#42 Auckland and Piha: What we did in two months traveling through New Zealand

Knapp eine Woche vor Abflug erreichen wir Auckland. Da es keine kostenlosen Campingplätze in der Nähe der Stadt gibt, fahren wir direkt weiter an die Westküste nach Piha. Hier habe ich vor zehn Jahren einen meiner ersten Surfkurse gemacht, dieser Strand ist sozusagen die Wiege meiner steilen Surfkarriere. Naja… lassen wir das steil weg. Deutlich steiler fällt jedoch der Weg dorthin aus, und so kurven wir mit Bärbel die Serpentinen ins kleine Örtchen von Piha herab und erhaschen schöne Blicke auf den Lions Rock (ein riesiger Fels mitten am Sandstrand, der ein wenig wie ein sitzender Löwe aussieht, der aufs Meer hinausschaut). Durch die Vorhersage wusste ich, dass ziemlich große Wellen hereinrollen sollten, doch erst am nächsten Tag. Wir spazieren am Strand entlang, gönnen uns eine kalte Stranddusche, kochen unser Abendessen mit Blick aufs Meer und fahren dann zu einem nahegelegenen Campingplatz, den wir über die Campermate-App finden. Hätten wir uns doch mal die Kommentare von anderen Usern durchgelesen. Wir mussten nur noch zum Zähneputzen und für einen kurzen Gang auf die Toilette den Campervan verlassen, und dennoch wimmelt es kurze Zeit später im Inneren von Mücken! Das Töten der Biester wird zur Teamarbeit. Lotti scheucht und spürt einzelne Mücken auf und ich zerquetsche sie in der Luft oder an der Wand/Scheibe.

One week before leaving New Zealand, we’re arriving at Auckland. Because there are no free camp sites in the city, we decide to drive to Piha which is an hour away. Ten years ago, I did my first surf lessons here, so Piha Beach could be described as the beginning of my fruitful and steep surfing career. Well, the way to Piha is steeper, so it takes quite a while to conquer the serpentines with Bärbel. From top of the cliffs, we’re enjoying a beautiful view on the Lion Rock – a big stone in the middle of Piha Beach which looks like a sitting lion (with much imagination). I checked before that the next big swell will arrive tomorrow morning, so the rest of the day we just walk around the beach, have a cold beach shower and cook ourselves a nice dinner while having a beautiful view on the sea and the sunset. For the night, we’re driving to a free campsite we found on Campermate. Unfortunately, it turns out to be a place loaded of mosquitos – we forgot to read the user comments before. We end up killing nearly 20 mosquitos that found their way into our camper van. It’s hard team work.

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Wir überleben die Nacht, ohne auch nur annähernd zerstochen zu werden. Mich drängt es zum Strand. Entweder sind die Wellen schon sehr groß, oder sie sind noch gar nicht angekommen. Das Sturmtief, das die bis zu 4m großen Wellen produziert, liegt schließlich tausende Kilometer weit entfernt und macht eine stundengenaue Vorhersage schwierig. Ein Blick über die Düne reicht aus, sodass ich mich ruck zuck in den Neo quetsche und mir mein Board schnappe. Es sind zwar viele Surfer im Wasser, doch nicht jeder paddelt in diese riesigen, rollenden Wände aus Wasser. Ich erwische ein paar wirklich gute Wellen, aber jedes Mal ist das Herauspaddeln ein Kraftakt. Nach gut drei Stunden lasse ich mich erschöpft wieder an den Strand spülen.

Es folgt der angenehme Teil des Tages. In einer Shoppingmall nahe Auckland möchte Lotti zur Pediküre. Ich willige kurzfristig ein, mich dazuzusetzen, und kurze Zeit später wuseln zwei Asiatinnen um uns herum, massieren unsere Füße und bringen sie auf Hochglanz. Ich entscheide mich gegen lila Fußnägel und Politur. Außerdem hat meine Pediküristin (gibt’s das Wort?) eh schon genug zu tun. Zwei Monate lang barfuß Autofahren und in Flip-Flops laufen haben ordentlich Spuren hinterlassen.

We survive the night with only a few mosquito bites but quickly drive back to the ocean. I want to go surfing, but I am not sure how big the waves are yet. The deep depression that is producing the up to 4-metre-high waves is thousands of kilometres away, so you can never be sure when the waves hit the coastline. I’m quickly checking the surf and decide to immediately get into the water. A lot of other people had the same idea as well, but not everyone is brave enough to surf the massive waves rolling in. I am surfing a few really good waves, but the paddle back each time is strenuous. After three hours, I am completely exhausted and get back to the beach.

Now we’re off to the more relaxing part of the day. In a shopping mall close to Auckland, Lotti intends to get a pedicure. At short notice, I decide to join as well and find myself on a nice massage chair talking about nail polish. After two months of driving barefoot and walking in flip-flops, the pedicure is probably a good idea and an even better way of relaxation.

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Am darauffolgenden Tag haben wir eine weitere Besichtigung für Bärbel. Wir sind online mit dem Preis schon heruntergegangen, nachdem sich bislang niemand gemeldet hat und der Markt momentan von zig Campern überschwemmt wird. Der Sommer ist vorbei und viele Reisende wollen ihren Van loswerden. Ein britisches Pärchen schaut sich unsere Bärbel sehr genau an, macht eine Probefahrt und zeigt sich überraschend begeistert – besonders vom detailreichen Ausbau. Kurze Zeit später ist alles beschlossene Sache und eine erste Anzahlung erfolgt schon über dieses Internet. Toll! Wir sind super erleichtert, Käufer gefunden zu haben und das Pärchen ist froh, sich mit ihrem geringen Budget einen schönen Van kaufen zu können. Lotti und ich genießen das letzte Abendessen, die letzte Nacht und das letzte Frühstück mit Bärbel und wir treffen uns zur Übergabe einen Tag später in einem Vorort von Auckland, wenn auch mit einem etwas traurigen Gefühl im Bauch.

The next day, we have another inspection for selling the van. We already dropped the price enormously, considering the fact that the campervan market is currently flooded with great options. It’s obvious that everyone is leaving New Zealand for the winter. The British couple inspecting our van is surprisingly enthusiastic after the test drive – and minutes later the advance payment is already on Lotti’s PayPal account. Great! We immediately feel relieved and the British couple is happy to start their New Zealand adventure in a beautiful little camper van. Lotti and me enjoying the last dinner and last night with Bärbel at a spot high on the cliffs and drive to Auckland the next day for handing over the car. It feels weird to say goodbye, and we’re both a little bit sad that this adventure has come to an end.

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Weil wir etliche Kilometer und Zeit in unserem liebgewonnenen Van verbracht haben, haben wir nebenbei immer mal wieder verschiedene Statistiken geführt. Diese zeigen ganz anschaulich und auf eine andere Art und Weise die Dimensionen unseres Roadtrips in Neuseeland. Wir haben alles in Euro umgerechnet und alles mit einbezogen, was wir in den 50 Tagen in und mit Bärbel erlebt haben:

Because we spent so much time and kilometres in our lovely van, it’s time to sum it up in some breath-taking statistics that will hopefully support your understanding about the dimension of our travel journey throughout New Zealand. We converted everything into euros and included all the things we experienced in 50 days on the road:

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Nach dem Verkauf von Bärbel ziehen wir für je zwei Tage in ein AirBnB. Der Luxus eines großen Bettes mit vernünftiger Matratze, ein schönes Badezimmer und eine vollausgestattete Küche (inklusive hochwertiger Kaffeemaschine und Saftpresse) fühlt sich herrlich an, gerade weil Auckland sich für einen Tag von seiner regnerischen Seite zeigt. Wir genießen unser Frühstück und Abendessen auf richtigen Stühlen an einem richtigen Tisch. Nichts muss man vorher ausklappen und aufbauen. Und dann das: eine Spülmaschine! Wer auch immer dieses Gerät erfunden hat, sollte tausend Orden erhalten. Als das Wetter am nächsten Tag es wieder zulässt, fahren wir mit der Bahn ins CBD von Auckland und spazieren an der Promenade entlang. Zurzeit findet das Art Festival statt und wir erleben eine Performance eines achtköpfigen Chores, der in leeren Speichertürmen im Hafen Klassik zum Besten gibt.

After having sold Bärbel, we’re sleeping in Airbnb’s for the last four nights. It feels very luxurious to finally have a big bed with a decent mattress as well as a beautiful bathroom and a fully equipped kitchen (not to mention the coffee machine and the juicer), especially because the upcoming day appears to be super rainy. Is there anything better than having breakfast while sitting on proper chairs at a proper table? I don’t think so. The dishwasher is a nice plus and very much appreciated. The weather looks better the next day, so we’re taking public transport into the city centre and walk at the waterfront. There is an art festival going on that weekend, so we get to listen to a free acapella concert in one of the empty storage towers at the harbour.

Unsere letzten zwei Nächte in Neuseeland verbringen wir dann im zweiten AirBnB, diesmal an der Northshore von Auckland, dort, wo die Reichen und Schönen wohnen. Vollgepackt mit unseren Siebensachen nehmen wir die Fähre vom CBD aus und überqueren den natürlichen Binnenhafen der Metropole. Dabei haben wir einen wirklich schönen Blick auf die Skyline. Wir werden sehr herzlich, ja quasi mütterlich empfangen und genießen erneut den bereits oben genannten Luxus alltäglicher Dinge. Es ist sehr warm, wir schnappen uns die zwei klapprigen Fahrräder und fahren zu einem der umliegenden Strände. Mein struppiger Bart mutiert als hervorragender Fliegenfänger, die ich später im Meer wieder herauswasche. Unseren letzten richtigen Tag verbringen wir wieder in der Innenstadt von Auckland. Über eine Walking Tour eines Reiseführers lernen wir die verschiedensten Ecken dieser Stadt kennen und stellen fest, dass es ganz nett ist, aber Wellington war irgendwie doch schöner. Einzigartig sind aber die 48 erloschenen Vulkane, die die Stadt und das gesamte Umfeld prägen. Wir stehen (nach schweißtreibender Wanderung) auf dem mit 196 m höchsten Vulkan und können gerade einmal sechs oder sieben weitere Vulkankegel ausmachen. Die restlichen sind über die Jahrtausende einfach zu stark erodiert. Der Ausblick ist aber echt schön! Da wir mehr davon wollen, beschließen wir zum Sonnenuntergang auf den 328m hohen Skytower zu liften. Im Boden der Aussichtsplattform sind Glasscheiben eingefasst und ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass Mama sich damals kaum getraut hat, diese zu betreten. Lotti ist anfangs ähnlich zögerlich, mir wird bei dem Blick in die Tiefe aber auch etwas mulmig zumute. Unser letzter Sonnenuntergang von hier oben ist beeindruckend schön. Als wir mit der Fähre spätabends zurückfahren, bekommen wir noch einmal den Blick auf die nächtliche Skyline zu sehen. Der Wow-Effekt bleibt irgendwie seit längerem aus, sind wir doch tatsächlich etwas Neuseeland-müde! Und in Gedanken werden ja auch schon die nächsten Abenteuer in Australien geschmiedet.

After two nights, we’re moving to a different Airbnb at the Northshore of Auckland (not intentionally, but we assumed we would sell the car at a much later stage of the trip). It is a totally different neighbourhood (I’d say most of the rich and famous might live here) and we get a beautiful view of the city’s skyline while taking the ferry to Bayswater. At the Airbnb, we’re receiving a warm welcome. Julia and her husband make us feel like arriving home. They’re British, so the first official act is having a little tea time were we get to know each other. Julia advises us to explore the nearby beaches, and we can gladly use their bikes to enjoy the summer day. My shaggy beard turns into a fly catcher but it’s nice to drive around and eventually a short dip in the sea allows me to get rid of the unwanted passengers. The next day, we’re heading to Auckland city centre again for a little walking tour that we found in one of the tour guides Julia provided. We get to know a lot more about the city itself, but in the end I have to admit that I liked Wellington much more. However, it is very interesting to learn more about the unique Auckland landscape. In this area, you can actually find 48 extinct volcanos. After a sweaty hike, we find ourselves on top of Mount Eden, which is the highest volcano in the city (with 196 metres). The view onto the crater and the city is amazing and we count seven other volcanos in the surrounding. For the last stop, we go on top of the Auckland Sky Tower. The tower itself is 328 metres high and some parts of the 360 degrees viewing platform consist of glass – Lotti is a bit scared at first. We watch an amazing sunset and it seems like the perfect last night being in New Zealand. While taking back the last ferry to Bayswater, we get another incredible view of the skyline. Still, I have to say that the number of wow-moments have decreased. That’s probably due to huge amount of things we already experienced in the last 50 days of traveling in New Zealand. Are we sick of traveling yet? I’d rather say, we’re sick of traveling in New Zealand, because we’re already planning our next adventures in Australia…

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Während ich dies schreibe, sitze ich mitten im nirgendwo auf dem Weg ins australische Outback. Es ist heiß, trocken und staubig. Wir hängen mit dem Blog ein wenig hinterher, aber das liegt wohl auch an den vergangenen zwei ereignisreichen Wochen, die wir bereits im australischen Bundesstaat Victoria verbracht haben. Dazu bald mehr…

While I am writing this post, I am sitting somewhere in the Australian outback. It is hot, dry and dusty. We are still behind in updating the blog, but that’s probably because of all the things that happened in the past two weeks traveling through Victoria. But more about that soon…

Processed with VSCO with av8 presetbis bald marius

#41 Cape Reinga: The most northerly point of New Zealand

Von Paihia geht es weiter Richtung Norden. Wir trennen uns für eine Nacht von Gesa und Rebecca, da wir keinen kostenlosen Campingplatz für Zeltschläfer auf der Route finden. Auch die Auswahl für Campervans ist eher dürftig, aber wir finden bei Mangonui einen netten Platz direkt am örtlichen Highway. Komfort und Ruhe wird hier überbewertet, und die lokal ansässige Gruppe von Hähnen sorgt sogar dafür, dass wir pünktlich um halb fünf morgens geweckt werden. Hahnenkampf beim Frühstück inklusive.

From Paihia we’re heading further north. For the next night, we decide (in consideration with Rebecca and Gesa) that it’s probably better to separate considering the spare amount of free camps that also allow tents. Even for self-contained campervans there are only a few choices so we can’t be picky. Close to Mangonui, we find a suitable spot next to the local highway which at least offers toilets. We can’t expect a lot of rest or comfort, but at least there is a free alarm (better speaking of continuing alarms) waking us up at 4.30 am the next morning. We just realize that we share the camping spot with an armada of roosters. On top of that, we get to see a serious rooster fight while having breakfast. What else can you ask for?

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Den Tag über verbringen wir in Kaitaia, der wahrscheinlich letzten wirklichen Ansammlung von Zivilisation im Norden Neuseelands. Hier fahren wir zuerst zu Smith & Smith, dem neuseeländischen Pendant zu Carglass. Das Karma ist in der vorletzten Woche unserer Neuseelandreise nicht auf unserer Seite und hat sich durch einen Steinschlag auf der Windschutzscheibe bemerkbar gemacht. Rückblickend auf die generelle Straßensituation des Landes wundert es mich aber, dass wir erst kurz vor Abreise einen Steinschlag kassieren. Direkt im Sichtfeld der Fahrerseite lässt sich der Steinschlag eher weniger gut vertuschen und ist dadurch auch ein Grund für potenzielle Käufer, den Preis zu drücken. Wir machen einen Termin für Montag aus und hoffen, dass es bei Reparaturkosten von 80 Dollar bleibt. Während Marius danach zum nächsten Surfspot fährt, setze ich mich mit Gesa und Rebecca in ein Café, wir tauschen Fotos der letzten Tage aus und planen unsere weitere Reise. Besser kann man einen regnerischen Tag nicht verbringen!

We spend the rather rainy day in Kaitaia, which is probably the last accumulation of civilisation in the north of New Zealand. First, we have to visit Smith & Smith, because we just discovered a stone chip at our windscreen. Karma is definitely not with us these days, but taking into account that the chip is quite obvious and that we have to sell the car within the next days, it’s a smart idea to repair it before potential buyers have something to negotiate the selling price one. Considering the general status of New Zealand roads, I am even wondering that a chip or a crack in the windscreen didn’t happen earlier. Anyway, we’re making an appointment for Monday and hope that it will only cost the estimated 80 dollars. While Marius decides to go for a surf, I am spending the rainy afternoon in a cute café with Gesa and Rebecca. We’re sharing pictures of the past adventurous days, plan our next trips and have a warm drink. There’s no better way of spending such a day!

Gegen späten Nachmittag heißt es dann, die nötigsten Einkäufe für die nächsten zwei Tage zu besorgen. Wir wollen am Rarawa Beach campen, und dort gibt es – außer Duschen und Toiletten – so ziemlich nichts. Ausgestattet mit genügend Proviant, Wein, und was man sonst noch zum Überleben benötigt, geht es von Kaitaia nach Rarawa. Es dämmert schon, als wir den Campingplatz erreichen und wir schlagen deswegen als erstes unser Nachtlager auf. Da es immer noch leicht regnet, beschließen wir, unser bislang unbenutztes Vorzelt herauszukramen, damit Gesa und Rebecca ihr nicht ganz regenfestes Zelt darunter aufbauen können. Den Rest des Abends feilen wir weiter an unserer Kartenspielkarriere, reden über Gott und die Welt und fallen schließlich hundemüde ins Bett/Zelt.

