on our balcony or do some whale-watching. Last week, I just found myself spotting two massive whales jumping out of the water. They went on jumping for at least 20 minutes, and I cannot describe you how grateful I felt. Even our whale-watching flight in New Zealand was nothing compared to that.

Zum Geburtstag der Queen (an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch zum 92. Geburtstag) hatten wir letzte Woche Montag einen freien Tag, und sind für eine Nacht nach Coolangatta gefahren. Bereits um halb sechs morgens ging es zum ersten Halt an das Cape Byron, wo wir bibbernd in der Kälte ausharrten, um den Sonnenaufgang und (hoffentlich) die ersten Wale zu bestaunen. Ja, der australische Winter lässt auch an der Küste nicht auf sich warten. Während es im Inland (ungefähr 400 Kilometer südlichwestlich von uns entfernt) bereits 70 cm Neuschnee gegeben hat (!) frieren wir hier nachts bei Außentemperaturen von um die 8 Grad. Da die Häuser hier eher die Bezeichnung „Strandhüttte“ verdient haben und die in Deutschland populären Begriffe „Isolierung“ und „Dreifachverglasung“ hier ein kategorisches Fremdwort sind, ist es auch im Haus ungemütlich kalt. Was für mich bedeutet, dass ich ohne Wärmeflasche (und Pulli) nicht ins Bett gehe. Kälter soll es hier in Lennox aber Gott sei Dank nicht mehr werden – ansonsten müsste ich mich tatsächlich auch noch einmal mit wärmeren Klamotten versorgen – als ich vor fast neun Monaten meinen Rucksack gepackt habe, war mir irgendwie nicht bewusst, dass es in Australien im Winter auch schneien kann. Immerhin wissen wir, dass Aldi auch in Australien Skiunterwäsche vertreibt.

Due to the birthday of Queen Elizabeth (Happy Birthday old lady) Marius and I got a day off from work and took the opportunity to explore more of the coastline around us. We decided to drive to Coolangatta, which is around an hour drive away from here. Already at six o’clock in the morning we drove to Cape Byron to enjoy the sunrise and spot the first whales of the day. On the pictures, you might notice that we look like we’re on a ski vacation – I don’t have to tell you how freezing cold it is here in the mornings. Yes, it is winter now in Australia and that means, that at nighttime, we enjoy temperatures around 8 to 10 deegrees. In the inland, it snowed more than 70 centimetres just a few days ago! Due to the fact that houses here in Lennox can generally be described as beach shacks and popular German words like “triple glazing” or “insulation” are rather alien concepts in Australia, my sleeping outfit usually includes a jumper and a hot-water bottle. Luckily, it won’t get any colder at the coast. Otherwise, I probably had to buy winter-proof clothes, because I naively packed my backpack nine months ago without even imagining that there could be snow in Australia. At least I know now that you can also get skiing underwear at Aldi Australia.

Viele werden jetzt bestimmt einen kleinen Aufschrei unterdrücken – was, du bist bereits seit fast neun Monaten unterwegs? Ähm ja, auch wenn ich es selbst gar nicht fassen kann. Wenn ich mir alte Blogartikel anschaue und sehe, was ich bzw. wir schon alles erlebt haben, fühlt es sich wirklich ein wenig surreal an. Und dass dies bereits der 50. Artikel (!) ist, verdient ein wenig Applaus, oder?

 At lot of you might be shocked that I am already nine months away from home. Yep, I don’t even realize myself. Reading old blog articles (which I do a lot lately) and seeing what we have experienced so far, is truly crazy. And that this is even the 50. (!) article on the blog sounds even surreal.

Aber zurück zu unserem frühmorgendlichen Abenteuer. Das Meer war spiegelglatt und bot die perfekten Bedingungen, um die Wasserfontänen der vorbeiziehenden Wale zu entdecken. Auch wenn ich es vorher nicht für möglich gehalten hätte, aber wir waren um kurz nach halb sieben Uhr morgens tatsächlich nicht die einzigen Zuschauer. Australier sind und bleiben die absoluten Frühaufsteher. Erinnert ihr euch noch an die Anektdote von unserem letzten Sonnenaufgang in Coogee Bay? Different place, same story – selbst bei uns im Dorf beginnt um sechs Uhr morgens das tägliche Bootcamp am Strand.

