#55 Oahu: Hurricane Lane and a different view on the island

Einige von euch haben es eventuell mitbekommen: es steuerte ein Hurrikan der Stufe 5 von 5 auf Hawaii zu. Dass ihr diesen Blogbeitrag lesen könnt, liegt wohl am wahrscheinlichsten daran, dass wir Hurrikan Lane überlebt haben. Aber alles der Reihe nach. Noch an der Südküste von Oahu wissen wir über den aufziehenden tropischen Wirbelsturm. Die amerikanischen Medien spielen schon längst verrückt, aber das wundert uns in Anbetracht der hiesigen Medienwelt nicht. Wobei dieser Sturm der erste seit 26 Jahren sein kann, der mit aller Kraft auf die hawaiische Inselkette trifft. Stündlich gibt es neue Prognosen über den möglichen Verlauf des Hurrikans, der sich mittlerweile mit dem Namen Lane schmückt. Gut, eine Dame also mit stürmischem Gemüt, die gern mit Regenmassen um sich wirft. Sie nimmt Fahrt auf und erreicht Spitzenwindgeschwindigkeiten von über 250 mph (ja, Meilen pro Stunde… über den Irrsinn der Verweigerung unseres metrischen Systems haben wir uns übrigens schon sehr amüsant mit einem Amerikaner unterhalten. Meilen, Inches, Pfund, Gallonen, Fahrenheit etc. „I guess we want to be special in a way“). Wir quartieren uns mittlerweile an der Northshore ein, während Lane ihr Unwesen auf Big Island (die südöstlichste aller Inseln) treibt, Überschwemmungen und Erdrutsche hinterlässt und ganz langsam (mit einer Geschwindigkeit von 6 mph, man könnte fast nebenher joggen) nach Nordwest in unsere Richtung zieht. Der Bürgermeister von Honolulu rät den Inselbewohnern, sich mit Proviant für bis zu zwei Wochen einzudecken. Wir liegen am Strand, schnorcheln eine Runde und ich gehe nochmal surfen.

A few of you have might have heard that a category 5 hurricane is about to crash into Hawaii. Due to the fact that you can read this article, it’s kind of safe to say that we have survived. But let’s highlight the facts about this extraordinary event first. We know early that there might be a tropical storm hitting the island. The American media is already turning nuts about the possibility of a storm hitting Hawaii. It would be the first hurricane since 26 years that could hit the islands with full force. Everyone is suddenly talking about Lane (that’s the name of the hurricane) and with 250 mph, it does not feel like a joke anymore. What does feel like a joke is the fact that the Americans aren’t using the metric system like everyone else. Miles, lbs, inches, gallons, Fahrenheit – we talk with some liberal-minded Americans about this issue and the answer we get is: “I guess we want to be special in a way”. While Lane is already causing floods and landslides on the Big Island and slowly progresses to Maui and Oahu (with 6 mph, so you basically jog next to her), we move into our new Airbnb on the Northshore of Oahu. The major of Honululu asks everyone to stock up on food and water for at least two weeks and locate a safe spot in the house. We are lying on the beach, snorkel and I go surfing another time.

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In unserem AirBnB wohnen wir im ersten Stock. Unter uns werden an der zum Hang zeigenden Seite der Veranda Sandsäcke gestapelt. Sollten wir vielleicht doch ein wenig Proviant einkaufen? Mal sehen, erstmal essen wir Shaved Ice, eine lokale Spezialität, super süß und wahrscheinlich extrem zuckerhaltig. Und überhaupt: das kalorienreiche Essen hier erklärt ganz sicher die größeren Toiletten, die ja schließlich auch mehr Gewicht tragen müssen. So viel dazu. Wir sind fast die letzten Touristen, die ein Shaved Ice bekommen, denn der Laden wird, so wie alle anderen drum herum auch, von außen mit Spanplatten verriegelt und verrammelt. Das Klamottengeschäft um die Ecke hat noch auf, doch das Bummeln wird von einer nervtötenden Sirene gestört. Gleichzeitig erhalten wir in Großbuchstaben geschriebene Warnungen auf unseren Handys von dem sich nähernden Hurrikan. Okaaaay, jetzt ist wirklich die Zeit gekommen, uns wenigstens für die nächsten zweieinhalb Tage mit Lebensmitteln einzudecken, die man eventuell auch ohne Strom zubereiten kann. Es gibt: kalte Wraps mit Salat, Obst und andere Knabbereien. Die Dosenabteilung im Supermarkt ist zu etwa 90% leergekauft, aber ansonsten haben die Menschen hier ihren Aloha-Spirit noch längst nicht verloren. Alles wird gut. Die einzige Sorge bereitet mir tatsächlich unser Flug nach Maui, der Samstag früh um fünf stattfinden soll. Hurrikan Lane könnte eventuell (die Prognosen gehen weit auseinander) am Freitagabend auf Oahu treffen und ziemlich verheerend sein. So ist der Stand am Donnerstagnachmittag und wir kontaktieren Hawaiian Airlines, um vielleicht Maui auszulassen und noch vor Eintreffen des Hurrikans einen Flieger direkt von Honolulu nach San Francisco zu nehmen. Erfolglos. Bleibt also die kleine Hoffnung, dass Lane Leine zieht (obacht, kleiner bilingualer Wortwitz!). Und tatsächlich, der Sturm wird auf Stufe 4 herabgesetzt, ist aber immer noch ziemlich kräftig.

Luckily, our room is located on the second floor. On the terrace outside, neighbours are stapling sandbags. We consider stocking up with food (as recommended by the major), but decide instead to drive to Haleiwa first, a cute little town just a few minutes away by car. Here, we enjoy Shaved Ice, a speciality in Hawaii. We appear to be the last customers and right after we leave the store, everything is shut down and clamping plates are nailed in front of the windows. Most of the stores here have already closed too, or are closing while the hurricane siren is turned on. In the same minute, we get a hurricane alert message on our phones. Rational as someone can be in this situation, we decide to do some grocery shopping. Who knows how bad it will be. Funnily, the can-section in the supermarket is nearly empty and you can’t even buy water anymore. Crazy Americans. We go for some fresh food we don’t have to cook (because at our accommodation, there is only an electric stove), beer (which isn’t sold out yet) and chocolate. Hurricane Lane could actually hit the island of Oahu on Friday night, and we are slowly getting a little worried that our flight on Saturday morning might be cancelled. Unfortunately, there is no chance of rescheduling our tickets to another day (at least not for the next few days), so we accept the fact that we might be stuck here for a while. There could be a worse place to be in this situation for sure.

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Während wir durch das kleine Dorf Hale´iwa fahren, knallt es plötzlich und es gibt einen ordentlichen Ruck. Ist vom kräftigen Wind ein Ast aufs Auto gekracht? Habe ich einen Stein am Straßenrand übersehen und seitlich mitgenommen? Nein, ich war kein unaufmerksamer Fahrer, denn offenbar ist eine Frau mit ihrer Karre (was Anderes kann man ihr abgenudeltes Gefährt kaum nennen) seitlich in mich hineingefahren. Schulterblick war in ihrer Fahrschule wohl kein Begriff. Ihre linke Front hat unsere komplette rechte Seite, beginnend bei der Beifahrertür ordentlich zerfurcht FOTO. Die Frau ärgert sich total, ist aber ansonsten nett und entschuldigt sich ziemlich oft. Der herbeigerufene Polizist nimmt alles auf und mit der Reportnummer ist für uns alles erledigt. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass der Polizist im Privatwagen unterwegs ist: ein fetter, schwarzer Ford Mustang mit dezentem Blaulicht oben drauf, typisch amerikanisch. Läuft bei ihm. Jede Wette, der ist danach Donuts essen gefahren. Ach nee, geht ja nicht. Hat ja jetzt alles geschlossen.

While we are driving through Haleiwa, an old lady crashes into our car. The whole left side of our car (luckily it’s a rental) is completely damaged, her car lost a front light, but luckily everyone is fine. After a few minutes waiting, the police turns up in style (the guy drives a Ford Mustang, apparently, they can drive their private car) and quickly fills out the papers we need as a proof for the rental company. At least, we can still drive further with the car and don’t have to be worried that anyone attempts to steal it or break in. Not with this used look.

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Freitag früh. Ich checke meine App, die den Hurrikan in seiner aktuellen Position anzeigt. Er ist weit von Oahu entfernt und zieht nun ziemlich offensichtlich südlich daran vorbei. Die verschiedenen Farben in der Darstellung zeigen mir, dass er auch an Kraft verliert. Wenig später erfahre ich genau das auch in den Medien. Doch was nicht ausbleibt, ist der anhaltende Regen, der schon in der Nacht eingesetzt hat. Einmal fällt kurz der Strom aus, der kleine Fluss schwillt ziemlich an und der Wind hat ein wenig zugenommen. Ansonsten passiert nichts Erwähnenswertes und wir verbringen den Tag mit Wäsche waschen, schlafen und Serien schauen. We survived hurricane Lane!

Friday morning. I am checking my weather app again. The direction of the hurricane has changed again, and now it seems like it’s turning away from Hawaii. Moreover, it has lost a lot of strength and is only categorized as a tropical storm. The only thing bothering us now is the constant rain that already begun during the night. At one point, the power switches off for a few minutes, and the small river next to our house rises a bit, and the wind has gotten stronger. Besides that, nothing really happens. We stay the day in our accommodation, do the laundry, sleep and watch Netflix. We survived hurricane Lane!

Vielmehr möchte ich von einer Überraschung berichten, die ich so nicht erwartet hätte! Zu meinem 30. Geburtstag hat Lotti gesagt, dass wir früh aufstehen müssen, um von der Northshore nach Honolulu zu fahren. Toll, ich fahre mich zu meinem eigenen Geburtstagsgeschenk! Ich bin wirklich aufgeregt, denn im Vorhinein muss Lotti noch einige Male sehr ominöse Anrufe tätigen (liegt wohl an dem aufziehenden Hurrikan, die Überraschung ist für Mittwochmorgen geplant). Ich darf meine GoPro mitnehmen, aber keine Halterung länger als acht Inches (ca. 20 cm). Ich benötige eventuell eine lange Hose und Pullover, obwohl die Temperaturen bei über 25 Grad liegen. Mit meiner starken Vermutung lag ich goldrichtig: wir nähern uns dem Flughafen und unternehmen einen Helikopterflug rund um Oahu. Wow!!!

Rather than bore you with more information about this not so dangerous hurricane, I would like to share the surprise I got from Lotti for my 30th birthday. The only thing I knew before was that we had to get up early and drive to Honululu again. The last days before, Lotti had to call someone various times, and I had no clue what it was about (in retrospect, this was due to the approaching hurricane). I could take my GoPro, but no selfiestick, long pants and a jumper – although the average temperature on Oahu is around 30 degrees – because we did do a helicopter flight around Oahu. Wow!

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Eine ganze Stunde dauert das Unterfangen, Lotti sitzt in der Mitte zwischen der Hubschrauberpilotin (ganz klischeehaft mit Pilotenbrille) und mir. Daneben? Nichts, keine Tür die mich von der Tiefe trennt! Ein absolut überwältigendes Erlebnis. Man ist so viel näher dran. Wir fliegen über Honolulu und sehen die Surfer am Waikiki Beach, können den Touristenmassen auf dem Diamond Head Krater beim Wandern zuschauen und bekommen noch einmal eine andere Perspektive auf die super steilen Schienen, auf denen wir ein paar Tage zuvor den Koko Head hochgekraxelt sind. Während wir an der Ostküste durch ein grünes Tal fliegen, hören wir über die dicken Kopfhörer den Soundtrack von Jurassic Park. Unsere Pilotin erklärt uns, dass hier viele Aufnahmen gedreht wurden. Lottis Highlight des Rundflugs sind die Sacred Falls, die man nicht mehr zu Fuß erreichen kann. Der Hubschrauber kratzt an der unteren Wolkendecke, die sich im steilen Gebirge verfangen hat und wir drehen eine wirklich enge Kurve im Ende dieses Tals. Kein Flugzeug hätte hier so tief hineinfliegen können.

The flight lasts a whole hour. We sit in the front, right next to the pilot. I am sitting on the right side next to the door, but there is actually no door! Nothing, that could secure me from falling out of the helicopter (besides the seatbelts, of course). This doors-off flight is amazing for taking pictures and pushes your adrenaline even more. We fly over Honululu, see the surfers at Waikiki Beach and the masses of tourists on Diamond Head Crater. While we fly over a green valley on the eastern side of the coast, we listen to the soundtrack of Jurassic Park. Our pilot explains, that a lot of scenes are actually filmed here. Lotti’s highlight are the Sacred Falls we see from the helicopter. You can actually do not hike there anymore because a few people died due to a landslide recently. Flying with the helicopter seems so surreal, but it is an amazing feeling flying so close to the ridges of the mountains.

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Als wir dann die Northshore erreichen, erkenne ich all die vielen Surfspots, die mir aus Videos und Contests (wie z.B. der Triple Crown) bekannt sind. Auch die Bucht von Waimea liegt ganz ruhig dort unten. Im Winter rollen hier riesige Wellen heran, jetzt kann ich durch das glasklare Wasser das Riff durchschimmern sehen. Auf dem Rückweg durchqueren wir Oahu in der Mitte und fliegen über viele Bananen- und Ananasplantagen. Ich werde bestimmt noch an dieses Erlebnis denken, wenn ich zuhause die DOLE-Bananen im Supermarkt sehe. Letzte Attraktion auf der Tour ist Pearl Harbor. Wir haben bereits ein paar Tage zuvor das Denkmal besichtigt und sind mit einem Boot an den versunkenen Schiffen vorbeigefahren (die eigentlich kaum noch zu erkennen sind, nur ganz wenige Teile ragen aus dem Wasser hinaus). Aus der Luft können wir die USS Arizona sehr gut erkennen. Sie ist damals so präzise bombardiert worden, dass das gesamte Munitionslager in die Luft geflogen ist. Auf einen Schlag sind mehr als tausend Soldaten gestorben. Genau an dieser Stelle ist das weiße Kriegsdenkmal errichtet worden. Bis heute hat man die Verstorbenen nicht geborgen, es tritt sogar noch ein wenig Öl aus dem Schiff aus. Man sagt, dass dies die Tränen der Nation symbolisiert.

While we are flying over the Northshore, I notice all the surf spots I know from videos and surf contests. Even Waimea Bay is easy to identify. It’s crazy to assume that in winter, big waves roll into this bay and right now, the water looks super flat. On our way back to the airport, we cross the agricultural side of Oahu. We see many banana and pineapple plantation. I am probably thinking about this day every time when I see Dole bananas or pineapples in the German supermarket. The last thing to visit is Pearl Harbour. We already visited the site a few days ago, but by boat it wasn’t as spectacular as flying over the memorials. You can see the sunken ships from above in much more detail and we even spot the oil leaks from the USS Arizona. More than a thousand men have died on this ship, and until today, the ship leaks around a gallon of oil every day. Some people call them the “tears of a nation”.

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Unser Landeanflug findet quer über den Flughafen statt und ich bin erstaunt, dass wir einfach so darüber hinweg fliegen können. Die Leute im Tower haben sicher allerhand zu tun. Wir steigen aus dem Hubschrauber und sind total von der Rolle. Dies war ein absolut starkes Erlebnis und ich kann mir auf der Welt momentan keinen besseren Ort vorstellen, an dem man einen Hubschrauberrundflug geschenkt bekommt. Danke, Lotti!

Meinen 30. Geburtstag feiern wir ansonsten ziemlich unspektakulär. Abends essen wir wunderbar leckere Burger und Pommes. Letztere heißen witzigerweise Hurricane Fries, und der freundliche Besitzer des Foodtrucks sagt uns, dass es nichts mit dem aufziehenden Wirbelsturm zu tun hat. Mit einem „stay safe“ werden wir verabschiedet und erfahren, dass es für die nächsten Tage wohl die letzte Möglichkeit war, hier zu essen.

On our way back to the helicopter base we fly right over the airport. I am surprised that it seems so easy crossing the runways. The people sitting in the tower probably work hard to avoid accidents. We step out of the helicopter, take one last photo with it and I can’t believe what we just did. This was such a great experience and I couldn’t imagine a better place to do a helicopter flight. This was such a special present. Thank you, Lotti!

The rest of my 30th birthday is not as spectacular. In the evening, we eat yummy burgers and fries, which are actually called hurricane fries (well, very suitable for the current event). The lasts words of the friendly food truck owner are: “Stay safe!”. Well, we did.