In the late afternoon we prepare everything for the upcoming two nights. Due to the fact that next to our camping spot at Rarawa Beach, there is basically nothing but bushland, we have to do groceries before and make sure we have everything to survive – food, wine and snacks. Dusk is falling when we finally arrive at Rarawa, so we quickly prepare everything for the night before making dinner. Due to the fact that it’s still raining slighty – and the tent of Rebecca and Gesa is not fully waterproof – we set up the never-used awing in front of our car. Rebecca and Gesa can put their tent underneath and there is still enough space for our table. The rest of the evening we spend playing cards, talking about everything and anything and finally collapse into bed/tent.

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Alle sind am nächsten Morgen erstaunt, dass das Vorzelt weiter standhaft dem Wind trotzt und wir begeben uns nach einem kurzen Frühstück direkt auf den Weg zum nördlichsten Punkt Neuseelands – Cape Reinga. Um unser Campinglager nicht abbauen zu müssen und Spritkosten zu sparen, fahren wir gemeinsam in Gesa’s und Rebecca’s Mietauto. Es ist ein entspanntes Gefühl, auf der Rückbank zu sitzen, aus dem Fenster zu schauen, zu lesen und zum ersten Mal wieder gegen den Sitz gedrückt zu werden, wenn das Auto beschleunigt.

We’re all surprised that the not-so-safe-looking awning is still standing the next morning even though the wind had increased. After a quick breakfast we start driving to Cape Reinga. Or to be more correct: we are driven by Gesa and Rebecca in their very comfy rental car. It’s such a difference to our old campervan and I kind of regret missing out on such a comfort when being on the road.

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Cape Reinga hat für Maori eine sehr besondere Bedeutung und ist der heiligste Ort Neuseelands. Der maorische Name des Kaps (Te Rerenga Wairua) heißt so viel wie „Absprungplatz der Toten“ und bezieht sich auf die Vorstellung, dass maorische Seelen bis zum Kap pilgern, um von dort aus nach Haiwaki, dem fernen Land ihrer Ahnen, zu reisen. Am Ende der Klippen steht ein einsamer Pohutukawa Baum, der angeblich über 800 Jahre alt sein soll. Der sonst rot-blühende Baum, an dem die Seelen aufsteigen, soll hier noch nie geblüht haben. Ob das tatsächlich stimmt, kann ich nicht bestätigen, aber zumindest bei unserem Besuch sah der Baum sehr karg aus. Vielleicht stimmt die Legende also.

Cape Reinga is of huge importance for the Maori people. According to the myth, the spirits of the death Maori travel all the way to Cape Reinga to depart to Haiwaki, the land of their ancestors. Therefore, Cape Reinga is the most spiritual place for Maori people. The Maori name of Cape Reiga is “Te Rerenga Wairua” which literally means “leaping-off place of spirits”. At the end of the cliffs, there is an 800-year-old pohutakawa tree, which the spirits will climb on their way. According to the myth, the tree never bloomed before. You can see the single tree on the pictures, and as a matter of fact, it was not blooming at all when we were there.

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Das Kap ist der nördlichste begehbare Punkt Neuseelands, und somit braucht es natürlich auch einen Leuchtturm. Wir schießen ein paar obligatorische Fotos und beobachten, wie Pazifik und Tasmanische See aufeinanderprallen. Auch wenn das Wetter nicht ganz auf unser Seite ist, zeigt der Ort sich trotzdem von einer wunderschönen und irgendwie magischen Seite.

Cape Reinga is not the most northern point, but the most northern accessible point. Of course, there has to be a light house. We take some compulsory pictures and observe how the Pacific Ocean and the Tasman Sea bump into each other at this point. Even though the weather is not the best, it still feels magical to be at such a beautiful place on earth.

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Es geht weiter Richtung 90 Mile Beach. Dieser Strand ist tatsächlich befahrbar und gehört zum neuseeländischen Straßennetz. Wir verzichten auf eine Probefahrt am Strand – uns fehlt der Mumm und ein Allradantrieb) und leihen uns lieber ein Bodyboard an den Te Paki Sanddünen aus. Die Dünen liegen direkt am 90 Mile Beach (der gar nicht 90 Meilen lang ist, sondern nur 55) und laden zum Sandsurfen ein. Ich bin noch etwas skeptisch, wir erfolgreich meine Versuche ausfallen werden. Die Sanddünen sind teilweise über 50 Meter hoch und damit die größten Dünen des Landes. Der Weg hinauf ist bekanntlich der anstrengendere Teil, und beim Zuschauen wird mir bereits etwas mulmig zu Mute – die ganze Angelegenheit erscheint mir ziemlich steil und ziemlich schnell.

The next stop is 90 Mile Beach. You can actually drive on the beach and it is part of the New Zealand road network. We skip a test drive (the rental car is not a four-wheel drive and hell yes, we’re not brave enough!) but rather rent a body board next to the Te Paki sand dunes. They are right next to 90 Mile Beach (which is actually just 55 miles long) and the biggest sand dunes in all New Zealand. I’m a bit sceptical of the height (the highest one is over 50 meters) and while observing other people surfing down the dunes with such a high speed, I’m not sure if I’ll risk a ride (taking into account that I am very much afraid).

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Wir suchen uns eine etwas seichtere Stelle für den ersten Versuch. Marius, als einziger männlicher Proband, wagt den ersten Versuch. Gekonnt surft er den Hang auf dem Bauch herunter. Nachdem auch Rebecca heile ins Tal surft, versuche ich mein Glück. Es kostet einige Überwindung, aber ich schaffe es schließlich kreischend hinunter. Was mir keiner gesagt hat – man sollte seinen Mund während der Fahrt eher geschlossen halten. Als ich unten ankomme, habe ich mehr als nur ein paar Sandkörner geschluckt. Eine wichtige Erfahrung reicher, wird die nächste Stunde zum Adrenalinkick pur. Wir suchen uns immer steilere Strecken, fahren über kleine Sandrampen und Marius nimmt sogar erfolgreich an einem kleinen Sandsurfrennen unter Briten teil. Keiner von uns vieren stürzt, während wir viele Sandsurfer sehen, die komplett im Sand baden. Jedes Mal ertönt ein „Oooh“ und „Aaah“ durch die Menge, wenn mal wieder jemand mit dem Gesicht im Sand bremst. Die Stimmung wird durch die Stürze jedenfalls nicht getrübt.

For the first try, we’re walking up to a rather shallow part of the dune. I probably don’t have to mention how exhausting it is to walk up a 50-meter-high sand dune. Marius, due to the fact that he’s the only male person in our tiny travel group, surfs first. It seems easy and safe, and also Rebecca gets down without breaking a bone. I am next. I hesitate a lot, but finally jump on the board and surf down – not to mention the screaming. No one told me beforehand, but it turns out to be a bad idea to open the mouth for screaming – at the end of my short ride, I have probably eaten more than just a few sand grains. But I lost my fear, and what then follows is a fun afternoon. We slowly take steeper rides and Marius even successfully competes in a little sand surf race with some British people. No one of our group crashes or falls, but we see a lot of other people braking with their bare face. Every time this happens, a “oooh” and “aah” emerges from the crowd of people. However, no one gets seriously hurt, and the atmosphere is just amazing.

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Glücklich und erschöpft (man sollte nicht meinen, dass es einfach ist, eine steile Sanddüne hochzuklettern) geht es zurück zum Campingplatz. Wir versuchen, uns beim Duschen von jeglichem Sand zu befreien – was nicht ganz so einfach ist – und verbringen den Rest des Tages am Strand und genießen die letzten Sonnenstrahlen. Zur Feier des letzten Abends gibt es eine Burger-Party und wir spielen (mehr schlecht als recht) Stadt-Land-Fluss. Es ist ein schöner (wenn auch windiger) letzter Abend mit Gesa und Rebecca, und wir sind alle etwa traurig, dass die beiden morgen bereits Richtung Auckland fahren müssen und es bald zurück nach Deutschland geht. Selbst das Vorzelt ist so geknickt, dass es dem Wind nicht mehr standhält und uns am Ende des Abends entgegenfällt.

Exhausted but happy (the walk up the sand dunes was always the worst) we’re driving back to the camping area. While showering, I try to get rid of all the sand, which is not as easy because the sand grains are just everywhere. The rest of the day we’re chilling at the beach and enjoying the last rays of sun. It is the last evening together with Rebecca and Gesa, so we make a big hashbrown-burger party to celebrate and play category games. We’re all sad their time in New Zealand has already come to an end, and even our awning crashes down at the end of the night because it can’t stand it anymore.

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Der nächste Morgen ist geprägt von Abschiedsschmerz. Während die Mädels sich auf den Weg Richtung Flughafen begeben, fahren Marius und ich erst einmal nach Kaitaia, um unser Windschutzscheibenproblem in Angriff zu nehmen. Die Reparatur verläuft wenig erfolgreich, und wir müssen tatsächlich über einen kompletten Scheibenwechsel nachdenken – 300 Dollar, die wir so nicht eingeplant haben. Hinzu kommt, dass unsere ersten zwei Autobesichtigungen wenig erfolgreich verlaufen – wir finden erstmal noch keinen Käufer für Bärbel, und unsere Nervosität steigt ins Unermessliche. Es bleibt uns jetzt nur noch knapp eine Woche, um die Windschutzscheibe ersetzen zu lassen, das Auto irgendwie in der Nähe von Auckland zu verkaufen, die Stadt selbst zu erleben und unsere weitere Reisezeit ab Melbourne zu planen. Da sag mal einer, dass so eine Reise nicht doch auch ziemlich stressig und nervenaufreibend sein kann!

The next morning can be characterized by sheer pain of parting. While the girls start their trip down to the airport in Auckland, Marius and I drive back to Kaitaia to let the windscreen get fixed. To keep it short, the repair didn’t go successful – which means that we probably have to pay 300 dollars for a new windscreen within the next days. Besides that, our first inspections with potential buyers of the car didn’t work out well – no one is interested to buy it! We’re getting quite nervous, because we now only have a week left to get the windscreen fixed and the car sold – not to mention that we want to explore Auckland as well and that we have to plan our further travels when we’re back in Australia. At least this situation shows, that traveling can be stressful – but I am still sure everything will work out well!

bis bald charlotte

#40 Coromandel, Whangarei and Bay of Islands: Why not book a $268 cruise?

Nach unserem Kurzaufenthalt in Mount Maunganui und der Einsicht, dass dort ziemlich viele, ziemlich fitte Neuseeländer leben, deren Fitness-Credo daraus besteht, täglich mehrmals Mount Maunganui zu besteigen, geht es weiter auf die Coromandel Halbinsel. Das Wetter ist schön, wir kommen gut voran und Marius hat am späten Nachmittag sogar noch Zeit, bei Opoutere zu surfen. Währenddessen versuche ich, mein eigenes Sportprogramm durchzuziehen (man kann sich ja schließlich nicht gehen lassen). Ich ziehe mir brav meine Sportsachen an und rolle meine Sportmatte auf dem angrenzenden Rasen aus. Nach den ersten Situps stelle ich fest, dass der Rasen vor Sandfliegen wimmelt. Sobald ich mich hinlege, habe ich sprichwörtlich eine Wolke von Sandfliegen über meinem Körper. Ich probiere eine Rasenfläche aus, die weiter vom Strand entfernt liegt. Auch hier gebe ich nach wenigen Minuten auf. Sandfliegen zehren weiter nach meinem Blut. Die Sportmatte wird also wieder eingerollt, ich verschiebe mein Sixpacktraining auf eine Sandfliegen-freie Location in den nächsten Tagen und entscheide mich für ein kurzes Sprinttraining. So schnell wie ich renne, da kommt keine Sandfliege hinterher. Übrigens gibt es hier in Neuseeland ziemlich viele Sandfliegen. Ob es jetzt mehr auf der Süd- oder Nordinsel gibt, das habe ich noch nicht abschließend evaluiert.

After our short stop at Mount Maunganui, where we realized that Mount Maunganui people are very fit and love to hike up the mountain several times a day, we’re heading further to Coromandel Peninsula. The weather is beautiful and the roads are easy. Marius even finds time to go for a quick surf in the late afternoon when we arrive at Ouputere. Meanwhile, I am trying to comply with my own workout schedule. I quickly change into my sportswear and roll out my mat on the grass next to our van. After finishing the first round of sit-ups, I realise that the grass is contaminated by sandflies. Even if I just quickly lie on my mat for a second, I find myself covered in a massive cloud of aggressive biting insects. I try another grassy area which is a bit further away of the beach, but also give up eventually and decide that I don’t want to be bitten to death. Instead of working on my sixpack – which I reschedule to a sandfly-free location – I decide to do some sprints on the parking area, which also allows me to escape the insects. Unfortunately, you will find sandflies on many beaches in New Zealand.

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In der Nähe von Opoutere finden wir einen schönen und kostenlosen Campingplatz für die Nacht. Am nächsten Morgen wollen wir früh weiterfahren, um noch vor den Touristenscharen zum Hot Water Beach zu kommen. Hier buddelt man sich mit Spaten Löcher in den Sand und kann, dank der heißen Quellen, in badewannenwarmen Sandlöchern sitzen (wie es der Name bereits suggeriert). Der Wecker klingelt um Viertel vor Sieben, und die Sehnsucht nach einem warmen Bad treibt uns an. Das Frühaufstehen wird belohnt: Wir ergattern einen der wenigen kostenfreien Parkplätze direkt am Strand. Zur Belohnung gibt es erstmal einen frischen Kaffee und Frühstück. Ich liebe die neidischen Blicke von vorbeigehenden Passanten. Es ist einfach wahnsinnig praktisch, seine Küche immer und überall dabei zu haben.

 Close to Opoutere, we find a nice and free camping spot for the night. The next day we want to start early and visit the Hot Water Beach before it gets hit by the tourist crowds. At Hot Water Beach, you can dig your own hole into the sand and enjoy bathtub-warm water coming out of the hot springs in the ground. The alarm rings at quarter to seven and the desire for a hot bath gets us moving out of the warm bed pretty fast. We’re lucky to catch on of the last free parking lots at Hot Water Beach and first decide to have breakfast – I love how people jealously look at our breakfast table when they run past. It is definitely convenient to always have your kitchen with you.

Unser Frühstück dauert länger als gedacht, und so ist der Strand bereits brechend voll und die ersten dreißig Löcher schon gebuddelt. Wir haben wieder Glück und ein holländisches Pärchen überlässt uns ihr Sandloch. Die beiden haben bereits genug geplantscht. Marius ist enttäuscht, kein Loch buddeln zu können. Wir haben doch extra einen Spaten für fünf Dollar ausgeliehen. Ich überlege nicht lange, ob es besser wäre, sein eigenes Loch zu buddeln, und entscheide mich für ein erstes Bad. Der erste Eindruck: Das Wasser ist verdammt heiß. Ich fühle mich, als würde ich in einem Wasserkocher sitzen. Bloß nicht mit den Zehen im Sand graben, denn je weiter man in die Tiefe vordringt, desto wärmer wird es. Zumindest ist die Luft noch kühl und sorgt für einen notwendigen Temperaturausgleich. Marius hilft indessen einem älteren britischen Pärchen beim Buddeln. Die beiden erhoffen direkt neben uns auf eine weitere heiße Quelle zu stoßen. Nach zehn Minuten schweißtreibender Arbeit folgt die Ernüchterung: Leider nur kaltes Wasser. Wir bieten an, unser Loch mit ihnen zu teilen und unterhalten uns nett über zukünftige Reisepläne. Die beiden haben einen richtigen Caravan und reisen deutlich luxuriöser als wir.

Our breakfast takes longer than expected and so we find the beach already crowded by tons of tourists. They already digged at least 30 holes into the sand. We’re lucky again and a Dutch couple is about to leave. They are offering us their spot and I don’t decline. Marius however seems a bit disappointed that we don’t have to dig anymore. We actually rented a spade for five dollars, but I don’t care anymore and quickly change into my bikini. The first impression after getting into the sand hole: It’s very, very hot. I seriously feel like I instantly burn myself. The more you dig with your toes into the sand, the worse it gets. After a while, I’m getting used to it. Meanwhile, Marius supports an older British couple who chose to dig a hole right next to ours – hoping that there will be hot water, too. After ten minutes of collective digging, there is nothing more than a cold stream of water, and we generously offer to share our little pool to cure their disappointment.

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Mit roter Körperrückseite (das heiße Wasser in den Sandlöchern ist leider maximal 20 cm tief) geht es nach einer guten Stunde zurück zum Auto. An der Stranddusche versuche ich wenig erfolgreich, mich irgendwie vom Sand zu befreien. Zumindest friere ich nicht. Ein zweites Frühstück später geht es weiter nach Hahei. Von hier aus kann man zur Cathedral Cove wandern, einer Höhle an der Mercury Bay. Am Parkplatz entscheiden wir, dass wir jung genug sind, um auf den 10 Dollar Shuttle Bus zum Anfang des Wanderwegs zu verzichten. Der Wanderweg (und der Weg dorthin) ist ein angenehmer Spaziergang. An einem Sonntag wie diesem aber leider auch brechend voll. Nach anderthalb Stunden erreichen wir Mercury Bay und die Kathedralen Höhle. Beeindruckend, ja, aber leider überschwemmt von Touristen. Auch das Wetter spielt nicht mehr ganz so mit, und so entscheiden wir nach einer kurzen Trinkpause, dass wir lieber wieder den Heimweg antreten. Auch die Wettervorhersage für die nächsten Tage ist eher mäßig, daher verlassen wir die Coromandel Halbinsel auf schnellstmöglichem Wege und treten die Weiterfahrt nach Norden an.