But let’s get back to our early morning adventure. The sea was super calm and provided the perfect conditions to spot the whales’ water fountains. Of course, we weren’t the only early birds this morning. I’ll always remember Australians as the craziest early bird nation – just think back at our sunrise tour at Coogee Bay. Different place, same story – even in Lennox, people train in a boot camp at 6 o’clock in the morning.

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Mein Tee war inzwischen kalt, als wir die erste Fontäne einige Meter entfernt von der Küste entdeckten. Der Buckelwal, der nach einiger Zeit sogar aus dem Wasser sprang, wirkte ziemlich klein und schien noch ein Jungtier zu sein. Wir wissen inzwischen, dass ab Mai erst die Jungtiere und die Mütter mit Kälbern ihren Weg in die tropischen Gewässer beginnen, bevor dann die älteren und größeren Tiere folgen. Insgesamt wandern mehr als 30.000 Wale bis Oktober an der australischen Ostküste entlang.

My tea was already cold when we finally saw the first fountains after freezing in the cold for 20 minutes. The humpback whale, that even jumped out of the water after a while, still seemed pretty small and rather young. We now know that in the months May to June, the young and the mothers first start their travel to the tropical waters before the older males and females continue. In total, more than 30.000 whales will migrate until October at the Australian East Coast.

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Mit einem warmen Kaffee bewaffnet machten wir uns auf zu den nächsten Stränden, die auf dem Weg nach Coolangatta liegen. Jeder Strand war wunderschön weiß, das Wasser türkisblau und in der Ferne sahen wir meist immer den ein oder anderen Wal. Was ein Paradies! Zum Mittag checkten wir in unser gemütliches AirBnB ein, welches wir für die Nacht gebucht hatten und bummelten ein wenig an der Strandpromenade von Coolangatta. Die Stadt ist ungefähr eine Stunde Autofahrt von Lennox Head entfernt und liegt neben der Gold Coast – auf den Bildern könnt ihr im Hintergrund die mächtige Skyline der Goldküste erspähen. Coolangatta gehört bereits zum Bundesstaat Queensland, ist aber mit der Nachbarstadt Tweed Heads (die zu New South Wales gehört) verschmolzen – allein an der Einkaufsstraße weist ein Grenzmonument auf die fragwürdige Grenzlinie zwischen beiden Städten hin. Wie es sich zu einem Kurzurlaub gehört, habe ich mir eine Pediküre gegönnt, während Majo die Wellen am berühmten Surfspot Snapper Rocks getestet hat. Zum Abendessen sind wir zum lokalen Italiener gegangen, haben uns die Bäuche mit Pizza und Tiramisu vollgeschlagen und die Seele baumeln lassen. Ein richtiger Urlaub vom Urlaub halt (bzw. von unserer Weltreise).

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After getting ourselves a coffee, we drove further to the next beaches that are situated on the way to Coolangatta. Every beach was more beautiful, the sand white and the water crystal clear. On top of that, we easily spotted whales at the other beaches, too. The first indicator was usually a little water fountain in the distance. What a paradise! At lunchtime, we checked in at our Airbnb in Tweed Heads. It is the neighbouring city of Coolangatta but still belongs to New South Wales (while Coolangatta is in Queensland), but you don’t really notice that you are in two different cities because they have literally grown together so much. The only thing that reminds you that you’re stepping on different state territory is the little border monument close to the shopping street. While one side of the street is in New South Wales, the other side is in Queensland. A very confusing situation. Both towns are close to the Gold Coast. On the pictures, you can see the massive skyline in the distance. Because our two-day trip was declared as vacation, I got myself a pedicure, Marius went surfing at Snapper Rocks and we ended up having dinner in a really nice Italian place. After tons of pizza and tiramisu, we felt completely relaxed and on vacation mood. But somehow it is funny to write that we actually took a vacation from the vacation (or how else should I describe our world trip?).