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#54 Oahu: More island adventures

Unsere Zeit in Honolulu ist quasi zu Ende, denn wir haben schon in Australien geplant, dass wir auch ein paar Tage an der (für Surfer weltbekannten) Nordküste bzw. Northshore von Oahu verbringen werden. Doch vorher sprinten wir noch schnell den Vulkankrater Diamond Head hinauf. Wobei… wir würden gern schneller gehen, doch die Massen an Touristen, die sich den engen Pfad hoch und wieder hinunter bahnen, macht das zu einem schwierigen Unterfangen. Auf dem höchsten Punkt des Kraters befindet sich eine alte Verteidigungsanlage aus dem zweiten Weltkrieg, die man sogar von innen besichtigen kann. Wir bekommen einen sehr guten Eindruck davon, wie hier die US-Soldaten Waikiki, Honolulu und die Bucht bis nach Pearl Harbor überwachen konnten.

Our time in Honolulu has nearly come to an end. Already in Australia, we decided to only stay a few days close to the city before heading to the famous Northshore of Oahu. Before we switch Airbnb’s and sides on the island, we quickly hike on top of Diamond Head, an old volcanic crater. Although the hike is not very challenging, the masses of tourists keep us from setting a new world record. On top of the crater there are old military observation points that were used in World War II. We are even able to visit on of them and see a glimpse of the fire control station which encompasses four levels. Here you can really imagine how US-soldiers could defend Waikiki, Honolulu and the coastline up to Pearl Harbour.

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Im Prinzip ist die Insel Oahu nicht groß und hinsichtlich der Infrastruktur wirklich gut ausgebaut (ausgenommen ist das Verkehrschaos zum Feierabend in Honolulu). So könnten wir innerhalb einer knappen Stunde ganz im Norden sein. Wir nehmen uns aber den Tag Zeit, um über die Ostküste nach Norden zu gelangen und dabei einige schöne Sachen mitzunehmen. Direkt nach dem Diamond Head unternehmen wir eine weitere Wanderung zu einem Leuchtturm an der südöstlichen Spitze der Insel. Die Temperaturen klettern mittlerweile über 30 Grad, ein starker Wind macht das ganze Unterfangen aber relativ erträglich. Unsere zinkhaltige Sonnencreme schützt uns vor der brennenden Sonne. Mein persönliches Highlight an diesem Tag war eine kurze, aber intensive Wanderung zum Crouching Lion, die auch ordentlich für eine Adrenalinausschüttung sorgte. Lotti habe ich dann nochmal auf eine gegenüberliegende Bergkette gejagt, damit sie von mir ein geiles Foto aus der Ferne schießen kann (eigentlich war es ihre Idee). Ansonsten sind besonders die steilen, dicht bewachsenen Hänge auf der gesamten Ostseite der Insel wunderschön und ziemlich fotogen. Das ist Hawaii, so wie ich es mir vorgestellt habe.

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Oahu is a well-developed island. Only in peak-times, you find yourself in short traffic jams around Honolulu. Thanks to the good infrastructure, it only takes us about an hour to reach the north of the island. We take the whole day to drive up and stop at various locations. Right after Diamond Head, we hike the Makapu’u Lighthouse Trail. The temperatures are up to 30° Celsius now, but the strong breeze makes it easy to cope with the sun. My personal highlight of the day is the short hike up to the Crouching Lion, which is for the rather adventurous among us. I make Lotti walk back to take some cool shots of me on top of the rock. Besides that, the opposite side of the island gives non-stop breath-taking views on steep, green mountains. That’s how I imagined Hawaii to be!

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Wir kommen nachmittags an der Northshore an und suchen uns erstmal einen Strand, an dem wir ins 27 Grad warme Wasser hüpfen können. Letztendlich landen wir am Sunset Beach, der seinem Namen meistens alle Ehre macht. Die Wellen sehen ziemlich gut aus und ich leihe mir für die letzten anderthalb Stunden Tageslicht noch schnell ein Surfboard aus. Sunset ist – wenn man endlich mal an der „famous northshore of oahu“ ist – ein absolutes Muss für alle Surfer, denn dieser Spot ist Teil der Triple Crown, die jedes Jahr auf Oahu stattfindet. Wer es kennt, weiß, wovon ich rede. Wer nicht: hier treffen sich jedes Jahr die weltweit besten Surfer, um den Triple Crown Champion zu krönen, eine der ruhmreichsten Auszeichnungen im modernen Wellenreiten. Sunset Beach wird hier quasi nur noch von einer weiteren Welle in den Schatten gestellt, und das ist die Banzai Pipeline. Diese Welle bleibt während unserer Zeit hier leider komplett flach, die Dünung ist einfach zu klein. Bei wem ich Interesse geweckt habe, der sollte mal Banzai Pipeline oder Pipeline Surf bei YouTube eingeben. Pipeline: ich komme zurück!!!

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In the afternoon, we arrive at the Northshore and decide it’s time for a refreshing dip (water temperature is around 27° Celsius). We end up at Sunset Beach, which (as the name suggests) provides us with an amazing sunset. The waves look pretty good so I rent a surfboard for the rest of the day. Surfing Sunset Beach is one of things every surfer wants to do once in a life time and the spot is part of the Triple Crown Champion, which takes place every year in Oahu. Banzai Pipeline is one of the waves which is even more famous than Sunset Beach, but during summer, there is no chance to surf this spot. If anyone is interested in watching some great videos about it, just search for Banzai Pipeline or Pipeline Surf on Youtube. I’ll definitely be back in wintertime to surf it.

Die paar Tage an der Northshore sind super entspannt. Wir schnorcheln, liegen am Strand, trinken typisch amerikanischen Kaffee und essen überragende Burger. Ich kann an zwei weiteren Spots surfen (Velzyland und Laniakea) und wir genießen das Leben in einem Beachhouse, auch wenn uns der anrückende Sturm (mehr dazu im nächsten Blogbeitrag!) ein wenig einen Strich durch die Rechnung macht. Ach, und wisst ihr was? Es gibt doch Bier auf Hawaii…

The few days at the Northshore are really relaxing. We snorkel, tan, drink typical American coffee and eat amazing burgers. I can surf two more spots (Velzyland and Laniakea) and we enjoy life in a typical Hawaiian beach house accommodation. Even though the incoming hurricane is somehow cancelling all the plans we had. More about that in the next blog post!

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bis bald marius

#53 Honululu: Our first days on the island of Oahu

Wir sind in Hawaii. WIR SIND IN HAWAII! Oder heißt es doch “auf” Hawaii? Egal, ich kann es immer noch kaum fassen. Es fühlt sich an wie Weihnachten und Geburtstag gleichzeitig. Nach neunstündigem Flug über den Pazifik landen wir pünktlich um sechs Uhr morgens auf Oahu, einer der Hauptinseln Hawaiis. Nachdem wir an der Grenzkontrolle zwei Möhren, fünf Erdbeeren, einen Apfel und eine Packung Cherrytomaten abgeben müssen (Reste unseres Verpflegungspakets, da wir mal wieder mit einem Billigflieger unterwegs waren) und unseren Mietwagen abholen, kann das Hawaii-Abenteuer losgehen.

We are in Hawaii. WE ARE IN HAWAII! Or is it “on“ Hawaii? I don’t know or care, but I still cannot believe this is really happening. After a long and not so comfy 9-hour flight we are landing at 6 am on Oahu, one of the main islands of Hawaii. At border control, we have to give away the rests of our food package we took on the flight (because Jetstar does not even provide you with water). After we got to our rental car, the Hawaiian adventure can finally start.

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Die letzten Tage in Australien stecken uns noch in den Knochen. Die 1800 kilometerlange Rückfahrt nach Sydney, der Verkauf unseres Autos und das Packen unserer Rucksäcke war wahrlich kein Zuckerschlecken. Wer sich noch nach einer kleinen Zusammenfassung unseres Abenteuers in Australien sehnt, für den haben wir ein kleines Video zusammengeschnitten, welches ihr auf dieser Seite findet.

The past days in Australia were kind of stressful – driving back 1800 kilometres to Sydney, sell our car on time, and of course, pack our bags (which means to also get rid of a lot of things). The ones of you who would like to watch a little summary of our Australian adventure – we just uploaded it on our travel video site.

Zurück nach Hawaii. Da wir unser Airbnb, welches etwas außerhalb der Hauptstadt Honolulu liegt, erst gegen 10 Uhr morgens beziehen können, entscheiden wir uns spontan, erst einmal zum berühmten Waikiki Strand zu fahren. Nach nur wenigen Stunden Schlaf sehnen wir uns beide nach einem Eiskaffee, schlüpfen ins Strandoutfit und setzen uns unter die nächste Palme. Es ist ein verrücktes Gefühl, wenn man bedenkt, dass wir gestern noch bei australisch-winterlichen Temperaturen in Sydney gesessen haben. Was noch verrückter ist: Wir erleben Samstag, den 18. August, gerade ein zweites Mal, da wir über die Datumsgrenze geflogen sind. Das heißt, diese Woche hat für uns acht Tage. Und während ich am Samstag gestern noch meine letzten Sachen in Sydney gepackt habe, liege ich am heutigen Samstag bei 28 Grad an Hawaiis berühmtesten Strand und beobachte, wie sogar Hunde auf Surfbrettern stehen.

Back to Hawaii. Due to the fact that we can move into our Airbnb by 10 am, we decide to spend the time waiting at Honolulu’s (or Hawaii’s?) most famous beach: Waikiki. With a lack of sleep, there is nothing more rewarding and comforting than an iced coffee. We get ourselves dressed beach-appropriately and find the next palm tree to sit underneath. It’s crazy that only a few hours ago, it was freezing cold in Sydney. Funnily enough, we are actually experiencing Saturday, the 18thof August twice, because we flew over the International Date line. So yesterday on Saturday, I was packing my last things. And today on Saturday, I am sitting at the beach watching hundreds of surfers in the water (we even see a dog on a surfboard). How crazy is that?

Nach einem kleinen Powernap in unserer Unterkunft fahren wir zur Made in Hawaii Ausstellung. Hier gibt es alles, für was Hawaii wohl berühmt ist: Hawaii-Hemden, Ukulelen, Blumenketten… wir schauen uns ein wenig um, dürfen ein paar lokale Köstlichkeiten probieren und bleiben am Ende in der Entertainment-Arena hängen, wo eine dreiköpfige hawaiianische Band gerade ein kleines Konzert gibt. Die Stimmung ist super, die Musik lässt sofort Urlaubsstimmung aufkommen, und als eine ältere Dame sogar noch Hula auf der Bühne zum Besten gibt, ist es um mich geschehen: Ich habe mich offiziell in Hawaii verliebt.

After a little powernap in our tiny Airbnb, we go to explore the “Made in Hawaii” fair, which is happening this weekend. We stroll around the various stands which obviously try to sell everything Hawaii is famous for – Hawaii shirts, ukuleles, flower garlands… we end up listening to a small Hawaiian band which truly knows how to entertain the crowd. It is so much fun to watch them play, and after an older Hawaiian lady decides to dance Hula to the music, I can’t deny it anymore: I am officially in love with Hawaii.

Gegen Abend schauen wir uns noch eine weitere Hula Gruppe an. Am Royal Hawaiian Center (welches zu einem der populärsten Hotels der Insel gehört) gibt es jeden Abend kostenlose Auftritte. Wir lernen einiges über die Bedeutung des Hula-Tanzes, die verschiedenen Stammesrituale und wie wichtig es ist, diese Kultur an die nächste Generation weiterzugeben. Die meiste Zeit starre ich wie gefesselt auf die Tänzerinnen, und ich kann nicht anders, als zu behaupten, dass Hula der wahrscheinlich schönste Tanz der Welt ist.

In the evening, we decide to watch another hula performance in Waikiki. At the Royal Hawaiian Center (which belongs to the famous Royal Hawaiian Hotel) you can watch free Hula performances nearly every evening. While watching, we learn a lot about the meaning of Hula, the differences of Hula according to the tribes and how important it is to make sure the next generation dances Hula as well. Most of the time, I cannot take my eyes of the dancers. It is probably the most beautiful dance I’ve ever seen. It’s so pure, and divine, and magical.

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Am nächsten Tag stehen wir früh auf. Einerseits, um dem Jetlag entgegenzuwirken, andererseits auch, da die Temperaturen um sieben Uhr morgens bereits über 20 Grad liegen und wir vorhaben, auf den Koko Headhochzuwandern. Wobei wandern bei diesem Treck vielleicht die falsche Bezeichnung ist. Der Weg auf den 368 Meter hohen Vulkankrater ist eher bekannt als „Koko Head Stairs“ und gehört zu einem der populärsten Trecks der Insel. Man läuft auf ehemaligen Tramgleisen, die im zweiten Weltkrieg dazu benutzt wurden, um Vorräte und Gerätschaften in die auf der höchsten Spitze des Vulkankraters liegenden Bunker zu transportieren. Insgesamt zählt der Weg über 1000 „Stufen“ und ist an der stärksten Neigung über 50 Grad Steil. Es sollte also etwas anstrengender werden, als auf die Halde Hoheward hochzulaufen.

It’s an early morning the next day. We want to climb the Koko Head before it’s too getting too hot. The trail up on the 366-meter-high volcanic crater is also known as “Koko Head Stairs” and one of the most popular hikes in Hawaii. You are actually walking on the old tram ties which were used in World War 2 to get supplies to the bunkers located on top of the crater. In total, there are more than a 1000 “stairs” to take – this should be a good and sweaty workout for us I guess.

Ausgerüstet mit genügend Sonnenschutz und Wasser geht es los. Die ersten hundert Meter sind noch einfach zu bewältigen, aber dann nimmt die Steigung extrem zu. Schweißperlen laufen ununterbrochen an mir herunter, und mein Puls schlägt auf Maximalgeschwindigkeit. Wir müssen einige Male anhalten, verschnaufen, unseren Wasserhaushalt auffüllen und den Ausblick genießen. An einigen Stellen ist es so steil, dass wir auf allen vieren die Tramgleise hinaufklettern. Die Motivation lässt dennoch nicht nach, sieht man doch einige duzend Menschen die gleichen Qualen ins Gesicht geschrieben. Nach einer dreiviertel Stunde ist es geschafft: die letzten Meter überwinde ich mit zitternden Beinen und bin überwältigt vom Ausblick. Aber seht selbst:

Prepared with enough water and a hat we are starting the stair workout. While the first one hundred meters are easy to walk, the incline rises extremely quickly. Sweat drops are making their way down my body and my heart rate is at its maximum speed. We have to stop a few times, catch some breath, fill up our water levels and enjoy the fantastic view. At a few points the slope gets so steep that I find myself crawling up the ties. Still, we are highly motivated to make it, and a quick look on all the other struggling people around us eases the pain tremendously. After very long 45 minutes we finally climb the last few stairs (me with shivering legs) and are blown away by the panoramic view.

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Der Rückweg stellt sich nicht leichter heraus als der Aufstieg. Schlussendlich entscheide ich mich, die steilsten Teile auf meinem Popo herunterzurutschen. Sicher ist sicher. Wir sehen Leute, die mehrere Male täglich hoch- und wieder herunterlaufen. Ein Mann erzählt uns, dass es bereits sein dritter Aufstieg am heutigen Tage ist. Selbst die Army scheint die Strecke zu nutzen (aber wohl eher privat), um ihre Soldaten fit zu halten. Wer weiß schon, mit wem Amerika sich als nächstes im Krieg befindet.

The way back isn’t easier as the way up. At one point, I decide that it is easier (and safer) to just slide down the steep parts on my butt. We meet people, who do the trail several times a day. One guy tells us it is already his third time up today. Even the army seems to use the trail to keep their soldiers fit. And who knows when America will start the next war, right?

Den Rest des Tages verbringen wir in Hanauma Bay. Die Bucht ist wunderschön, aber leider auch sehr gut besucht. Zum Schutz des Korallenriffs in der Bucht müssen wir uns einen kurzen Informationsfilm ansehen. Nichts anfassen, nichts füttern, und bloß nicht auf die Korallen stellen. Für uns ist das nicht neues, aber wir sehen später trotzdem viele Touristen, die sich aufs felsige Korallenriff stellen. Kein Wunder also, dass vieles in Strandnähe bereits zerstört ist. Wir unterhalten uns mit einheimischen Freiwilligen, die hier versuchen, die Besucher für das Thema Umweltschutz zu sensibilisieren. Eine schwierige Aufgabe, gerade, da Hawaii so abhängig vom Tourismus ist. Aber wusstet ihr, das Hawaii vor ein paar Monaten ein Gesetz verabschiedet hat, das am 2021 den Verkauf von ozeanschädlicher Sonnencreme verbietet? Hier ist ein sehr interessanter Artikel, der über dieses Thema informiert. Auch wir rüsten uns mit biologisch abbaubarer Sonnencreme auf, die wir in Hanauma Bay sogar gegen den Eintausch unserer alten, oxybenzonhaltigen Sonnencreme vergünstigt kaufen können. Es gibt schließlich nichts wichtigeres, als unsere Natur zu schützen, und was ist einfacher, als am Strand einfach eine zinkhaltige Sonnencreme zu benutzen.

