#49 Julien Rocks: An underwater paradise

Es ist immer wieder ein aufregendes Gefühl, sich an einem neuen Ort niederzulassen. Das sage ich nicht nur deswegen, weil alles „neu“ und „ungewohnt“ ist, sondern auch, weil man oft erst nach einiger Zeit erkennt, wie viele versteckte Juwelen sich in ihm befinden.  Unser heutiges Abenteuer führt uns zu so einem kleinen Diamanten: der Unterwasserwelt von Julian Rocks, einer kleinen Felsinsel vor Cape Byron.

It is always exciting to settle down in a new place. I am not just saying that because everything is ‘new’ and unfamiliar, but rather because you only find out about the true jewels after a while. Today’s adventure brings us to one of these little diamonds you might miss when not looking closely: the underwater world of Julian Rocks, a small rock island close to Cape Byron.

Eher zufällig habe ich durch Recherchen erfahren, dass Julian Rocks zu einem der besten Schnorchel- und Taucharealen in Australien gehören. Wer denkt das schon, wenn das Great Barrier Reef in aller Munde ist? Nach kurzer Absprache mit der Tauchschule, die die Schnorcheltour anbietet, steht fest: für den nächsten Tag wird das Wetter gut, die Wellen nicht zu hoch und die Sichtweite im Wasser hervorragend.

While looking around for things to do in our area, I found out that Julian Rocks belongs to the best snorkel- and diving places in Australia. But who even considers anything else than the Great Barrier Reef while being in the country? We decide to give it a try and check with the dive school for good conditions. For the next day, the forecast looks good with only a small swell and a clear visibility. So it’s the perfect time to go!

Mit Vorfreude geht es um 10 Uhr morgens los Richtung Byron Bay. An der Tauchschule angekommen, füllen wir allen nötigen Papierkram aus und bekommen eine kleine Sicherheitseinweisung. Überall hängen Bilder von riesigen Mantarochen und Seeschildkröten und Marius und ich überlegen, ob die beeindruckenden Bilder zum Kundenfang dienen oder ob wir diese Tiere wirklich zu Gesicht bekommen. Mein Optimismus hält sich in Grenzen. Dennoch betont der Tauchlehrer, dass Julian Rocks zu einem der zehn besten Schnorchel- und Tauchspots Australiens von National Geography Australia gewählt wurde. Da muss ja dann was dran sein.

Nachdem wir unser Equipment zugewiesen bekommen haben – neben Schnorchel und Flossen gehört auch ein dicker Taucheranzug zur Ausrüstung (denn das Wasser hat schließlich nur noch 23 Grad!) geht es mit dem Bus zum Cape Byron. Mit insgesamt fünf Leuten ist unsere Schnorchelgruppe recht überschaulich, der Rest unseres kleinen Schlauchbootes wird von Tauchschülern eingenommen. Auf unserer fünfminutigen Fahrt entdecken wir ein paar Delfine, die nur wenige hundert Meter entfernt in den Wellen spielen. Als unser Boot sich langsam nähert, tauchen die Delfine ab und verschwinden Richtung Bucht. „They don’t like boats“ sagt der Bootsführer lachend. Na gut, dass kann man ihnen nicht übelnehmen.

Starting at 10 in the morning, I am super excited. At the dive school, we handle all the necessary paper work and get a short security introduction. All around the school, you see pictures of massive manta rays and sea turtles. I am quite sure that these pictures are mostly used to acquire new customers – but Maris and I doubt that we will see any of them today. Still, our guide points out that Julian Rocks was awarded one of the top ten snorkel places in Australia. I might keep some optimism. After we get handed all our equipment – next to a snorkel and goggles, we also get a thick diving wetsuit (because the water temperature is only 23 degrees!) – a little bus takes us straight to Cape Byron. Our snorkel group only consists of five people in total, so the rest of our little boat is filled by a few diving students. On the way to Julian Rocks, we see a little group of dolphins – unfortunately they quickly disappear after they take notice of our boat.