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Letzte Woche war auch mein Geburtstag – es war schon ein komisches Gefühl, nicht zu Hause zu sein, aber ich habe (trotz meiner Arbeitsschicht) einen schönen Tag verbracht – mit obligatorischer Geburtstagstorte und, passend zu den australischen Temperaturen, Glühwein. Da ich ja ansonsten immer strahlendem Sonnenschein, Sommer, frischen Erdbeerkuchen und gekühltes Bier mit meinem Geburtstag assoziiere, war mein 25. Geburtstag eine interessante (wenn auch nicht willkommene) Abwechslung. Wann werde ich schon jemals wieder einen Geburtstag im Winter feiern? Es war eine einmalige Erfahrung wert (aber ich war zugegebenermaßen ein wenig neidisch, mir die Wettervorhersage für Deutschland anzuschauen!).

An dieser Stelle noch einmal vielen, vielen Dank an alle Glückwünsche, die mich über WhatsApp, Facebook und sogar per Post erreicht haben. Ich habe mich sehr über eure Nachrichten gefreut und kann es kaum erwarten, meinen Geburtstag mit euch nachzufeiern, wenn ich dann mal wieder zu Hause bin. Bis dahin bleibt gespannt, was Majo und ich noch alles erleben!

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Last week, I also turned 25. It was a weird feeling not being at home, but (although I also had to work) it was still a nice birthday – with birthday cake, and, in consideration of the cold temperatures, mulled wine. Usually, I celebrate my birthday in German summer, which means high temperatures, sunshine, and cold beer. I remember it only rained once on my birthday. Well, this birthday will be remembered as the only birthday I had in winter. It was an interesting experience, but let’s be honest, I can’t wait to go back to normal next year. I just missed my strawberry cake too much.

At this point, I also want to thank you to all the nice birthday wishes that I received via WhatsApp, Facebook or even mail. I felt so blessed to receive all of your messages and can’t wait to celebrate my birthday with you once we are back (although that might take some time). Right now, we still have some energy left for adventures and exploring!

bis bald charlotte

Ergänzung von Marius: Ja, es ist kalt und nachts ganz schön frisch. Aber so richtig winterlich ist es nicht wirklich. Tagsüber erreichen die Temperaturen oft noch die 20 Grad Marke und das Wasser ist sogar noch ein, zwei Grad wärmer! Meinen dicken Neoprenanzug muss ich noch nicht auspacken, es sei denn, es herrscht mal wieder ein eisiger Wind aus Südwest (ja, aus der Richtung, wo 400 km entfernt Schnee liegt). Dazu ist der hiesige Winter von längeren Trockenperioden gekennzeichnet. Wir haben also oft tagelang strahlend blauen Himmel und die Sonne verliert Down Under eben nie so richtig ihre Kraft. Gestern übrigens nochmal 50+ Sonnencreme eingekauft…

What Marius wanted to add to this article: Yes, it is cold especially at night. But you can’t compare it to the German winter. During the day, we still enjoy temperatures around 20 degrees and the water is even 22 degrees warm. I haven’t even started to wear my thick wetsuit yet, only if the wind comes from southwest (because 400 kilometres southwest from here, you’ll find the first snow). In addition to that, it rarely rains here in Lennox in the winter. Therefore, we usually enjoy countless days of blue sky and sunshine, and to be honest, the sun here in Down Under is still strong in winter. We just bought a new 50 SPF sun lotion yesterday…

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#49 Julien Rocks: An underwater paradise

Es ist immer wieder ein aufregendes Gefühl, sich an einem neuen Ort niederzulassen. Das sage ich nicht nur deswegen, weil alles „neu“ und „ungewohnt“ ist, sondern auch, weil man oft erst nach einiger Zeit erkennt, wie viele versteckte Juwelen sich in ihm befinden.  Unser heutiges Abenteuer führt uns zu so einem kleinen Diamanten: der Unterwasserwelt von Julian Rocks, einer kleinen Felsinsel vor Cape Byron.

It is always exciting to settle down in a new place. I am not just saying that because everything is ‘new’ and unfamiliar, but rather because you only find out about the true jewels after a while. Today’s adventure brings us to one of these little diamonds you might miss when not looking closely: the underwater world of Julian Rocks, a small rock island close to Cape Byron.

