#48 Lennox Head: Hello from the paradise side of life!

Es sind mittlerweile drei Wochen vergangen, seit wir aus unserem Dachzelt in ein gemütliches und sehr geräumiges Zimmer in Lennox Head gezogen sind (hier kommt ihr zum letzten Eintrag). Da Lotti ja sofort als Barista in einem örtlichen Café angeheuert wurde, macht sich recht schnell ein angenehmer Alltag bemerkbar. Etwa eine Woche später kommt auch meine Arbeitssuche zu einem positiven Ergebnis: ich arbeite nun als Kellner in einer Tapas- und Cocktailbar namens Shorty´s und komme auf knapp 20 Stunden die Woche. Ich habe spaßeshalber mal die Route zu Fuß bei Google eingegeben: das Shorty´s ist exakt genauso weit von unserem Apartment entfernt, wie das Bat Country von unserem damaligen Zuhause in Sydney, nämlich 550 Meter. Doch hier kann ich einen Teil der Strecke am Meer entlanglaufen, was mich irgendwie immer glücklich macht. Die Arbeit als Kellner unterscheidet sich im Prinzip nicht groß von dem, was ich aus Sydney gewohnt bin. Allerdings steckt hier in Lennox Head ein etwas anderes Konzept dahinter. Viele Gäste reservieren vorher einen Tisch und es gibt eine relativ komprimierte Stoßzeit zwischen 18 und 20 Uhr, in denen bis zu 80 Gäste mit Getränken und Essen versorgt werden müssen. Dafür ist meistens gegen neun oder zehn Uhr abends Schluss und wir können den kompletten Laden aufräumen. In Sydney hingegen haben wir noch viele spontane Gäste nach 22 Uhr begrüßen können und ich war insbesondere am Wochenende erst nach null Uhr fertig. Beide Bars glänzen mit exzellenten Cocktails, die ich so noch nicht in Deutschland gefunden bzw. getrunken habe. Und die Auswahl der Tapas hier im Shorty´s gefällt mir wirklich sehr gut.

It has been three weeks now since we moved from our rooftop tent into a cosy and spacy room in Lennox Head. Because Lotti could immediately start as a barista in one of the local cafés, a nice daily routine quickly replaced our travel-overloaded minds. A week later my job search also came to a positive result: I am now working as a waiter in a tapas- and cocktail bar called Shorty´s for around 20 hours a week. I´ve just checked the walking distance on google maps: I enjoy the same walking distance to Shorty´s than I did in Sydney, where I worked at Bat Country – just 550 metres. The good thing here is that I can walk parts of the way along the ocean, which somehow makes me happy. The work as a waiter is pretty much the same what I am used to from Sydney. But there is quite a different concept in how the bar is run here in Lennox Head, as we have not many of those spontaneous walk-in guests like at Bat Country. Many guests have a reservation and there is a relative stuffed and busy time between six and eight, where we take care of up to 80 hungry and cocktail-thirsty people. But after nine or ten at night the big rush is over and we can start packing and cleaning up the whole bar. In Sydney there were often folks walking in for a couple of drinks after ten and I therefore finished way after midnight. Both bars do excellent cocktails which I haven’t found yet in Germany, and the tapas-style food is very delicious.

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Ein großer Vorteil, dass ich nicht bis tief in die Nacht arbeiten muss, ist, dass ich morgens die beste Zeit zum Surfen mitnehmen kann. Sobald ich mit meinem Brett das Gartentor verlasse, renne ich keine dreißig Sekunden, bis ich den Sand unter meinen Füßen habe. (Warum rennen eigentlich alle Surfer, wenn sie auf dem Weg ins Meer sind? David hat mich in Sydney darauf aufmerksam gemacht und es ist tatsächlich so… das Meer zieht seine Surfer eben magisch an!) Ohne es vorher zu wissen, haben wir unsere Wohnung zufällig so gewählt, dass einer der besten Spots quasi direkt vor der Haustür liegt (Google Maps sagt 130m). Zum wesentlich bekannteren Spot Lennox Point muss ich etwa 20 Minuten laufen, allerdings sind die Wellen dort sehr unbeständig. Eines Morgens – die Wellen liefen perfekt, der Wind war kaum zu spüren und das Wasser schön glatt – hat sich plötzlich eine Gruppe Delfine zu uns Surfern gesellt. Ich traure meinen Augen kaum und dachte beim Anblick der ersten Finne sofort an einen Hai. Aber das kurze Auftauchen mehrerer schwarzer Finnen ist dann doch sehr typisch für Delfine. Was für ein Erlebnis!