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The rest of the day we are sunbathing at Hanauma Bay. The beach is beautiful and the water is full of corals and fish, but it’s also super crowded by tourists. In order to save the reef and the bay, everyone that wants to enter the Bay has to watch an information video about how to behave. It’s nothing new for us, but still we see many tourists who step onto the corals without caring, and a lot of the corals close to the beach we find already dead. At one stand, we talk with some Hawaiian volunteers for a while who try to preserve the beautiful nature here. It’s a difficult job, having in mind that Hawaii is dependent on tourism mostly. But did you know that the Hawaiian state actually adopted a bill a few months ago that bans the use of chemical sunscreen from 2021? I think it’s a great start to save the reefs and most sun lotion causes bleaching and death to the corals. And because there is nothing more important than saving our nature, we also use reef-friendly sun lotion from now on.

bis bald charlotte

 

#52 Airlie Beach: I need a drone to capture the perfect shots

Wir hätten gern noch für längere Zeit den feinen, weißen Sand Fraser Islands unter unseren Reifen gehabt. Anstelle dessen befinden wir uns wieder auf dem Asphalt des Pacific Coast Highways gen Norden, immer der Sonne und der tropischen Wärme hinterher. Wir überqueren bei Rockhampton (Australiens Beef-Hauptstadt) sogar den Tropic of Capricorn, den südlichen Wendekreis bei 23,5° südlicher Breite. Mein Geographenherz schlägt schneller und ich halte Lotti einen ausführlichen Vortrag über den hier einmal im Jahr vorherrschenden Zenitstand der Sonne und den daraus resultierenden tropischen, intensiven Regenfällen. Gut, dass wir im Winter diese Region bereisen und gerade Trockenzeit ist. Kleine Buschbrände beweisen dies.

Leaving Fraser Island and the pure white sand after only three days feels wrong. We truly could have stayed in this paradise forever. Still, our travel has to continue. That’s why we’re back on the Pacific Coast Highway making our way up north, heading towards tropical weather (hopefully). At Rockhampton (Australia´s beef capital), we even cross the Tropic of Capricorn. As a geography teacher, this marks a truly important event and I can’t stop myself teaching Lotti everything about the particularities of the Tropic of Capricorn, including the tropical, very intense rainfalls in summer. Luckily, it is winter right now and therefore dry season, including the odd bush fires.

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Die Sonne scheint und wir fahren hunderte Kilometer durch Zuckerrohrfelder. In Bundaberg wird der Zuckerrohr in einer großen Fabrik zu feinem Zucker verarbeitet. Dabei entsteht Melasse als Abfallprodukt, welches die benachbarte Rumdestillerie aufkauft und sozusagen aus Scheiße Gold macht. Oder anders gesagt: aus dickflüssigem, stinkendem Zuckerrohrsirup hochwertigen Rum. Wir besichtigen die gesamte Destillerie und lernen viel über den Prozess der Rumherstellung. Anschließend können wir je zwei verschiedene Sorten probieren. Die Liköre gefallen uns am meisten, aber auch der als weltbeste Rum (2016) prämierte Edeltropfen sagt mir wohl zu. Bilder durften wir leider keine machen, denn überall in der Fabrik herrschte Explosionsgefahr. Der reine Rum hat nach dreifacher Destillation ja auch immerhin 87% Alkoholgehalt. Hat eigentlich jemand in Deutschland schon mal Bundaberg Rum im Supermarktregal stehen sehen? Und sich dann gefragt, warum ein Eisbär das Etikett ziert, obwohl Eisbären so absolut weltfremd in Australien wirken?! Das Ganze hat irgendwie etwas mit einem Investor und seinem Namen zu tun…

The sun is shining while we’re driving past hundreds of kilometres of sugar cane fields. In Bundaberg, the famous Bundaberg sugar is extracted from these plants. One of the waste products of the process is molasses – a very smelly, dark sugary syrup. This syrup is sold to the neighbouring rum distillery, which turns it into one of the best rums in the world (they even got awarded for their rum various times). We visit the whole distillery and learn a lot about the process and history of rum distilling. At the end, we can try two of their rums. Unfortunately, we weren’t allowed to take pictures because of the risk of explosion all over the factory. Regarding the fact that the rum has a procentage of 87 % alcohol after the distillation, this rule seems quite reasonable. Did anyone of you ever see a Bundaberg rum in a supermarket outside of Australia? And did ask himself why the heck there is a polar bear on the Bundaberg rum label? Well, we know now…

Zwei längere Etappen bringen uns schließlich zur top Urlaubsdestination Airlie Beach, wo wir unsere französische Freundin Justine (die wir aus Sydney kennen) wiedersehen. Wir können im gleichen Backpacker wie sie unser Dachzelt im Campingbereich aufschlagen. Airlie Beach ist für seine Bars und Diskotheken bei vielen internationalen Backpackern beliebt, und so finden wir uns kurze Zeit später mit Karaffen voll Bier und Rum Cola in einer Bar wieder. Einige Backpacker schauen hier derbe tief ins Glas, aber das haben wir schon im verranzten Hostel zur Kenntnis genommen. Aber Airlie Beach kann noch mehr, als nur Partydestination zu sein. Zeitgleich findet nämlich genau an diesem Wochenende ein kleines Festival mit Live-Musik, Mitmach-Zirkus und Fressbuden statt. Und da die schöne Bucht zwar zum Baden einlädt, aber gerade in den Sommermonaten November bis Mai gefährliche Quallen die tropischen Gewässer besiedeln, gibt es eine künstlich angelegte Lagune zum Plantschen und Relaxen. Wir sind total im Urlaubsmodus angekommen!

After two longer drives we finally reach Airlie Beach, which is one of the most popular holiday destinations on the East Coast. Here, we meet again which Justine (a few of you might remember that we know her from our time in Sydney) and pop up our rooftop tent in the back of her hostel. Airlie Beach is very popular among backpackers for its various bars and night clubs and a few hours after arrival, we already find ourselves next to jugs of beer and rum coke in the nearby bar (and notice in the following days that the camping toilet is a popular spot for throwing up for some people). Apart from the party tourists, there is also a reef festival going on in the town with live-music, fireworks, food stands and a lot more. We really get into the holiday feeling and take a bath at the man-made lagoon the following day.

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Damit wir aber nicht zu sehr auf der faulen Haut liegen, haben Justine und ich beschlossen, kurzerhand aus einem Flugzeug zu springen. Natürlich mit professioneller Begleitung und einem Fallschirm. Skydiven ist quasi Nationalsport in Neuseeland und Australien und verhältnismäßig günstig. Mein erster und einziger Sprung ist zehn Jahre her, ich kann mich aber noch sehr gut an das Gefühl des freien Falls erinnern. Nun wusste ich, was mich erwartet und ich konnte den Moment voll genießen. Aus 5000m Höhe wurden wir dann von unseren Tandem-Menschen aus dem Flugzeug gehoben und rasten mit etwa 220 km/h der Erde entgegen. Adrenalin pur!

Rather spontaneous, Justine and I decided to do a skydive. Due to the fact that skydiving can be defined as a national sport in Australia and New Zealand, it is quite affordable here. My first and so far only skydive has been ten years ago during my time in New Zealand, but I still remembered the feeling of the free fall quite well. Therefore, I could really enjoy the moment of jumping out of the little plane at 5000 meters and falling with a maximum speed of 220 km/h to the ground.

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Airlie Beach hat einen ziemlich großen Hafen. Dieser ist perfekt als Ausgangspunkt für alle Bootstouren zu den sogenannte Whitsundays, die nebenbei auch noch Teil des Great Barrier Reef National Parks sind. Wir haben eine 2-Tage-2-Nächte Tour auf der Avatar gebucht. Dieser Kahn war einst der schnellste Trimaran der Welt. Auf seine alten Tage nimmt er 26 Leute mit auf eine tolle Reise durch die 74 Inseln der Whitsundays. Könnten von mir aus auch 3 oder 5000 Inseln sein, ist mir relativ schnuppe. Hauptsache ist, wir sehen DIE Insel mit DEM Strand aller Strände. Der Whitehaven Beach genannte Strand besteht zu 99 Prozent aus reinem Quarz und ist verdammt fein, verdammt weiß und verdammt beliebt bei allen Backpackern! Deswegen werden wir nach der ersten Nacht schon um sechs Uhr aus unseren engen Kojen gescheucht, sodass wir die allerersten Menschen am Strand sind. Es hat sich gelohnt, denn als wir gegen elf Uhr vormittags wieder aufbrechen, wird der Aussichtspunkt Auf den azurblauen Strandabschnitt von schätzungsweise 150 Leuten bevölkert. Am Strand selbst verteilen sich die Massen etwas, wir verschwinden trotzdem wieder auf unseren Trimaran (und steuern eine Bucht zum Schnorcheln an). Unser ruhiger Morgen am Whitehaven Beach war einfach perfekt! An dieser Stelle sagen Bilder mehr als tausend Worte und ein Dank geht an Julian, der mit seiner Drohne echt krasse Bilder gemacht hat. Freut euch auf bewegte Aufnahmen der Drohne im Video, das irgendwann dann mal kommt. Seitdem steht für mich quasi fest: meine nächste technische Investition erfolgt in eine vernünftige Drohne.

Airlie Beach has quite a big harbour. Perfect to do a boat trip to the nearby Whitsundays which are part of the Great Barrier Reef National Park. We booked a two-day-two-night tour on a trimaran to get the full experience. The boat, which is one of the fastest in the world, took us with 24 other people onto a beautiful trip through the 74 islands of the Whitsundays. The most important stop: Whitehaven Beach. This beach is famous for its pure white sand (99% silica) and therefore very popular among tourists. To be the first on the beach, we get up before sunrise. The bunks on the boat aren’t the most comfortable, so getting up that early is not too hard. Being the first on the beach really pays off, we can take some beautiful pictures and enjoy the calmness of the morning before the beach is hit by other boats. Daily, more than 4000 people visit Whitehaven Beach. For the rest of the trip (which contained a lot of snorkelling, watching whales and dolphins) pictures probably describe everything better than words. At this point a big thanks to Julian, who took the upcoming amazing drone shots. We’re not quite sure when we get the time to cut our travel video about Australia, but you surely see more footage of Julian’s drone then as well. And hopefully, my next technical device will be a drone.

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Ein paar Facts möchte ich euch aber nicht vorenthalten:

  • Die Whitsundays wurden eigentlich an einem Montag von James Cook entdeckt. Da sich Whitmondays aber nicht so schön anhört, hat man einfach gelogen und behauptet, man landete hier an einem Sonntag an.
  • Der Quarzsand ist so rein, dass Forscher aus den USA zehn Tonnen abgebaggert und mit nach Hause genommen haben. Damit wurde dann die Linse des Hubble-Teleskop gebaut.
  • Whitehaven Beach und die umliegenden Inseln sind eigentlich ein ursprünglicher Vulkankrater. Das Quarz ist also vulkanischen Ursprungs.
  • Unsere Koje auf der Avatar war genau 175cm lang und nur durch eine einzige Luke erreichbar.
  • Die Korallen im Great Barrier Reef Nationalpark sind alles andere als schön. Das liegt aber an einem Zyklon, der vor anderthalb Jahren hier sehr viel Schaden angerichtet hat. Korallen erholen sich nur sehr langsam.

 However, I still want to mention a few major facts we learned on our trip:

  • The Whitsundays were discovered by James Cook on a Monday. He thought that it was Whitsunday, and only later learned that he was wrong – but still stuck to the name because Whitmondays sounds kind of weird
  • The silica sand is so pure that researchers from the US took 10 tons to build the lens for the Hubble telescope in the US
  • Whitehaven Beach and the surrounding islands are a former volcano crater
  • Our bunk on the boat was exactly 175 cm long and only accessible through a very, very small hatch
  • The corals in the Great Barrier Reef Nationalpark weren’t as pretty as expected. That has to do with a major cyclone that hit the reef one-and-a-half years ago. However, the corals are slowly recovering

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Während der Bootstour haben wir Wale, Delfine, eine wirklich große Schildkröte und einen Adler gesehen. Letzterer wird regelmäßig mit Fleischhappen gefüttert und so bekamen wir eine kleine Show geboten. Ansonsten war es einfach super gesellig auf der Avatar, nur Lotti ist auf den letzten drei Stunden Segeln noch seekrank geworden. Das Schunkeln steckte mir dann an Land aber locker noch zwei Tage lang in den Gliedern. Manche werden ja erst „seekrank“, wenn sie wieder zurück auf dem Festland sind.

Da unsere Zeit in Airlie Beach und auf dem Trimaran ziemlich intensiv war (viele Menschen getroffen, wenig Schlaf), sehnen wir uns nach ein wenig Ruhe. Da gibt es nichts Besseres als einen Nationalpark, in dem man Schnabeltiere (Platypus) in wilder Natur beobachten kann. Leichter gesagt als getan, denn die ulkigen Tierchen sind nur in der Dämmerung aktiv und ziemlich scheu. Wir haben 45 Minuten an einer ruhigen Stelle eines Flusses ausgeharrt, um dann endlich ein paar Augenblicke die Tiere zu sehen. Rund um uns herum wuchert gemäßigter Regenwald und es gibt hier und da Wasserfälle (das Wasser zum Baden war eiskalt!). Wir schlafen ganze 12 Stunden am Stück, bevor wir aufbrechen und uns auf mehrere, lange Etappen wieder Richtung Süden machen.

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Our time on the boat was amazing. We met a lot of new people, had fun nights and shared our experience of traveling around Australia. The only downside of the trip were the last three hours on the boat during which Lotti got seasick. To recover, we decided to drive to Eungella Nationalpark next, which is around two and a half hours from Airlie Beach. Here, we could spot some platypus in the middle of the jungle and hike to a nearby waterfall. The peacefulness and loneliness in the park (we nearly sleep 12 hours) got us back on track. Now, we only have to drive down to Sydney, sell the car and prepare for the next adventure (which will be far away from Australia).

bis bald marius

#51 Fraser Island: Please don’t get stuck!

Tag 1/Day 1:

Der Wecker klingelt uns um sieben Uhr aus dem Schlaf. Wenn das nicht schon die unzähligen Vögel getan haben, mit denen wir den Campingplatz teilen durften. Die Nacht war ziemlich kalt und der dichte Nebel am Morgen macht es nicht leicht, unter den insgesamt drei Bettdecken hervorzukriechen, die uns vor den nächtlichen Temperaturen schützen. Nach einer kurzen Dusche am Rasthof um die Ecke und einem schnellen Frühstück werden das Zelt und alle Habseligkeiten zusammengepackt. Für uns geht es heute nach Fraser Island, oder auch K’Gari (Paradies) genannt, der größten Sandinsel der Welt. Hier gibt es den einzigen Regenwald weltweit, der auf Sand wächst. Und die reinrassigsten Dingos Australiens. Und über 300.000 Allradwagen pro Jahr, denn was es hier weit und breit nicht gibt, sind asphaltierte Straßen. Bevor wir uns in dieses Abenteuer stürzen, muss noch so einiges vorbereitet werden. Ein Großeinkauf für drei Tage steht an. Schließlich werden wir auf der Insel nicht überall fließendes Wasser finden. An was noch gedacht werden muss: Sprit, Gas für unseren Campingkocher und natürlich die Fährentickets. Ein Amphibienauto besitzen wir nämlich noch nicht.

The alarm wakes us at 7 am. The last night was quite cold, and the thick fog in the morning does not make it easy to crawl out the (relatively warm) tent. After a quick shower at the rest stop and a much needed breakfast everything is packed together quickly so we are ready to go. Today, we want to drive to Fraser Island, which is also known as K’Gari – the later one literally translates into paradise, so my expectations are set high. On the island, which by the way is the biggest sand island in the world, you not only find the only rain forest in the world that grows on sand but also the most pure-breed Australian dingo’s. Before we start the adventure, there are still some preparation left to do: Doing groceries for three days (including buying heaps of water) as well as filling up petrol and gas for the camping cooker, collecting the permits for the island and lastly, buying the ferry tickets.

Dank gut geschriebener Einkaufliste sind wir um kurz vor 12 in Rainbow Beach. Hier genießen wir einen letzten Kaffee in der Zivilisation, füllen die Fahrerlaubnis für unser Auto aus und machen uns auf in Richtung Fähre. Meine gute Vorbereitung für diesen Trip zeigt sich in der Tatsache, dass ich ziemlich überrascht bin, als am Ende der Straße kein Fährenterminal auftaucht. Das Einzige, was weit und breit zu sehen ist, ist Sand. In der tief zerfurchten Auffahrt zum Strand steckt bereits das erste Auto fest und wird von einem freundlichen zweiten Auto mit einem Abschleppseil herausgezogen. Hier brauch man wohl ein wenig Schwung, denke ich mir. Marius ist da pragmatischer und lässt direkt den Reifendruck ab. Netterweise haben wir einen Tyre-Deflater von zwei Leipziger Jungs in Brisbane geschenkt bekommen. Während Marius beschäftigt ist, sehe ich mir die Autos an, die gerade von der Fähre fahren. Ganz schön große Dinger. Dagegen sieht unser Auto fast wie ein Cityflitzer aus. Als letztes wird ein kleiner Landrover von der Fähre geschleppt. Am Steuer sitzt ein jüngerer Typ, der meinen besorgten Blick anscheinend blitzschnell registriert hat und mir aus geöffnetem Fenster zuruft: Lasst bloß genug Reifendruck ab! – Gut, dass wir das jetzt schon erledigt haben. Mit Schwung und ein bisschen Mut schaffen wir es unversehrt zur Fähre. Die erste Testfahrt durch weichen Sand hat einigermaßen gut funktioniert und ich fühle mich bereit fürs große Abenteuer.