Eher zufällig habe ich durch Recherchen erfahren, dass Julian Rocks zu einem der besten Schnorchel- und Taucharealen in Australien gehören. Wer denkt das schon, wenn das Great Barrier Reef in aller Munde ist? Nach kurzer Absprache mit der Tauchschule, die die Schnorcheltour anbietet, steht fest: für den nächsten Tag wird das Wetter gut, die Wellen nicht zu hoch und die Sichtweite im Wasser hervorragend.

While looking around for things to do in our area, I found out that Julian Rocks belongs to the best snorkel- and diving places in Australia. But who even considers anything else than the Great Barrier Reef while being in the country? We decide to give it a try and check with the dive school for good conditions. For the next day, the forecast looks good with only a small swell and a clear visibility. So it’s the perfect time to go!

Mit Vorfreude geht es um 10 Uhr morgens los Richtung Byron Bay. An der Tauchschule angekommen, füllen wir allen nötigen Papierkram aus und bekommen eine kleine Sicherheitseinweisung. Überall hängen Bilder von riesigen Mantarochen und Seeschildkröten und Marius und ich überlegen, ob die beeindruckenden Bilder zum Kundenfang dienen oder ob wir diese Tiere wirklich zu Gesicht bekommen. Mein Optimismus hält sich in Grenzen. Dennoch betont der Tauchlehrer, dass Julian Rocks zu einem der zehn besten Schnorchel- und Tauchspots Australiens von National Geography Australia gewählt wurde. Da muss ja dann was dran sein.

Nachdem wir unser Equipment zugewiesen bekommen haben – neben Schnorchel und Flossen gehört auch ein dicker Taucheranzug zur Ausrüstung (denn das Wasser hat schließlich nur noch 23 Grad!) geht es mit dem Bus zum Cape Byron. Mit insgesamt fünf Leuten ist unsere Schnorchelgruppe recht überschaulich, der Rest unseres kleinen Schlauchbootes wird von Tauchschülern eingenommen. Auf unserer fünfminutigen Fahrt entdecken wir ein paar Delfine, die nur wenige hundert Meter entfernt in den Wellen spielen. Als unser Boot sich langsam nähert, tauchen die Delfine ab und verschwinden Richtung Bucht. „They don’t like boats“ sagt der Bootsführer lachend. Na gut, dass kann man ihnen nicht übelnehmen.

Starting at 10 in the morning, I am super excited. At the dive school, we handle all the necessary paper work and get a short security introduction. All around the school, you see pictures of massive manta rays and sea turtles. I am quite sure that these pictures are mostly used to acquire new customers – but Maris and I doubt that we will see any of them today. Still, our guide points out that Julian Rocks was awarded one of the top ten snorkel places in Australia. I might keep some optimism. After we get handed all our equipment – next to a snorkel and goggles, we also get a thick diving wetsuit (because the water temperature is only 23 degrees!) – a little bus takes us straight to Cape Byron. Our snorkel group only consists of five people in total, so the rest of our little boat is filled by a few diving students. On the way to Julian Rocks, we see a little group of dolphins – unfortunately they quickly disappear after they take notice of our boat.

Trotz dickem Neo sind die ersten Sekunden im Wasser kalt. Ich sehne mich in die badewannenwarmen Wassertemperaturen Asiens zurück. Ein kurzer Check ob Taucherbrille und Flossen richtig sitzen, und schon macht uns unsere Schnorchelführerin Sarah auf zwei gefleckte Adlerrochen aufmerksam, die nur wenige Meter entfernt an uns vorbeischweben – so schnell, dass die GoPro noch gar nicht startklar ist. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an meinen großen Bruder Fabi, der uns die Kamera für die Zeit unsere Weltreise ausgeliehen hat.

Even though I am wearing a massive wetsuit, the first seconds in the water are freaking cold and I wishfully think back to the bathtub-warm water in Asia. After a quick check of my gear, our snorkel guide Sarah already points out two big eagle rays that are swimming underneath us. Everything goes so fast that we haven’t even started our GoPro yet. At this point, big thanks to my brother Fabi who borrowed us the camera for the whole time of our world trip.