A huge benefit from finishing work not too late at night is the fact that I can get up early to surf at the best time of the day. As soon as I am leaving the little gate at our house I run less than 30 seconds until I can feel the sand between my toes. (By the way: Why are all Surfers running on their way to the waves? David caught my attention to this in Sydney, and it´s true that every surfer does it…I guess, the ocean just magically attracts all surfers.) Without knowing before, we randomly chose a flat that is right in front of one of the best surf spots around (google maps says 130m distance). There is a way more famous spot called Lennox Point, but it is quite inconsistent and to walk there it takes me around 20 minutes. But when the swell is good and big, this spot lights up! One surf session at my home spot – the waves were perfectly peeling and the wind was just a little breeze – a little group of dolphins joined us surfers in the line-up. I couldn’t trust my eyes and I first thought about a shark seeing the black fin suddenly appearing. But the movement of a lot of fins is typical for dolphins. What an experience!

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Kaum eine Woche später teile ich mir perfekte, aber kleine Wellen mit zwei anderen Surfern. Die beiden paddeln nach einiger Zeit jedoch in Richtung Strand und ich sitze allein im glasklaren Wasser. Wirklich ganz allein? Klar, der Gedanke an Haie ist immer präsent. Erst neulich hat eine Umfrage einer amerikanischen Surfzeitschrift ergeben, das 66% aller Surfer im Wasser ab und zu an Haie denken. Umso größer war der Schreck, als ich wieder etwas Schwarzes im Wasser schwimmen sehe. Mit der nächsten Welle, die sich vor mir erhebt, stellt sich heraus: Delfine! Sie sind einfach die besten Wellenreiter und schwimmen im Kamm der Welle mit, bis sie bricht. Diese Gruppe Delfine kommt ziemlich nah an mich heran und beäugt mich. Kaum zehn Meter entfernt taucht sogar eine Mutter mit ihrem Jungtier auf. Ich bewege mich keinen Zentimeter, denn schließlich sind diese wunderschönen Geschöpfe immer noch Raubtiere. Wieder ein paar Tage später, dieses Mal an einem anderen Strand, spielen ein paar Delfine für kurze Zeit in den Wellen und springen locker ein, zwei Meter aus dem Wasser heraus. Einfach nur schön! Die Qualität der Wellen rund um Lennox Head ist so gut, dass ich fast jeden Tag zwei bis drei Stunden surfe. Das Wasser hat noch angenehme 23 Grad. Und bei Ebbe brechen an meinem Homespot die Wellen manchmal so steil auf einer seichten Sandbank, dass ich endlich mal die ein oder andere Barrel bzw. Tube surfen konnte. Es ist wahrlich paradiesisch hier. (Alle Delfinfotos stammen von verschiedenen Instagram-Accounts und sind hier in Lennox Head aufgenommen worden – wir haben leider keine Drohne, um diese Schnappschüsse selber zu schießen)

A week later I shared some nice and small waves with two other surfers. But these two mates paddled towards shore after a while, leaving me alone in the line-up. But was I really alone? Surely, my mind is sometimes thinking about sharks. Just recently, there was a survey of an American Surfing Magazine, saying that 66% of all surfers in the water think of sharks every now and then. The shock was even bigger, when I saw some black movement in the water again. But with the next wave growing in front of me I could clearly see my surfing companions: dolphins! They are just the best wave riders and swim in the peak of the wave until it collapses. This group of dolphins came pretty close to me and I could even see a mum with its little toddler. I was not moving at all, knowing that these beautiful animals are still predators. Again a few days later, this time at another beach, a few dolphins were playing in the waves and jumping one or two meters out of the water. Stunning beautiful! The waves around Lennox Head are of such a good quality that I am surfing two or three hours every day. The water is still at 23 degrees. At low tide at my home spot the waves are breaking nice and shallow over the sandbank, that I finally could score a few short barrels. We live in paradise here for sure! (All photographs from dolphins are from different Instagram-Accounts and are shot here in Lennox Head – still missing out on a drone to shoot this ourselves).

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Jeden Dienstag haben Lotti und ich einen gemeinsamen freien Tag. Diese Woche fahren wir zum Cape Byron, um dort einen Rundweg zu wandern und uns den alten Leuchtturm anzuschauen. Der Himmel ist azurblau und wolkenlos. Nach einer guten Stunde sieht auch Lotti zum ersten Mal Delfine, leider nur recht weit entfernt. Sie sind rund um das Cape ganzjährig heimisch und ziehen hier oft ihre Jungen groß. Die Delfine jetzt, nicht Lotti 😉 Wir halten aber gleichzeitig Ausschau nach Buckelwalen, denn ab Mai beginnt ihre Reise aus antarktischen Gewässern in Richtung Norden. Dabei folgen die Wale der australischen Ostküste, und weil das Cape Byron der östlichste Punkt des australischen Festlandes ist, schwimmen sie sehr nah am Cape vorbei. Noch sehen wir aber leider keine Wale, wir bleiben also weiter aufmerksam. Mein Blick streift sowieso jeden Morgen über das Meer… natürlich, um die Wellen zu checken. Am Leuchtturm angekommen nehmen wir eine kostenlose Turmbesichtigung mit und lernen etwas über das tatsächlich sehr harte Leben als Leuchtturmwächter in der Vergangenheit. Die damals kerosinbefeuerte Lampe musste jede halbe Stunde mit einem 700 kg schweren Gewicht „aufgezogen“ werden, damit sie sich dreht. Über einen Kurbelmechanismus wurde das Gewicht von Hand immer wieder nach oben befördert, im Prinzip so, wie eine alte Standuhr. Heute geschieht alles elektronisch und die alte, giftige Kerosinlampe wurde durch 15.000 Dollar teure LEDs ersetzt. Den Charme hat dieser Turm dennoch keineswegs verloren.