Our backs are pretty red and we decide to go back to the car after an hour. At the beach shower, I try to get rid of all the sand – impossible, but at least I’m not freezing. After a second breakfast, we’re driving further to Hahei. From here, you can walk to Cathedral Cove, a beach with a massive cave. At the parking area, we decide to skip the ten-dollar shuttle bus to the beginning of the trek and rather keep fit by walking. The trek (and the way to the trek) is pretty easy and the views on the ocean are amazing. After one and a half hours, we finally reach Mercury Bay and Cathedral Cove. It’s Sunday and packed by tourists, and we therefore just quickly take a look before heading back to the car. It starts to rain and the forecast for the next days does not seem promising, too, so we decide to leave Coromandel Peninsula as quickly as possible and head up further north.

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Wie gerufen kommt die Idee von Gesa und Rebecca (aufmerksame Leser erinnern sich zurück, dass wir mit beiden bereits in Queenstown gepicknickt und das Tongariro Crossing bestritten haben), den oberen Teil der Nordinsel zusammen zu erkunden. Wir starten in Whangarei, ungefähr 160 Kilometer von Auckland entfernt. Whangarei wird übrigens nicht mit W ausgesprochen, sondern mit F. Das ist bei allen Städten so, die mit Wh beginnen. Der Name der Stadt Whangarei stammt aus der maorischen Sprache und bezieht sich auf die wartende Prinzessin Reipae. Da es weiterhin in Strömen regnet, entscheiden wir uns, Rebecca und Gesa ins YHA Hostel zu folgen. Hier dürfen wir unser Auto für 22 Dollar pro Person pro Nacht parken. Das ist bislang die teuerste Campingnacht, bringt aber auch entscheidende Vorteile: unbegrenzt heiße Duschen, einen Whirlpool, einen Swimmingpool, eine gutausgestattete Küche, eine Art Wohnzimmer und Martin, dem Hostelbetreiber, der wie selbstverständlich die morgige Tourplanung übernimmt. Wir verbringen den Rest des Abends im Whirlpool, kochen Spaghetti, trinken Rotwein und werden von Gesa und Rebecca in die Regeln von Wizard eingeführt. Marius und ich verlieren kläglich.

Right on cue, Rebecca and Gesa (you might remember them from our posts about Queenstown and the Tongariro Crossing) suggest to explore the Far North together. We meet in Whangarei, which is around 160 km north of Auckland. You probably pronounce it false, but Whangarei is spoken ‘Fangarei’. This pronunciation applies to all Maori words beginning with ‘Wh’. Because it’s still raining cats and dogs, we book the same hostel as Gesa and Rebecca. For 22 dollars per night and per person it is the most expensive camping spot so far – but at least we get extras like a whirlpool, a swimming pool, unlimited hot showers as well as a nice kitchen and living room. On top of that, the owner Martin takes over our planning for the next day. We spend most of the time chilling in the whirlpool, before cooking pasta together, drinking red wine and playing Wizard (a German card game).

Am nächsten Tag geht es dank Martin’s Planung zunächst zu den Whangarei Falls, einem riesigen Wasserfall keine 300 Meter vom Hostel entfernt. Von dort aus spazieren wir durch den angrenzenden Wald und fahren danach (auf Empfehlung von Martin) nach Tutukaku. Von hier starten wir eine dreißigminütige Wanderung zu den Meerjungenfrauenpools. Die Wanderung ist anstrengender und schlammiger als gedacht, und wir sind alle etwas enttäuscht, dass keine Meerjungfrauen in den natürlichen Pools schwimmen. Da muss Martin uns also etwas angelogen haben. Durch die aufkommende Flut erscheint es zu gefährlich, sein eigenes Meerjungfrauenpotential zu testen, und so entscheiden wir uns gegen ein Bad und für den Rückweg. Am wunderschönen Strand von Matapouri wird ein kurzer Mittagsschlaf eingelegt, aber hier werden wir schließlich von Sandfliegen verjagt. Für die Nacht fahren wir nach Sandy Bay auf einen Campingplatz, wo auch Gesa und Rebecca ihr Zelt kostenlos aufstellen können. Während Marius surfen geht, bereiten wir langsam das Abendessen zu. Er hat seine Hausfrauen gut im Griff und kommt genau dann wieder aus dem Wasser, als das Essen fertig auf dem Tisch steht. Zur Couscouspfanne mit Brokkoli (wir sind alle erstaunt, dass Marius den Brokkoli plötzlich mag), gibt es wieder Wein und darauffolgend endlose Runden Wizard. Die Stimmung ist beflügelt und heiter, und wir überlegen, was wir am nächsten Tag unternehmen könnten. Wir wollen zur Bay Of Islands, einer Küstenregion mit 144 Inseln. Ich stöbere durchs Internet und finde eine 268 Dollar teure 22-stündige Kreuzfahrt durch die Bay Of Islands. Die Beschreibung klingt überzeugend, wir wägen Vor- und Nachteile trotzdem gewissenhaft ab. Schlussendlich überwiegt der Abenteuergeist den Geldbeutel, und ich buche vier Plätze. Morgen um 17 Uhr geht es los, und Marius und ich werden zum ersten Mal seit über einem Monat nicht in unserem Campervan schlafen.

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The next day, we follow Martin’s suggested tour plan and first visit the Whangarei falls, just 300 meter away from the YHA hostel. We take a nice walk through the forest and then head further to Tutukaku (of course recommended by Martin as well). From here, we can start a 30-minute hike to the mermaid pools. The trek is muddier and steeper than expected, and we’re all a bit disappointed to not find any mermaids swimming in the natural pools. Martin might have set our expectations too high. Because of the rising tide, we decide to skip exploring our own mermaid potential by taking a bath and rather go back. We stop at Matapouri for an afternoon nap, but – you won’t believe it – sandflies getting us back to our car quickly. We look for a camping spot for the night and just have to drive to one of the next beaches. We stop at Sandy Bay, which is just minutes away from Matapouri. While Marius is taking the opportunity for a surf, the girls slowly start to prepare dinner (we take gender stereotypes seriously). After dinner, we play endless rounds of Wizard and think about the next day. We all want to explore Bay of Islands, a coastal region with 144 islands. I browse through the Internet and find a 22-hour cruise for 268 dollars departing the next day. The description sounds convincing, but we take time to weigh all the pros and cons. In the end, our desire to pursue a real adventure wins and I book 4 seats on the boat.

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Die Stimmung am nächsten Tag ist euphorisch. Ich habe noch nie auf einem Boot geschlafen, und bin etwas nervös, dass ich den Wellengang eventuell nicht vertragen könnte. Die Reisetabletten liegen im Rucksack bereit. Wir packen noch am Campingplatz unser Gepäck für die nächste Nacht und machen uns auf nach Paihia, von wo aus die Schifffahrt starten wird. Mit dem Schlauchboot werden wir am Pier abgeholt und auf das Holzboot gebracht, was passenderweise den Namen „The Rock“ trägt. Die Crew ist jung und der Betreiber Timo ist sogar deutsch (er spricht aber nur noch Englisch, wie sich herausstellt). Das 22-stündige Abenteuer beginnt mit einer Vorstellungsrunde. Um schnell neue Freunde zu finden, darf jeder ein Geheimnis über sich verraten und dreimal mit einer Paintballpistole auf eine Plastikente schießen, die hinter dem Boot hergezogen wird. Wer die Ente trifft, bekommt ein Freigetränk. Marius trifft gleich zweimal und gönnt sich ein erfrischendes Bier. Insgesamt haben 44 Passagiere Platz auf The Rock. Es gibt mehrere Kabinen am oberen Deck, zwei Toiletten und zwei Duschen. Im unteren Teil befindet sich die Bar, Tische, Sofas und ein Pool-Tisch. Währenddessen geht es direkt weiter mit dem Entertainmentprogramm. Jetzt heißt es, das Abendessen zu Angeln!

The next morning, everyone is excited. I never slept on a boat, and are a bit scared of getting sea sick. We take our time to pack our luggage for the next night (including tablets against sea sickness) and drive to Paihia, the starting point of the cruise. At 5 pm, we’re collected with an inflatable, which brings us to the wooden cruise boot named “The Rock” (what a suitable name, isn’t it?). The crew seems quite young and the owner and boat driver Timo is even German (but actually doesn’t speak German anymore, as we find out quickly). The 22-hour adventure starts with a little round of introduction of the cruise passengers. To quickly make new friends, everyone states a little secret about himself and then shoots on a plastic duck at the back of the boat (of course not with a real gun, just paintball). The person that hits the duck will get a free drink. Marius even scores two times and allows himself a nice and cold beer. In total, the boat can accommodate 44 passengers. On top of the boat, you’ll find the cabins and two showers. Downstairs, there is the bar, tables, two toilets and a pool table. Meanwhile, we’re already into our second activity: fishing dinner!

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Die Vorgaben sind streng. Wir angeln den Snapper, der in diesen Gebieten anscheinend häufig vorkommt. Um Überfischung zu vermeiden, muss der Fisch mindestens dreißig Zentimeter lang sein. Ich verzichte dankend auf die Möglichkeit, und vertreibe meine Zeit, Fotos vom Spektakel zu schießen. Es werden so einige Snapper aus dem Wasser geholt, aber glücklicherweise ist jeder Fisch zu kurz. Marius zieht zum Schluss den größten Snapper aus dem Wasser, aber die Messung ergibt, dass der Fisch zwei Zentimeter zu kurz ist. Der Weg auf den Grill ist damit versperrt und der Fisch wird wieder zurück ins Wasser geworfen.

Processed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetDas Abendessen bleibt trotz hartnäckiger Bemühungen fischfrei, ist aber trotzdem ungemein lecker. Das mag auch an der Tatsache liegen, dass wir mal nicht kochen müssen. Nach dem Abendessen und einem kurzen Kartenspiel wartet wohl das beste Erlebnis auf uns: Wir fahren in totaler Dunkelheit Kajak! Die Buchten in der Bay Of Islands sind bekannt für fluoreszierendes Plankton. Wir haben Glück, der Himmel ist bewölkt, frei von störendem Mondschein und schon einige Meter vom hellen Boot entfernt erzeugen unsere Paddelschläge ein helles Leuchten im Wasser. Unter uns erkennen wir Fische, die wie Blitze durchs Wasser rasen, da sie das Plankton durch Bewegung dazu anregen, das tagsüber aufgenommene Sonnenlicht wieder abzustrahlen. Es gleicht Sternschnuppen im Wasser und wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der absolute Wahnsinn!

The rules are strict. We are fishing snappers, a fish that seems quite common in the Bay of Islands. To avoid overfishing, we can only use snappers that are longer than 30 centimetres. I decide to better not participate and rather take over the photo part. It doesn’t take long until the first snapper bites. Luckily, every fish appears way too short to become tonight’s dinner. Marius is the closed with a snapper around 28 centimetres long. But still, the fish is thrown back into the water. Dinner therefore stays fish free but is still delicious. That might also be due to the fact that we don’t have to cook for ourselves. After dinner, the best activity of the whole cruise starts – night kayaking! We’re lucky that the sky is cloudy and the bay is therefore super dark. A few metres away from the Rock, we already create lightened water with our paddles. Below us, there are fishes swimming like flashes. Every movement gets the fluorescent plankton to loosen up the collected sunlight. It feels like we see shooting stars in the water. It looks absolutely incredible and is a moment I’ll probably never forget.

Nach einer kurzen aber angenehmen Nacht klingelt die Frühstücksglocke um acht Uhr. Nach einem leckeren Frühstück beginnt der Tag mit Schnorcheln. Wir sollen Seeigel vom Meeresgrund aufsammeln. Die Seeigel verbreiten sich rasend schnell in der Küstenregion und sorgen nicht nur hier dafür, dass die Unterwasserwelt fast vollständig verschwindet. Auch wenn das Wasser keine Badewannentemperatur wie in Asien besitzt, ist mein Ehrgeiz geweckt: So viele Seeigel wie möglich sammeln! Zum Schutz bekommen wir Handschuhe, um die Seeigel vom Grund zu entfernen. Es ist leichter gesagt als getan, die stacheligen Kugeln vom Boden zu entfernen und ein komisches Gefühl, die Seeigel in der Hand zu halten, da man merkt, dass sie noch leben und sich bewegen. Alle Seeigel werden in einem riesigen Beutel gesammelt. Zurück an Bord schneiden wir zwei Seeigel auf und die Crew erklärt uns das Innenleben des Seeigels. Mit fünf Mägen und fünf riesigen Zähnen ist dieses Tier ein richtiges Monster! Nathan, der Neue in der Crew, darf die gesamten Innereien des Seeigels ausschlürfen. Lecker! Die Eier bzw. Roben der Seeigel gelten in Asien übrigens als Delikatesse und für ein Kilogramm zahlt man 500 Dollar. Jeder Seeigel enthält aber kaum mehr als einen halben Teelöffel des „Seeigel-Kaviars“. Der Rest der Seeigel wird nach Paihia gebracht und dort ordnungsgemäß entsorgt.

After a short but comfy night, the breakfast bell rings at 8 o’clock. After breakfast, we get into our snorkelling outfits. This time, it is not so much about enjoying the sea life, but rather to collect sea urchins in order to save the diverse marine life in Bay of Islands. The sea urchins are a real pest here and take over everything. Even though the water does not have a comfy temperature to snorkel, I love the idea to do something good for mother nature. We also get gloves to secure our hands when getting the urchins off the ground. It is a very, very weird feeling to hold them in our hands, especially because they are moving (of course, they’re still alive). All the sea urchins are collected in a big bag and brought back to the boat. Here, we’re opening two of them and the crew members explain some facts about the animals. A sea urchin actually has five stomachs and five huge teeth. It really looks like a sea monster! Nathan, the newest member of the crew, has to eat the offal. Yummy! The eggs of the sea urchin are actually a delicatessen in Asia and you pay more than 500 dollars for a kilogram. However, you only get half a teaspoon ‘caviar’ out of every sea urchin. The rest of the collected sea urchins will be brought back to Paihia and properly destroyed.

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Komplett K.O. kommen wir gegen Nachmittag wieder in Paihia an. Was ein Abenteuer! Ich habe das Gefühl, noch nie so viel in so kurzer Zeit erlebt zu haben. Die 268 Dollar und unsere Spontanität haben sich auf jeden Fall gelohnt!

Completely exhausted, we’re brought back to Paihia in the afternoon. What an adventure! I feel like I never experienced so much in such a short amount of time. The cruse was definitely worth every dollar!

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bis bald charlotte

#39 Mt. Taranaki region, Raglan & Mt. Manganui: From West to East Coast

Hawera – der Ort unserer letzten Übernachtung – ist für mich als Surfer ein willkommenes Sprungbrett, denn ungefähr ab hier beginnt Neuseelands Surf-Highway 45! Wir brechen nach einem schnellen Frühstück direkt auf, um die nächsten Surfspots anzusteuern. Von nun an für die nächsten drei Tage immer zu unserer Rechten: der Mount Taranaki, ein fast perfekter Vulkankegel. Leider haben wir kein einziges Foto davon geschossen, deswegen seht ihr hier eines aus dem Internet. Schaut man sich die Karte genauer an, sieht man, dass das Land um den Vulkan kreisrund aus dem Meer herausragt. Dieser Vulkan ist mit seinen etwa 135.000 Jahren geologisch gesehen noch vergleichsweise jung und hat sich erst während seiner Wachstumsphase mit der Nordinsel verbunden. Der letzte Ausbruch war Mitte des 19. Jahrhunderts und so zählt der Vulkan noch zu den Aktiveren seiner Art. Anstatt aber nun über den Surf in dem Dörfchen Opunake zu berichten (nur so viel: es war perfekt und der Blick vom Wasser auf den Mt. Taranaki war atemberaubend schön), beschreibe ich den maorischen Mythos und damit das Schicksal dieses Vulkans:

Taranakis Zuhause war einst die Mitte der Nordinsel mit all den anderen Vulkanen (Pihanga, Ruhapehu, Tongariro, Ngauruhoe,…). Pihanga wurde aufgrund ihrer Schönheit von allen anderen Bergen begehrt, und so brach ein Streit zwischen ihnen aus. Tongariro gewann die Oberhand, weswegen Taranaki die Flucht gen Westen ergriff, dorthin, wo er heute noch zu finden ist. Wenn sich Taranaki in Regenwolken einhüllt, weint er über die verlorene Liebe zu Pihanga. Wird er von der Abendsonne in orangene Farben getaucht, möchte er Pihanga aus der Ferne beeindrucken. Im Gegensatz dazu sendet der Vulkan Tongariro regelmäßige Warnungen an Taranaki aus, indem der ausbricht und seine Wut entlädt.