Sobald man den Kopf Unterwasser steckt, schwimmt man in einer anderen Welt. Das Wasser ist glasklar und überall tummeln sich kleinere und größere Fische. Am Grund entdecken wir mehrere Teppichhaie, die durch ihre Musterung (die sie farblich sogar anpassen können) fast gar nicht auffallen. Nur wenige Minuten später schwimmt dann die erste Meeresschildkröte an uns vorbei. Ich würde mich am liebsten kneifen, so unwirklich ist dieser Moment. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis, neben so einem Tier im Wasser zu schwimmen. Die Schildkröte ist fast einen Meter groß und hat einen riesigen Panzer. Trotzdem sieht sie deutlich graziler aus beim Schwimmen als ich – was ich auf meinen dicken Neoprenanzug schiebe, der mich wie ein Fettklecks an der Wasseroberfläche strampeln lässt (diese Metapher ist bildlich zu nehmen).

As soon as you pop your head into the water, it feels like your swimming in a whole different world. The water is super clear and there are fish swimming everywhere. On the ground, we spot several wobbegong sharks which hide well with their skin pattern (that they can even change in colour). Just a few minutes later, we spot the first sea turtle. It is swimming right next to us and I am so surprised this is really happening. The moment feels truly unreal and I can’t describe the feeling being so close to such an incredible animal. The sea turtle is nearly one meter big and has a massive shell. Still, it looks much more graceful swimming in the water than me – due to my thick wetsuit, I look like a grease spot on the surface of the water (literally).

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An einem anderen Felsvorsprung entdecken wir dann zwei weiter Schildkröten, die an den Felsen grasen. Wusstet ihr, dass Schildkröten keinerlei Zähne besitzen? Wir behalten trotzdem Sicherheitsabstand, um die Tiere nicht beim Mittagessen zu stören. Die Artenvielfalt an den Julian Rocks ist atemberaubend. Riesige Fischschwärme, (blaue) Seesterne und sogar Kugelfische entdecken wir. Auf der Website des Marinereservats ist übrigens die gesamte Artenvielfalt verzeichnet und es gibt viele interessante Infos zu den Tieren (wie man zum Beispiel eine männliche Schildkröte von einer weiblichen unterscheidet).

At a different cliff, we spot two more sea turtles grazing. Did you know that sea turtles actually don’t have any teeth? Nevertheless, we stay in safe distance to not disturb the cute creatures enjoying their lunch. The biodiversity at Julian Rocks is truly breath-taking. We see large swarms of fish, (blue) sea stars and even puffer fish. On the website of Julian Rocks you can scroll through the whole range of animals living there and getting to know lots of fun facts (e.g. how to differentiate between male and female sea turtles).

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Was ich im Vorfeld unterschätzt habe: die Wassertemperatur. Um ehrlich zu sein, war ich seit Neuseeland nicht mehr im Meer schwimmen. Trotz der unzähligen Wow-Effekte schleicht sich die Kälte schneller als gedacht unter den furchtbar dicken Neo (der es mir dank Auftrieb sogar fast unmöglich macht, in die Tiefe zu schnorcheln). Hinzu kommt eine kalte Strömung unter Wasser und nach einer halben Stunde fühle ich mich wie Rose im Film Titanic – nur ohne Holztür. Ob das Wasser wirklich so kalt ist wie tausend Nadelstiche, sei dahingestellt, aber nach einer dreiviertel Stunde entscheide ich mich mit Rücksicht auf die Gesundheit meiner Zähne (ich bezweifle, dass anhaltendes Zähneklappern gut ist), vorzeitig aufs Boot zurück zu kehren. Mir folgt Julienne, eine Deutsche, die mit in unserer heutigen Schnorchelgruppe ist. Auch sie zittert am ganzen Körper, aber wir beide bekommen das Lächeln nicht aus unserem Gesicht. Das hier war tausendmal besser als das Great Barrier Reef, sagt sie. Ob das so stimmt, sehe ich wahrscheinlich erst in ein paar Monaten.

Wer noch nicht genug von Unterwassereindrücken hat, kann sich gerne unser Malaysia Video angucken. Hier gibt es zwar keine Meeresschildkröten zu bestaunen, dafür aber Clownsfische, bunte Korallenriffe und sogar einen Riffhai. Übrigens ist auch das erste Video unseres Neuseelandroadtrips online – schaut mal rein!