After finishing the to-do-list, we enjoy the last coffee in civilization at Rainbow Beach. From here, we will take the ferry to Fraser. I am super excited and nervous, because honestly, Marius did most of the planning for this little adventure. I am shocked to see that there is no proper ferry terminal where our barge is waiting, but that everything is rather simple and that the 100 meters over the beach to get to the ferry is a first test on how well-equipped your car is for the sand island. In front of us, a car is already stuck at a very mashed-up part of the path. I am getting even more nervous, and Marius decides to first deflate our tyres in order to make it to the barge. Meanwhile, I am observing what kind of cars exiting the beach. They are all much bigger than ours, have impressively big tyres and make ours look like a cute city car. The last car, a Land Rover, is towed away from the ferry by an even more massive looking 4WD. The driver yells a good advice at me when passing by (he probably saw the fear in my eyes): “Make sure you deflate, mate!”. Well, we’ve done that for the record. So fingers-crossed we make it back here without getting stuck.

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Mit der Fähre schippern wir innerhalb von zehn Minuten ans nördliche Ufer von Fraser Island. Auch hier setzt die Fähre direkt am Strand auf. Diesmal halten wir uns an die Fahrspuren der anderen Fahrzeuge und sind erleichtert, als wir endlich festen Sandboden unter den Reifen haben. Das fährt sich doch ein wenig geschmeidiger.

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Die nächsten dreißig Kilometer heißt es: immer am Strand entlang. Es ist verrückt, wie viele Autos uns hier entgehen kommen. Und LKW-Tourbusse, die hier Tagesbesucher herumfahren. Bei Eurong, einem kleinen Dorf an der Insel, halten wir an, um noch den Wasserkanister aufzufüllen. Die Einfahrt ins Dorf über eine schmale und furchige Weichsandpassage stellt sich als unbezwingbar heraus. Wir bleiben Gottseidank nicht stecken, kommen aber leider auch nicht vom Strand ins Dorf. Die Fahrspuren sind zu tief und die Bodenhöhe unseres Autos nicht hoch genug. Notgedrungen wird das Auto am Strand geparkt und wir laufen die letzten Meter. Nach einer Pinkelpause und mit vollem Wassertank geht es weiter. Am Rangerbüro (zu dem wir auch hinlaufen müssen, man merke, unsere Bodenhöhe ist wirklich SEHR niedrig) fragen wir nach, welcher Campingplatz am einfachsten mit unserem Auto erreichbar ist. Die ehrliche Antwort der Rangerin: Die Tiefe der Fahrspuren variiert von Zeit zu Zeit, abhängig von der Tidenhöhe und dem Niederschlag. Da hilft nur ausprobieren. Aber deswegen empfehlen wir ja, nur mit Autos welche über genügend Bodenhöhe verfügen, auf die Insel zu fahren.

Ich sehe mich innerlich schon wieder auf der Fähre zum Festland. Dass wir mit unserem mickrigen Ford Escape nicht das zerfahrene Inland bereisen können, war uns schon von vornherein klar. Aber was, wenn wir noch nicht einmal die Campingplätze erreichen können, die direkt an Strand liegen?

We make it to the ferry safely, and also land on Fraser without major issues (following big cars is the clue I guess). The next 30 kilometres it’s easy driving along the beach. For sure, this part is easily comparable to a normal highway, considering how many cars and trucks drive on this beach. At Eurong, we want to do a first stop and fill up our water tank. The entrance to the village seems quite difficult and with our non-existent clearance of the car it is impossible to get any further. We decide to not risk anything, park the car in front of the entrance and walk the rest of way. At the ranger office a few kilometres down we ask which camping grounds are the easiest accessible. The ranger is honest with us and makes clear that we might have problems everywhere and that the only option is trying every entrance by ourselves. I already see myself back on the ferry – we already knew that driving the inland sections of the island wouldn’t be possible with our car, but what if we can’t even access the beachside camping areas? Well, I can now assure that the brochure – that recommends only driving on Fraser with high-clearance vehicles – should be taken seriously.

Majo ist weniger pessimistisch als ich. Wir finden schon was, ist seine Antwort auf meine Frage, was wir jetzt tun. Und tatsächlich – eine Dreiviertelstunde später haben wir den perfekten Campingplatz für uns gefunden. Auf einer kleinen bewachsenen Düne direkt am Wasser (aber weit genug weg, dass wir in der Nacht von der hohen Flut nicht weggespült werden). Neben zwei älteren Herren entdecken wir weit und breit niemanden. Nur zwei Dingos, die sich gefährlich nahe an uns herantrauen. Das Revier um unser Auto wird markiert, an uns schnuppern wollen sie in der Dämmerung noch nicht. Glücklicherweise schlafen wir in einem Dachzelt. Dass Dingos eine Leiter heraufklettern wollen, davon habe ich noch nicht gehört.

Majo however is less pessimistic than I am. We will find a camping spot that suits us, he says. And, luckily enough, we end up on a beautiful camping spot only 45 minutes later. It’s a small dune close to the water, but still high enough to ensure that we do not end in the water during high tide. Besides two older men there is absolutely no one around. Only two dingo’s visit us later that afternoon but do not seem to be heavily interested in us.

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Tag 2/Day 2:

Wir haben die erste Nacht ohne Dingo-Zwischenfälle überlebt. Es ist ein verrücktes Gefühl, so nah am Meer zu schlafen. Sehr laut, aber auch sehr beruhigend. Wir wachen um halb neun von der Morgensonne auf, die unser Zelt in kürzester Zeit in eine Sauna verwandelt.   Gut, mit Thermounterhemd, dickem Pulli und Schal (meinem momentanen Schlafoutfit) nicht verwunderlich. Um die kalten Nächte gesund zu überleben, bleibt mir aber nichts Anderes übrig.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem ersten Fotoshooting des Autos (wir müssen es ja bald zum Verkauf ins Internet stellen) werden alle sieben Sachen eingepackt und es geht wieder auf die Strandautobahn. Die ist deutlich weniger befahren als gestern, aber es ist ja schließlich nicht mehr Wochenende. Unser erster Stopp ist Happy Valley für eine kurze Pipipause – auf einer richtigen Toilette. Unser Strandcampingplatz konnte damit leider nicht aufwarten. Aber zur größten Not haben wir ja extra eine Schaufel mit dabei. Man weiß ja nie.

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Wir fahren weiter zum Eli Creek. Überall am Strand fließen kleine Gewässer ins Meer, aber dieser soll einer der größten und schönsten sein. Wir sind die einzigen Gäste und genießen die Ruhe im Regenwald. Es gibt einen wunderschönen Holzweg am Bach entlang und zurück laufen wir über das sandige Flussbett. Der Sand ist hier genauso fein wie am Strand, das Wasser ist kristallklar und überall schwimmen kleine Fische herum. Eine richtige kleine Oase. Ich bin im totalen Urlaubsmodus angekommen.

We survived the first night. No dingo-bites, no water. It has been a crazy feeling to sleep so close to the ocean. Quite loud, but still calming. We wake up at 8.30 am through the morning sun, which quickly converts our tent into a sauna. After a nice breakfast in the sun and a first photoshoot of the car (because, in fact, we have to sell it very soon!) we pack everything together and make our way back on the beach highway. At Happy Valley, we stop for a quick restroom break. At the beachside camping areas, there are no amenities, so we are happy to find proper toilets again.

The next stop is Eli Creek. Everywhere on the beach there are little creeks floating out from the inland into the sea, but this is supposed to be the biggest (and most impressive) one. We are the only guests and enjoy the calm atmosphere in the rain forest. On our way back, we take the way through the creek. The water is unbelievable clear, yet quite cold, but still a perfect way to cool down. Around us, there are little fish swimming. A real oasis. I feel like I am finally in vacation-mode.

 

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Am Wrack der S.S. Maheno gibt es eine kleine Mittagspause mit Brotzeit. Das Passagierschiff sollte 1935 zu einem japanischen Schiffsfriedhof überführt werden, strandete aber frühzeitig auf Fraser Island und gibt heute ein schönes Fotomotiv ab. Es sieht auf jeden Fall spektakulärer aus, als die wahre Geschichte dahinter.

Wir wollen heute bis zum Waddy Point fahren. Was wir nicht bedacht haben – es gibt zwei kurze Inlandspassagen, die bis dahin überwunden werden müssen. Bereits am Indian Head brechen wir unsere Weiterfahrt ab, nachdem wir einige Meter des Inlandweges zu Fuß erkundet haben. Die Fahrspuren sind zu tief, der Sand viel zu weich und unsere Bodenhöhe einfach zu niedrig. Was vielleicht auch an den Unmengen von Sachen liegen mag, mit denen wir unser Auto vollgestopft haben – aber wir brauchen doch eine Fackel und ein Bücherregal? Die Einsicht, dass wir in den Monaten in Australien schon so einiges an Kram angehäuft haben, macht sich langsam bemerkbar. Aber wir haben ja noch Zeit bis zum nächsten Flug, um abzuspecken.

At the SS. Maheno ship wreck we do a little lunch break. The passenger vessel, that was supposed to make it to a Japanese ship graveyard in 1935, unfortunately didn’t come that far and now serves as a perfect tourist photo hotspot on the island. It definitely looks more spectacular than the story behind it.

Today, we want to make our way up to Waddy Point. What we haven’t considered yet – we have to drive through two short inland passages to get there (because the beach is too rocky at these points). Already at Indian Point, we realize that we won’t make it. After taking a quick walk into the first of the two inland paths, we decide that the sand is too mashed-up and our clearance not high enough. Maybe – this is a big maybe – the clearance-issue might also be due to the tons of stuff we store in the car. A book shelf, torch and fitness equipment – you can’t live without when roadtripping through Australia. But, I promise, once we’re back to traditional backpacking, I surely reduce the weight of my backpack considerably.

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Statt sich weiter mit weichem Sand und Fahrspuren zu beschäftigen, laufen wir den kleinen Weg auf den Indian Head hinauf. Von oben haben wir eine tolle Sicht auf die andere Seite. Aha, das verpassen wir also. Ich werde wehmütig und überlege, ob wir vielleicht doch noch eine kleine Tour in einem dieser riesigen LKW-Touristenbusse buchen sollten, um den Rest der Insel zu sehen. Nach kurzer Recherche stelle ich ernüchternd fest, dass mir 180 Dollar doch etwas zu viel ist. Die spinnen doch, die Australier.

Auf dem Weg zurück zum Auto stellen wir fest, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben, nicht weitergefahren zu sein. Vor unseren Augen bohrt sich ein riesiger 4WD tief in die zerfurchte Einfahrt des Inlandsweges. Sehr tief. Wir beobachten das ältere Ehepaar eine Weile, können aber auch nicht wirklich weiterhelfen. Irgendwer wird sie schon wieder rausziehen. Oder sie buddeln sich selber aus. Hätte ich vielleicht doch unsere Schaufel anbieten sollen?

Instead of discussing and thinking further about soft sand, clearance and getting towed out, we walk up on the Indian Head. From here, we enjoy a beautiful view on the other side of the massive rock. That part, that we will going to miss. I quickly do a research on whether we might do a one-day tour at the end with one of the 4WD-bus companies. But, honestly, a 180 dollars seem like way too much money to spend on this.

 

Tag 3/Day 3:

Gestern Abend haben wir unser Auto in der richtigen Richtung geparkt: wir werden mit Blick aufs Meer wach. Nach einem ausgiebigen Frühstück beschließe ich, einen kleinen Strandtag einzulegen. Während Majo die nächstgelegene Düne hochklettert, um Fotos zu schießen, lege ich mich unter den Sonnenschirm und lese eins der Bücher, die unser eigens dafür angefertigtes Bücherregal hergibt. Wären da nicht so viele Haie im Wasser, wäre ich bestimmt auch einmal reingehüpft. Es macht sich auf jeden Fall der Drang nach einer Dusche bemerkbar. Gegen Mittag brechen wir unsere Zelte ab (was ein Wortwitz, wir haben ja nur eins) und fahren zum Kirrar Sandblow, einer netten Verwehung von Sand eine halbe Stunde im Inland liegend. Die Wanderung durch den Regenwald ist eine nette Abwechslung vom ständigen, perfekten Strandausblick und von der riesigen Sanddüne hat man einen hervorragenden Ausblick aufs weit entfernte Meer. Nach einer Stunde sind wir zurück am Auto und stellen fest, dass wir an der einzigen Dusche der für uns zugänglichen Ostseite der Insel bereits vorbeigefahren sind. Was bleibt da noch übrig? Ich finde mich eine halbe Stunde später an einer öffentlichen Toilette wieder. Haare waschen im Waschbecken ist angesagt, und eine kleine Katzenwäsche ist auch drin. Ich fühle mich danach nicht, als hätte ich einen Tag im Wellnessresort verbracht, aber für die nächsten 24 Stunden wird es wohl oder übel ausreichen müssen. Marius hat immerhin noch im Meer gebadet (Haie waren keine in Sichtweite, das kann man bei dem kristallklaren Wasser sagen) und spült sich lediglich das Salz vom Körper.

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Yesterday evening, we parked the car in the right position and wake up with looking at the ocean. After a big breakfast, I decide to make it a beach day. As expected, I share the beach with no one and enjoy reading a book (from our amazing book shelf). Meanwhile, Marius walks up one of the big sand dunes and takes cool pictures (which look like drone shots, don’t they?). Although being so close to the sea, I decide to be clever and skipping the bath, taking into consideration that there are many sharks out there. At lunchtime, we drive further and do a quick stop at the Kirrar Sand Blow. This is a nice and short walking track through the rainforest (and a well-needed change of landscape). Afterwards, we realize that we already drove past the (for us) only accessible shower place at the Eastern side of the island. Because we want to save fuel (and it would take way too long to drive back) I have to wash my hair in a sink at the next a public toilet. That will work as well for the next 24 hours (and tomorrow, we will hopefully find a shower when we are back on the mainland).

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Tag 4:

Der letzte Tag auf Fraser Island ist angebrochen. Etwas wehmütig sitzen wir am Küchentisch und beobachten die Wale im Meer. Es ist unfassbar, wie viele wir die letzten Tage über beobachtet haben. Zwei von ihnen hatten uns eine atemberaubende Show über mehrere Minuten geboten. Immer wieder sprangen sie heraus oder klatschen mit den riesigen Seitenflossen aufs Wasser.

Nach dem Frühstück packen wir alles zusammen und machen uns auf den Heimweg. Unterwegs halten wir am Lake Wabby an, dem kleinsten und am besten erreichbarsten Süßwassersee der Insel. Fairerweise muss man dazu sagen, dass alle anderen Seen nur über Inlandwege erreichbar sind. Und das unser Auto dafür nicht gemacht ist, sollte nun ja keine Neuigkeit mehr sein.

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Zurück an der Fähre wird ein letztes Mal gezittert. Direkt vor uns bleibt ein riesiger 4WD direkt nach der Ausfahrt von der Fähre im Sand stecken. Wir sehen, wie der Anhänger sich tief in den Sand bohrt. Die Fähre muss umparken, damit der Rest der Fahrzeuge anlanden kann. Uns bleibt das Drama erspart und wir erreichen das Festland sicher. Mit abschließendem Besuch in der Waschstraße (inklusive dringend erforderlicher Unterbodenwäsche, denn wir haben kiloweise Sand aufgeschaufelt) machen wir uns weiter auf den Weg Richtung Norden. Der Inselsand, der in den vier Tagen in wahrscheinlich jede erdenkliche Ritze des Autos gekrochen ist, bleibt uns bestimmt noch lange als Erinnerung.

Last day in paradise. I am bit sad at the breakfast table. But, every adventure has to end at some point, right? At least, there are a few whales out there that enhance my mood immediately when jumping out of the water. It’s crazy how many whales we have seen the past four days since we’ve got here. The sea has been super calm and the whales felt to be closer than ever.

After breakfast, we make our way down to the ferry. At Lake Wabby, we stop for a last walk into the rainforest. Lake Wabby is the easiest accessible fresh water lake on the island (and, due to the fact, that the other lakes are only accessible through the inland tracks, the only option for us) but still beautiful.

