#32 Oamaru and Dunedin: a flat tyre, beautiful cities and lots of stones

Nach einer ruhigen Nacht am Lake Pukaki ist unser Plan, wieder die Ostküste anzusteuern. Das Ziel ist Dunedin, doch der Weg dahin stellt sich als ziemlich ereignisreich heraus. Wie eigentlich alles hier während unseres Roadtrips… „Der Weg ist das Ziel“ gewinnt für uns eine neue Bedeutung. (An dieser Stelle sei gesagt, dass wir mittlerweile schon einige hundert Kilometer weiter auf unserer Reise sind, wir aber oft einfach nicht zum Schreiben neuer Blogeinträge kommen. Die Müdigkeit übermannt uns häufig, wenn wir uns nach dem Essen in den Van verkrümeln und es langsam stockdunkel wird, was meist so gegen 22 Uhr ist. Aber wir halten euch natürlich auf dem Laufenden und lassen nichts aus).

After a peaceful night at Lake Pukaki, we decide to drive back to the East Coast. We want to reach Dunedin, but the route appears very eventful. Well, our whole road trip is kind of eventful. The saying: “The journey is the destination” has actually become our motto by now. At this point, we have to admit that we are already a bit further than Dunedin and Oumara. It is quite hard for us to write updates for you because we nearly always fall asleep right after dinner (due to food coma, busy days and tons of fresh air). But we try our best to keep you posted as quick as possible – and won’t skip to share any of our experiences with you!

Wir wachen also am Lake Pukaki auf und haben eigentlich vor, bei strahlendem Sonnenschein und perfekten Blick auf das Gebirge in Ruhe zu frühstücken. Leider ist es stark bewölkt und so verlegen wir das Frühstück etwa 80 km in Richtung Ostküste. Immerhin schon einmal ein wenig Strecke machen. Bärbel fährt am liebsten zwischen 80 und 90 km/h. Noch schneller, und sie wird sie sehr durstig. Wir schaffen einen durchschnittlichen Verbrauch von 11 Litern Benzin auf einhundert Kilometern. An einem See, sonnig und absolut windstill, machen wir Halt und genießen ein langes Frühstück. Anschließend verarbeiten wir ein wenig Treibholz, welches wir am Strand von Birdlings Nest gefunden haben, als Kleiderhaken und Schubladenknäufe. Lotti knüpft sich einen Beutel zur Aufbewahrung alltäglicher Dinge. Ich hüpfe noch schnell in den kristallklaren See (duschen wird überbewertet) und nach fünf Stunden machen wir uns endgültig auf den Weg Richtung Pazifikküste. Ein kleiner Abstecher zu den Elephant Rocks ist noch drin. Hier kann man gut erkennen, was Wind und Wasser bewirken und den dortigen Limestone über Jahrmillionen in eine attraktive Landschaft verwandeln können. Hach, mein Geographenherz hüpft höher. Der Sportlergeist in mir sagt: kann man sicher gut drauf herumklettern!

We wake up at Lake Pukaki and actually intended to have breakfast here with a perfect view on the sunlit mountains. Unfortunately, it is rather cloudy. Therefore, we decide to relocate our breakfast spot further east and already drive some kilometres. Bärbel loves to drive no faster than 80 or 90 kilometres per hour. If we try driving faster, she gets really thirsty. In average, we do 11 kilometres to the litre. That’s a lot, but what should we expect with an old car. We make a stop at a small lake after 80 kilometres and find the perfect sunny and calm spot for a long breakfast. Afterwards, we pimp up our van with the driftwood we collected in Birdlings Nest, designing new handles for the kitchen drawers, coat hooks and a net for keeping more of her stuff. I quickly jump into the crystal-clear lake (taking showers are overrated) and after five hours, we finally continue our journey to the pacific coast. We have another small stop at the Elephant Rocks. Here, you can see how wind and water shape the naturally-occurring lime stone over millions of years. Oh dear, my geography heart starts beating faster. My inner sportsman says: the stones are excellent material to climb on!