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What I definitely didn’t consider properly before is the water temperature. To be honest, I haven’t been in the ocean since New Zealand. Even though I am wearing this super thick (and uncomfortable) wetsuit (which even hinders me from properly swimming down) I start to freeze quickly. After half an hour, I feel like Rose in Titanic – just without the wooden door. With regards to my health and the assumption that my constant chattering teeth might also annoy fish, I decide to swim back to the boat. Julia, another German girl who is in our snorkeling group, follows me. We’re both trying to get warm in the boat but cannot stop smiling. She tells me that this snorkel tour was far better than the one she did in the Great Barrier Reef. Let’s see what we will experience there in a few months.

 If you cannot get enough from underwater impressions, you can check out our Malaysia travel video that we just uploaded. We haven’t seen any sea turtles in the coral reefs there, but instead spotted tons of clown fish, colourful corals and a little black tip shark. Moreover, we uploaded the first part of our New Zealand road trip travel video – you can find all of our videos here.

bis bald charlotte

 

#14 Bagan: Pagoden, E-Roller und panische Amerikaner

Um von Yangon nach Bagan zu kommen habe ich mich wieder zum Nachtbus hinreißen lassen. Dieses Mal im VIP-Bus – das versprach deutlich mehr Komfort, mehr Platz und … eine noch aktivere Klimaanlage. Trotz Alaska-Kälte konnte ich der Busfahrt viel abgewinnen. Keinen Sitznachbarn, keine nervige Musik und Verpflegung inklusive  – falls ich also nochmal den Nachtbus nehmen sollte, lege ich die 3500 Kyat extra (2,20 Euro mehr im Vergleich zum normalen Nachtbus) gerne hin. Und packe vielleicht doch noch eine extra Jacke ein.

Im Hostel angekommen kam erst einmal der Schock: Ich konnte um acht Uhr morgens weder mein Zimmer beziehen, geschweige denn duschen oder im Hostel frühstücken. Bislang waren meine Hostels sehr kulant gewesen und ließen mich immer früher ins Zimmer. In diesem Fall war das leider nicht möglich. Meine Laune war nach vier Stunden Schlaf nicht unbedingt die Beste, aber als ich gedankenverloren an der Rezeption saß und überlegte, wie ich in diesem (ungeduschten) Zustand den Tag verbringen sollte, wurde ich von Julia angesprochen, einer Düsseldorferin, die für gerade einmal neun Tage Myanmar bereist. Da sie vor der selben Check-In-Problematik stand wie ich, beschlossen wir, zusammen den Tag zu verbringen. Das Ausleihen der E-Roller verlief sehr unkompliziert (5000 Kyat für einen Tag, und der Verleih wollte noch nicht mal unseren Ausweis einbehalten) und ich war erstaunt, dass ich trotz mangelnder Fahrkenntnisse nach kurzer Zeit bereits den Dreh raushatte. Und natürlich habe ich einen Helm getragen, Papa.

Wir fanden relativ schnell heraus, dass der Besuch der größeren Tempel nicht unbedingt unser Ding ist (da es hier von riesigen Ausflugsbussen und nervigen Händlern wimmelte), und konzentrierten uns auf die in der Karte eingezeichneten Aussichtspunkte. Meist waren es kleinere Pagoden, bei denen der Eingang offen stand und man von oben einen tollen Ausblick genießen konnte. Ein wenig abenteuerlich war es schon, durch die kleinen Gänge nach oben zu klettern, aber wir wurden mit wunderschönen Ausblicken belohnt.

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Bagan ist definitiv kein Vergleich zu Angkor in Kambodscha. Ich hatte das Gefühl, es gibt abertausende Pagoden, an denen wir halten könnten, und bei den abgelegeneren Pagoden waren wir tatsächlich die einzigen Gäste. Der Mix aus Natur, Pagoden und Berglandschaft war einfach wunderschön. Mit unseren Rollern konnten wir die Hauptspots der chinesischen Touristen umfahren und waren abseits der Hauptstraße komplett alleine. Zwischendurch hielten wir an Straßenständen für eine obligatorische Kokosnuss (die einfach so viel besser schmeckt als in Deutschland).