Back at the barge waiting point, I get to panic for the last time. One of the cars that is exiting the barge is stuck in the sand immediately. The barge has to re-land again so the remaining cars can leave the ship. My prayers work and we make it to the mainland safely. So, if you ever consider going to Fraser Island (and do not want to worry as much as I did) – get a proper big 4WD and enough equipment to get you out of the softest sand. We end our Fraser Island trip with a much needed car wash – but I swear, the sand we have inside of the car will stay with us for a while.

bis bald charlotte

#50 Coolangatta/Lennoxhead: Whale-watching, village life and becoming 25

Wie ist das Dorf-Leben in Lennox Head? Ich würde sagen – nicht gerade sehr aufregend, aber trotzdem irgendwie schön. Es ist das erste Mal, dass ich in so einem kleinen Dorf lebe, und gerade nach meinen Erfahrungen in Sydney oder auch Hong Kong eine ganz schöne Umstellung. Lennox Head zählt gerade einmal eine Handvoll Restaurants, Cafés und Bekleidungsläden. Dazu gibt es noch zwei „Bottle Shops“ (Bottle-Shops sind Läden, die Alkohol verkaufen können – einer ist sogar ein Drive-Through), eine Post, ein Gemeindezentrum, zwei Frisöre, eine Bäckerei und ein winziger Supermarkt. Selbst die Bochumer Straße in Recklinghausen bietet da also mehr Einkaufserlebnis.

How is the village life in Lennox Head? I’d say – not really excited but still beautiful. It is the very first time for me to live in such a small town, and especially after my big city life in Sydney and Hong Kong, this means a serious change for me. Our town’s main street only counts a few restaurants, cafés and small shops. In addition, we’ve got two bottle shops (one of them is even a drive-through), a post office, a community centre, two hairdressers, a bakery and a tiny little supermarket. Everything to survive, but not really offering a thrilling shopping experience.   

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Um drei Uhr nachmittags werden hier in Lennox die ersten Bordsteine sprichwörtlich hochgeklappt, und nach 19 Uhr sind die Straßen fast wie leergefegt. Wobei sich das „wuselige“ Dorfleben sowieso eher in den Morgenstunden abspielt, wo jeder sich zum Kaffeetrinken oder Surfen trifft. Die Einwohner sind loyal zu ihren Lieblingscafés – wenn mein Café um sieben Uhr morgens die Türen öffnet, begrüßen wir tatsächlich jeden Tag dieselben Gäste. Ich kenne inzwischen alle Namen und könnte genau angeben, wer um wieviel Uhr an der Türpforte steht und welchen Kaffee bestellt. Menschen sind halt Gewohnheitstiere.

Because Lennox it’s a village, not many shops have opened after 3 pm. I’d even say that you won’t come across anyone after 7 pm. However, most of the buzzing village life unfolds in the early morning hours, when everyone crawls outside to get some coffee or go surfing. The Lennox people can be described as quite loyal to their favourite cafés and places – when the café where I work at opens at 7 am, we welcome the same guests every day. I bet that I can tell you all of their names, when they approximately arrive and what they are going to order. It sounds crazy, but all humans are just little creatures of habit.

Momentan arbeite ich sechs Tage die Woche. Die Arbeitszeiten sind angenehm, ich habe mich inzwischen ans frühe Aufstehen gewöhnt und ab 15 Uhr beginnt meistens meine Freizeit. Neben einem Spanisch-Kurs habe ich mich im örtlichen Fitnessstudio angemeldet, die mich beim Dorffest mit einer dreißig Tage Mitgliedschaft für 30 Dollar geworben haben. Ich mache viel Yoga am Strand, genieße die Sonne auf unserem Balkon oder halte Ausschau nach Walen, die momentan zu tausenden an der Küste vorbeiziehen. Selbst von unserem Strand konnte ich letzte Woche schon zwei Wale aus dem Wasser springen sehen. Gut, so leichtfüßig sind die beiden Tiere nicht aus dem Wasser „gehüpft“, aber es war tatsächlich das Beeindruckteste, was ich bislang gesehen habe. Da konnte selbst unsere Whale-Wachting Tour in Neuseeland nicht mithalten.

At the moment, I’ll work around six days a week. That sounds tough, but my shifts are pretty nice. Getting up early in the morning (I’m already used to that), and enjoying free time after 3 pm. Not mention that I usually tend to go to bed early nowadays, but hey, sleep is everything. I also started to take Spanish lessons (you might guess what is happening the upcoming months) and subscribed to the local gym (they got me with a 30 days for 30 bucks offer). Besides these stressful commitments, I do yoga at the beach, enjoying the sunshine on our balcony or do some whale-watching. Last week, I just found myself spotting two massive whales jumping out of the water. They went on jumping for at least 20 minutes, and I cannot describe you how grateful I felt. Even our whale-watching flight in New Zealand was nothing compared to that.

Zum Geburtstag der Queen (an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch zum 92. Geburtstag) hatten wir letzte Woche Montag einen freien Tag, und sind für eine Nacht nach Coolangatta gefahren. Bereits um halb sechs morgens ging es zum ersten Halt an das Cape Byron, wo wir bibbernd in der Kälte ausharrten, um den Sonnenaufgang und (hoffentlich) die ersten Wale zu bestaunen. Ja, der australische Winter lässt auch an der Küste nicht auf sich warten. Während es im Inland (ungefähr 400 Kilometer südlichwestlich von uns entfernt) bereits 70 cm Neuschnee gegeben hat (!) frieren wir hier nachts bei Außentemperaturen von um die 8 Grad. Da die Häuser hier eher die Bezeichnung „Strandhüttte“ verdient haben und die in Deutschland populären Begriffe „Isolierung“ und „Dreifachverglasung“ hier ein kategorisches Fremdwort sind, ist es auch im Haus ungemütlich kalt. Was für mich bedeutet, dass ich ohne Wärmeflasche (und Pulli) nicht ins Bett gehe. Kälter soll es hier in Lennox aber Gott sei Dank nicht mehr werden – ansonsten müsste ich mich tatsächlich auch noch einmal mit wärmeren Klamotten versorgen – als ich vor fast neun Monaten meinen Rucksack gepackt habe, war mir irgendwie nicht bewusst, dass es in Australien im Winter auch schneien kann. Immerhin wissen wir, dass Aldi auch in Australien Skiunterwäsche vertreibt.

Due to the birthday of Queen Elizabeth (Happy Birthday old lady) Marius and I got a day off from work and took the opportunity to explore more of the coastline around us. We decided to drive to Coolangatta, which is around an hour drive away from here. Already at six o’clock in the morning we drove to Cape Byron to enjoy the sunrise and spot the first whales of the day. On the pictures, you might notice that we look like we’re on a ski vacation – I don’t have to tell you how freezing cold it is here in the mornings. Yes, it is winter now in Australia and that means, that at nighttime, we enjoy temperatures around 8 to 10 deegrees. In the inland, it snowed more than 70 centimetres just a few days ago! Due to the fact that houses here in Lennox can generally be described as beach shacks and popular German words like “triple glazing” or “insulation” are rather alien concepts in Australia, my sleeping outfit usually includes a jumper and a hot-water bottle. Luckily, it won’t get any colder at the coast. Otherwise, I probably had to buy winter-proof clothes, because I naively packed my backpack nine months ago without even imagining that there could be snow in Australia. At least I know now that you can also get skiing underwear at Aldi Australia.

Viele werden jetzt bestimmt einen kleinen Aufschrei unterdrücken – was, du bist bereits seit fast neun Monaten unterwegs? Ähm ja, auch wenn ich es selbst gar nicht fassen kann. Wenn ich mir alte Blogartikel anschaue und sehe, was ich bzw. wir schon alles erlebt haben, fühlt es sich wirklich ein wenig surreal an. Und dass dies bereits der 50. Artikel (!) ist, verdient ein wenig Applaus, oder?

 At lot of you might be shocked that I am already nine months away from home. Yep, I don’t even realize myself. Reading old blog articles (which I do a lot lately) and seeing what we have experienced so far, is truly crazy. And that this is even the 50. (!) article on the blog sounds even surreal.

Aber zurück zu unserem frühmorgendlichen Abenteuer. Das Meer war spiegelglatt und bot die perfekten Bedingungen, um die Wasserfontänen der vorbeiziehenden Wale zu entdecken. Auch wenn ich es vorher nicht für möglich gehalten hätte, aber wir waren um kurz nach halb sieben Uhr morgens tatsächlich nicht die einzigen Zuschauer. Australier sind und bleiben die absoluten Frühaufsteher. Erinnert ihr euch noch an die Anektdote von unserem letzten Sonnenaufgang in Coogee Bay? Different place, same story – selbst bei uns im Dorf beginnt um sechs Uhr morgens das tägliche Bootcamp am Strand.

But let’s get back to our early morning adventure. The sea was super calm and provided the perfect conditions to spot the whales’ water fountains. Of course, we weren’t the only early birds this morning. I’ll always remember Australians as the craziest early bird nation – just think back at our sunrise tour at Coogee Bay. Different place, same story – even in Lennox, people train in a boot camp at 6 o’clock in the morning.

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Mein Tee war inzwischen kalt, als wir die erste Fontäne einige Meter entfernt von der Küste entdeckten. Der Buckelwal, der nach einiger Zeit sogar aus dem Wasser sprang, wirkte ziemlich klein und schien noch ein Jungtier zu sein. Wir wissen inzwischen, dass ab Mai erst die Jungtiere und die Mütter mit Kälbern ihren Weg in die tropischen Gewässer beginnen, bevor dann die älteren und größeren Tiere folgen. Insgesamt wandern mehr als 30.000 Wale bis Oktober an der australischen Ostküste entlang.

My tea was already cold when we finally saw the first fountains after freezing in the cold for 20 minutes. The humpback whale, that even jumped out of the water after a while, still seemed pretty small and rather young. We now know that in the months May to June, the young and the mothers first start their travel to the tropical waters before the older males and females continue. In total, more than 30.000 whales will migrate until October at the Australian East Coast.

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Mit einem warmen Kaffee bewaffnet machten wir uns auf zu den nächsten Stränden, die auf dem Weg nach Coolangatta liegen. Jeder Strand war wunderschön weiß, das Wasser türkisblau und in der Ferne sahen wir meist immer den ein oder anderen Wal. Was ein Paradies! Zum Mittag checkten wir in unser gemütliches AirBnB ein, welches wir für die Nacht gebucht hatten und bummelten ein wenig an der Strandpromenade von Coolangatta. Die Stadt ist ungefähr eine Stunde Autofahrt von Lennox Head entfernt und liegt neben der Gold Coast – auf den Bildern könnt ihr im Hintergrund die mächtige Skyline der Goldküste erspähen. Coolangatta gehört bereits zum Bundesstaat Queensland, ist aber mit der Nachbarstadt Tweed Heads (die zu New South Wales gehört) verschmolzen – allein an der Einkaufsstraße weist ein Grenzmonument auf die fragwürdige Grenzlinie zwischen beiden Städten hin. Wie es sich zu einem Kurzurlaub gehört, habe ich mir eine Pediküre gegönnt, während Majo die Wellen am berühmten Surfspot Snapper Rocks getestet hat. Zum Abendessen sind wir zum lokalen Italiener gegangen, haben uns die Bäuche mit Pizza und Tiramisu vollgeschlagen und die Seele baumeln lassen. Ein richtiger Urlaub vom Urlaub halt (bzw. von unserer Weltreise).

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After getting ourselves a coffee, we drove further to the next beaches that are situated on the way to Coolangatta. Every beach was more beautiful, the sand white and the water crystal clear. On top of that, we easily spotted whales at the other beaches, too. The first indicator was usually a little water fountain in the distance. What a paradise! At lunchtime, we checked in at our Airbnb in Tweed Heads. It is the neighbouring city of Coolangatta but still belongs to New South Wales (while Coolangatta is in Queensland), but you don’t really notice that you are in two different cities because they have literally grown together so much. The only thing that reminds you that you’re stepping on different state territory is the little border monument close to the shopping street. While one side of the street is in New South Wales, the other side is in Queensland. A very confusing situation. Both towns are close to the Gold Coast. On the pictures, you can see the massive skyline in the distance. Because our two-day trip was declared as vacation, I got myself a pedicure, Marius went surfing at Snapper Rocks and we ended up having dinner in a really nice Italian place. After tons of pizza and tiramisu, we felt completely relaxed and on vacation mood. But somehow it is funny to write that we actually took a vacation from the vacation (or how else should I describe our world trip?).

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Letzte Woche war auch mein Geburtstag – es war schon ein komisches Gefühl, nicht zu Hause zu sein, aber ich habe (trotz meiner Arbeitsschicht) einen schönen Tag verbracht – mit obligatorischer Geburtstagstorte und, passend zu den australischen Temperaturen, Glühwein. Da ich ja ansonsten immer strahlendem Sonnenschein, Sommer, frischen Erdbeerkuchen und gekühltes Bier mit meinem Geburtstag assoziiere, war mein 25. Geburtstag eine interessante (wenn auch nicht willkommene) Abwechslung. Wann werde ich schon jemals wieder einen Geburtstag im Winter feiern? Es war eine einmalige Erfahrung wert (aber ich war zugegebenermaßen ein wenig neidisch, mir die Wettervorhersage für Deutschland anzuschauen!).

An dieser Stelle noch einmal vielen, vielen Dank an alle Glückwünsche, die mich über WhatsApp, Facebook und sogar per Post erreicht haben. Ich habe mich sehr über eure Nachrichten gefreut und kann es kaum erwarten, meinen Geburtstag mit euch nachzufeiern, wenn ich dann mal wieder zu Hause bin. Bis dahin bleibt gespannt, was Majo und ich noch alles erleben!

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Last week, I also turned 25. It was a weird feeling not being at home, but (although I also had to work) it was still a nice birthday – with birthday cake, and, in consideration of the cold temperatures, mulled wine. Usually, I celebrate my birthday in German summer, which means high temperatures, sunshine, and cold beer. I remember it only rained once on my birthday. Well, this birthday will be remembered as the only birthday I had in winter. It was an interesting experience, but let’s be honest, I can’t wait to go back to normal next year. I just missed my strawberry cake too much.

At this point, I also want to thank you to all the nice birthday wishes that I received via WhatsApp, Facebook or even mail. I felt so blessed to receive all of your messages and can’t wait to celebrate my birthday with you once we are back (although that might take some time). Right now, we still have some energy left for adventures and exploring!

bis bald charlotte

Ergänzung von Marius: Ja, es ist kalt und nachts ganz schön frisch. Aber so richtig winterlich ist es nicht wirklich. Tagsüber erreichen die Temperaturen oft noch die 20 Grad Marke und das Wasser ist sogar noch ein, zwei Grad wärmer! Meinen dicken Neoprenanzug muss ich noch nicht auspacken, es sei denn, es herrscht mal wieder ein eisiger Wind aus Südwest (ja, aus der Richtung, wo 400 km entfernt Schnee liegt). Dazu ist der hiesige Winter von längeren Trockenperioden gekennzeichnet. Wir haben also oft tagelang strahlend blauen Himmel und die Sonne verliert Down Under eben nie so richtig ihre Kraft. Gestern übrigens nochmal 50+ Sonnencreme eingekauft…

What Marius wanted to add to this article: Yes, it is cold especially at night. But you can’t compare it to the German winter. During the day, we still enjoy temperatures around 20 degrees and the water is even 22 degrees warm. I haven’t even started to wear my thick wetsuit yet, only if the wind comes from southwest (because 400 kilometres southwest from here, you’ll find the first snow). In addition to that, it rarely rains here in Lennox in the winter. Therefore, we usually enjoy countless days of blue sky and sunshine, and to be honest, the sun here in Down Under is still strong in winter. We just bought a new 50 SPF sun lotion yesterday…

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#49 Julien Rocks: An underwater paradise

Es ist immer wieder ein aufregendes Gefühl, sich an einem neuen Ort niederzulassen. Das sage ich nicht nur deswegen, weil alles „neu“ und „ungewohnt“ ist, sondern auch, weil man oft erst nach einiger Zeit erkennt, wie viele versteckte Juwelen sich in ihm befinden.  Unser heutiges Abenteuer führt uns zu so einem kleinen Diamanten: der Unterwasserwelt von Julian Rocks, einer kleinen Felsinsel vor Cape Byron.

It is always exciting to settle down in a new place. I am not just saying that because everything is ‘new’ and unfamiliar, but rather because you only find out about the true jewels after a while. Today’s adventure brings us to one of these little diamonds you might miss when not looking closely: the underwater world of Julian Rocks, a small rock island close to Cape Byron.