Hawera, the place of our last night, is the starting point of the so-called surf highway 45. We have a quick breakfast and head off to the next surf spots immediately. For the next three days, we will drive around Mount Taranaki, a volcano with probably the most perfect volcanic cone. Unfortunately, we totally forgot to take a picture of the mountain, but we’re sure you’re happy with a Google picture as well. If you’re looking closer on the map, you’ll see that the volcano peaks circularly through the sea level. Being only 135.000 years old, the volcano is geologically-speaking quite young and only grew together with the North Island during its growth phase. The last eruption was in the middle of the 19th century, that’s why you can depict the volcano more active than others. I won’t bother you with boring details about my surf sessions that I had in Opunake (just telling you that it was amazing and I had an incredible view on the volcano), but instead I will tell you the Maori mythos describing the fate of the volcano:

According to Māori mythology Taranaki once resided in the middle of the North Island, with all the other New Zealand volcanoes (Pihanga, Ruhapehu, Tongariro, Ngauruhoe,…). The beautiful Pihanga was coveted by all the mountains, and a great battle broke out between them. Tongariro eventually won the battle and caused Taranaki to flee. Taranaki himself headed westwards, and as the sun came up Taranaki became petrified in his current location. When Taranaki conceals himself with rainclouds, he is said to be crying for his lost love, and during spectacular sunsets, he is said to be displaying himself to her. In turn, Tongariro’s eruptions are said to be a warning to Taranaki not to return.

Source: Taranaki TOurs
Source: Taranaki Tours

 

New Plymouth ist unser nächstes Ziel. Ich kenne diese Stadt (und auch den Surf Highway) schon von einem kurzen Urlaub während meiner Zeit in Neuseeland vor knapp 10 Jahren und habe die Qualität der Wellen rund um New Plymouth schätzen gelernt. Das wird mir dieses Mal leider verwehrt. Wir klettern den Paritutu Rock hinauf und haben einen überragenden Ausblick. Leider war der Mt. Taranaki mal wieder am Heulen (er war komplett in Wolken gehüllt). Der Abstieg hatte es echt in sich und wir mussten auf allen Vieren herunterklettern. Die Wettervorhersage verspricht nichts Gutes, daher machen wir noch schnell schöne Fotos bei Sonnenschein von Bärbel für den Verkauf. Kaum zu glauben, aber die Zeit in Neuseeland neigt sich schon dem Ende entgegen und wir müssen Bärbel bald online inserieren.

Our next destination is New Plymouth. I already know the city (as well as the surf highway) from a short trip that I did ten years ago. I remembered how good the surf was in New Plymouth, but unfortunately, I don’t get the chance to surf this time. Instead, we take the time to do a quick and steep climb up to Paritutu Rock. The view is amazing, but Mount Taranaki is covered in clouds (crying, as always). The way back suddenly turns out the be tougher than expected and we literally crawl back on all fours. The weather forecast for the next days doesn’t seem so promising, so we decide to already take pictures of our car and the interior. Time is running and the days in New Zealand quickly come to an end. This also means it’s time to advertise and sell our lovely car.

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Wir verbringen den darauffolgenden Regentag im Auto und fahren über vier Stunden plus Pausen bis nach Raglan – Neuseelands bekanntester Surfspot. Ja, auch hier war ich schon einmal. Ich freue mich, dass wenigstens ein paar kleine Wellen ankommen. Die Stimmung im Wasser ist entspannt, ich treffe einen Surfer aus Opunake wieder und komme mit zig anderen ins Gespräch. Einer surft ohne Neoprenanzug auf seinem alten Longboard und hat einen langen Bart, der vom Fahrtwind wirbelt. Ich muss an einen surfenden Dumbledore denken, der auf einem Feuerblitz reitet (der bärtige Surfer war tatsächlich echt gut). Die zweite Session wird auf der einen Seite vom Sonnenuntergang, auf der anderen von einem herannahenden Gewitter umrahmt. Ich nehme noch eine lange Welle und klettere über die glitschigen Steine lieber in Sicherheit.

We use the next day to drive up to Raglan – the four hours’ drive doesn’t feel bad with all the rain. Raglan is the most prominent surf spot in New Zealand, and of course, I’ve been here before. I’m happy to see, that the little waves allow me to surf here, again. The atmosphere in the line-up is relaxed, I run across a surfer I’ve already met in Opunake and chat with various other surfers. One is surfing on his long board without a wetsuit and his long beard flutters funnily in the breeze. He reminds me of a Dumbledore riding a firebold. The second session at sunset ends with an approaching thunderstorm and I better decide to get out of the water before I get hit by lightning strikes.

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Da das Wetter an der Westküste schlecht bleiben soll, beschließen wir an die Ostküste zu fahren. Da wir sowieso durch Hamilton kommen, waschen wir in einer Laundry unserer Wahl unsere gesamte Wäsche. Wurde auch mal wieder Zeit. Die Wäscherei liegt wohl in einem der sozial schwächeren Viertel und wir sind über die vielen, stark übergewichtigen Menschen erschrocken. Aber auch wir müssen mal essen und ich vertreibe mir die Wartezeit mit dem Verzehren der Reste vom Vorabend. Und da wir gerade schon beim Essen und den alltäglichen Erledigungen unseres Camperdaseins sind: wir müssen auch mal wieder zum Supermarkt Pak´n´Save, um etwas für Abendessen und Frühstück zu besorgen. In Tauranga, kurz vor dem beliebten Küstenort Mt. Maunganui, kaufen wir ein und treffen zwischen Käse und Bananenbrot mal wieder Tim und Becky. Wieso mal wieder? Naja, die beiden haben wir vor über vier Wochen im Süden der Südinsel sporadisch kennen gelernt und haben sie seitdem an den komischsten Orten wiedergetroffen: bei einer Nachtwanderung zu den Glühwürmchen in Franz Josef, in Wellington auf dem Museumsparkplatz oder beim Wandern auf dem Mt. Tongariro. Und nun hier im Supermarkt, insgesamt bereits das sechste Mal! Und daher verdienen Tim und Becky hier eine Erwähnung. So klein ist also Neuseeland. Gute Reise euch beiden weiterhin, wir sehen uns bestimmt noch einmal!

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Because the weather continues to be rainy on the west coast, we decide to drive to the east coast. At Hamilton, we do a quick stop and do our laundry. The laundromat appears to be in a poorer district of the city, and we’re shocked by all the obese people we observe. While waiting for our clothes to dry, I am eating the leftovers from yesterday night – a camper can get hungry, too! Close to Mount Maunganui, we have to do groceries as well. Between banana bread and cheese, we crash into Tim and Becky again. Again? Well, we met the couple already various times on our road trip through New Zealand (while doing a glow worm night walk at glacier Franz Josef; on a parking lot in Wellington; or while hiking up Mt. Tongariro). And now in a supermarket for the sixth time, which means it’s definitely time to mention these two on our blog and also shows, how small New Zealand actually is! Safe travels for you two, and we’re sure we bump into each other again.

Am späten Nachmittag erreichen wir die Stadt Mt. Maunganui und erklimmen den gleichnamigen Miniaturvulkan/Hügel/Berg. Er ist immerhin mit 232 mehr als doppelt so hoch wie die Halde Hoheward. Anschließend greife ich mir noch ein paar Wellen ab, wir duschen schnell an einer kalten Stranddusche und begeben uns auf die Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Tags darauf schlendern wir bei strahlendem Sonnenschein durch die Straßen, schauen einem Schwimmwettbewerb zu und genießen ein Eis. Das Leben ist schön.

Late afternoon, we arrive at Mount Manganui and start by exploring the coastal city from top of the little mountain. Mount Manganui is with 232 m height double the height of the Hoheward slag heap. Afterwards, I am jumping into the water for a quick surf before showering at the cold beach shower and searching a spot for the night. The next day, we enjoy perfect sunshine weather, watching the local swimming competition and enjoying some ice cream. How perfect travelling can be!

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Processed with VSCO with av8 presetbis bald marius

#38 Tongariro Alpine Crossing: Best hike of New Zealand!

Der Wecker klingelt um fünf Uhr morgens. Wir wachen verschlafen auf und quälen uns langsam aus den warmen Betten. Es ist immer noch dunkel und die elf Grad Außentemperatur auf unserem Campingparkplatz wirken wenig einladend. Genauso wenig wie die Dixi Toilette am Parkplatzende. Für zehn Dollar pro Person bekommt man anderswo deutlich luxuriösere Sanitäranlagen. Wir schmeißen uns direkt in unsere Wanderoutfits, die wir schon am Abend zusammengelegt haben. Zwiebellook heißt bei diesen kalten Temperaturen die Devise. Ich rationiere unser Essen für den Tag großzügig und schmiere die Butterbrote. Aus dem Abel Tasman Drama haben wir gelernt, dass zu wenig Essen die Wanderlaune erheblich senken kann. Eine Rolle Toilettenpapier findet auch den Weg in unsere Rucksäcke – auch diese wird sich als lebensnotwendig erweisen. Dazu noch ein paar Schmerztabletten, Blasenpflaster, Tape, und was man sonst noch gebrauchen kann, um eine achtstündige Wanderung zu überleben.

We wake up at 5 am. Tired after only a few hours of sleep, we are slowly crawling out of our warm nest. It is still dark outside and the temperature of 11 degrees outside of the van does not seem inviting, similar to the dirty portable toilets at the end of the camping ground. For 10 dollars per person you usually get more luxurious sanitary installations. We quickly change into our hiking outfits that we already prepared the night before. With regard to the relatively cold temperatures, we go for the onion look. I am responsible for rationing our todays food supply and prepare some sandwiches. After our food drama at Abel Tasman, it’s better to take a bit more than necessary. Next to food, we also pack a toilet roll – that will be of huge importance, as well as some painkillers, blistering plaster, gaffer tape and what else might seem to be of utmost importance in surviving an eight-hour hike.

Um zwanzig vor Sechs geht es in der Autokolonne von unserem Campingplatz Richtung Zielpunkt des Wanderwegs. Dort stellen wir unsere Wagen ab, und fahren im Minibus Richtung Startpunkt. Für diesen „Shuttleservice“ bezahlen wir beide je 35 Dollar und haben damit sogar noch die günstigste Variante gewählt. Die Neuseeländer wissen eben, wie man die Touristen ausnimmt und die lokale Wirtschaft ankurbelt.

At 5.40 am, our camping ground motorcade departs to the end point of the hike. Here we park our car, jump into the minibus and are driven right to the starting point of the trek. This shuttle service costs us 35 dollars per person but is still the cheapest option in town. The Kiwis know how to make money and do something good for the local economy.

Als ich aus dem warmen Bus aussteige, werde ich mit klirrender Kälte begrüßt. Wie elf Grad fühlt sich das für mich nicht an, und ich bezweifle, ob ich die eine Stunde auf den Rest unserer Wandergruppe (Gesa und Rebecca) warten kann. Was eine Fehlplanung. Wir überlegen, schon mal mit der Wanderung zu beginnen. Aber im Stockdunkeln macht das auch irgendwie keinen Sinn, und außerdem erreiche ich Gesa nicht. Also heißt es warten, Kniebeugen machen, auf der Stelle rumtreten, die Karten studieren und doch lieber noch einmal vorsorglich die Zehen tapen. Ich studiere unauffällig die vorbeilaufenden Touristen, die in Busladungen am Anfangspunkt des Wanderwegs abgeworfen werden. Nur ein Drittel sieht professionell ausgerüstet aus. Der Rest trägt wie wir normale Laufschuhe; das beruhigt mein Gewissen enorm. Wobei ich in Myanmar ja auch 60 Kilometer in diesen Schuhen gelaufen bin. Was soll uns also schon passieren. Das Tongariro Alpine Crossing geht insgesamt fast 20 Kilometer und beinhaltet 780 Höhenmeter. Wir starten auf knapp unter 1200m Höhe, erreichen mit ca. 1850m den höchsten Punkt der Wanderung und laufen von dort bis auf 800m ins Tal hinunter.

When existing the warm and cozy bus, we are welcomed with bone-chilling cold, which does not feel like 11 degrees anymore. It is still dark. I doubt that I am able to wait an hour for the rest of our hiking group (Gesa and Rebecca), but starting the trek is also no option and I can’t reach Gesa on the phone, either. What a bad planning. I have no other choice than waiting, doing squats, studying the hiking maps and taping my toes. I am observing the tons of tourists that arrive at the parking space. Only a third of them seems professionally equipped, the bigger half is wearing sneakers like me. I feel relieved, and remember that I actually walked 60 km in my shoes in Myanmar. I shouldn’t be concerned today, the trek is only around 20 km long. The difference in altitude is around 780 meters. We start hiking at a height of 1200m above sea level, reach the highest point at around 1850m and stroll down to around 800m height.

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Nach einer Stunde und einem wunderschönen Sonnenaufgang sind meine Füße Eiszapfen, aber immerhin treffen Gesa und Rebecca endlich ein. Es gibt eine wärmende Umarmung zur Begrüßung. Die Laune steigt wieder, und wir beginnen sofort mit der Wanderung. Veranschlagt sind sechs Stunden, mal sehen ob wir das schaffen. Ich fühle mich topfit.

Der erste Weg führt durch karge, aber blühende Landschaften und wir kommen gut voran. Bei einer ersten Snackpause wird die Pizza von gestern vertilgt. Schließlich liegt das Frühstück schon wieder drei Stunden zurück. Die Strecke wird steiler, und die Atmung schwerer. Der Schweiß beginnt langsam zu tropfen, und es wird Zeit, sich von einer Kleidungsschicht zu befreien. Die Aussicht ist jetzt schon grandios. Blauer Himmel und dunkelbraune Vulkanlandschaft – das können einem auch nicht die stinkenden Plumpsklos nicht vermiesen, die wir nach zwei Stunden Wanderung in Anspruch nehmen müssen. Das Toilettenpapier wird freundschaftlich mit Gesa und Rebecca geteilt, genauso wie das Handdesinfektionsmittel. Wenn ich damit schon Myanmar überlebt habe, dann auch die mit Abermillionen von Keimen übersäten Scheißhäuschen.

After an hour of waiting and a beautiful sunset, I don’t feel my feet anymore, but at least Gesa and Rebecca do finally arrive. They give us a warm hug and my mood rises instantly. Right after a quick chat, we begin with the trek. We want to do it within six hours, so let’s see if we can make it. I feel super fit.

The first part of the trek leads us through bleak but blossomed landscape. We can easily make the first kilometres and stop for a quick snack. Three hours after our morning breakfast, it’s time for the leftover pizza from yesterday. The trek gets steeper and I start struggling with my breath. Sweat pearls are dropping off my forehead, and I decided to get rid of a layer of clothing. The sky is blue and the landscape is volcano brown. A view, that cannot even be destroyed by the portable toilets we have to make use of now. We share our toilet paper with Gesa and Rebecca, as well as the disinfectant that I brought.

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Es geht weiter steiler bergauf und die Anzahl kleinerer Verschnaufpausen nimmt zu. Sonnencreme wird aufgelegt. Marius holt seine Wanderkekse hervor. Hart wie Stein, aber irgendwie lecker. An einer Hochebene machen wir eine weitere Snackpause. Wir liegen gut in der Zeit. So langsam verteilen sich auch die Touristenmassen wieder etwas besser.

Der größte Anstieg steht aber noch bevor. Es folgen steile Treppen bis zur nächsten Hochebene. Jeder Schweißtropfen wird mit einem atemberaubenden Blick auf den Vulkan Ngauruhoe und die Landschaft belohnt. Erst jetzt wird mir bewusst, wie weit wir eigentlich schon gekommen sind. Wir schießen ein paar Fotos, und begeben uns an den schwersten Teil der Wanderung. Eisenketten bieten Sicherheit, während wir über Geröll und Steine krackseln. Jetzt währen richtige Wanderschuhe doch von Vorteil. Das Gute ist, dass wir nicht die einzigen sind, die sich am rutschigen Aufstieg ohne Wanderschuhe abmühen. Was ich jetzt noch nicht weiß – der Weg runter wird noch deutlich rutschiger. Am höchsten Punkt angekommen, gibt es ein Wow aus allen Mündern – von hier kann man schon einen ersten Blick auf die verschiedenfarbigen Seen erhaschen. Meterologisch absehbar ist es am höchsten Punkt auch am kältesten – wir verweilen daher nicht lange und begeben uns langsamen Schrittes auf den Abstieg. Was nun folgt, ist eine unendliche Rutschpartie, und ich höre auf, die Male zu zählen, bei denen ich mich fast hinlege. Mit fünfzig neuen Steinchen im Schuh und hungrigen Mägen machen wir eine längere Mittagspause. Ein nahrhaftes Butterbrot verspricht neue Energie. Es sind inzwischen gut vier Stunden vergangen, und wir fragen uns, wie man das Tongariro Alpine Crossing in nur anderthalb Stunden schaffen kann. Das ist nämlich der Weltrekord.

The trek continues very steeply and the amount of short breaks to gasp for oxygen are increasing. We apply some sunscreen. Marius is offering us the hiking cookies he bought. They are hard as stone, but kind of yummy. At the next flat top, we are taking another snack break. We are still in the time frame, and slowly the mass of tourists appears to become less dense.

