#33 Milford Sound, Queenstown and Wanaka: Changing landscapes, wet waterfalls and no reception

Nach einer langen Tagesetappe bis zum Fjordland Nationalpark (unterbrochen nur von Pipi- und Essenspausen) kommen wir am Abend endlich an unserem Campingplatz an. Meine neuseeländische Fahrkompetenz entwickelt sich nur sehr langsam. Der langsame Fortschritt kann zum einen an meiner ausgeprägten Links-Rechts-Schwäche liegen, oder auch am unterentwickelten neuseeländischen Highway-Konzept. Mein deutsches Sicherheitsbedürfnis schreit nach Ampeln, Notfalltelefonen, Leitplanken und zweispurigen Brücken. Der Neuseeländer antwortet mit fehlendem Mobilfunkempfang, One-Lane-Bridges und ab und an einem netten Kreisverkehr.

After a long day of driving to Fjordland national park (we only take breaks for either peeing or eating), we finally arrive at our camping spot. Unfortunately, my driving competence is only improving very slowly. This could be due to the fact that a) I have a severe difficulty telling left from right or b) that New Zealand has underdeveloped highways. My inner German screamingly asks for intersection lights, emergency phones, crash barriers and two-lane bridges. The Kiwi answers with lacking mobile phone reception, one-lane bridge and a few nicely built roundabouts.

Wir haben zum ersten Mal einen bezahlten Campingplatz gebucht, da es im gesamten Nationalpark keine kostenlosen Stellplätze gibt. Knob’s Flat empfängt uns mit einer netten männlichen, bärtigen Empfangsdame a la Nationalpark-Ranger, einer gut ausgestatteten Küche und heißen Duschen. Nach einer Woche mit kalten Duschen fühle ich mich gleich wie im Fünf-Sterne-Resort. Besser kann man 20 Dollar pro Person nicht investieren, denke ich mir. Auch wenn Marius und ich öfter einmal über die Kommentare so mancher Nutzer in der Campermate-App schmunzeln müssen („Die Stellplätze waren für unsere sieben Meter kurzen Camperbusse zu eng“ oder „Der Wasserdruck der Duschen war unzureichend“), man kann sich in Zeiten des Neulands Internet doch sehr einfach über geeignete Campingplätze informieren. Nach einer heißen Dusche, einer Sandwichschlacht und einer netten Unterhaltung mit einem britischen Pärchen über Vorurteile gegen Deutsche und Briten im Urlaub geht es schon wieder ins Bett. Aufs Poolliegen-Reservieren mit unseren Handtüchern verzichten wir morgen früh wohl lieber.

For the first time since we started this roadtrip, we actually booked a paid camping ground because there were no free camping spots anywhere in the whole national park. Knob’s Flat welcomes us with a very bearded reception lady, a well-equipped kitchen and hot showers. I immediately feel like I am staying in a five-star resort (it’s not that we don’t take daily showers, but the past seven days they have been cold and public). The camping ground is definitely worth paying 20 dollars per person. We usually pick our free (and now paid) camping grounds via Campermate, which shows and rates all camping spots in New Zealand, although the user comments are most of the time hilarious. After a hot shower, a sandwich battle and a nice chat with a British couple about stereotypes on Germans and the British being on vacation, we finally go to bed. We decide to not reserve a spot at the pool with our towel early next morning.

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker um kurz nach Sechs. Wir quälen uns verschlafen in die Küche, frühstücken kurz und starten direkt Richtung Milford Sound. Die anderthalbstündige Fahrt führt uns über steile Serpentinen, einen unzureichend befestigten Tunnel (natürlich nur einseitig befahrbar, von Notausgängen keine Spur) und verwunschene Wälder. Die Anfahrtszeit war etwas knapp kalkuliert und so legen wir vom Parkplatz einen kleinen Sprint Richtung Bootsterminal ein. Gerade noch rechtzeitig schaffen wir es aufs Schiff, mit dem wir zwei Stunden durch den Milford Sound fahren werden. Schon am Parkplatz wurden wir von einer Horde Sandfliegen begrüßt, und so wird das Insektenschutzmittel langsam aber sicher zum täglichen Begleiter. Die Bootsfahrt ist der Knaller. Das Wetter ist trotz schlechter Vorhersage trocken und leicht bewölkt, wir sehen Seelöwen und einen Haufen Wasserfälle. Der Kapitän bringt einen gewissen Humor mit, erklärt uns die Entstehung und Entdeckung des Gebiets und lässt uns freiwillig unter einem der Wasserfälle baden. Am Ende der Tour sind wir klatschnass, aber die Kamera ist voll mit weiteren tollen Erinnerungen.