Eher zufällig habe ich durch Recherchen erfahren, dass Julian Rocks zu einem der besten Schnorchel- und Taucharealen in Australien gehören. Wer denkt das schon, wenn das Great Barrier Reef in aller Munde ist? Nach kurzer Absprache mit der Tauchschule, die die Schnorcheltour anbietet, steht fest: für den nächsten Tag wird das Wetter gut, die Wellen nicht zu hoch und die Sichtweite im Wasser hervorragend.

While looking around for things to do in our area, I found out that Julian Rocks belongs to the best snorkel- and diving places in Australia. But who even considers anything else than the Great Barrier Reef while being in the country? We decide to give it a try and check with the dive school for good conditions. For the next day, the forecast looks good with only a small swell and a clear visibility. So it’s the perfect time to go!

Mit Vorfreude geht es um 10 Uhr morgens los Richtung Byron Bay. An der Tauchschule angekommen, füllen wir allen nötigen Papierkram aus und bekommen eine kleine Sicherheitseinweisung. Überall hängen Bilder von riesigen Mantarochen und Seeschildkröten und Marius und ich überlegen, ob die beeindruckenden Bilder zum Kundenfang dienen oder ob wir diese Tiere wirklich zu Gesicht bekommen. Mein Optimismus hält sich in Grenzen. Dennoch betont der Tauchlehrer, dass Julian Rocks zu einem der zehn besten Schnorchel- und Tauchspots Australiens von National Geography Australia gewählt wurde. Da muss ja dann was dran sein.

Nachdem wir unser Equipment zugewiesen bekommen haben – neben Schnorchel und Flossen gehört auch ein dicker Taucheranzug zur Ausrüstung (denn das Wasser hat schließlich nur noch 23 Grad!) geht es mit dem Bus zum Cape Byron. Mit insgesamt fünf Leuten ist unsere Schnorchelgruppe recht überschaulich, der Rest unseres kleinen Schlauchbootes wird von Tauchschülern eingenommen. Auf unserer fünfminutigen Fahrt entdecken wir ein paar Delfine, die nur wenige hundert Meter entfernt in den Wellen spielen. Als unser Boot sich langsam nähert, tauchen die Delfine ab und verschwinden Richtung Bucht. „They don’t like boats“ sagt der Bootsführer lachend. Na gut, dass kann man ihnen nicht übelnehmen.

Starting at 10 in the morning, I am super excited. At the dive school, we handle all the necessary paper work and get a short security introduction. All around the school, you see pictures of massive manta rays and sea turtles. I am quite sure that these pictures are mostly used to acquire new customers – but Maris and I doubt that we will see any of them today. Still, our guide points out that Julian Rocks was awarded one of the top ten snorkel places in Australia. I might keep some optimism. After we get handed all our equipment – next to a snorkel and goggles, we also get a thick diving wetsuit (because the water temperature is only 23 degrees!) – a little bus takes us straight to Cape Byron. Our snorkel group only consists of five people in total, so the rest of our little boat is filled by a few diving students. On the way to Julian Rocks, we see a little group of dolphins – unfortunately they quickly disappear after they take notice of our boat.

Trotz dickem Neo sind die ersten Sekunden im Wasser kalt. Ich sehne mich in die badewannenwarmen Wassertemperaturen Asiens zurück. Ein kurzer Check ob Taucherbrille und Flossen richtig sitzen, und schon macht uns unsere Schnorchelführerin Sarah auf zwei gefleckte Adlerrochen aufmerksam, die nur wenige Meter entfernt an uns vorbeischweben – so schnell, dass die GoPro noch gar nicht startklar ist. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an meinen großen Bruder Fabi, der uns die Kamera für die Zeit unsere Weltreise ausgeliehen hat.

Even though I am wearing a massive wetsuit, the first seconds in the water are freaking cold and I wishfully think back to the bathtub-warm water in Asia. After a quick check of my gear, our snorkel guide Sarah already points out two big eagle rays that are swimming underneath us. Everything goes so fast that we haven’t even started our GoPro yet. At this point, big thanks to my brother Fabi who borrowed us the camera for the whole time of our world trip.

Sobald man den Kopf Unterwasser steckt, schwimmt man in einer anderen Welt. Das Wasser ist glasklar und überall tummeln sich kleinere und größere Fische. Am Grund entdecken wir mehrere Teppichhaie, die durch ihre Musterung (die sie farblich sogar anpassen können) fast gar nicht auffallen. Nur wenige Minuten später schwimmt dann die erste Meeresschildkröte an uns vorbei. Ich würde mich am liebsten kneifen, so unwirklich ist dieser Moment. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis, neben so einem Tier im Wasser zu schwimmen. Die Schildkröte ist fast einen Meter groß und hat einen riesigen Panzer. Trotzdem sieht sie deutlich graziler aus beim Schwimmen als ich – was ich auf meinen dicken Neoprenanzug schiebe, der mich wie ein Fettklecks an der Wasseroberfläche strampeln lässt (diese Metapher ist bildlich zu nehmen).

As soon as you pop your head into the water, it feels like your swimming in a whole different world. The water is super clear and there are fish swimming everywhere. On the ground, we spot several wobbegong sharks which hide well with their skin pattern (that they can even change in colour). Just a few minutes later, we spot the first sea turtle. It is swimming right next to us and I am so surprised this is really happening. The moment feels truly unreal and I can’t describe the feeling being so close to such an incredible animal. The sea turtle is nearly one meter big and has a massive shell. Still, it looks much more graceful swimming in the water than me – due to my thick wetsuit, I look like a grease spot on the surface of the water (literally).

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An einem anderen Felsvorsprung entdecken wir dann zwei weiter Schildkröten, die an den Felsen grasen. Wusstet ihr, dass Schildkröten keinerlei Zähne besitzen? Wir behalten trotzdem Sicherheitsabstand, um die Tiere nicht beim Mittagessen zu stören. Die Artenvielfalt an den Julian Rocks ist atemberaubend. Riesige Fischschwärme, (blaue) Seesterne und sogar Kugelfische entdecken wir. Auf der Website des Marinereservats ist übrigens die gesamte Artenvielfalt verzeichnet und es gibt viele interessante Infos zu den Tieren (wie man zum Beispiel eine männliche Schildkröte von einer weiblichen unterscheidet).

At a different cliff, we spot two more sea turtles grazing. Did you know that sea turtles actually don’t have any teeth? Nevertheless, we stay in safe distance to not disturb the cute creatures enjoying their lunch. The biodiversity at Julian Rocks is truly breath-taking. We see large swarms of fish, (blue) sea stars and even puffer fish. On the website of Julian Rocks you can scroll through the whole range of animals living there and getting to know lots of fun facts (e.g. how to differentiate between male and female sea turtles).

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Was ich im Vorfeld unterschätzt habe: die Wassertemperatur. Um ehrlich zu sein, war ich seit Neuseeland nicht mehr im Meer schwimmen. Trotz der unzähligen Wow-Effekte schleicht sich die Kälte schneller als gedacht unter den furchtbar dicken Neo (der es mir dank Auftrieb sogar fast unmöglich macht, in die Tiefe zu schnorcheln). Hinzu kommt eine kalte Strömung unter Wasser und nach einer halben Stunde fühle ich mich wie Rose im Film Titanic – nur ohne Holztür. Ob das Wasser wirklich so kalt ist wie tausend Nadelstiche, sei dahingestellt, aber nach einer dreiviertel Stunde entscheide ich mich mit Rücksicht auf die Gesundheit meiner Zähne (ich bezweifle, dass anhaltendes Zähneklappern gut ist), vorzeitig aufs Boot zurück zu kehren. Mir folgt Julienne, eine Deutsche, die mit in unserer heutigen Schnorchelgruppe ist. Auch sie zittert am ganzen Körper, aber wir beide bekommen das Lächeln nicht aus unserem Gesicht. Das hier war tausendmal besser als das Great Barrier Reef, sagt sie. Ob das so stimmt, sehe ich wahrscheinlich erst in ein paar Monaten.

Wer noch nicht genug von Unterwassereindrücken hat, kann sich gerne unser Malaysia Video angucken. Hier gibt es zwar keine Meeresschildkröten zu bestaunen, dafür aber Clownsfische, bunte Korallenriffe und sogar einen Riffhai. Übrigens ist auch das erste Video unseres Neuseelandroadtrips online – schaut mal rein!

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What I definitely didn’t consider properly before is the water temperature. To be honest, I haven’t been in the ocean since New Zealand. Even though I am wearing this super thick (and uncomfortable) wetsuit (which even hinders me from properly swimming down) I start to freeze quickly. After half an hour, I feel like Rose in Titanic – just without the wooden door. With regards to my health and the assumption that my constant chattering teeth might also annoy fish, I decide to swim back to the boat. Julia, another German girl who is in our snorkeling group, follows me. We’re both trying to get warm in the boat but cannot stop smiling. She tells me that this snorkel tour was far better than the one she did in the Great Barrier Reef. Let’s see what we will experience there in a few months.

 If you cannot get enough from underwater impressions, you can check out our Malaysia travel video that we just uploaded. We haven’t seen any sea turtles in the coral reefs there, but instead spotted tons of clown fish, colourful corals and a little black tip shark. Moreover, we uploaded the first part of our New Zealand road trip travel video – you can find all of our videos here.

bis bald charlotte

 

#48 Lennox Head: Hello from the paradise side of life!

Es sind mittlerweile drei Wochen vergangen, seit wir aus unserem Dachzelt in ein gemütliches und sehr geräumiges Zimmer in Lennox Head gezogen sind (hier kommt ihr zum letzten Eintrag). Da Lotti ja sofort als Barista in einem örtlichen Café angeheuert wurde, macht sich recht schnell ein angenehmer Alltag bemerkbar. Etwa eine Woche später kommt auch meine Arbeitssuche zu einem positiven Ergebnis: ich arbeite nun als Kellner in einer Tapas- und Cocktailbar namens Shorty´s und komme auf knapp 20 Stunden die Woche. Ich habe spaßeshalber mal die Route zu Fuß bei Google eingegeben: das Shorty´s ist exakt genauso weit von unserem Apartment entfernt, wie das Bat Country von unserem damaligen Zuhause in Sydney, nämlich 550 Meter. Doch hier kann ich einen Teil der Strecke am Meer entlanglaufen, was mich irgendwie immer glücklich macht. Die Arbeit als Kellner unterscheidet sich im Prinzip nicht groß von dem, was ich aus Sydney gewohnt bin. Allerdings steckt hier in Lennox Head ein etwas anderes Konzept dahinter. Viele Gäste reservieren vorher einen Tisch und es gibt eine relativ komprimierte Stoßzeit zwischen 18 und 20 Uhr, in denen bis zu 80 Gäste mit Getränken und Essen versorgt werden müssen. Dafür ist meistens gegen neun oder zehn Uhr abends Schluss und wir können den kompletten Laden aufräumen. In Sydney hingegen haben wir noch viele spontane Gäste nach 22 Uhr begrüßen können und ich war insbesondere am Wochenende erst nach null Uhr fertig. Beide Bars glänzen mit exzellenten Cocktails, die ich so noch nicht in Deutschland gefunden bzw. getrunken habe. Und die Auswahl der Tapas hier im Shorty´s gefällt mir wirklich sehr gut.

It has been three weeks now since we moved from our rooftop tent into a cosy and spacy room in Lennox Head. Because Lotti could immediately start as a barista in one of the local cafés, a nice daily routine quickly replaced our travel-overloaded minds. A week later my job search also came to a positive result: I am now working as a waiter in a tapas- and cocktail bar called Shorty´s for around 20 hours a week. I´ve just checked the walking distance on google maps: I enjoy the same walking distance to Shorty´s than I did in Sydney, where I worked at Bat Country – just 550 metres. The good thing here is that I can walk parts of the way along the ocean, which somehow makes me happy. The work as a waiter is pretty much the same what I am used to from Sydney. But there is quite a different concept in how the bar is run here in Lennox Head, as we have not many of those spontaneous walk-in guests like at Bat Country. Many guests have a reservation and there is a relative stuffed and busy time between six and eight, where we take care of up to 80 hungry and cocktail-thirsty people. But after nine or ten at night the big rush is over and we can start packing and cleaning up the whole bar. In Sydney there were often folks walking in for a couple of drinks after ten and I therefore finished way after midnight. Both bars do excellent cocktails which I haven’t found yet in Germany, and the tapas-style food is very delicious.

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Ein großer Vorteil, dass ich nicht bis tief in die Nacht arbeiten muss, ist, dass ich morgens die beste Zeit zum Surfen mitnehmen kann. Sobald ich mit meinem Brett das Gartentor verlasse, renne ich keine dreißig Sekunden, bis ich den Sand unter meinen Füßen habe. (Warum rennen eigentlich alle Surfer, wenn sie auf dem Weg ins Meer sind? David hat mich in Sydney darauf aufmerksam gemacht und es ist tatsächlich so… das Meer zieht seine Surfer eben magisch an!) Ohne es vorher zu wissen, haben wir unsere Wohnung zufällig so gewählt, dass einer der besten Spots quasi direkt vor der Haustür liegt (Google Maps sagt 130m). Zum wesentlich bekannteren Spot Lennox Point muss ich etwa 20 Minuten laufen, allerdings sind die Wellen dort sehr unbeständig. Eines Morgens – die Wellen liefen perfekt, der Wind war kaum zu spüren und das Wasser schön glatt – hat sich plötzlich eine Gruppe Delfine zu uns Surfern gesellt. Ich traure meinen Augen kaum und dachte beim Anblick der ersten Finne sofort an einen Hai. Aber das kurze Auftauchen mehrerer schwarzer Finnen ist dann doch sehr typisch für Delfine. Was für ein Erlebnis!

A huge benefit from finishing work not too late at night is the fact that I can get up early to surf at the best time of the day. As soon as I am leaving the little gate at our house I run less than 30 seconds until I can feel the sand between my toes. (By the way: Why are all Surfers running on their way to the waves? David caught my attention to this in Sydney, and it´s true that every surfer does it…I guess, the ocean just magically attracts all surfers.) Without knowing before, we randomly chose a flat that is right in front of one of the best surf spots around (google maps says 130m distance). There is a way more famous spot called Lennox Point, but it is quite inconsistent and to walk there it takes me around 20 minutes. But when the swell is good and big, this spot lights up! One surf session at my home spot – the waves were perfectly peeling and the wind was just a little breeze – a little group of dolphins joined us surfers in the line-up. I couldn’t trust my eyes and I first thought about a shark seeing the black fin suddenly appearing. But the movement of a lot of fins is typical for dolphins. What an experience!

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Kaum eine Woche später teile ich mir perfekte, aber kleine Wellen mit zwei anderen Surfern. Die beiden paddeln nach einiger Zeit jedoch in Richtung Strand und ich sitze allein im glasklaren Wasser. Wirklich ganz allein? Klar, der Gedanke an Haie ist immer präsent. Erst neulich hat eine Umfrage einer amerikanischen Surfzeitschrift ergeben, das 66% aller Surfer im Wasser ab und zu an Haie denken. Umso größer war der Schreck, als ich wieder etwas Schwarzes im Wasser schwimmen sehe. Mit der nächsten Welle, die sich vor mir erhebt, stellt sich heraus: Delfine! Sie sind einfach die besten Wellenreiter und schwimmen im Kamm der Welle mit, bis sie bricht. Diese Gruppe Delfine kommt ziemlich nah an mich heran und beäugt mich. Kaum zehn Meter entfernt taucht sogar eine Mutter mit ihrem Jungtier auf. Ich bewege mich keinen Zentimeter, denn schließlich sind diese wunderschönen Geschöpfe immer noch Raubtiere. Wieder ein paar Tage später, dieses Mal an einem anderen Strand, spielen ein paar Delfine für kurze Zeit in den Wellen und springen locker ein, zwei Meter aus dem Wasser heraus. Einfach nur schön! Die Qualität der Wellen rund um Lennox Head ist so gut, dass ich fast jeden Tag zwei bis drei Stunden surfe. Das Wasser hat noch angenehme 23 Grad. Und bei Ebbe brechen an meinem Homespot die Wellen manchmal so steil auf einer seichten Sandbank, dass ich endlich mal die ein oder andere Barrel bzw. Tube surfen konnte. Es ist wahrlich paradiesisch hier. (Alle Delfinfotos stammen von verschiedenen Instagram-Accounts und sind hier in Lennox Head aufgenommen worden – wir haben leider keine Drohne, um diese Schnappschüsse selber zu schießen)

A week later I shared some nice and small waves with two other surfers. But these two mates paddled towards shore after a while, leaving me alone in the line-up. But was I really alone? Surely, my mind is sometimes thinking about sharks. Just recently, there was a survey of an American Surfing Magazine, saying that 66% of all surfers in the water think of sharks every now and then. The shock was even bigger, when I saw some black movement in the water again. But with the next wave growing in front of me I could clearly see my surfing companions: dolphins! They are just the best wave riders and swim in the peak of the wave until it collapses. This group of dolphins came pretty close to me and I could even see a mum with its little toddler. I was not moving at all, knowing that these beautiful animals are still predators. Again a few days later, this time at another beach, a few dolphins were playing in the waves and jumping one or two meters out of the water. Stunning beautiful! The waves around Lennox Head are of such a good quality that I am surfing two or three hours every day. The water is still at 23 degrees. At low tide at my home spot the waves are breaking nice and shallow over the sandbank, that I finally could score a few short barrels. We live in paradise here for sure! (All photographs from dolphins are from different Instagram-Accounts and are shot here in Lennox Head – still missing out on a drone to shoot this ourselves).