The biggest climb follows with very steep stairs. However, every sweat drop is worth the view we have from the next plateau. The volcano Mount Ngauruhoe and the landscape around it just looks absolutely incredible. Now I realize, how far we have come already. We make a few photos, but head up further quickly. The next part of the hike is the most dangerous. The ground becomes slippery by loose stones. An iron chain gives some security, but I wish for proper hiking boots now. At least we are not the only ones that are struggling at this point. What I don’t know now – the way down will be much more unpleasant. At the top of the mountain, we take a quick break and recover. However, it’s quite cold and windy up here, so we decide to find a calmer spot for lunch on the way down, which is just awful. I stop counting the times I nearly fell during walking down, but it’s funny to see other people struggling to. With millions of small stones in our shoes and empty stomachs, we find a nice spot close to the lakes for lunch. A sandwich will give us new energy. Right now, we are already four hours on the trek, and we ask ourselves how it is possible to do the whole hike in only one and a half hours. That is the current world record.

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Die Seen umgibt ein wunderschöner Geruch von faulen Eiern. Je nachdem, wo gerade Schwefel aus der Erde austritt, ist der Duft mal stärker oder schwächer. Wir schießen ein obligatorisches „Man, stinkt das hier!“-Foto und laufen weiter. So langsam fangen meine Füße an, leicht zu schmerzen. Ich fühle mich wie ein Marathonläufer bei Kilometer 30. Was jetzt folgt, ist ein schier endloser Abstieg – dass wir jetzt noch mehr als drei Stunden vor uns haben, hätte keiner von uns gedacht, als das Tal schon in greifbarer Nähe ist. Die Landschaft wird grün, und erinnert mich an die Alpen. Die Wow-Momente sind irgendwie vorbei, und die Gesprächsthemen auch. Stille kehrt ein, und ich merke, wie jeder verbissen weiterläuft. Der innere Kampf mit dem Schweinehund und den schmerzenden Füßen. Der Weg zieht sich schier unendlich und ist monoton. Noch anderthalb Stunden. Das Toilettenpapier ist fast leer, und Marius entscheidet sich, vorzulaufen, um uns bei Ankunft einen Kaffee zu servieren. Das wirkt als Motivationsspritze. Rebecca, Gesa und ich ziehen das Tempo an. Trotzdem werden wir weiterhin von überehrgeizigen Zieleinläufern überholt. Die letzten Stufen, ein kurzer Sprint durch den Regenwald, der auch den letzten Abschnitt der 19,4 Kilometer darstellt. Uns begrüßt ein staubiger Parkplatz, Buslärm und erschöpfte Zieleinläufer, die uns zuvor noch überholt haben. Mit Genugtuung lasse ich mich auf den Campingstühlen nieder, die Marius schon platziert hat, und schäle mich aus meinen Schuhen. Schweiß schlägt mir entgegen. Ich entdecke keine Blase, und erfreue mich über meine Taping-Künste. Gesa zählt sieben Blasen. Majo hat eine Blase. Rebecca hat keine. Was ein Erfolg.

The area around the lakes smells like bad eggs. Depending on where sulphur leaks out the soil, the smell becomes less or more strong. We take a mandatory “Wow it stinks” picture and continuing the walk. Slowly, my feet begin to hurt. I feel like I reached kilometre 30 in a marathon. What follows now, is a sheer endless trek down to the valley. I am surprised the signs show it will be still three hours until we reach the parking ground. The landscape turns greener, and reminds me of the alps. The wow-moments are kind of gone and the topics of discussions, too. Everyone seems to fight with his inner pigdog and hurting feet. The monotonous trek does not really help. Marius decides to separate from our group and run the rest of the trek in order to welcome us with a nice, freshly brewed coffee. That gives us new motivation and we also walk faster. Still, there are a lot of other people much quicker than us. Then, finally, we take the last stairs and after a quick sprint through the rain forest we finally reach the parking area. After 19,4 kilometres, we are welcomed with a dusty parking space, bus noise and exhausted hikers, that just passed us before. I am happy to sit down in the camping chairs next to our van. The first thing to do: Getting rid of my shoes. My feet are quite sweaty (and smelly), but at least I didn’t get a blister. Gesa counts seven blisters on her feet. Majo has one blister. Rebecca has no. What a success.

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Nach dem Wandermarathon setzen wir uns verschwitzt ins Auto. Natur pur also. Während Rebecca und Gesa nur zurück nach ins einstündig entfernte Taupo fahren, beginnen wir den Auto-Halbmarathon und fahren bis nach Hawera. Das sind vier Stunden und 250 Kilometer. Warum wir das machen, weiß ich nicht mehr so genau. Wahrscheinlich weil es dort erst wieder einen kostenlosen Campingplatz gibt. Eine kalte Dusche am Strand später fühle ich mich, als hätte ich die Kontrolle über mein Leben wieder zurückerlangt. Zur Belohnung gibt es Spaghetti mit Pesto und einen guten Wein. Geparkt wird mitten auf der Dorfstraße von Hawera an einem örtlichen Parkplatz. Der Vorteil: Es gibt freies Wlan und ich kann sogar Oma noch persönlich zum Geburtstag gratulieren. Und jetzt kann ich sogar schon die Strapazen der Wanderung vergessen und über neue Abenteuer nachdenken.

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After the hiking marathon, we jump into our cars without changing any clothes. Don’t tell our mums. While Rebecca and Gesa are driving an hour to Taupo, we decide to drive until the West Coast near Hawera. That means four hours of driving. Why we do that, I don’t remember. I assume there is no other free camping spot on the way. Four hours later, we can finally take a free but cold shower at the beach. I feel like I gained control back over my body. We treat ourselves with pasta pesto and a good wine, before we find a camping spot right in the town centre of Hawera. Here, we even have free Wi-Fi and I can call my grandma for her birthday. Now, I don’t even think about the pain anymore but rather about new hikes next.

bis bald charlotte

#37 Napier: Birds, wine and my old school

Im Juni 2009 habe ich Napier das letzte Mal gesehen, nachdem ich meinen Zivildienst hier (und in Rotorua) geleistet habe. Napier ist mir damals sehr ans Herz gewachsen und daher freue ich mich schon sehr auf ein Wiedersehen mit dieser Stadt. Da wir aus südlicher Richtung ankommen und es schon Nachmittag ist (wir haben nach Wellington auf halbem Wege für die Nacht gehalten und morgens lange geschlafen und Sport gemacht), fahren wir erstmal auf den Te Mata Peak. Diese kleine Bergkette gibt uns einen netten Überblick auf die Hawkes Bay, die vom Cape Kidnappers, Hastings und Napier gesäumt wird. Wir schauen auf ein Weingut und auf die trockenen Hügel außerhalb der Siedlungen. Es ist trocken und windig. Ich erinnere mich, dass die Hawkes Bay eine der sonnenreichsten Regionen Neuseelands ist. So soll es auch die nächsten Tage sein.

I’ve seen Napier for the last time in June 2009 while I was doing my compulsory community service there (and in Rotorua). The city really won my heart in these few months, so I was happy to finally return back. Because we are coming from the South (after having stopped at Woodsville for the night and a workout in the morning), we first head to Te Mata Peak. It is a small chain of mountains and gives a perfect overview of Hawkes Bay, Cape Kindnappers, Hastings and Napier. We also see a vineyard and the hills surrounding the villages. It is dry and windy. I remember, that Hawkes Bay is one of the sunniest regions in New Zealand. The forecast for the next days is supposed to be good, too.

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Nach einer ruhigen Nacht direkt am Meer fahren wir zunächst zu meiner alten Arbeitsstelle, der Hohepa Community School. In diese Schule gehen bis zu vierzig geistig und manchmal auch körperlich behinderte Kinder und lernen in ihrem individuellen Tempo sprechen, lesen, schreiben (bzw. sich überhaupt verständigen), musizieren, malen, … wobei sie von umfangreichen Therapien begleitet werden. Ich kann von meinen damaligen Erfahrungen sagen, dass dieser Ort das Beste für die teils sehr schwer beeinträchtigten Kinder ist.

Wir fahren also einfach auf gut Glück vorbei und ich schaue mal, ob ich noch auf bekannte Gesichter treffe. Die damalige Schulleiterin, nach der ich am Empfang frage, ist bereits pensioniert. Wir werden von einer jungen Frau aber netterweise direkt in den Pausenraum gebracht. Dieser hat sich in den letzten neun Jahren in seiner Einrichtung, und was das Angebot von Keksen, Tee und Kaffee angeht, überhaupt nicht verändert. Ich sehe eine bekannte Lehrerin und spreche sie sofort an (wir wurden knapp im Raum vorgestellt und uns allein überlassen). Penny kann sich erst im zweiten Moment an mich erinnern. Kein Wunder, damals hatte ich ja auch noch Haare oben auf dem Kopf, und deutlich weniger im Gesicht. Sie fragt mich sofort aus, wen ich denn von damals noch kennen würde und mit welchen Kids ich zu tun hatte. Bei einem Kaffee tauschen wir uns also aus, bis John, ein weiterer Lehrer, den ich kenne, in den Raum kommt. John hat sogar gerade etwas mit einem damaligen Schüler von mir zu tun und wir können ihn auf dem großen Spielplatz sehen. Er ist mittlerweile um das doppelte gewachsen (also auch deutlich größer als ich), und hat nach wie vor ein unheimliches Interesse an allem, was mit dem Bauen zu tun hat (Bagger, Lastwagen, Schaufeln, Erde, Stahl, Steine). Das sehen wir auch, als er einen Haufen Sand in seiner Schubkarre von A nach B transportiert. Da wir merken, dass hier alles seinen geregelten (Therapie-)Weg geht und wir etwas nutzlos herumstehen, verabschieden wir uns noch einmal bei Penny und machen uns nun endlich auf in die Innenstadt von Napier.

After a calm night at a camping spot right at the sea we first drive to my old working place, the Hohepa Community School. This school accommodates nearly forty mentally (and sometimes also physically) handicapped kids. Depending on their handicap, they get individual support on learning to speak, read, write, make music, draw… From my past experience, I can tell for sure that this place is the best thing that can happen to the children.

Entering the school, I try to find staff that might remember me. At the reception, I get to know that the old head teacher is already pensioned. However, the receptionist brings us into the staff room, because she still assumes I might know a few teachers. On the first sight, not a lot has changed here. The staff room still offers a great variety of tea, coffee and cookies and the interior is still the same, too. I immediately recognize Penny, a teacher that I worked with 10 years ago. It takes her some time to remember me, possibly due to the fact that a) I had more hair on my head 10 years ago and b) I was less beardy at that time. We catch up about who else is still working here, which kids I might know from my past work, and what has changed being away for a decade. John, another teacher I remember, asks us if we want to visit one child that I worked with a lot. We meet him at the big playground and I am surprised how much he has developed – he has doubled in size and is now even bigger than me! Still, he loves everything that has to do with construction work – and is currently busy with transporting sand from A to B in a small wheel barrow. Although it feels good to be back, we quickly recognize that everyone is quite busy, so we decide to head back to Napier after saying goodbye to Penny.

Napier hat sich nicht groß verändert (vor allem nicht so groß wie in den dreißiger Jahren, denn damals wurde die Stadt durch ein sehr starkes Erdbeben zerstört und im Art-Deko-Stil der dreißiger Jahre wiedererrichtet). Art Deko gibt es immer noch, mein Lieblingscafé Ujazi auch; und so stark touristisch, wie im Rest Neuseelands hat es sich hier nicht entwickelt.

Napier hasn’t changed much. It is still a lovely town that has been rebuild completely in Art-Deco style after a severe earthquake in the 1930s. Even my favourite café, Ujazi, still exists and generally, the town seems much less exploited by tourism than other places we visited before.

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Da die Hawkes Bay ein beliebtes Weinanbaugebiet ist, beschließen wir, ein paar Weine zu probieren. Schnell noch an der Stranddusche erfrischt und nach langer Zeit mal richtig hübsch gemacht, fahren wir wieder an den gleichen Platz zum Übernachten, wie nachts zuvor. Von dort sind es nämlich keine fünfzehn Minuten zu Fuß zum nächsten Weingut. Alkohol und Auto fahren verträgt sich schließlich auch down under nicht gut! Dass wir das große Tasting machen wollen, stand schnell fest. Genauso schnell hatten wir den ersten von sechs Weinen (pro Person) im Glas – natürlich nur ein Probierschluck. Der Heini vom Weingut nuschelte so sehr, dass ich kein Wort von dem verstanden habe, was er gesagt hat. Nicht nur akustisch… er hat auch ganz schön in seiner Wein-Linguistik gefaselt. Leichte Noten von Brombeere und erdige Töne, dazu eine rauchige Note im Abgang, bla bla. Die ersten zwei, drei Weine versuche ich auf Biegen und Brechen noch zu verstehen und schmecken. Im Endeffekt konnte ich aber nur sagen: schmeckt mir oder schmeckt mir nicht. Okay, rauchige Noten schmecke ich wirklich bei bestimmten Weinen! Da Lotti und ich in unserer Auswahl der sechs Weine natürlich unterschiedliche gewählt haben, probieren wir also gerade quasi zwölf unterschiedliche Weine und müssen uns am Ende auf zwei einigen. Denn die 10 Dollar pro Nase für das Tasting wird mit dem Kaufpreis einer Flasche verrechnet. Der andere Weinmensch hinter der Theke spricht deutlicher (obwohl Franzose!) und ich meine zu verstehen, was er mit den Geschmacksnoten sagen will. Mit dem fünften von sechs Gläsern setzen wir uns in Ruhe hin und lassen so einiges von unserer Reise quer durch Neuseeland Revue passieren. Es tut gut, mal nicht als Dauercamper oder Tageswanderer zu wirken, und das nehmen wir uns auch in Form von zwei edlen Flaschen mit in unseren Campervan. Diese Nacht schlafen wir besonders gut, wenn auch der Durst irgendwann dazukommt.

Because Hawkes Bay is a famous wine region, we decide to do a wine tasting in the early evening. Before, we take a quick and cold shower at the beach and decide to dress up a bit more than usual (which feels very good after one month of camping). We park our car at the same camping spot than last night, and can luckily walk to one of the trillions of vineyards from there (we take don’t drink and drive seriously in New Zealand, too). At the vineyard, we decide to do the big wine tasting. That means six different wines to taste (of course not six whole glasses of wine, but merely a sip). The wine waiter tries to explain every single note of the wine, but honestly, I will never be a sommelier. I can barely differentiate between fruity and smoky, so I decide to keep it simple: Do I like the wine, or not? After the fourth of six glasses, we sit down on the terrace and talk about our journey in New Zealand so far. It is crazy how much we experienced already, and how much is yet to come. After the tasting has finished, we buy two bottles to make our further camping adventure a bit more glamourous (glamping is the key to survive) and head back to our camper van.

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Bevor wir Napier schon wieder verlassen, wollen wir eine Traktor-Tour zu einer der größten Tölpelkolonien (Neuseelands? der Welt?) unternehmen. Vom Wandern haben wir noch genug, die Abel-Tasman-Wanderung steckt uns noch in den Knochen. Daher sitzen wir zusammen mit locker vierzig weiteren Touristen auf dem Anhänger eines Traktors und lassen uns die acht bis neun Kilometer bis zum Cape Kidnappers über Sand und flache Felsen chauffieren. Für mich als Hobbygeologen sind die Felsformationen entlang der Steilküste sehr interessant. Man erkennt Schichten, die nur junge 400.000 Jahre alt sind, und man sieht welche, die es seit über vier Millionen Jahren gibt. Durch besondere Plattentektonik wurden diese Schichten recht schief an die Erdoberfläche befördert und treten nun entlang der Küste zutage. Doch das Highlight dieses vierstündigen Ausflugs sind definitiv die großen Vögel, die an verschiedenen Stellen entlang der Steilküste sitzen. Einige fliegen elegant im Aufwind an uns vorbei, sogar so knapp, dass man sie mit ausgestrecktem Arm fast berühren könnte. Der australische Tölpel kommt – wie der Name schon sagt – ursprünglich aus Australien und hat hier in Neuseeland perfekte Brutstätten gefunden, da es so gut wie keine natürlichen Feinde gibt. Ein Jungtier kehrt nach dem Erstflug in Richtung Australien erst nach vier bis fünf Jahren wieder zurück (sofern es überhaupt überlebt hat), um sich dann einen Partner zu suchen. Gelingt dies erfolgreich, üben die beiden einen Liebestanz ein und prägen sich bestimmte Laute des Partners genau ein, um ihn/sie nach der Futtersuche im Meer zwischen Tausenden anderer Tölpel wiederzuerkennen. Neben den Facts, dass Tölpel beim Gehen ziemlich hilflos wirken und ihre Augen im Schnabel verwachsen sind, sind es perfekte Gleiter im Wind. Und sie stinken! Meine Güte, was ist uns nahe der Kolonie doch ein Geruch entgegengekommt. Okay, wie wäre das bei uns, wenn wir uns ausschließlich von Heringen und anderen Kleinfischen ernähren würden. Wir sind jedenfalls überglücklich, diese anmutigen Tiere gesehen zu haben und tuckern gemütlich wieder über den langen Strand zurück, vorbei an der geologischen Zeitreise der Steilküste.

Before leaving Napier, we decide to visit the gannet colony at Cape Kidnappers. Is it the biggest of New Zealand? Or the world? I don’t recall it anymore. Due to the fact that we are both done with having to face another big hike (17 km), we choose the easier option and go by tractor. It is quite comfortable to be driven the 9 kilometres to the Cape. On several spots, the tractor stops and the tour guide explains things about the magnificent geology around the coastline. The cliffs show different structures and rock layers which are up to 4 million years old. Due to the unique plate tectonics around here, the whole trip feels like a time travel back to the past. As a passionate hobby geologist, I am completely stunned by the different rock layers and layer shifts.