Trotz dickem Neo sind die ersten Sekunden im Wasser kalt. Ich sehne mich in die badewannenwarmen Wassertemperaturen Asiens zurück. Ein kurzer Check ob Taucherbrille und Flossen richtig sitzen, und schon macht uns unsere Schnorchelführerin Sarah auf zwei gefleckte Adlerrochen aufmerksam, die nur wenige Meter entfernt an uns vorbeischweben – so schnell, dass die GoPro noch gar nicht startklar ist. An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an meinen großen Bruder Fabi, der uns die Kamera für die Zeit unsere Weltreise ausgeliehen hat.

Even though I am wearing a massive wetsuit, the first seconds in the water are freaking cold and I wishfully think back to the bathtub-warm water in Asia. After a quick check of my gear, our snorkel guide Sarah already points out two big eagle rays that are swimming underneath us. Everything goes so fast that we haven’t even started our GoPro yet. At this point, big thanks to my brother Fabi who borrowed us the camera for the whole time of our world trip.

Sobald man den Kopf Unterwasser steckt, schwimmt man in einer anderen Welt. Das Wasser ist glasklar und überall tummeln sich kleinere und größere Fische. Am Grund entdecken wir mehrere Teppichhaie, die durch ihre Musterung (die sie farblich sogar anpassen können) fast gar nicht auffallen. Nur wenige Minuten später schwimmt dann die erste Meeresschildkröte an uns vorbei. Ich würde mich am liebsten kneifen, so unwirklich ist dieser Moment. Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis, neben so einem Tier im Wasser zu schwimmen. Die Schildkröte ist fast einen Meter groß und hat einen riesigen Panzer. Trotzdem sieht sie deutlich graziler aus beim Schwimmen als ich – was ich auf meinen dicken Neoprenanzug schiebe, der mich wie ein Fettklecks an der Wasseroberfläche strampeln lässt (diese Metapher ist bildlich zu nehmen).

As soon as you pop your head into the water, it feels like your swimming in a whole different world. The water is super clear and there are fish swimming everywhere. On the ground, we spot several wobbegong sharks which hide well with their skin pattern (that they can even change in colour). Just a few minutes later, we spot the first sea turtle. It is swimming right next to us and I am so surprised this is really happening. The moment feels truly unreal and I can’t describe the feeling being so close to such an incredible animal. The sea turtle is nearly one meter big and has a massive shell. Still, it looks much more graceful swimming in the water than me – due to my thick wetsuit, I look like a grease spot on the surface of the water (literally).

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An einem anderen Felsvorsprung entdecken wir dann zwei weiter Schildkröten, die an den Felsen grasen. Wusstet ihr, dass Schildkröten keinerlei Zähne besitzen? Wir behalten trotzdem Sicherheitsabstand, um die Tiere nicht beim Mittagessen zu stören. Die Artenvielfalt an den Julian Rocks ist atemberaubend. Riesige Fischschwärme, (blaue) Seesterne und sogar Kugelfische entdecken wir. Auf der Website des Marinereservats ist übrigens die gesamte Artenvielfalt verzeichnet und es gibt viele interessante Infos zu den Tieren (wie man zum Beispiel eine männliche Schildkröte von einer weiblichen unterscheidet).

At a different cliff, we spot two more sea turtles grazing. Did you know that sea turtles actually don’t have any teeth? Nevertheless, we stay in safe distance to not disturb the cute creatures enjoying their lunch. The biodiversity at Julian Rocks is truly breath-taking. We see large swarms of fish, (blue) sea stars and even puffer fish. On the website of Julian Rocks you can scroll through the whole range of animals living there and getting to know lots of fun facts (e.g. how to differentiate between male and female sea turtles).