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Jeden Dienstag haben Lotti und ich einen gemeinsamen freien Tag. Diese Woche fahren wir zum Cape Byron, um dort einen Rundweg zu wandern und uns den alten Leuchtturm anzuschauen. Der Himmel ist azurblau und wolkenlos. Nach einer guten Stunde sieht auch Lotti zum ersten Mal Delfine, leider nur recht weit entfernt. Sie sind rund um das Cape ganzjährig heimisch und ziehen hier oft ihre Jungen groß. Die Delfine jetzt, nicht Lotti 😉 Wir halten aber gleichzeitig Ausschau nach Buckelwalen, denn ab Mai beginnt ihre Reise aus antarktischen Gewässern in Richtung Norden. Dabei folgen die Wale der australischen Ostküste, und weil das Cape Byron der östlichste Punkt des australischen Festlandes ist, schwimmen sie sehr nah am Cape vorbei. Noch sehen wir aber leider keine Wale, wir bleiben also weiter aufmerksam. Mein Blick streift sowieso jeden Morgen über das Meer… natürlich, um die Wellen zu checken. Am Leuchtturm angekommen nehmen wir eine kostenlose Turmbesichtigung mit und lernen etwas über das tatsächlich sehr harte Leben als Leuchtturmwächter in der Vergangenheit. Die damals kerosinbefeuerte Lampe musste jede halbe Stunde mit einem 700 kg schweren Gewicht „aufgezogen“ werden, damit sie sich dreht. Über einen Kurbelmechanismus wurde das Gewicht von Hand immer wieder nach oben befördert, im Prinzip so, wie eine alte Standuhr. Heute geschieht alles elektronisch und die alte, giftige Kerosinlampe wurde durch 15.000 Dollar teure LEDs ersetzt. Den Charme hat dieser Turm dennoch keineswegs verloren.

Every Tuesday Lotti and I have a day off together. This time we drive to Cape Byron to walk around the Cape and explore the old lighthouse. The sky is blue and we don’t see a cloud. After an hour, Lotti spots a group of dolphins in the bay – first time ever for her! There are a few domestic groups of dolphins all year round and raise their young generation. Meanwhile, we keep an eye on the ocean to spot some humpback whales. In early May their big journey begins from the cold Antarctic waters towards north. The whales follow the Australian east coast and swim by pretty close to Cape Byron – the most easterly point of the Australian mainland. But this time we are not lucky yet. At the lighthouse we join a free tour to explore the inside of this more than 100 years old tower and to learn something about the hard life as a lighthouse keeper back in the old days. Many years ago the kerosene driven lamp needed to be winded up with a 700 kg heavy weight every 30 minutes, so that the lamp kept on turning around. There was a manpowered mechanism to lift up the weight again and again, like you want to wind up an old grandfather’s clock.  Today electricity does its thing and the venomous kerosene has been replaced by a 15.000 dollar LED. But the charm of the old lighthouse still remains.

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Byron Bay selbst ist ein wenig vom Backpackertourismus verdorben, aber es gibt neben einer Armada an Reiseanbietern auch viele schöne Läden zum Schlendern und Stöbern. An jeder Ecke sieht man hippe Menschen und Globetrotter, die sich das Reisen zum einzigen Lebensinhalt gemacht haben. Die Extreme des alternativen Lebensstils werden wir aber sicher noch in einem Hippie-Dorf namens Nimbin kennenlernen. Darüber berichten wir dann ganz bestimmt. Auch ein Ausflug zur Goldküste und nach Coolangatta steht noch an. Bis dahin verweilen wir im beschaulichen Lennox Head, genießen ab und zu die hervorragende Küche der wenigen Restaurants (diese Woche war Pizza an der Reihe) und spazieren am Strand entlang. Oft trifft man dabei auf die drei alten Pelikane, die scheinen sich hier auch super wohl zu fühlen.

Byron Bay itself is a bit deteriorated by backpacker tourism, but next to an armada of travel companies there are a bunch of nice shops to stroll around. At every corner you will see some hip folks and globetrotters, which made travelling to their one and only purpose in life. But we will discover the extreme of alternative living soon in a hippie-village called Nimbin. We will tell you about it then. We also want to drive towards Gold Coast and to Coolangatta. Until then we enjoy our tranquil Lennox Head, have some gorgeous pizza in a local restaurant and soak up the sun on a little beach walk. Often you will stumble upon three old pelicans. They feel comfortable here as well as we do.

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bis bald marius

 

 

#47 From Canberra to Lennox Head: What happened the last two weeks

Zurück aus dem Outback stellt sich die Frage: Wohin mit uns? Unser Reisebudget wird langsam knapp und die Reisemüdigkeit setzt wieder ein. Wir sehnen uns nach einem geordneten Alltag, nach einem richtigen Zuhause, nach etwas Ruhe und nach weniger Reisestress. Innerhalb der letzten zwei Wochen haben wir nun knapp 800 Kilometer zurückgelegt. Was zwischendurch passiert ist, könnt ihr hier in einer kleinen Zusammenfassung lesen.

While we’re back from the outback, the following question remains: Where should we go now? Our savings slowly come to an end and in addition to that, we feel tired of traveling so much again. We crave for a normal everyday life, a real home, a bit of rest and less stressful moments. During the past two weeks, we nearly drove 800 kilometres. What happened within these days? Read my little recap below.

Canberra – Nach der Kleinstadt Hay unser erster richtiger Halt. Wir geben uns zwei Tage, die Hauptstadt Australiens kennen zu lernen. Es ist verdammt kalt hier und windig. Die 550 Höhenmeter, auf denen Canberra liegt, machen sich doch bemerkbar. Nach den 38 Grad im Outback ist der Temperatursturz um fast 30 Grad ein Kälteschock. Wir setzen auf einen Zwiebellook, um die acht Grad kalten Nächte im Dachzelt zu überleben. Canberra selbst stellt sich als unfassbar langweilig heraus. Die Hauptstadt wurde 1913 von Walter Burley Griffin auf dem Reisbrett geplant, nachdem sich keine der australischen Bundesstaaten für Sydney oder Melbourne als Hauptstadt entscheiden konnte. Nach mehrjähriger Bauphase wurde Canberra mit der Eröffnung der Parlamentsgebäude 1927 offiziell zur Hauptstadt Australiens benannt.

Ich war noch nie in einer Planstadt. Marius schwärmt von Canberras Gartenstadtprinzip, dass er als Geographielehrer natürlich ausführlich erörtert. Nach weniger als 48 Stunden, dem Besuch eines übermäßig gehypten Marktes, der obligatorischen Parlamentstour und dem Blick vom Mount Ainslie auf die weiten Straßenzüge der Stadt kann ich sagen, dass Canberra ungefähr so interessant ist wie ein Montagnachmittag im deutschen Privatfernsehen. Den einzig erheiternden Moment unseres Aufenthalts verschafft uns Steven, der unsere Tourgruppe mit Witz und Humor durch die verschiedenen Gebäudeteile des australischen Parlaments führt und unser Verständnis für die australische Politiklandschaft ein kleines bisschen erweitert. So hat Queen Elisabeth zum Beispiel noch nie auf ihrem Stuhl im Senat gesessen. Was eine Verschwendung eines Möbelstücks!

Canberra – After we quickly stopped in the small village of Hay, Canberra is the first major stop. We allow ourselves two days to explore the capital city of Australia. It is freaking cold and windy. Canberra is situated 550 meters above sea level and you definitely feel it in your bones. After having enjoyed 38 degrees in the outback, we face a temperature drop of 30 degrees. The only way to survive the 8 degrees’ cold nights in the tent is layering.

Canberra itself turns out pretty boring. The city was planned by Walter Burley Griffin in 1913 after the Australians states couldn’t pick a capital city (due to the huge rivalry between Sydney and Melbourne) and instead decided to create a completely new one. After years of construction, Canberra was made capital city in 1927 with the opening of the parliament building. I have never been in a planned city, but Marius already raved about garden city model that Griffin used for planning the city. After less than 48 hours, a visit to the overly hyped bus depot market, an afternoon in the national portrait gallery (where we were remembered that Crown Princess Mary of Denmark is actually Australian), the mandatory parliament tour and a stop at Mount Aislie which offered a lookout on the wide and accurately planned streets of Canberra, I can confirm that the city is as exciting as an afternoon watching German private television. The only memorable moment of Canberra was created by our parliament tour guide Steven, who probably had the best humour ever and allowed us to enhance our knowledge about Australian politics. Did you know that Queen Elizabeth never sat in Senate so far, although it provides her an own chair? What a waste of furniture.

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Jervis Bay – Wir erhoffen uns einen kleinen Miniurlaub mit weißen Stränden, glasklarem Wasser und unberührter Natur. Auch wenn das Wetter nicht ganz so mitspielt, reichen die Sonnenstrahlen doch aus, um am Honeymoon Bay unsere Strandtücher auszupacken und an unserer Sommerbräune zu arbeiten. Die Bucht ist schön, aber auch voller Ferienurlauber. Am Abend geht es weiter nach Huskisson, wo wir einen atemberaubenden Sonnenuntergang am strahlend weißen Strand erleben. Auf dem Campingplatz werden wir gratis geupgraded, da sich die günstigen Stellplätze ohne Strom als zu schief herausstellen, um unser Dachzelt aufzubauen. Wir landen auf einem Kunstrasenstellplatz mit eigener Wasser- und Stromversorgung und stehen inmitten von protzigen Wohnmobilen. So fühlt man sich also in der Upper Class auf dem Campingplatz. Am nächsten Morgen wecke ich den gesamten Campingplatz mit einer Schreiattacke, als eine riesige Spinne (Art Huntsman-Spider) über meine Hand läuft, während ich mit Marius das Zelt zur Abfahrt bereitmache. Es ist die erste Begegnung mit einem so „großen“ Exemplar (die Spinnen können hier sogar bis tellergroß werden), dementsprechend weiß auch Marius nicht so genau, wie er die Spinne beseitigen soll, ohne ihr recht nahe zu kommen. Immerhin hat mein Schrei auch unseren Wohnmobilnachbarn auf den Plan gerufen, der sich netterweise bereits mit einem Stück Papier bewaffnet auf unseren Stellpatz begibt. „Do you have some pets?“ fragt er mit lachender Stimme und siedelt die Spinne innerhalb von Sekunden auf einen nahgelegenen Baum um. Gut, vielleicht gewöhne ich mich ja noch an die haarigen Biester.

Jervis Bay – we hope for a little mini vacation with white sand beaches, crystal clear water and untouched nature. Even though the weather is not fully on our side, the little rays of sunshine are enough to unpack our beach towels and work on our tan at Honeymoon beach. The little bay is beautiful, but also full of Australian holidaymakers. For the evening, we drive to Huskisson and get to see an amazing sunset at the white sand town beach. At our camping ground for the night, we even get a free upgrade to a more luxurious artificial grass camp site because the initially booked cheaper unpowered site is not even enough to set up our rooftop tent. We suddenly find ourselves in between massive and showy motorhomes and I can imagine how it feels like to be within the upper class of camping. The next morning, I wake up the whole camping ground with me screaming after a huge Huntsman spider just walked over my hand while putting the tent together. It is the first clash with these terrific animals, so Marius is also unsure about how to remove the spider from the car. Luckily, my screams also alarmed our motorhome neighbour, who quickly comes over and is prepared to rescue us. “Do you have some pets?” he laughs at us and within seconds, he reliefs us from the life-threatening animal. I’m not sure if I get used to these huge and hairy creatures anytime soon.

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Sydney – zurück in unserem ersten australischen Zuhause. Marius kann wieder surfen und ein Bier mit seinen alten Arbeitskollegen trinken, ich arbeite zwei Tage in meinem alten Lieblingscafé und wir essen Burger mit David. Für die drei Nächte haben wir uns ein Airbnb genommen, können die Akkus wieder etwas aufladen, unsere Wäsche waschen und die alte Heimat genießen.

Sydney – back to our first Australian home.  Marius can go surfing again and meets up with old colleagues for a beer. I work for two days in my old café and we eat burgers together with David. For three nights we booked an Airbnb, and use the time to recharge our batteries, do the laundry and enjoy being back home.

Newcastle – Strandhopping ist angesagt. Wir fahren zum Sonnenuntergang an den Caves Beach, laufen am Hafeneingang von Newcastle entlang und genießen unser Frühstück, während eine Handvoll riesiger Frachter nur wenige hundert Meter entfernt von Schleppern in den Hafen gezogen werden. Am riesigen Ocean Bath (dem größten in der südlichen Hemisphäre) ziehe ich zum späten Nachmittag ein paar Bahnen, während Marius sich aufs Surfboard schwingt. Da das Wetter wieder umschwenken soll, entscheiden wir uns dagegen, den 37 Kilometer langen Stockton Beach zu befahren. Bei Regen macht das halt nur halb so viel Spaß.

Newcastle – it’s time for some beach hopping. For the sunset, we drive to Caves beach, walk along Newcastle’s port entrance, observe some huge barges making their way into the port and enjoy breakfast at sunshine. I go for a swim in the Ocean Bath (which is the biggest ocean bath in the southern hemisphere!) while Marius is surfing. Because the weather will be rainy the next days, we decide to skip the 37-kilometre-long Stockton beach and rather drive up further north immediately.

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Stattdessen legen wir die letzten 600 Kilometer bis nach Byron Bay in zwei kleinen Tagesetappen zurück. Wir fangen an, unsere Lebensläufe in Cafés und Bars rund um Byron Bay und Lennox Head zu verteilen. Das Wetter ist regnerisch und die Laune sinkt, da sich der Campingplatz als ziemlich matschig herausstellt und der anhaltende Starkregen in der Nacht die Situation nicht verbessert. Die gute Nachricht: Ich bekomme tatsächlich innerhalb von 24 Stunden einen Job als Barista in einem kleinen Café in Lennox Head. Voller Euphorie entscheiden wir uns, direkt eine Unterkunft zu suchen. Denn der monsunartige Regen hält an. In weniger als vier Stunden Wohnungssuche ziehen wir bei Johnny und Wayne ein, zwei nette Jungs mit denen wir uns nun für die nächsten Wochen und Monate eine Wohnung teilen werden. Ich glaube, damit haben wir einen Rekord für die schnellste Job- und Wohnungssuche überhaupt aufgestellt. Wir laufen von der Wohnung gerade einmal eine Minute zum Strand, und wenn die Sonne dann doch mal herauskommt, zeigt sich das kleine Dorf mit gerade einmal 7500 Einwohnern von seiner absolut schönsten Seite. Jetzt heißt es noch Daumen drücken, dass Marius bald auch Arbeit findet und der ständige Regen nachlässt. Bis dahin genießen wir unser neues Zuhause, trinken Tee und leben uns weiter im kleinen Dörfchen ein. Stört euch also nicht daran, wenn ihr in nächster Zeit nicht mehr viel von uns hört. Wir sind im Paradies angekommen.

Within two days, we drive up the 600 kilometres to Byron Bay. In the area of Ballina, Byron and Lennox Head, we start handing out our resumes in cafés and bars. The weather is super rainy and the mood therefore not the best. It even gets worse when the camping ground turns out to be a mud whole and the constant monsoon rain in the night does little to improve this situation. The good news: I find a job in a small café in Lennox Head the next day where I can work as a barista. We quickly decide that we need to settle properly and find a room in a shared flat within four hours. Yes, you heard correctly, only four hours. I guess we set a world record for the quickest job- and accommodation-hunt. Anyways, we`re now living together with two super nice guys and the walk to the beach takes less than a minute. When the sun finally comes out, this place feels just surreal. Now we just need to make sure that the constant rain stops and Marius finds a job as well. In the meantime, we will explore our new home, drink a cup of tea and get settled in Lennox Head. So don’t worry if you don’t hear from us in the next weeks. We probably found paradise!