The next day we get up quite early (6am). After a short breakfast and a well-needed coffee, we drive the one and a half hours to Milford Sound. The serpentines are terribly steep (how do we even get back with such an old car?), we drive through an insufficiently built tunnel (who does even care about emergency exists?) but at least the nature that surrounds us is magical. Although we started quite early, we arrive later than expected and have to run to the cruise terminal. On the last second, we enter the boat that will drive us through Milford Sound that day. The weather is beautiful and we’re lucky that the forecasted rain hasn’t come yet. We see seals, waterfalls, mountains and lots of water. Our captain explains us everything about the discovery and the origin of Milford Sound and even lets us take a free shower at one of the waterfalls. At the end of the tour we are soaking wet but the camera is full of memories.  

Processed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 preset

Processed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 preset

Nachdem wir uns auf dem Parkplatz notdürftig trockene Klamotten angezogen haben (ich merke, dass meine Qechua Softshelljacke doch nicht ganz so viel Wasserfallwasser abhält) kämpfen wir uns mit Bärbel im zweiten Gang die steilen Serpentinen zurück Richtung Te Anau hoch. Am Lake Marian halten wir für eine kleine Wanderung. Durch unsere Mount Cook „Wanderung“ noch sehr blauäugig, sind wir ziemlich erstaunt, als uns nach wenigen Minuten recht unbefestigte Wanderwege begrüßen. Mein deutsches Sicherheitsbedürfnis schreit nach richtigen Wanderschuhen, aber die haben wir nun mal nicht dabei. Nach anderthalb Stunden durch den Regenwald kommen wir am Lake Marian an. Passend dazu fängt es (wie vorhergesagt) an zu regnen. Die Berge im Hintergrund verschwinden hinter dichten Nebelschwaden und wir machen uns schnell wieder auf den Rückweg. Weiter geht es nach Queenstown.

After we changed into some drier clothes at the parking lot (I realize that my jacket is not made for waterfall-falling-water), we slowly drive back to Te Anau (second gear most of the time). We stop at Lake Marian for a nice hike in between and are very surprised that the paths here are much more unpaved than at Mount Cook. The German inner me asks for proper walking shoes but these are waiting for me back in Germany. After one and a half hours walking through the rain forest, we finally reach Lake Marian. It immediately starts to rain. We decide to only take a short break (because the mountains are covered in fog anyway) and head back to our car. The next stop is Queenstown!

Processed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 preset

Dort treffen wir uns am nächsten Tag mit einer alten Schulkameradin von mir. Gesa, mit der ich 2012 Abitur gemacht habe, fährt mit ihrer Cousine Rebecca gerade auch durch Neuseeland. Oder korrekter: ist gefahren. Die beiden hatten einen Tag vor unserer Ankunft in Queenstown einen heftigen Autounfall mit einem chinesischen Verkehrsteilnehmer. Wir hören uns die Kurzfassung des Unfalls an (Highway, 70 km/h, Vollbremsung) und sind erstaunt, dass die beiden (und die chinesische Familie) den Unfall ohne größere Blessuren überstanden haben. Gestrandet in Queenstown, helfen wir den beiden, noch die letzten Sachen aus ihrem Toyota Estima zu holen (der leider einen Totalschaden hat) und dürfen dafür im Austausch ihre warme Hosteldusche benutzen und uns einige Dinge aus ihrem Van abgreifen (wie einen sehr nützlichen Wagenheber – man weiß ja nie, wann er nächste Platten uns wieder bevorsteht). Bei Bier und einem Picknick wird wieder positives Karma verstreut und wir sind zuversichtlich, dass die beiden bald von der Autovermietung der chinesischen Familie entschädigt werden. Für Gesa und Rebecca geht es morgen zurück nach Christchurch, aber wir werden uns sicherlich wieder auf der Nordinsel begegnen (bis dahin haben die beiden hoffentlich wieder einen fahrbaren Untersatz).