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Was ich im Vorfeld unterschätzt habe: die Wassertemperatur. Um ehrlich zu sein, war ich seit Neuseeland nicht mehr im Meer schwimmen. Trotz der unzähligen Wow-Effekte schleicht sich die Kälte schneller als gedacht unter den furchtbar dicken Neo (der es mir dank Auftrieb sogar fast unmöglich macht, in die Tiefe zu schnorcheln). Hinzu kommt eine kalte Strömung unter Wasser und nach einer halben Stunde fühle ich mich wie Rose im Film Titanic – nur ohne Holztür. Ob das Wasser wirklich so kalt ist wie tausend Nadelstiche, sei dahingestellt, aber nach einer dreiviertel Stunde entscheide ich mich mit Rücksicht auf die Gesundheit meiner Zähne (ich bezweifle, dass anhaltendes Zähneklappern gut ist), vorzeitig aufs Boot zurück zu kehren. Mir folgt Julienne, eine Deutsche, die mit in unserer heutigen Schnorchelgruppe ist. Auch sie zittert am ganzen Körper, aber wir beide bekommen das Lächeln nicht aus unserem Gesicht. Das hier war tausendmal besser als das Great Barrier Reef, sagt sie. Ob das so stimmt, sehe ich wahrscheinlich erst in ein paar Monaten.

Wer noch nicht genug von Unterwassereindrücken hat, kann sich gerne unser Malaysia Video angucken. Hier gibt es zwar keine Meeresschildkröten zu bestaunen, dafür aber Clownsfische, bunte Korallenriffe und sogar einen Riffhai. Übrigens ist auch das erste Video unseres Neuseelandroadtrips online – schaut mal rein!

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What I definitely didn’t consider properly before is the water temperature. To be honest, I haven’t been in the ocean since New Zealand. Even though I am wearing this super thick (and uncomfortable) wetsuit (which even hinders me from properly swimming down) I start to freeze quickly. After half an hour, I feel like Rose in Titanic – just without the wooden door. With regards to my health and the assumption that my constant chattering teeth might also annoy fish, I decide to swim back to the boat. Julia, another German girl who is in our snorkeling group, follows me. We’re both trying to get warm in the boat but cannot stop smiling. She tells me that this snorkel tour was far better than the one she did in the Great Barrier Reef. Let’s see what we will experience there in a few months.

 If you cannot get enough from underwater impressions, you can check out our Malaysia travel video that we just uploaded. We haven’t seen any sea turtles in the coral reefs there, but instead spotted tons of clown fish, colourful corals and a little black tip shark. Moreover, we uploaded the first part of our New Zealand road trip travel video – you can find all of our videos here.

bis bald charlotte

 

  1. Was selten vorkommt: Ich habe Deinen letzten Bericht Zwei-mal gelesen. Einfach TOLL !!! Und die Videos habe ich mir alle angesehen. Was für super Reiseerlebnisse. Da bekommt man wieder FERNWEH 😉
    Die Fische kenne ich fast alle vom Typ. Habe mir damals das Fotobuch vom Roten Meer gekauft, wo die Fische mit Namen abgebildet sind.
    Selbst wenn ihr später eine Arbeitsstelle habt und manchmal der Kopf mit Problemen und Müll gefüllt ist, was kann es erquickenderes geben, als sich so ein Video wieder anzuschauen. Man wird sofort wieder in die Vergangenheit katapultiert und Erinnerungsadrenalin wird ausgeschüttet – ein angenehmes Gefühl !!
    Es war auch schön den Neuseelandfilm anzusehen, wo man selber mal gewesen ist. Tolle Szenen mit der GoPro zum Beispiel: Autofahrt mit Kamera vor der Windschutzscheibe. Oder mit Kamera rückwärts ins Wasser gefallen und wieder zurück. Oder die Zeitrafferaufnahme “ Sonnenuntergang am Strand“. Und und und…. suuuuper toll !!
    Es ist einfach schön bei Euren Reiseerlebnissen so nah dabei zu sein. Weitermachen – ich freue mich auf den nächsten Bericht samt Fotos oder Videos.
    Ganz liebe Grüße und viel Spaß

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