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#46 Lake Mungo: Why we didn’t survive in the outback

Nach einem entspannten Morgen am See in Hopetoun machen wir uns gegen frühen Mittag auf den Weg Richtung Lake Mungo Nationalpark, in dem wir die nächsten zwei bis drei Nächte verbringen wollen. Nach einem kurzen Zwischenstopp an den Red Cliffs, die sich leider doch als weniger spektakulär herausstellen als angenommen, bereiten wir in Mildura, der letzten großen Stadt vor dem Nationalpark, unser Abenteuer vor. Genug Wasser und Essensvorräte finden Platz im Einkaufswagen. Unsere Mahlzeiten sind durchgeplant, denn im Park selbst gibt es keinen Supermarkt, geschweige denn regelmäßigen Zugang zu einer Wasserstelle. An der Touristeninformation sichern wir uns dann gegen späten Nachmittag noch einmal ab, dass das Wetter für die kommenden Tage mitspielt. „It can be very hot“, ist die Antwort an der Information und man bittet uns, doch erst morgen loszufahren, wenn die Temperaturen etwas abgekühlt sind. Zu heiß für uns? Was ein Quatsch. Wir entschließen uns, den Rat der netten Dame zu ignorieren und dennoch zum Hauptcampingplatz am Anfang des Nationalparks zu fahren, in dem wir die erste Nacht verbringen wollen. Das Einzige, was jetzt noch eine Gefahr darstellt, ist der Weg dorthin. Eine über hundert Kilometer lange unbefestigte Straße führt zum Eingang des Nationalparks. Tankstelle? Fehlanzeige. Aber wir haben vorgesorgt und fahren mit randvollem Tank los. Marius und ich blicken während der Fahrt hochkonzentriert auf die Straße und die Umgebung, denn immer wieder müssen wir wegen Schafen, Kühen oder Kängurus anhalten und die Tiere passieren lassen. Auch wenn wir einen dicken Frontschutzbügel besitzen, wollen wir nur ungern für den Tod unschuldiger Kängurus verantwortlich sein. Die Tiere erstarren förmlich im Scheinwerferlicht unseres Autos, entscheiden sich dann aber doch meist schnell für die eine oder andere Straßenseite.

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After a relaxing morning at the Hopetoun lake camping ground we drive further to Lake Mungo in the early afternoon. Here, we want to stay the next two to three days. We do a quick stop to check out the Red Cliffs but they turn out to be less spectacular than expected. In Mildura, the last real town before the outback kicks in, we prepare everything for the big adventure. Enough water, food, and what else you need to survive. All the meals and supplies are carefully planned because there won’t be a supermarket or constant water supply in the park. Before leaving Mildura, we just check with the tourist information that the weather will be ok the upcoming days. The lady recommends to wait another night to drive into the national park due to the hot weather at the moment. Hot weather? A problem? Not for us. We explain that we carry enough water supplies and decide to go anyway. The only thing that now poses a threat is the drive to the park entrance itself. No petrol station, a 100-kilometre-long gravel road and tons of cattle and kangaroos that might want to pass the street. We have to drive carefully and give way to a few kangaroos, but we make it without any casualties.  

Am Nationalparkeingang befindet sich das Besucherzentrum, das wir in der Dämmerung erreichen. Das Zentrum selbst ist noch geöffnet, aber das Personal scheint bereits den Feierabend angetreten zu haben. Wir bezahlen schnell unsere Camping- und Eintrittsgebühren für die nächsten zwei Tage und machen uns dann auf zum ersten Nachtlager. Die Sanitäranlagen suchen wir hier vergeblich, aber es gibt immerhin genug Platz für die Handvoll Camper vor Ort. Wir finden einen netten und vor allem ebenen Stellplatz, merken aber einige Minuten nach dem Aufbau, dass wir mitten in einer riesigen Ameisenstraße geparkt haben. Kurzerhand setzt Marius mit aufgebautem Dachzelt zurück, sodass die Ameisen sich keinen weiteren Weg mehr durch unser Auto und unsere Essenvorräte suchen müssen. Die gefühlten 35 Grad Celsius stören nicht beim Abendessen, und unsere Räucherstäbchen schützen uns vor allzu vielen Mückenstichen. Handyempfang haben wir an so einem abgeschiedenen Fleckchen Erde natürlich nicht. Aber wen kümmert das schon, wenn man auf einen atemberaubenden Sternenhimmel schaut. Die Welt ist einfach wunderbar.

At the entrance of the national park we find the visitor centre. Here, we pay the fees for the park entrance and the camping for the next days. The camping area is just a kilometre away and provides enough space for the handful campers out here. We keep looking for the toilets (that should be here) but aren’t able to find them. Our parking space is nice and flat, but we quickly notice that we parked in the middle of a huge ant trail. Without further ado, Marius parks the car and the already set up tent a few metres away, so the ants don’t have to use our car and the groceries inside to continue their trail. It is still 35 degrees out there but that doesn’t disturb us from having dinner. Incense sticks keep the mosquitos away and looking at the stars being surrounded by nearly no one, I feel like being in paradise. Especially with having no reception. Our planet is just beautiful.

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Die Wecker für den nächsten Tag werden früh gestellt. Ich möchte unbedingt den Sonnenaufgang an den Chinese Walls erleben, der Hauptattraktion im Park. Wie der Name vermuten lässt, sind die chinesischen Mauern eine Erhebung von Steinformationen, die sich sichelartig und kilometerlang durch den gesamten Park ziehen. Die Bilder, die ich mir vorher im Internet angeschaut habe, lassen atemberaubendes erahnen. So fällt es nicht schwer, um kurz nach fünf aus dem Bett zu kriechen. Das Frühstück verschieben wir auf später, wir wollen schließlich nichts vom Sonnenaufgang verpassen. Innerhalb einer Viertelstunde ist unser Zelt und unser Camping Equipment eingepackt und es kann auf den 70 Kilometer Rundweg des Parks gehen. Nach einer halben Stunde Fahrt über die sandigen Wege (auch hier durfte ich ein paar Mal scharf abbremsen, um Kängurus passieren zu lassen), sind wir tatsächlich die ersten, die vor dem Aussichtspunkt der Chinese Walls aussteigen. Nach der touristisch sehr populären Great Ocean Road irgendwie eine angenehme Erfahrung, mal alleine zu sein. Schnell jedoch stellt sich heraus, warum es vielleicht nicht so viele Touristen hierher verschlägt – innerhalb von Minuten sind wir eingehüllt in eine riesige Wolke kleiner Fliegen. Eine normale Konversation? Unmöglich. Die kleinen Biester fliegen ungehemmt in unsere Gesichter. In Ruhe den wunderschönen Sonnenaufgang fotografieren? Keine Chance. Ich schaffe es kaum, für ein paar Sekunden stillzuhalten, bevor ich mir wieder wild durchs Gesicht fuchteln muss. Ich fühle mich wie eine Weidenkuh, die schutzlos ausgeliefert ist. Nichts scheint zu helfen, und so spazieren wir schnellen Schrittes durch die Sanddünen zurück zu unserem Auto. Aber wie steigt man wieder ein, ohne fünfzig Fliegen eine Mitfahrgelegenheit zu geben? Wir entscheiden uns für eine Ablenkungstaktik, rennen zwanzig Meter vom Auto weg und machen auf dem Absatz kehrt, um die Fliegen zu verwirren und dadurch abzuschütteln. Es scheint zu funktionieren und wir landen tatsächlich fliegenfrei im Auto. Endlich kann ich wieder aufatmen. Wieso hat uns niemand erzählt, dass es hier von Fliegen nur so wimmelt? Ich schaue in alle Broschüren, die wir am Eingang erhalten haben. Keine Bemerkung. Lässt die Fliegenqual vielleicht nach der Morgendämmerung nach? Wir bleiben hoffnungsvoll und fahren weiter zum nächsten Aussichtspunkt, dem Red Top Lookout.

The alarm for the next morning is set early. We want to see the sunrise at one of the biggest attractions of the park, the Chinese Walls. These are a stone formation which cross the whole park and look like a lunar landscape on the pictures. I am super exited, so getting out of bed that early is easy. Within half an hour drive (I have to stop several times for suicidal kangaroos again), we arrive at the carpark and notice that we are the first tourists of the day. It feels weird, because while being on the Great Ocean Road, everything was way more crowded. While walking to the lookout point, we realize that there might be another reason for the lack of tourists: the billions of flies that cover our bodies like a cloud. Having a normal conversation? No chance. Taking photos of the beautiful sunrise? Nearly impossible because every few seconds I have to use my hands to get these beasts out of my face. I feel like cattle. Nothing seems to help, so we decide to quickly return to our car. But how do we get in there without giving all these flies a free ride? We decide to irritate them by running in the opposite direction, then doing a swift turn and jump into the car within seconds. It works. No flies in our car and for the first time since minutes, I breathe normally. Why did no one tell us about this before? I go through all the brochures but can’t find any comments about a fly pest. Maybe they are just active at sunrise? We’ll see but decide to already drive to the next lookout point at Red Top.

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Auch hier scheint es dasselbe Spiel zu sein: Wir steigen aus dem Auto, und Sekunden später verwandeln wir uns in eine Fliegenbrutstätte. Die Aussicht auf den ausgetrockneten See und die Ausläufer der Chinese Walls ist wahnsinnig toll, aber auch hier halten wir es nicht lange aus, bevor wir uns wieder in die fliegenfreie Umgebung des Autos zurückwünschen. Wir entscheiden uns, dass wir hier unmöglich zwei weitere Tage verbringen können (auch wenn von den Fliegen in der Nacht wenig zu spüren war) und kürzen die geplante drei Tages-Tour auf eine einfache Tagestour herunter.

Auf dem Weg zu unserem Frühstücksspot, der eigentlich als Nachtlager für die kommende Nacht gedacht war, entdecken wir drei Wildfüchse, die augenscheinlich ein Känguru erlegt haben und sich jetzt ans Frühstück begeben. Mit ausgeschaltetem Motor und heruntergekurbeltem Seitenfenster versuchen wir das Schauspiel zu beobachten. Erst noch etwas argwöhnisch, stören sich die drei Füchse nach kurzer Zeit schon gar nicht mehr an uns und zerreißen mit gekonnten Bissen ihr Opfer. Ich fühle mich, als während ich inmitten einer Planet Erde-Dokumentation. Das heutige Thema: Die wilden Tiere Australiens.

Here, it is the same procedure as before: we get out of the car and seconds later we’re covered in millions of flies. The view on the dried-out lake and the end of the Chinese Walls is amazing, but we can’t stand to be outside for long until we want to be back in our fly-free car. We decide that we aren’t able to cope with this situation for the next two days but instead do the whole loop trek within one day.

On the way searching for a spot to eat, we observe some wild foxes hunting a kangaroo and having it for breakfast. With the engine switched off, they slowly do not take notice of us anymore but start enjoying their meal. I feel like being on a wildlife documentary. That is so cool.

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Da wir selbst langsam ziemlich hungrig werden (es gab für uns schließlich auch noch kein Frühstück), fahren wir nach einer Weile weiter zum ausgewiesenen Campingplatz. Auch hier wimmelt es vor Fliegen, sodass wir unser Müsli notgedrungen im Auto zu uns nehmen. Fürs Kaffeekochen reicht der Elan heute nicht aus.

Because we feel super hungry as well (we hadn’t had breakfast yet), we drive further to the marked camping spot which was supposed to be the sleeping spot for the next night. As predicted, we are also terrorized by flies here as well. We end up eating our muesli in the car and don’t even feel like brewing coffee (because, we would have spent more time outside).

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Auf dem Weg zu den Sanddünen am Vigars Well sehen wir die ersten wilden Emus. Sie schweben förmlich über den staubigen Sandboden, als sie an uns vorbeilaufen. Vor den Sanddünen gibt es einige Wasserlöcher, in denen wir Kängurus entdecken. Laut Handbuch sind diese Löcher eine stetige Wasserquelle und deswegen bei Wildtieren besonders beliebt. Auf den Sanddünen selbst wimmelt es erstaunlicherweise weniger von Fliegen, und der Blick von oben ist einfach atemberaubend. Ich bin fasziniert, wie unterschiedlich hier die Landschaften sein können. Vor dreißig Kilometern standen wir noch in einer Steinwüste, und jetzt sind wir umgeben vom feinsten Sand. Hier treffen wir auch auf die ersten Touristen, die augenscheinlich weniger Probleme mit den Plagegeistern zu haben scheinen als wir. Wir sprechen einen älteren Mann an, der uns erzählt, auf einer Farm in West-Australien zu arbeiten. Die Fliegen stören ihn schon gar nicht mehr, und er ergänzt, dass die Tiere eigentlich ganzjährig anzutreffen sind. Zur Aufmunterung schenkt er uns eine kleine Dose mit nach Kräutern riechender Creme, die anscheinend die Fliegen fernhalten soll. Wir schmieren unser gesamtes Gesicht ein, aber bis auf ein klebriges Gefühl auf der Haut bleibt der Erfolg aus. Das mit den Fliegen ist also eine Gewöhnungssache.

While we’re driving to the sand dunes at Vigars Well, we see the first wild emus. They look so graceful while running next to us, it even seems like they float over the dusty ground. While walking to the sand dunes, we see some waterholes and kangaroos that quench their thirst. According to our little pdf guide, these waterholes are here all year around and a popular spot for any wildlife. After we climbed on the top of the sand dunes (luckily, there aren’t that many flies here), the view is just amazing. I just realize how diverse the landscape really is. Just a few kilometres ago, we were standing in a rocky desert, and now we’re surrounded by the finest sand. Funnily, we meet the first tourists here after already being on the road for nearly three hours. They don’t seem to care that much about the flies. While talking to an old man from Western Australia, he explains that you will have the flies all year around in the outback, just because they find the perfect breeding conditions here. Having worked on a station for many years, he doesn’t care about the flies anymore. Luckily, he shows compassion with us and gives us a small tin of insect repellent – which according to him is the best solution to keep the flies away. We cover our whole face with the herbal-smelling cream, but only end up with a sticky face. The flies keep flying in our face.

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Zum Abschluss der Rundtour schauen wir uns noch die Überreste eines kleinen Dorfes an. Die Gegend hier war tatsächlich mal bewohnt, vor allem, als der See tatsächlich noch ein See war. Spuren von Aborigine-Vorfahren, wie dem Mungo Mann und der Mungo Frau, die hier ausgegraben wurden, können bis auf 45.000 Jahre zurückdatiert werden. Damit gehören die Skelette zu einer der wichtigsten archäologischen Funde Australiens, da durch die Bestattungsform des Mungo Mannes nachgewiesen werden konnte, dass kulturelle Traditionen in Australien bereits länger existierten als angenommen. Diese Entdeckung hat dem See bzw. dem ausgetrockneten Becken auch sein Weltkulturerbe-Siegel beschert. Zum Abschluss unserer doch etwas verkürzten Tour schauen wir uns noch einmal die Ausstellung im Besucherzentrum an. Hier wird auch erzählt, wie europäische Siedler die Aborigine-Stämme ihres Landes in der Region enteigneten und sie als Helfer auf ihren Farmen beschäftigten. Wir haben bislang viel zu wenig gelernt über die Ureinwohner Australiens, finde ich. Aber dafür haben wir ja jetzt noch etwas Zeit. Es ist immerhin schön zu erfahren, dass die drei Aborigine-Stämme, die seit jeher das Areal um den See bewohnt haben, inzwischen wieder Landeigner sind und zusammen mit einer Organisation für Tierschutzgebiete den Nationalpark managen.

At the end of the loop trek we visit the ruins of a village. The area of Lake Mungo was actually populated when the lake still contained water. In the 70s and 80s, there were some important archaeological findings (or even the most important in whole Australia?). The two skeletons, the Mungo Man and the Mungo Woman, were dated back over 45.000 years ago and prove that cultural forms of burial existed earlier than scientists thought before. This is why Lake Mungo is also world heritage, but most importantly, one of the most significant spiritual sites for Aboriginies (because Mungo Man and Mungo Woman are of course ancestors of the indigenous people). We visit the little visitor centre at the end of our tour and also learn how the Western settlers invaded this beautiful piece of nature, started stock farming, took away the land of the aborigines and made them work on their stations. Unfortunately, we haven’t learned that much yet about the indigenous people, their history and culture, but I hope we can make up for that in the next couple of months. At least it is good to know that nowadays, the land of Lake Mungo has been given back to the three tribes that lived here before and together with the Australian organisation for wildlife and national park conservation, they manage Lake Mungo.

Zum Abschluss unseres noch nicht einmal 20-stündigen Aufenthaltes im Lake Mungo Nationalpark kann ich ein erstes Fazit zum Outback Australiens ziehen. Ja, es ist sehr staubig, trocken und heiß. Es gibt unzählige Fliegen. Aber die Landschaft ist wunder-wunderschön. Ob ich noch einmal ins Outback fahren will, weiß ich nicht. Höchstens mit einem fliegensicheren Imkerhut!

What conclusion can I draw after being in the outback for only 20 hours? First of all, I can confirm that it’s really hot, dusty and dry. And there are millions of flies. And the landscape is truly beautiful. But I don’t know yet if I want to go back ever again. Probably only if I have something like a beekeeper’s hat that protects me from the flies.

Processed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetbis bald charlotte