Nevertheless, the highlight is the gannet colony, of course. Right at Cape Kidnappers, they breed on several cliffs. We are allowed to get really close, and sometimes the birds fly so low that they are nearly touching our heads. They look absolutely amazing with their yellow heads. We take some pictures and observe their special “dance” with which they recognize their partner. The gannets here are actually Australian gannets and they fly to Cape Kidnappers every year for breeding (because there are no natural enemies here). A young bird, who leaves New Zealand, will come back for the first time after four to five years. Than he will search a partner, with whom he will stay together the rest of his bird life. Unfortunately, only one in five young birds survives the first five years (due to the fact that the first big flight of their life takes them right over the Tasman Sea to Australia). Happy to have booked this tour, we drive back to Napier and are off to our next stop.

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#36 Wellington: Back to city life

Nach knapp einem Monat Natur pur (gut, Christchurch, Dunedin und Queenstown ausgenommen) sind wir endlich wieder in einer großen Stadt. Und wie es sich für Wellington gehört, werden wir am Morgen standesgemäß mit Wind und Regen begrüßt. Mein morgendlicher Weg zur Toilette wird so – trotz Regenjacke – zur unfreiwilligen Dusche. Da der Wind mir den Regen fast horizontal entgegenpeitscht, bin ich hilflos ausgeliefert.

After a month of sole nature (except Christchurch, Dunedin and Queenstown) we’re back to city life. Wellington welcomes us warm-hearted with rain and wind. Well, I didn’t expect it to be any different. My morning walk to the toilet turns out to be an involuntary shower. Even though I am wearing a rain jacket – with strong winds like these, it’s useless. My pants are soaking wet.

Nach einem schnellen Frühstück fahren wir zunächst nach Petone, wo ein Mechaniker sich Bärbel anschauen kann. Die Kleinstadt wirkt wie ein Vorort von Wellington und liegt zwölf Kilometer entfernt. Ich bin überrascht, wieder gut ausgebaute Autobahnen und Hochhäuser zu sehen. Beim Mechaniker Kerry folgt ein erster Schockmoment – nachdem er sein Ohr für ein paar Sekunden vor unseren Auspuff hält, ist seine erste Analyse sehr entmutigend. Er vermutet ein Problem mit dem Zylinder – eine Reparatur, die uns um die 1500 Dollar kosten könnte. Wir wollen trotzdem hundertprozentige Gewissheit und lassen Bärbel den Tag über in Kerrys Händen. In leichtem Nieselregen geht es zur nächsten Bushaltestelle. Hier wird mir erstmal wieder bewusst, wie viel Bequemlichkeit ein Auto doch mit sich bringt. 5,20 Dollar für ein Einzelticket und eine Stunde später sind wir endlich wieder im Zentrum Wellingtons. Unser Ziel: Das Te Papa National Museum. Die Empfehlungen, die wir hierzu erhalten haben (zum Beispiel von Heino, der Marius versichert hat, dass ein Besuch im Te Papa die Vorbereitung seines Erdkundeunterrichts ersetzt), waren durchaus gerechtfertigt: Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Drei Stunden später haben wir gerade einmal die erste der vier Etagen gesehen. Wir waren in einer Ausstellung über die Kräfte der Erde – inklusive eines Erdbebensimulators; haben den größten jemals ausgestellten Oktopus bestaunt (der zoologisch korrekt Kolossal-Kalmar heißt und 4,2 Meter lang ist); und bestaunen die riesigen Wachsfiguren in der Ausstellung über den Angriff der Neuseeländer und Australier auf Gallipoli nahe Istanbul. Später erfahren wir, dass die täuschend echten Wachsfiguren in Zusammenarbeit mit dem Herr der Ringe Filmstudio entstanden sind.

After a quick breakfast, we’re heading towards Petone to get Bärbel checked at a local garage. Only 12 kilometres away, it feels like Petone is rather a suburb of Wellington than an independent town. After having experienced the South Island, I am surprised how well developed the highways are and to see buildings with more than one floor again. Kerry, the mechanic, is quite quick with his analysis. I just remember being in shock hearing him saying: “… could maybe cost around 1500 dollars to repair”. We decide to let him take a closer look than just letting him listen to our exhaust pipe and head to the city to pass some time. I realize how comfortable it is to have our own drivable home. Taking public transport into the city is not only costly but it actually takes us a whole hour – not to mention the amount of people we have to share the vehicle with. Due to the rain, we decide to visit the Te Papa National Museum. A lot of people had recommended it to us, and one of Marius friends even mentioned that the museum offers enough teaching material for future geography lessons. Next to keeping ourselves dry and not having to pay for the entrance, I have to admit that it might be the best museum we have ever been to. Although we only made it to the first floor in three hours’ time, we saw the exhibition about earth forces (including a really cool earthquake simulator); we marvelled at the biggest ever exhibited colossal squid (which is about 4,2 meters long) and went to the see the huge wax figures in the exhibition about the First World War fight at Gallipoli. Later we get to know that the figures (which seriously look like they will recall to life any second) were made with the producer studio of Lord of the Rings.

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Gegen Nachmittag erhalten wir den erlösenden Anruf – Bärbels Problem konnte doch einfacher behoben werden! Bei der Abholung in Petone erklärt mir Kerry sogar noch anhand eines neuen Motorblocks, was das Problem genau war. Da die meisten von euch wahrscheinlich genauso Autolaien sind wie ich, erspare ich euch den fünfminutigen Vortrag. Kurz gefasst gab es ein Problem mit dem Ventilspiel des Einlassventils am dritten Zylinder. Das hat Kerry für uns behoben, und am Ende noch von seiner achtmonatigen Europareise in den 70er Jahren geschwärmt. Auch wenn er mit uns Deutschen nicht ganz so positive Erfahrungen gemacht hat, scheinen Marius und ich einen guten Eindruck zu machen und bekommen die Reparatur zu einem Freundschaftspreis. Nur hundert Dollar leichter sitzen wir wieder im Auto, dass jetzt schnurrt wie eine Katze, und können unser Glück kaum fassen. Tausend Dank, Kerry!

In the afternoon, we get the relieving call from Kerry –  the problems with Bärbel were easier to fix than assumed. Picking up our van, Kerry even takes the time to explain the non-experienced car owner (which is obviously me) which part of the engine didn’t work properly. To be honest, I don’t think most readers of this blog are interested in a lengthy talk about motor engines, so I keep it simply: The valve at the third cylinder had a clearance issue. Kerry is such a lovely guy, and tells us all about his roadtrip through Europe in the 70s. Although he didn’t make such good experiences with the Germans at that time, he seems to like us and the repair appears to be a bargain. Driving back to Wellington, I am still breathless by the friendliness of people we meet on our travels. Thank you so much for your help, Kerry!

Die nächsten zwei Stunden verbringen wir im Waschsalon – auch das gehört beim Roadtrip wohl oder übel dazu. Es sei erwähnt, dass Neuseeländer meistens nur kaltwaschende Waschmaschinen besitzen – so wie die meisten Waschsalons auch. Wir haben inzwischen eine Waschsalon-Kette gefunden, in der wir immerhin einigermaßen heiß waschen können. Einen großen Respekt vor dem „Umweltbewusstsein“ der Kiwis (oder wie soll man diese Tatsache sonst erklären?), aber wie zur Hölle bekommt ihr eure Wäsche mit einer Kaltwäsche sauber? Ich werde wohl weiter rätseln.

We spend the next two hours in a self-service laundry. Not quite glamorous or exiting though, but not everything in a road trip is.  I am still quite curious how Kiwis get their laundry clean – most laundromats we encountered so far provided only cold wash – and I heard from various people that this doesn’t look any different at Kiwi’s home. So here is the unanswered question: How do you get your laundry clean, for goods sake?

Am Abend löse ich mein Weihnachtsgeschenk ein – Marius und ich gehen im japanischen Restaurant Wagamama essen. Ob es an der Tatsache liegt, dass wir nicht selber kochen müssen, oder vielleicht daran, dass es endlich mal keine Spaghetti gibt – das Essen schmeckt wahnsinnig gut und merke, wie sehr ich asiatisches Essen (und Asien) eigentlich vermisse. Wir müssen unserem Campingspeiseplan definitiv mehr Abwechslung einhauchen.

In the evening, I am finally able to use the voucher Marius gave me for Christmas – eating out at Wagamama! I don’t know if it’s due to the fact that we don’t have to cook for ourselves, or that it’s not pasta again, but I feel like being in gourmet heaven while eating my Ramen. Taking a note that we should change our camping meal plan and give it a bit more variety, I also realize how much I miss Asian food (and Asia).

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Müde und satt fahren wir zurück zu unserem Campingplatz für die Nacht – der Nachteil des Großstadtlebens ist, dass wir hier lediglich auf einigen wenigen Parkplätzen frei campen dürfen. Bäume und Rasenflächen – Fehlanzeige. Stattdessen reiht sich hier Campervan an Campervan. Aber wir sind hier ja sowieso nur zum Schlafen.

Fully satisfied and tired, we drive back to our camping spot for the next night – which is a simple parking area close to town. That is truly the downside of being in a big city again – there is no lovely camping spot to stay at. But to be honest, we are only here for sleeping, aren’t we?

Am nächsten Tag fahren wir nach einer kalten Dusche am Strand zum Mount Victoria Lookout. Hier haben wir ein schönes Frühstück mit super Ausblick. Nur das Warnschild am Parkplatzrand erinnert daran, dass es hier in Wellington oft sehr, sehr windig ist (daher auch der Name der Stadt: Windy Wellington). Nach einigen Fotos und einem Gespräch mit einer älteren Dame, die die Innenaustattung von Bärbel bewundert, stellen wir Bärbel auf einem stadtnahen Parkplatz ab, und schlendern in die Stadt. Eve, mit der ich in Hongkong zusammengewohnt habe, hat mir einige Tipps für Wellington gegeben. Neben dem Mount Victoria Lookout sollten wir auch in die ganzen Op Shops gehen. Op Shop steht für Opportunity Shop – ein Secondhand Laden also. Drei Stunden und unzählige Op Shops später habe ich zwar nichts gekauft, muss aber dennoch gestehen, dass ich noch nie so gut sortierte Secondhand Läden gesehen habe. Nach einer kurzen Mittagspause beim Mexikaner (mit einer Karaffe Sangria, Guacamole und Nachos), geht es leicht angetrunken zur Parlamentstour. In der einstündigen Führung lernen wir einiges über die neuseeländische Politiklandschaft (zum Beispiel, dass es kein Oberhaus mehr gibt – das wurde 1951 kurzerhand abgeschafft) und schauen uns an, wie die Gebäude erdbebensicher gemacht wurden. Das politische System hier ähnelt sehr stark dem Deutschen – sei es bei der 5 % Hürde oder beim Wahlrecht. Der Unterschied jedoch: die Neuseeländer haben deutlich schneller (als wir Deutschen) nach der Wahl im September 2017 eine Regierung geformt (in nur drei Wochen). Interessant ist, dass die größte Partei (New Zealand National Party) in der Opposition sitzt, und drei kleinere Parteien die Regierung bilden. Ob das so in Deutschland möglich wäre, bezweifle ich – genauso wie die Frage, ob wir überhaupt eine Regierung bilden können. Am Ende setzten wir uns noch ins Parlament und hören einer Steuerdebatte zu. Ein etwas trockener Abschluss, aber dennoch hat sich der Besuch gelohnt.

The next morning, we drive up to Mount Victoria early. Here, we enjoy a nice breakfast on top of the mountain with fantastic views on the city itself. Only a small sign at the parking area reminds us that Wellington is actually named “Windy Wellington”, but we caught a perfectly calm day today. After breakfast and a few photos at the lookout platform, we park Bärbel close to town again and head into the city. On the recommendation of Eve, my old flatmate in Hong Kong, we check out the op (opportunity) shops in town. Although I haven’t found anything, I have to say that the tons of shops we went into were the best second-hand stores I’ve visited so far. Three hours of exhausting shopping asks for an immediate break. We treat us with Mexican food and Sangria (why not having alcohol for lunch, it’s a holiday?) and then go over to the more serious part of the day – visiting the New Zealand parliament. We take the free parliament tour and learn a lot of new things about Kiwi politics and the buildings itself. As a German, it is quite interesting to hear that forming a coalition can be done much quicker (the Kiwis only needed three weeks!) and that the biggest party does not necessarily have to be a part of the government. I doubt, that Merkel would be much amused by that idea – similar to the question if there will be a working coalition within the next few weeks in Germany. Ending the tour with listening to an ongoing parliamentary debate on taxation (which was quite boring as the topic already suggests), it was still worth visiting this place.

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Bevor es am nächsten Tag weiter Richtung Napier geht, besuchen wir noch einmal das Te Papa Museum – schließlich haben wir mehr als die Hälfte des Museums noch nicht gesehen! Diesmal drehen sich die Ausstellungen um die Themen Ansiedlung, Immigration und Maori.  Überflutet von Informationen, und der Einsicht, dass die westlichen Siedler innerhalb von wenigen Jahrzehnten die Landschaft Neuseelands fast komplett zerstört haben (zugunsten von Weidelandschaften für die Abermillionen von Schafen, die hier exzessiv gezüchtet werden), geht es nach einer Kaffeepause zurück zum Parkplatz. Es kann weitergehen!

Before going to our next stop (Napier), we are visiting the Te Papa museum the next day once again – to see the rest of the museum, too! This time, we are visiting exhibitions on settlement, immigration and Maori. Completely overwhelmed by tons of information, and the truth about how much Western settlers have destroyed the nature of this country (for farming, mostly), we head back to the car after a coffee break. Let’s go further!

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bis bald charlotte

#Cyclone-Special: Gita´s Destruction

Der Zyklon Gita hat auf Tonga und auf weiteren Inseln des Südpazifiks teilweise verheerende Zerstörungen angerichtet. Anschließend machte sich der Zyklon auf den Weg durch die Tasmanische See in Richtung Neuseeland, verlor ein wenig an Kraft und wurde als tropischer Wirbelsturm herabgestuft. Schon einen Monat zuvor hat ein anderer Ex-Zyklon Überschwemmungen und Erdrutsche auf der Südinsel verursacht. Zu der Zeit waren wir in Christchurch angekommen und haben davon berichtet, wie plötzlich die Temperaturen gefallen sind.

Cyclone Gita caused massive destruction on Tonga and several other islands on the South Pacific. Afterwards, the cyclone crossed the Tasman Sea on its way to New Zealand and lost a bit of its initial strength. It was therefore downgraded to an ex-cyclone. A month before, a different ex-cyclone had already caused a lot of flooding and landslips on the South Island. That time, we had just arrived in Christchurch and blogged that the temperature dropped massively.

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Nun also gab es in Hanmer Springs und an der Westküste um Kaikoura sehr starke Regenfälle. Ein paar Daten habe ich herausgefunden (NIWA Weather):

  • 53,6mm Niederschlag zwischen 16 und 17 Uhr am Dienstag, den 20. Februar. Das ist die nasseste, jemals gemessene Stunde seit Wetteraufzeichnung und in etwa soviel Regen, wie sonst nur in einem Monat fällt.
  • Es gab an diesem Tag mehr Regen, als in den Monaten November, Dezember und Januar zusammen.
  • Tags darauf wurden innerhalb der 18 Stunden Regen insgesamt 202mm Niederschlag gemessen, soviel wie 28% des jährlichen, normalen Niederschlags! Zum Vergleich: in Münster fällt jährlich weniger als 800mm Niederschlag.

 Now, Gita caused severe rain falls along the west coast. This data from NIWA Weather depicts it perfectly:

  • 53,6 mm rainfall between 4 pm and 5 pm on Tuesday, 20th of February. This is the most wet, ever recorded hour since the beginning of weather recording and similar to the regular amount of rain that occurs in a whole month.
  • There was more rain this day than in November, December and January combined
  • In the 18 hours of rain, 202 mm of rainfall were measured. This is 28 % of the annual normal rainfall. To compare: Münster (Germany) has less than 800 mm of annual rainfall (and we already consider it as a rainy city).

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Eigentlich hatten wir ursprünglich vor, den Highway von Kaikoura weiter nach Norden zu fahren, direkt an der Küste entlang. Durch die enormen Regenwassermassen gab es allerdings erneut viele Erdrutsche, sodass die Straße bis auf weiteres unpassierbar war. Auch der Highway südlich von Kaikoura war und ist immer noch gesperrt, wir haben die Zerstörung zum Teil aus dem Flugzeug beim Whale Watching sehen können. Jeden Morgen haben wir die neuseeländische Homepage der Transport Agency gecheckt, um den Status der Straße zu kontrollieren. Gut, dass wir den großen Umweg zurück über die Berge in Kauf genommen haben, denn der Highway ist zurzeit immer noch gesperrt.

We actually intended to take the coastal highway from Kaikoura to drive further up north. However, the enormous amount of rain caused several landslips, which made the highway impassable. In addition to that, also the southern coastal highway near Kaikoura was hit hard and closed. During our whale watching flight, we saw some of the damages. Every morning, we checked the road status on the website of the New Zealand Transport Agency. In the end, we decided to take the big detour – which in retrospect was the ideal choice, because roads are still blocked until today (1 March).