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Südlich von Oamaru halten wir für die Nacht und finden einen gemütlichen Platz direkt hinter der Düne (an dem schon mindestens zehn andere Campervans stehen). Zum Abendessen haben wir kurz vorher im Supermarkt doch tatsächlich Krombacher gefunden. Und es war sogar das günstigste Bier! Doch der Stopp am Supermarkt hat Bärbel anscheinend nicht so gutgetan. Später am Abend stellen wir nämlich fest, dass unser linker Vorderreifen platt ist. Ja, genau der Reifen, den uns der Reifenhändler zuvor noch als absolut fahrtüchtig bescheinigt hatte. Am nächsten Morgen leihen wir uns von anderen Campern (auch Deutsche, wer auch sonst) Wagenheber und Schraubenschlüssel aus und ersetzen den Platten mit dem Ersatzrad. Währenddessen halten zwei Einheimische an (die einzigen Autos, die überhaupt vorbeigekommen sind) und fragen nach, ob wir Hilfe benötigen. Yes! So kenne ich euch, liebe Kiwis. Eines der hilfsbereitesten Völkchen. Das erfahren wir auch beim Reifenhändler in Oamaru, der unsere Reifengröße leider nicht auf Lager hat. Er ruft bei zwei weiteren Werkstätten an und nach einer guten Stunde und um 150 Dollar erleichtert können wir uns mit einem brandneuen Reifen wieder auf den Weg machen. Und was hat das jetzt mit dem Supermarkt zu tun? Der Reifenhändler ist sich sicher, dass der Reifen zerstochen wurde, so sehen nämlich die Spuren der beiden Löcher aus. Kommt immer mal wieder vor, meint er. An unserem Nachtlager kann es nicht passiert sein, da wir die ganze Zeit am Van waren. Bleibt also der Supermarktparkplatz. Ich erinnere mich zurück, dass ich damals gewarnt wurde: die meisten Diebstähle finden auf Supermarktparkplätzen statt.

South of Oamaru, we decide to stop for the night and find a cosy spot right behind the dunes (with at least 10 other campers). At the local supermarket in Oamaru, we bought some (German) Krombacher beer, which perfectly fits with our dinner. And it was the cheapest! However, the short stop at the supermarket didn’t do good to Bärbel. Later that evening, while already being at the camping spot, we realise that our left front tyre is flat. Exactly, the tyre that according to the Bridgestone guy was absolutely reliable. The next day, we borrow jack and spanner from our neighbours (of course, Germans as well). While changing the wheel to the spare one, the only two cars that are driving by stop immediately and offer help. Yes! That’s how I know the people in New Zealand, always helpful. The next tyre dealer we go to see is very sure that our tyre got stabbed after analysing it. He adds that this happens quite regularly to campers in that region. Ouch! Thinking back, the only place where it could have happened was at the supermarket in Oamaru. And I remember that people warned me before: the most thefts are happening at supermarket parking areas.

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Trotz dieser negativen Erfahrung geben wir Oamaru noch eine Chance, denn neben einer Pinguinkolonie, die wir nicht zu sehen bekommen haben, weil sich die Pinguine gerade im Meer die Bäuche vollschlagen, hat die Kleinstadt ein beeindruckendes altes Stadtviertel. Der Limestone, den man in Form von Elephant Rocks nicht nur bewundern, sondern auch prima abbauen kann, wurde im 19. und 20. Jahrhundert sehr gern zum Bau wichtiger Gebäude verwendet. Wir schlendern ganz entspannt durch die zwei interessantesten Straßen, stöbern in individuellen Handwerksläden und kaufen dann ja doch nichts. Wohin auch damit? In einer alten Scheune, umfunktioniert als Museum und Galerie, unterhalten wir uns lange mit einem 86jährigen Neuseeländer, der schon viel um die Welt gereist ist. Er war zum Beispiel in den Fünfzigern noch vor Ausbruch des Bürgerkriegs in Sri Lanka.

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Despite this negative experience, we give Oamaru a second chance. Besides the penguin colony (which we don’t get to see, because the penguins are currently in the sea catching some fish), the old town offers some beautiful architecture. The buildings were constructed in the 19th and 20th century using the regional limestone (remember, the Elephant Rocks!). The city centre allows for a relaxed walk and we enjoy discovering all the small shops that the cute streets have to offer. Although we see some nice stuff, we eventually don’t buy anything. Because we don’t have any more space! In an old barn, which is used as a small gallery for coaches, bicycles and small boats, we chat with an 86-year-old Kiwi, who already travelled the whole world. He even went to Sri Lanka before the civil war in the 1950s.

Auch wenn es hier sehr schön ist, zieht es uns weiter. Auf der Fahrt entlang der Küste legen wir wieder einen geologisch wertvollen Zwischenstopp ein. Lottis Gesicht zeigt dezentes Desinteresse, als ich von mannshohen, kugelrunden Steinen erzähle, die einfach so am Strand herumliegen. Vor knapp zehn Jahren war ich bei den sogenannten Moeraki Boulders fast ganz alleine. Heute laufen Dutzende Touristen zwischen den Steinen herum. Schöne und witzige Fotos können wir trotzdem machen. Lottis Highlight sind aber die drei Alpacas, die neben dem Parkplatz auf einer Wiese vor sich hin dösen und die man für zwei Dollar füttern kann. Es scheint sofort eine magische Verbindung zwischen den flauschigen Tieren und Lotti zu bestehen. Oder liegt es an der Papiertüte mit den Leckerlis, die so verdächtig geraschelt hat? Die sanftmütigen Tiere stehen jedenfalls sofort am Zaun und gieren nach dem Futter, Lotti ist total aufgeregt und versucht, allen drei Alpacas gerecht zu werden. Wäre da nicht noch das dreiste Reh, das sich mit seiner langen Schnauze immer wieder dazwischen drängelt. Ich versuche es auch mal mit dem Füttern, werde aber angespuckt. Na toll. Dann mach ich doch lieber nur Fotos.