Every Tuesday Lotti and I have a day off together. This time we drive to Cape Byron to walk around the Cape and explore the old lighthouse. The sky is blue and we don’t see a cloud. After an hour, Lotti spots a group of dolphins in the bay – first time ever for her! There are a few domestic groups of dolphins all year round and raise their young generation. Meanwhile, we keep an eye on the ocean to spot some humpback whales. In early May their big journey begins from the cold Antarctic waters towards north. The whales follow the Australian east coast and swim by pretty close to Cape Byron – the most easterly point of the Australian mainland. But this time we are not lucky yet. At the lighthouse we join a free tour to explore the inside of this more than 100 years old tower and to learn something about the hard life as a lighthouse keeper back in the old days. Many years ago the kerosene driven lamp needed to be winded up with a 700 kg heavy weight every 30 minutes, so that the lamp kept on turning around. There was a manpowered mechanism to lift up the weight again and again, like you want to wind up an old grandfather’s clock.  Today electricity does its thing and the venomous kerosene has been replaced by a 15.000 dollar LED. But the charm of the old lighthouse still remains.

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Byron Bay selbst ist ein wenig vom Backpackertourismus verdorben, aber es gibt neben einer Armada an Reiseanbietern auch viele schöne Läden zum Schlendern und Stöbern. An jeder Ecke sieht man hippe Menschen und Globetrotter, die sich das Reisen zum einzigen Lebensinhalt gemacht haben. Die Extreme des alternativen Lebensstils werden wir aber sicher noch in einem Hippie-Dorf namens Nimbin kennenlernen. Darüber berichten wir dann ganz bestimmt. Auch ein Ausflug zur Goldküste und nach Coolangatta steht noch an. Bis dahin verweilen wir im beschaulichen Lennox Head, genießen ab und zu die hervorragende Küche der wenigen Restaurants (diese Woche war Pizza an der Reihe) und spazieren am Strand entlang. Oft trifft man dabei auf die drei alten Pelikane, die scheinen sich hier auch super wohl zu fühlen.

Byron Bay itself is a bit deteriorated by backpacker tourism, but next to an armada of travel companies there are a bunch of nice shops to stroll around. At every corner you will see some hip folks and globetrotters, which made travelling to their one and only purpose in life. But we will discover the extreme of alternative living soon in a hippie-village called Nimbin. We will tell you about it then. We also want to drive towards Gold Coast and to Coolangatta. Until then we enjoy our tranquil Lennox Head, have some gorgeous pizza in a local restaurant and soak up the sun on a little beach walk. Often you will stumble upon three old pelicans. They feel comfortable here as well as we do.

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bis bald marius

 

 

2 Antworten auf “#48 Lennox Head: Hello from the paradise side of life!”

  1. Ich gehe mal davon aus, dass Du die tollen Cocktails und Tapas nicht nur servieren kannst, sondern auch zubereiten. Mir läuft jetzt schon das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an Eure Rückkehr denke😜 Wenn es auf der Erde ParadiesOrte gibt, so habt ihr sicher eines gefunden🍀 Ich Sitz momentan auf meinem „big“ Mountain und betrachte mein kleines Paradies, während oben am blauen Himmel 4 Störche die Thermik ausnutzen. Die Delfin-Story ist toll, obwohl ich beim Sichten einer Finne bestimmt panische Angst bekommen hätte. Super Bilder!!!
    Weiter viel Spaß und gute Reise.

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  2. Na,werdet Ihr es jemals in Deutschland auf längere Sicht aushalten??
    Das was du so beschrieben hast,mit den Dauerbackpackern und Individualisten,hoffen Willi und ich auch noch in 4Jahren erleben zu dürfen!! :-))
    …..dann sind wir nämlich 80% des Jahres weg! So,Gott will :-))

    Good Luck und weiterhin gute Reise-demnächst dann Hawaii
    euere Ma/Iris und der Willi

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