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Darüber hinaus erfahren wir in diesem Internet, dass es uns mit dem läppischen Umweg noch ganz harmlos getroffen hat. Nördlich des Abel-Tasman-Nationalparks sind 4000 Einwohner und 1000 Touristen in dem kleinen Städtchen Takaka eingeschlossen. Die einzige Zufahrtsstraße ist von Schlamm und Geröll verschüttet worden. Sogar die Tagesschau hat darüber berichtet. Mittlerweile wissen wir (durch die Transport Agency), dass die Zufahrtsstraße zum Teil wieder passierbar ist, allerdings nur im Rahmen eines abgesicherten Konvois zweimal am Tag.

Moreover, we find out, that we were very lucky with only facing to take a detour. In the North of the Abel Tasman National Park, 4000 citizens and 1000 tourists are trapped in the small town Takaka. The only road was completely closed due to landslips for one entire week. Currently, only two small convoys per day are allowed to pass the road.

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Ursache für die vielen Schlammlawinen ist neben dem vorherigen Zyklon, durch den viele aufgeweichte Hänge noch nasser wurden, ein stärkeres Erdbeben, welches 2017 in Kaikoura zu spüren war. Dadurch waren viele Berghänge schon vom Abrutschen bedroht oder das Erdreich klaffte offen, sodass der Regen das Erdmaterial sehr stark auswaschen und erodieren konnte. Ich find sowas ja super faszinierend! Glücklicherweise sind keine Menschen zu Schaden gekommen.

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The causes for the landslips are easy to explain. First of all, the ex-cyclone that hit the island a month earlier already implied more rain. The soil was therefore wetter than usual. Moreover, the 2017 earthquake of Kaikoura had led to an insecure mountainside which could be easily eroded by rain. I think it’s super fascinating reading into that and following the current developments. Luckily, no people got injured!

bis bald marius

#35 Hanmer Springs, Kaikoura and Abel Tasman National Park: The last highlights of the South Island

Unsere Reiseroute wollte ich ab Westport eigentlich davon abhängig machen, wo häufiger die Sonne scheint und ob es an der Ostküste gute Surfbedingungen gibt. Der Ex-Zyklon Gita hat uns diese Entscheidung abgenommen. Westport steuern wir also – nachdem wir uns die Pancake Rocks angeschaut haben – gar nicht mehr an. Wir ergreifen die Flucht vor dem Sturm, welcher am Dienstagmittag auf die Westküste treffen soll. Das heißt, dass wir ein weiteres Mal (neben der steilen Milford Road und dem relativ niedrigen Haast Pass) die sogenannten Southern Alps überqueren. Und das mit unserer schwächelnden Bärbel. Haben wir schon erwähnt, dass sie nach steilen Pässen gerne mal überhitzt? Dazu später mehr… 

After Westport I actually wanted to depend our travel route on weather and surf conditions on the east and west coast. Ex-cyclone Gita, which is supposed to hit the west coast on Tuesday morning, eased the decision-making. We don’t even go to Westport anymore – but instantly escape the storm after having been at the Pancake Rocks. It means, that we have to cross the Southern Alps again (after already crossed them at Milford Sound and the Haast Pass). Did we actually mention that our car has a little overheating problem, especially when driving uphill? More on that later.

Lotti und ich wechseln uns beim Fahren ab und erreichen Hanmer Springs noch im Hellen – der über 700m hohe Lewis Pass ist geschafft. Die Luft scheint hier zu stehen, es ist schwülwarm und die ein oder andere Sandfliege nervt uns. Ich ahne schon, dass dies die bekannte Ruhe vor dem Sturm ist (ein Sturmtief a la Gita bleibt ja nicht nur an der Westküste, sondern zieht – hoffentlich geschwächt – über die gesamte Südinsel). Zu allem Überfluss trete ich abends noch in eine Wespe. Dieser Stich begleitet mich noch die nächsten Tage unangenehm.

Der nächste Morgen beginnt wie erwartet sehr regnerisch und die Temperaturen sind deutlich gefallen. Stürmisch ist es aber nicht, das Wasser strömt einfach nur senkrecht herunter. Wir beschließen, dass es nichts Besseres gibt, als so einen verregneten Tag in den Thermalquellen der Stadt zu verbringen. Hier wird das heiße Wasser direkt aus der Tiefe ungefiltert und mit all den Mineralien in sehr schöne Pools geleitet. Je nach genauerer Herkunft und Tiefe kann das Wasser bis zu 42 Grad Celsius betragen und enthält manchmal sogar Schwefel (man riecht´s!). Vier Stunden reichen aus, um uns zwei Brausetabletten völlig aufzuweichen. Es war so wohltuend, in dem heißen Wasser herumzusitzen und durch den kalten Regen einen kühlen Kopf zu bewahren. Den Rest des Regentages nutzen wir, um die über 200 km nach Kaikoura an die Ostküste zu fahren. Es gibt da ein bekanntes Plakat an den Straßen: „New Zealands roads are different. Allow extra time!“ Jau. 200 Kilometer ziehen sich ganz schön, wenn man in vielen Kurven maximal 30 km/h fahren kann.

Lotti and I share the responsibility of driving and reach Hanmer Springs in daylight – we passed the 700-meter-high Lewis Pass without any problems. The air is sticky hot and sand flies immediately try to kill us after we exit the car. You can already feel that it is the lull before the storm – which hopefully doesn’t hit Hanmer Springs as hard as the coastline. To top it all, I am stepping in (and stung by) a wasp this evening. The itchy sting will drive me mad the next days, too. The next day starts – as forecasted – very rainy and the temperature dropped significantly. It is not stormy at all; the rain rather falls down vertically. We decide that there is no better option than to spend the rainy day at the hot springs of Hanmer Springs. You can take a bath here in unfiltered spring water which comes right of the ground. Some pools have a temperature of 42 degrees and contain sulphur (which you can smell easily, too). Four hours later, our skin is completely softened and our mind super relaxed. The rest of the day we spend driving 200 kilometres to Kaikoura, a small town at the east coast. There is a very common poster that says: “New Zealand’s roads are different. Allow extra time!“ That is very, very true, especially regarding the fact that we can sometimes only drive 30 kilometres per hour (or less) because of dangerous bends.

Nach gut vier Stunden Fahrt kommen wir am Donegal House in Kaikoura an. Der Pub wartet mit einem lodernden Kamin und leckerem Essen a la Carte, schlafen können wir in unserem Van direkt auf dem Schotterparkplatz. Hoffen wir mal, dass der Parkplatz vom nahegelegenen Teich nicht überflutet wird. Es regnet wirklich extrem viel. Da dieses Wetterereignis nicht einfach nur vorüberzieht, widmen wir dem Ex-Zyklon Gita extra ein kleines Blog-Special mit interessanten Fakten. Wunderbar aufgewärmt von Bier, Wein und Kamin fallen wir sehr müde in unser Bettchen. Der nächste Tag wartet mit Sonnenschein, aber Temperaturen um die zehn Grad auf uns. Wir frühstücken nahe des kleinen Stadtzentrums von Kaikoura direkt am Strand und schauen uns an der schroffen Küste ein paar faule Pelze an. Zwei Robben interessiert es gar nicht, dass ich wenige Meter neben ihnen stehe. Bin wohl auch nicht der erste Tourist, den die beiden sehen. Das Wetter wird deutlich rauher und windiger. Wir vertrödeln den Tag irgendwie in ein paar Lädchen, lassen eine unserer Paua-Muscheln auf Hochglanz polieren und landen am Abend wieder vor dem gemütlichen Kamin im Donegal House.

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After four hours of driving we arrive at the Donegal House in Kaikoura. The pub is already waiting for us with a nice fire place and yummy food. We can sleep right next to the restaurant on the parking space. Let’s hope that the nearby pond doesn’t flood the whole area. It is really raining a lot. Because the cyclone had a big impact on the South Island, we will actually talk about Gita and her consequences in a special blog post with some interesting facts. After having had beer and wine in front of the fire place, we are ready for bed. The next day starts with sunshine and rather cold temperatures (10 degrees). We have breakfast close to the city centre at one of the beaches and go to see some lazy fur afterwards. Two seals do not seem much impressed by the fact that I am standing right next to them. They probably had a lot more visitors this morning and are already used to it. The weather starts to become windier and rougher. We dawdle away our time by checking out some of the stores in the city, and bring one of our paua shells to a polisher. In the evening, we are back at our favourite spot: the fireplace at the Donegal House.

Der nächste Tag ist schon geplant. Nach einer eiskalten Dusche (warm kostet 4 Dollar für 2 Minuten) suchen wir einen örtlichen Mechaniker auf. Wir möchten unseren Van gern mal genauer checken lassen, denn wenn es sehr sonnig und heiß ist und/oder wir einen steilen Pass hochgefahren sind, springt Bärbel erst nach einigen Versuchen an. Zudem dreht der Motor im Leerlauf auf Hochtouren, vermutlich um maximal zu kühlen. Der Mechaniker hat am gesamten Kühlsystem nichts auszusetzen, findet aber heraus, dass der dritte von vier Zylindern im Motor zu wenig Druck aufbaut. Möglicherweise ein Leck im Zylinder oder ein nicht korrekt funktionierendes Einlassventil. Nach einer knappen Stunde und 40 Dollar weniger kommt er zum Schluss, dass man das Problem nur durch Öffnen des Motorkopfes beseitigen kann. Dazu fehlt ihm die Zeit, wir können aber noch ruhig ein paar hundert Kilometer damit fahren, bis wir einen anderen Mechaniker finden. Der Van hat halt nur nicht mehr so viel Kraft und ein vermutetes Leck wird mit der Zeit ja auch nicht kleiner. Achja, und es könnte teurer werden. Die nächstgrößere Stadt Nelson steuern wir erst am Wochenende an, daher beschließen wir, bis Wellington zu warten und telefonisch schon einen Termin zu vereinbaren. Wir erreichen einen super freundlichen Motorenexperten, der uns kommenden Montag aushelfen kann. Im nächsten Blogbeitrag dazu dann mehr…

The next day is already planned. After an ice cold shower (a hot shower would have cost us four dollars for only two minutes) we have an appointment at a local garage. We want to get Bärbel checked because she sometimes has issues with overheating/starting while driving uphill or parking in a sunny spot. Sometimes the engine speed is too high, too, probably because Bärbel needs to cool down more. After an hour and 40 dollars, the mechanic speculates that there could be a leak at cylinder 3, because it lacks pressure. To fix that, he would have to open the engine, but unfortunately he doesn’t have time for it (and we don’t want to spend more time in Kaikoura). However, he assures us that we can still drive a bit further. Having said that, he also tells us that it could become a very expensive repair. Because we will drive to the next big town – Nelson – on the weekend, we decide to rather find a mechanic in Wellington. After a few calls, we find a friendly mechanic close to Wellington who is willing to take a look at the problem on Monday. More on that on the next post!

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Wir fahren bis zum kleinen Flughafen von Kaikoura, denn wir haben für heute einen Flug gebucht, bei dem wir hoffentlich Wale beobachten können. Lotti wird beim Anblick der kleinen, viersitzigen Propellermaschinen etwas mulmig zumute. Ich lese mir eine Safety-Zeitschrift durch und unterrichte sie, dass man beim Absturz locker bis zu drei Stunden in dem 15 Grad kalten Wasser überlebt. Unser Pilot stellt sich kurz vor und Lotti quetscht ihn sofort über diverse Sachen aus. Wir erfahren, dass er früher für die Airline Quantas geflogen ist (als Flugbegleiter). Ich glaube, dies beruhigt Lotti etwas. Unser 40-minütiger Flug beginnt sofort mit atemberaubenden Ausblicken auf die Küste. Wir sehen die Lastwagen, die am Küstenhighway die Sturmschäden beseitigen: große Ladungen von Schlamm und Geröll müssen abtransportiert werden. Nach knapp fünf Minuten erreichen wir schon eine Stelle, wo zuvor ein Wal geortet wurde. Der Pilot dreht steile Rechtskurven, sodass wir direkt auf das milchig blaue Wasser blicken können. Plötzlich taucht ein etwa 15 Meter langer Buckelwal auf, bläst kurz eine Wasserfontäne in die Luft und taucht wieder ab. Wir drehen über dieser Stelle weiter unsere (sehr engen) Kreise und bewegen uns auf einer Höhe von etwa 100 bis 300 Metern. Der Wal taucht immer wieder kurz auf und verschwindet im trüben Meer, manchmal zeigt er dabei seine große Flosse. Üerall entdecken wir vereinzelt Robben, die sich ihre Bäuche füllen. Der Ozean vor Kaikoura ist für seinen Fischreichtum bekannt, da hier aufgrund eines Unterwassercanyons die richtigen Bedingungen für eine große Tiervielfalt gegeben sind. Langsam aber sicher wird das Kreisen über dem Meer für uns zu einer unangenehmen Achterbahnfahrt, doch wir lassen uns nichts anmerken. Der Flug endet mit einer schönen Runde über die Halbinsel von Kaikoura und wir steigen mit wackligen Knien aus der kleinen Maschine. Die Übelkeit trifft uns hier erst so richtig, doch das Frühstück bleibt bei uns beiden drin. Trotzdem: es hat sich absolut gelohnt!

We drive to the airport of Kaikoura, because for today, we have booked a whale watching flight! Lotti seems to be a bit scared after she sees how small the planes really are. I am reading the safety instruction magazine and tell her that we can at least survive three hours in the 15-degree cold water. Our pilot introduces himself to us and Lotti does not hesitate to ask him everything needed to make her feel more comfortable. We get to know that he worked at Quantas before (as a steward though). I think, that calms Lotti a little. Our 40-minute flight starts right away with breath-taking views on the Kaikoura coastline. We see trucks that carry soil and stones from recently happened landslips. Everyone is trying to get rid of any storm damages at the coast highway. After five minutes, we already reach the area where the whale was located earlier before. The pilot starts making a rough right turn so that we can get an immediate look on the opaque blue water. Suddenly, a 15 m long humpback whale appears on the surface – breathing quickly and turning back down. We stick to that place for a while (which means endless right turns, we feel very sick very quickly) at about a 100 to 300 meters high. The whale appears, stays at the surface for seconds, and disappears. Everywhere, we see seals around that are busy catching some fish. The sea at Kaikoura is known for being rich of fish, and together with the deep sea canyon it’s the perfect place for whales. Due to the never-ending turns of the plane, we slowly feel more and more sick – but professionally hide it from the pilot. The flight ends with an amazing view on the peninsula of Kaikoura and we finally step out of the plane rather weak-kneed. Now the nauseous hits us really hard, but we can keep everything inside. Nevertheless: the flight was worth it!

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Mir ist leider so flau im Magen und es wird zum späten Nachmittag auch schon kälter, dass ich trotz guter Surfbedingungen gar nicht ins Wasser gehen mag. Die Wellen teilen sich zwei Neuseeländer und ich steige aufs Autodach, um einfach nur zuzuschauen (die beiden sind wirklich gut, dabei ist der eine locker 60 Jahre alt). Lotti liegt im Bett und beruhigt weiter ihren Bauch. Einen Schlafplatz suchen wir uns zehn Kilometer weiter nördlich, direkt an einem weiteren Surfspot. Ich hoffe auf eine Session, bevor wir uns wieder auf den Weg machen, denn schließlich ist das bereits die dritte Nacht in Kaikoura. Der Surf am nächsten Morgen sieht perfekt aus: leichter Offshorewind und gute eineinhalb Meter hohe Wellen. Niemand im Wasser! Da ich diesbezüglich ein Schisser bin, warte ich noch eine Weile und paddle schließlich eine halbe Stunde später zu zwei anderen Surfern hinaus – ein Franzose und ein Münchner, Paul. Die Wellen werden leider etwas träge, sind aber dennoch wirklich gut. Der Franzose paddelt woanders hin, Paul und ich teilen uns die Wellen. Das Wasser ist durch den vielen Schlamm, der vom Dauerregen ins Meer gespült wurde, so trüb, dass ich meine Hand nach 20 cm Tiefe nicht mehr sehen kann. Na gut, denke ich, so kann mich bestimmt auch kein Hai sehen. Paul und ich erwischen jeder eine gute letzte Welle bis zum Kiesstrand und er kommt mit seinem Bulli zum Frühstücken zu uns rübergefahren.

I am still feeling sick the rest of the afternoon, so although there are good surf conditions, I cannot convince myself to get into the water. Two Kiwi’s are sharing the spot this afternoon, and I am happy to take some pictures from the top of our car (both are really good and one of them is over 60 years old!). Meanwhile, Lotti is staying in bed and still recovering from the whale watching flight. We find a camping spot 10 kilometres north and I hope for a good surf session the next day. It turns out to be a prefect surf: just a little offshore wind and waves around one and a half meters high. But – there is no one in the water yet! I’m still afraid, so I wait until I see two other surfers in the water – a French guy and a German from Munich, Paul. The waves are losing their power, but it’s still a good session. The French leaves, and now it’s only Paul and me sharing the waves. The water has gotten quite muddily, so I can barely see my hand dipping it into the water. At least, I assume, no shark can see me, too. Paul and I surf a final wave until the beach and he joins us for breakfast afterwards.