Kurz vor Sonnenuntergang hatte mein Hinterreifen dann einen Platten. Wir hatten am Morgen nicht unbedingt auf die Qualität der Roller geachtet, den erstbesten Rollerverleih angesteuert und bekamen jetzt die Quittung dafür. Gott sei Dank waren wir nicht mitten in der Wildnis gestrandet, sondern fanden uns in der Nähe eines gutbesuchten Palastes. Eine Burmesin rief netterweise den Rollerverleih an, und 30 Minuten später kam ein Mechaniker mit einer Luftpumpe. Der aufgepumpte Reifen hielt genau 200 Meter, und wir beschlossen, meinen Roller besser stehen zu lassen und zu zweit auf Julias Roller weiterzufahren.

Beim Sonnenuntergang hatten wir leider nicht so viel Glück wie zuvor bei den anderen Pagoden. Waren wir die erste halbe Stunden noch alleine auf dem Dach, gab es eine Stunde später keinen freien Stehplatz mehr (und ich hatte mich schon gewundert, warum vor der Pagode so viele Händler ihre Stände aufgebaut hatten). Durch die vielen Wolken war der Sonnenuntergang außerdem unspektakulär und wir fuhren früh wieder zurück zum Hostel. Endlich eingecheckt (wir durften netterweise gemeinsam ein Zimmer beziehen) war die (kalte) Dusche ein himmlisches Erlebnis. Dadurch, dass der Großteil der Straßen und Wege in Bagan nicht befestigt ist, habe ich locker eine zentimeterdicke Staubschicht von mir herunter gewaschen.

Am nächsten Tag klingelte der Wecker um Viertel vor fünf zur Sonnenaufgangstour, die unser Hostel kostenlos anbot. Wieder ging es zu einem abgelegenen Tempel, und wieder war die Aussicht wunderschön. Um kurz nach sechs stiegen dann die ersten Heißluftballons auf, die Touristen hier für 350 US-Dollar buchen können (ich hatte vor meiner Reise auch überlegt, so einen Flug zu buchen, aber für gerade einmal 45 Minuten fand ich den Preis sehr übertrieben). Und auch von unserer Pagode aus war der Sonnenaufgang fantastisch. Ich glaube, die Bilder sprechen für sich selbst. Wer bis jetzt noch zweifelt, Myanmar zu bereisen, den werden die nachfolgenden Fotos hoffentlich überzeugen.

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Bis zum Mittag ging es weiter durch die Tempellandschaft. Am Shwe Leik Too Tempel trafen wir auf eine Reisegruppe aus Amerika, und Julia wurde versichert, „you are very brave to travel this country alone without booking a guided tour„. Ja, super mutig sind wir. Ich muss sagen, ich fühle mich in Myanmar bislang viel sicherer als in Kambodscha, und kann über die Panikmache der Amerikaner nur lächeln. Auch wenn es an der Verständigung manchmal hapert, sind alle Burmesen, die ich bislang getroffen habe, super hilfsbereit. Lustigerweise sind wir Europäer hier immer noch eine Rarität, und so wurden Julia und ich mit vielen Fotokameras abgelichtet. Der Ansturm auf uns als Fotomotiv war besonders extrem, nachdem wir bei einer Burmesin am Straßenrand die typische Thanaka-Behandlung bekamen. Das Zeug kühlt echt extrem und fühlt sich sehr angenehm auf der Haut an. Ich habe mir vorsorglich zwei Packungen mitgenommen, da die Paste auch gegen Hautunreinheiten wirken soll. Und bei der Luftverschmutzung hier tut eine Thanaka-Maske meiner Haut wahrscheinlich richtig gut.

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Nach einem Nachmittagsschläfchen ging es um halb fünf Richtung Flussufer. Das Hostel bot eine Sunset-Bootstour an, und nach anderthalb Tagen Roller fahren und navigieren (was ganz schön schlauchen kann), war ich froh, mit einem Gin Tonic bewaffnet im gemütlichen Ausflugsboot umherzufahren. Am Abend hieß es dann Abschied nehmen von Julia (die leider eine andere Reiseroute hat als ich), und alle sieben Sachen zusammenpacken. Morgen früh geht es um halb fünf los Richtung Mandalay.

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bisbald