Although we like it in Oamaru, we go further. While driving along the coastal line, we stop for another important geological place. Lotti doesn’t seem to be very interested when I tell her that we are visiting stones again. Stones that are shaped like a ball! Ten years ago I already went to the Moeraki Boulders and was nearly the only person at the beach. Today, we share the spot with many tourists. Still, we can make some funny pictures. However, Lotti’s highlight remains the feeding of the alpacas, which snooze next to the parking area on a big paddock. There seems to be an instant connection between the fluffy animals and Lotti. It could also be the rustling paper bag in Lotti’s hand which is filled with treats. However, the gentle animals are already waiting at the fence for food. Lotti is super excited and tries to divide the treats as fairly as possible between the three. I also try to feed them but instantly become a target for some greasy alpaca spit. I decide to better stick to taking pictures.

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Wir erreichen Dunedin, die mit 120.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt der Südinsel, und fahren erstmal zum Stadtstrand. Ich weiß durch meine App, dass die Wellen gut sein könnten. So gut, dass ich über zweieinhalb Stunden im Wasser bin und mir die Wellen nur mit knapp zehn anderen Surfern teilen muss. Übrigens zur Hälfte Deutsche. Am Morgen danach bin ich ein wenig weiter weg vom Stadtstrand surfen und habe überragende, schulterhohe Wellen ganz für mich allein. Einmal kommt ein anderer Surfer vorbei, der sich aber von der Strömung weitertreiben lässt, während ich immer wieder zur perfekt laufenden Sandbank paddle. Es sind zwar viele Spaziergänger am Strand, aber so ganz allein im Wasser ist mir dann doch manchmal etwas mulmig zumute. So sehr, dass ich mich über meinen eigenen Schatten erschrecke. Ja, es gibt hier Haie, das weiß ich.

We reach Dunedin, which is the second biggest city on the South Island with 120.000 citizens. The first stop is the city beach. I already checked before that the waves could be good. They are so good, that I actually stay in the water for more than two hours and only share the waves with ten other surfers (most of them Germans, of course). The next morning, I choose a spot which is a bit away from the city beach and find myself the only one in the water. Only once, another surfer drops by but quickly leaves again. Of course, there are a lot of strollers at the beach, but being along in the water makes me feel uneasy a few times. I’m even terrified once by my own shadow. Yes, I know, there are sharks in these waters.

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Wir schauen uns bei wunderbarem Wetter Dunedin und seine schönen Gebäude an und schlendern durch die Straßen. Lotti hat herausgefunden, dass es an vielen Ecken Streetart gibt. Einige Kunstwerke sind auch nicht zu übersehen, andere entdeckt man erst, wenn man bewusst in die Gassen schaut. Der kleine Streetart-Rundgang endet ganz planmäßig an der Speights Brauerei, denn wir haben eine Brauereitour inklusive Bierverkostung gebucht. Speights ist die größte Brauerei in Neuseeland, sogar Angela Merkel stattete ihr vor zwei Jahren einen Besuch ab. Prost! Unser Campervan steht nur zwei Kilometer außerhalb der Innenstadt und so fallen wir leicht angetrunken und müde ins Bett.

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Der nächste Tag startet leider sehr verregnet. Es lohnt sich eigentlich nur noch, der steilsten Straße der Welt einen Besuch abzustatten, um dann vollgetankt die 350 km in Richtung Milford Sound zu fahren.

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The next day, we explore Dunedin with perfect sunny weather again. Lotti found out that there is a lot of street art in the city centre, so we are doing a nice art hunt. Even though most of the paintings are easy to find, a few are really hidden in the backyards of the buildings. At the end, we finish off at the Speights brewery, for which we have booked a brewery tour and a beer tasting. Speights is actually the biggest brewery in New Zealand. Even Merkel has visited the company two years ago. Cheers! Our campervan is parked just two kilometres outside of the city centre and we can walk “home” safely. The next morning starts with rain. There is no need to stay any longer and we only drive to the steepest street in the world before we head to Milford Sound.

bis bald marius

 

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