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Wir müssen aufgrund von Sturmschäden am Highway gen Norden einen ziemlich großen Umweg von über 420 Kilometern in Kauf nehmen. Leider bedeutet dies auch eine erneute Kraftanstrengung für unsere kränkelnde Bärbel, da wir erneut über den Lewis Pass fahren müssen. Hinzu kommen noch die Spritkosten. Wir brauchen schließlich sechseinhalb Stunden über die bergigen Straßen und kommen am Abend in Richmond an, wo wir auf einem Supermarktparkplatz über Nacht stehen können.

Due to the storm damages on the coast highway, we have to take a big detour (420 k) to be able to drive further up North. In addition to that, it means that we have to take the Lewis Pass one more time – and that with a car that needs an immediate fix. Not to mention that it also means additional gasoline costs. In the end, it takes us six and a half hours to get through the hilly roads. In the evening, we arrive in Richmond and find a free camp just in front of the local mall.

Der Samstag verspricht sehr sonnig zu werden. Wir stehen verdammt früh auf, fahren eine Stunde zum südlichen Ende des Abel-Tasman-Nationalparks und starten eine Kayaktour. Fünf Stunden paddeln, dabei an wunderschönen und verlassenen Stränden des Nationalparks anhalten und anschließend quer durch den dichten Wald wieder zurückwandern. Wir haben die gesamte Tour unterschätzt und auf jeden Fall zu wenig Nervennahrung mitgenommen. Denn um die letzte Bucht zu erreichen, an der unser Zweisitzerkayak per Motorboot abgeholt wird, müssen wir durch die sogenannte Mad Mile paddeln. Dieser Streckenabschnitt ist für starken Gegenwind und ein raues Meer bekannt. Uns brennen die Arme und Schultern, aber wir wollen es unbedingt schaffen. Gut, dass wir in der Bucht unser Trinkwasser auffüllen können, denn die vierstündige Wanderung zurück zum Anfangsort zieht sich schier unendlich. Abends fallen wir völlig geschafft und gut gesättigt ins Bett, der Muskelkater meldet sich schon leicht.

Saturday is going to be super sunny. We get up very early to be able to do a kayak tour from Maharau into Abel Tasman National Park. Five hours paddling, seeing beautiful empty beaches and then walking back through the forest. We definitely underestimated the tour and run out of food quickly. To get to the beach where our kayak will be picked up later in the afternoon, we have to cross the mad mile. As the name suggests, this part of the sea is no fun due to headwind and rough sea. My arms and shoulders are burning, but we fight until the end. Luckily, we can fill up our water bottles with drinking water at this beach. The four-hour trek back seems endless, but we finally making it to the car park. We are completely exhausted (this tour will cause a lot of muscle pain to both of us) and fall asleep quickly after dinner.

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Das letzte, kleine Highlight unseres Roadtrips auf der Südinsel sind schließlich noch die Marlborough Sounds, von denen wir einen Teil zuerst aus dem Van und dann von der Fähre aus sehen können. Im Voraus haben wir schon die Fähre für uns und Bärbel gebucht, die uns von Picton auf der Südinsel nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands, auf der Nordinsel bringt. Die Überfahrt dauert dreieinhalb Stunden und ist bis auf den Teil der Fjorde sehr unspektakulär. Nordinsel, wir kommen!

The last, small highlight of our tour through the South Island of New Zealand are the Marlborough Sounds. A first preview we already catch from the van while driving to the ferry in Picton. We pre-booked the ferry to secure a spot for us and the car, and the ship will bring us from Picton (on the South Island) to Wellington (the capital of New Zealand) on the North Island. The ferry ride takes around 3,5 hours and the nature surrounding us is just beautiful. North Island, we are coming!

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bis bald marius

#34 West Coast: Our next stone adventures

Man muss sagen, Majo ist ein sehr guter Roadtrip Begleiter. Er hält es aus, wenn ich ihm während der Fahrt Löcher in den Bauch frage (Können Schafe und Kühe eine Erkältung bekommen, wenn sie den ganzen Tag im Regen auf der Weide stehen?) oder stundenlang zu Liedern mitsinge. Ich habe ihn schon öfter gefragt, ob ich ihn mit dem Mitsingen nerve. Er hat Nein gesagt und meckert nur wenn es zu schief ist.

You can really say that Majo is a good road trip companion. He can deal with me asking him hundreds of questions everyday (e.g. can cattle and sheep actually get a cold standing in the rain all day?) or sing along to songs for hours. Of course, I already asked him if I annoy him with constantly singing. But he said no and only grumbles if I sing flat.

Nun aber zum Wesentlichen. Wo sind wir und was haben wir die letzten Tage gemacht?

But let’s talk about the important stuff: Where have we been and what did we do these past days?

Von Wanaka ging es wie vorhergesagt in Richtung Westküste. Wir haben nach einer entspannten Nacht in Makaroa am nächsten Tag den Haast-Pass überquert und eine kleine Wanderung zum Aussichtspunkt gemacht. Von dort ging es weiter Richtung Franz Josef Gletscher. Wir sind insgesamt knapp 230 Kilometer an einem Tag gefahren. Das klingt für deutsche Verhältnisse nicht viel, aber inklusive der Passstraße, einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h und einigen nötigen Pausen kann eine solche Distanz schon mal etwas dauern. (Und jetzt versteht ihr hoffentlich auch, warum ich im Auto so viel singe). Instantnoodeln, Cracker und Butterbrote bringen uns an solchen „Kampftagen“ über die Runden. Gegen Nachmittag kommen wir gut in Franz Josef Township an. Der Campingplatz bietet für 15 Dollar neben heißen Duschen sogar kostenloses Wifi an. Jackpot! Ich kann Oma Cilli mal anrufen und meine sozialen Kontakte pflegen. Abends machen wir noch einen kleinen Spaziergang in den nahegelegenen Wald, um Glühwürmchen zu beobachten und entdecken an einer Stelle schräg unter einer Felswand sicher 50 bis 100 der leuchtenden Tierchen. Zur Glühwürmchenhöhle laufen wir dann aber doch nicht. Dafür sind wir beide zu müde!

As already hinted at, we drove to the West Coast from Wanaka. After a very relaxing night in Makaroa, we conquered the Haast-Pass the next day and did a short hike up to the lookout point (which is highly recommendable). From there, we drove further to glacier Franz Josef. In total, we drove approximately 230 kilometres that day! Given the fact, that we mostly drove on serpentines and our max. speed is 80 kilometres per hour, you can imagine that the journey took us a while (in comparison to what we are used on the German Autobahn) and why I like to sing that much. Instant Noodles, crackers, and the typical German “Butterbrot” get us through those long days of driving. In the afternoon, we safely arrive at Franz Josef township. Our camping ground provides hot showers and free Wi-Fi for only 15 dollars. What a jackpot! I can finally call my grandma and care about other neglected social contacts. In the evening, we walk into the nearby forest to watch some glow worms. Eventually, we are too tired to walk all the way to the glow worm caves that are 45 minutes away. Better go to bed early!

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Der nächste Morgen beginnt mit Regen. Da wir kein richtiges Vorzelt besitzen, wird jedes Mal ausgeknobelt, wer von draußen an die Heckklappe geht, um die Küchenutensilien zusammen zu kramen. Diesmal habe ich das Los gezogen. Vom Campingplatz, den wir um elf Uhr verlassen müssen, verkriechen wir uns in ein Café in der Nähe. Kaffee und ein zweites Frühstück, und den Regen weiter aussitzen. Gegen halb Eins erhört der Wettergott unsere Gebete und wir fahren trockenen Fußes Richtung Gletscher. Vor Ort erfahren wir, dass wir heute nicht einmal annähernd bis zur Gletscherabbruchkante laufen können. Aus anderthalb Stunden Wanderung wird somit ein 45-minütiger Spaziergang. Jetzt, wo ich weiß, wie so ein Gletscher aussieht, bin ich an die kargen Steinlandschaften gewöhnt und höre Marius Geographievortrag über Seiten- und Endmoränen (den er auch schon beim letzten Gletscher gehalten hat) nicht mehr ganz so gebannt zu. Es ist halt eine Eisschicht, die sehr schnell vor sich hin taut. Zumindest sieht man die Spuren des Klimawandels hier deutlich. Kommentar von Marius: die beiden Gletscher „Fox“ und „Franz Josef“ (entdeckt von gleichnamigen Pionieren der Südinsel) sind weltweit diejenigen, die außerhalb der Kalten Zone (also Arktis und Antarktis) dem Ozean am nächsten liegen. Ihr Eis reicht so weit hinunter, dass es zwischen gemäßigten Regenwäldern hindurchfließt. Man hat also Gletschereis und eine üppige, ganzjährig grüne Vegetation auf engstem Raum. Leider geht das Eis erheblich zurück, sodass die Vegetation nicht mehr ganz so nah am Eis liegt. Das erkennt man auch gut auf dem einen Foto, wo wir eine Infotafel abfotografiert haben. Ich habe vor knapp zehn Jahren den Franz Josef Gletscher tatsächlich noch so mächtig und so nah sehen können.

The next morning starts with rain. Because we don’t really have an awning, we are tied to stay inside. The only reason to get out in rainy weather is making food (because the kitchen is best accessible from the outside unfortunately). We usually toss for who has to get out – and all wet. This time, it is my draw. Because we have to leave the camping ground at 11, our next stop is a café nearby. After a second little breakfast and a nice, hot coffee, the rain finally stops. We drive to the beginning of the glacier walk. At the car park, a sign tells us that we can’t walk closer to the glacier face today because of the heavy rain before. Instead of one and a half hours, our walk takes only 45 minutes now. Because I already know how a glacier looks like (a lot of ice that is quickly melting away, hello global warming), I am not that interested anymore in Marius’ geographical talk about lateral and terminal moraines. In the end, a glacier is not more than tons of melting ice.

Marius’ comment: both Franz Josef and Fox glacier (discovered by pioneers with the same name) are the worldwide only glaciers that are closest to the ocean outside of the cold zone (e.g. Antarctica), which results in an all-year-long lush vegetation very close to the massive ice of a glacier. Unfortunately, the ice is melting very quickly. You can see on the pictures how the Franz Josef glacier looked like ten years ago when I last visited him.

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Gletscher hin oder her, es geht weiter Richtung Norden. Am Abend halten wir kurz vor Hokitika an einem Campingplatz. Nach einer Runde Sport auf dem grünen Rasen (bei dem die anderen Camper erstaunt zuschauen) wird schnell geduscht und zu Abend gegessen, bevor wir pünktlich zum Sonnenuntergang zum nahgelegenen Strand spazieren. Auf einem Treibholzbaumstamm finden wir ein gemütliches Plätzchen und können einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten.

Well, enough about glaciers for a while, we drive further north. In the evening, we find a nice camping spot close to Hokitika. After a little workout (we received a lot of surprised views by other campers, but hey, we want to stay fit), we quickly shower and have dinner before heading to the beach. Right on time we arrive for a beautiful sunset.

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Der nächste Tag beginnt träge. Wir quälen uns bei schönsten Wetter nur langsam aus unserem Bett und fahren gemächlich in Richtung Hokitika. Die Stadt der Jade macht bei ihrer Ankunft schon alle Ehre: es reiht sich Schmuckgeschäft an Schmuckgeschäft. Nach einem schnellen Mittagessen bei Subway (man kann ja auch nicht immer selber kochen) erliegen wir dem Jadebann und lassen uns in eines der unzähligen Geschäfte ziehen. Danach geht es weiter zum National Kiwi Center. Da wir bis jetzt noch keinen Kiwi in freier Wildbahn bewundert haben, ergreife ich die einmalige Chance und überzeuge Marius, die 24 Dollar Eintritt zu investieren. Auch wenn das Center von außen (und innen) einen etwas heruntergekommenen Eindruck macht, werden wir im Inneren nicht enttäuscht. Neben dem „Fischen“ nach Langusten (wir können die Krebse tatsächlich aus ihren Höhlen locken und mit einem Stückchen Fleisch füttern) sehen wir bei der Aalfüttern zu, dürfen die teilweise weit über 100-Jahre alten Tiere streicheln – was eine ziemlich glitschige Angelegenheit ist – und am Ende sogar füttern! Wusstet ihr, dass Aale bis zu einem Jahr ohne Futter überleben können? Anfangs hatte ich von den Tieren ehrlich gesagt noch einen Heiden Respekt, am Ende habe ich mich getraut sie zu streicheln und zu füttern. Weiter geht es von hier zur Kiwi-Fütterung. Da ich vorher noch nicht viel über Kiwis gelesen habe, bin ich ziemlich erstaunt, dass die Tiere a) fast blind sind, b) die einzigen Vögel sind, die säugetierartige Nasenlöcher besitzen und c) monogam leben. Die Fütterung ist weniger spektakulär als bei den Aalen. Die zwei Kiwis sind ziemlich scheu und nach der Futterauslage kommt es zu einem kleinen Kiwi-Kampf – welches das Weibchen ziemlich sicher gewinnt. Zicke! Sehr gut gesehen haben wir die beiden Vögel aber wegen der Dunkelheit nicht (Kiwis sind nachtaktiv). Die Frage nach Erinnerungsfotos erübrigt sich wohl. Zumindest hat uns der Pfleger am Ausgang noch ein nettes Foto in die Hand gedrückt, dass jetzt einen Platz bei uns im Campervan hat.

We wake up super tired the next day. After we get out of bed eventually, we drive the short way into Hokitika town. We already read that the town is famous for its jade, therefore we are not surprised to see jewellery shops en masse. After having lunch at Subway (we decided that we cannot cook for ourselves all the time), we take a look at one of the jewellery shops. Afterwards, I convince Marius to do something more exciting and visit the Kiwi National Centre. So far, we haven’t seen a Kiwi in real wildlife. I swear, the centre is worth every cent of the 24 dollars we payed per persons. Although it looked a bit shabby at first, we we’re able to catch cray fish (of course, we didn’t kill them but just fed them with some meat) and then went on to the eels. We were lucky, because at that time an eel feeding was taking place. I was a bit scared at first (there were seriously tons of eels in the water) but it was amazing what the animal keeper told us about them. Most of them were actually more than a 100 years old! In the end, I was brave enough to touch them (they felt quite slimy) and even fed them. Thereafter, we also saw how the kiwis were fed. I didn’t know much about these birds before, but taking into account that they are nearly blind, I can imagine why they are nearly distinct in New Zealand. The feeding was less spectacular than the one with the eels before. We just quickly saw the two birds that immediately began to fight after the keeper put down the food. Because kiwis are most active in the dawn, we couldn’t take any pictures of them. Luckily, the animal keeper provided us with free photos at the exist. It is now pinned on our little photo wall in the campervan (to remind us to keep looking for them!).

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Vollkommen überwältigt von unserer Aal-Begegnung (meine einzige Erinnerung an Aale war bislang, dass Oma Ilse sie gerne geräuchert aß) geht es weiter nach Greymouth. Hier schauen wir kurz auf dem örtlichen Stadtfest vorbei, essen eine Kleinigkeit und fahren Richtung Campingplatz. Direkt am Meer gelegen können wir hier den Sonnenuntergang mit einem (oder zwei) Gin Tonic bewundern. Greymouth bleibt, wie der Name sagt, eine ziemlich graue Stadt. Aber wir sind hier ja nur für eine Nacht.

Still completely overwhelmed by the eels (what a life-time experience, I only remembered eels from my grandma who loved smoked eel), we drive further to Greymouth. We quickly visit the local city festival, have a snack and drive further to tonight’s’ camping spot. It is right at the sea and we can watch the sunset while having a nice gin tonic (or two). However, Greymouth stays a very grey town (as the name already suggested).

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Trotz schlechter Wettervorhersage bleibt es am nächsten Morgen noch relativ trocken. Wir frühstücken schnell und machen uns auf den Weg zu den Pancake Rocks. Da sich ein Zyklon für die nächsten Tage ankündigt, wollen wir nicht noch weiter bis nach Westport fahren, sondern schon gegen Nachmittag wieder Richtung Ostküste aufbrechen. An den Pancake Rocks blüht Marius Geographenherz mal wieder auf. Ich muss zugeben, dass mir diese Steinformationen bislang am besten gefallen. Und die einzelnen Steinschichten, die sich akkurat aufeinander stapeln, sehen tatsächlich (mit viel Vorstellungskraft) aus wie Pfannkuchentürme. Die tiefen Schluchten zwischen den Felsen, die Tonnen an Wasser, die auf die Felsen klatschen – bei so einer unruhigen See tatsächlich wunderschön.  Aber: die unruhige See ist auch ein Vorbote für das, was die nächsten Tage auf Neuseeland zukommt – ein Zyklon mit Windgeschwindigkeiten von 150 km/h. Wir verziehen uns lieber ins „sichere“ Inland und fahren weiter nach Hanmer Springs.

Despite the bad weather forecast, the next morning starts without any rain. We have a quick breakfast and drive further to the Pancake Rocks which are approximately 40 kilometres from Greymouth. We actually intended to drive up to Westport, but an upcoming cyclone has crossed our plans. We decide on keeping safe and driving to the East Coast again. However, the pancake rocks are worth driving the extra kilometres. Although my rock visiting experience wasn’t that glorious before, I really enjoy these rocks. They really look like hundreds of pancakes that are stacked on each other. Together with the sea and the beautiful green nature around, this place is truly beautiful. Nevertheless, we already feel that cyclone Gita is approaching fast. So, let’s better escape!  

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bis bald charlotte