There we meet up the next day with Gesa, an old friend of mine from school. She travels through New Zealand together with her cousin Rebecca. Or should I better say “travelled”? For the moment, they’re stuck in Queenstown because they had a major car crash with a Chinese family just two days ago. To keep it short: Highway, frontal crash, but everyone got out of it without major injuries. We help the girls to get the rest of their personal stuff out of the car (+ are offered to pick some mechanical tools for our car) and have beers and a nice picnic at Queenstown Beach to shed some positive karma. We’re sure that they get money for their car quickly. Gesa and Rebecca are travelling back to Christchurch tomorrow, but we will probably meet up again on the North Island in March.

Processed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 preset

Am nächsten Tag geht es auf den Queenstown Hill. Der Sportsgeist in uns verbietet, die Gondel in Anspruch zu nehmen. Auf den 750 Meter hohen Aussichtspunkt können wir auch hochlaufen. Und was für eine bessere Beschäftigung gibt es schon am Valentinstag. Der Schweiß tropft, aber oben werden wir mit einem großen Eis belohnt und einer Horde Touristen begrüßt. Nach der Wanderung geht es weiter nach Cromwell. Hier übernachten wir am Lake Dunstan, bevor es morgen nach Wanaka geht. Marius hat sich vorgenommen, einen Skydive-Sprung zu absolvieren. Aus 12.000 Fuß Höhe (ca. 4000 m) will er sich aus einem Flugzeug stürzen (natürlich nicht allein). Ich lehne dankend ab und will mir das Spektakel lieber vom Flugplatz aus ansehen. Der nächste Tag beginnt leider sehr windig. Die Flugzeit wird erst einmal verschoben, aber auch als wir um zwei Uhr nachmittags am Flugplatz auftauchen, gibt es keine Hoffnung. Marius Flug wird abgesagt und all die Aufregung verpufft. Aber er bekommt sicherlich nochmal die Gelegenheit, während wir in Neuseeland sind. Den restlichen Tag verbringen wir daher nicht am Flugfeld, sondern in Wanaka, wo Marius sich eine nötige Barttrimmung beim örtlichen Barbier gönnt (nach einigen Kommentaren von mir und seiner Mama). Jetzt kann es weiter Richtung Westküste gehen. Hallo Sandfliegen, wir kommen!

The next day we walk up Queenstown Hill. It’s a beautiful trail, and we don’t understand how people can even think about taking the gondola. And is there anything nicer to do on a Valentine’s day than walking up a hill? After an hour of steep walking, we arrive at the top and are rewarded with breath-taking views over Queenstown and its surrounding nature. We take a break, eat ice cream, observe the other hundreds of tourists on the viewing platform and walk back down. Our next stop is Cromwell, where we only stay for the night. Marius has booked a Skydive for tomorrow and the airport is only thirty minutes away. He will jump out of a small plane from 12000 feet (of course not on his own). I decline this terrifying opportunity (I am not suicidal!) and rather want to watch the spectacle from the safe airfield. Unfortunately, the next morning starts super windy. Although Marius reschedules the jump for two hours later, the company still has to cancel the booking later that day. We decide to enjoy Wanaka, a town close by, for the rest of the day and Marius finds a barber shop for a bart-trim (well-needed according to his mum and me). Now we can drive further to the West coast. I am already looking forward to tons of sand flies!

Processed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 preset

bis bald charlotte

2 Antworten auf “#33 Milford Sound, Queenstown and Wanaka: Changing landscapes, wet waterfalls and no reception”

  1. Ihr Lieben,
    wenn ich schon von den „Sandfliegen“ lese,fängt es nach 9Jahren immer noch an zu jucken auf meiner Haut
    und manche Nächte,die wir dann mehr auf „Sandfliegenjagd“ waren,als uns unseren erholsamen Schlaf zu holen!
    Den wunderbaren Blick auf Queenstown-traumhaft!!!
    Wieder einmal ein herzerfrischender Blogeintrag,liebe Lotti und tolle Bilder,dieser beeindruckenden Natur 🙂

    Weiterhin gute Fahrt!
    Euere Iris/Ma

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s