#31 Lake Tekapo and Lake Pukaki: My first time driving left and how we nearly ran out of gasoline

Wir machen uns am frühen Morgen wieder auf Richtung Christchurch. Einige Sachen für den Campervan müssen noch besorgt werden. Nach kurzem Zwischenstopp am Leuchtturm von Akaroa, der an diesem Tag von Kreuzfahrtschiffpassagieren überflutet ist, geht es zunächst nach Birdlings Nest. Der Kiesstrand hier ist gefühlt kilometerlang und fast menschenleer. Nur ein paar Angler versuchen, frischen Fisch zu ergattern. Eine schöne Abwechslung zum überfluteten Akaroa. Wir sammeln ein wenig Treibholz für die Verschönerung unseres Campers, gehen noch einmal für kleine Jungs und Mädchen und fahren weiter Richtung Christchurch. Lebensmittel, ein paar weitere Kochutensilien, ein Mini-Autokühlschrank und eine Staubkappe fürs linke Vorderrad müssen besorgt werden. Ich stelle fest, dass ich in den vergangenen Tagen öfter in Autoläden war als jemals zuvor in meinem Leben. Dafür haben wir jetzt einen brandneuen Kühlschrank und ich träume bereits von einem kühlen Bier und Käsebrot. Am letzten Autofachgeschäft treffen wir sogar die Escortdame wieder, bei der wir vor zwei Tagen einen kostenlosen Gaskocher und einen Espressomaker abgeholt haben, welche sie bei Facebook angeboten hatte. Wie klein Neuseeland doch ist.

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Die Suche nach der Staubkappe gestaltet sich etwas schwieriger. Nach drei Läden werden wir endlich fündig. Zwar gebraucht, aber dafür Original von Mazda. Der Verkäufer leiht uns sogar noch einen Hammer, um die Kappe dingfest zu machen. Zufrieden schauen wir noch beim Reifenhändler vorbei, um uns eine zweite Meinung zum Zustand des linken Vorderrads einzuholen. Lachend bestätigt er uns, dass wir mit dem Reifen noch kilometerweit kommen. Wie falsch er doch liegen wird. Aber dazu im nächsten Beitrag mehr.

Early this morning we head back to Christchurch. We still need a few things for the van. After a short stop at the lighthouse in Akaroa, which is flooded by cruiseship passengers today, our next stop is Birdlings Nest. The pebble beach feels endless and you barely see any human beings. Only a few fishermen try to catch fresh fish and it feels good to be here after busy Akaroa. We collect driftwood for pimping our van later, go for a pee and drive further to Christchurch. Groceries, a few things for cooking, a small car fridge and a dust cap for our left front wheel have to be bought. I realize that, since we’ve been in New Zealand, I spend more time in auto parts stores than ever in my life before. However, we finally own a car fridge now, which means, that I’m not only dreaming about cold beer and cheese. At the last store we even meet the escort lady again from whom we collected our gas cooker and an espresso maker two days ago (she advertised it for free on Facebook). That shows how small New Zealand is.

The hunt for a dust cap appears more difficult than buying a fridge. After being to three different auto parts stores (I am already feeling home in there) we’re finally lucky. A used dust cap, but an original one from Mazda. The salesman even borrows us a hammer to apply the cap right away. Fully satisfied with our haul, we quickly check the left front tyre at Bridgestone. The tyre is quite used already and we’re hoping for a professional opinion. The guy makes clear that we don’t have to worry about it and that the tyre will probably last for another long while. He will be very, very wrong. But more about that in our next blog article.

Es geht endlich weiter. Der Highway zieht sich schnurgerade kilometerlang. Auch in Neuseeland gibt es ein Tempolimit, aber mehr als 100 km/h schaffen wir mit Bärbel eh nicht. Gegen Abend erreichen wir endlich den Lake Tekapo. Von der Sitzerei im Auto und der Einkaufstortour ziemlich geschafft, quäle ich mich kurz heraus, um einen Blick auf die alte Kirche und den See zu werfen. Was für ein blaues Wasser. Was für eine Aussicht. Wären da nicht die asiatischen Reisegruppen, die die Ruhe des Ortes durch ihr Schnattern und Kameraklicken zerstören.

Finally, we’re going further. The highway takes ages and is dead straight. Same as in Australia, a speed limit of 100 km/h applies. Well, we can’t drive faster than that with Bärbel anyway. In the evening, we reach Lake Tekapo. After the big shopping tour and the fact that we basically sat in in the car all day, I just quickly take a look at the old church and the lake. The blue colour of the water is amazing. The view as well. Nevertheless, I’m getting annoyed by the Asian travel groups that kind of destroy the peacefulness of this place with loudly chatting and taking tons of pictures.

Zum Schlafen fahren wir in ein etwas abgelegenes Flussvalley. Das letzte Stück geht über eine holprige und steile Kiesstrecke, und ich frage mich, ob wir da morgen früh wieder hochkommen. Der steinige Weg wird am Ende belohnt: Wir sind umgeben von Bergen und der Natur und sehen nur drei weitere Wagen, die etwas entfernt von uns stehen. Wahrscheinlich waren die meisten Camper durch die Kommentare bei Campermate verschreckt worden, die besagen, dass ein Allradantrieb bei diesem Platz unbedingt notwendig sei. Und wir sagen: No risk, no fun.

For tonight, we drive to a remote river valley. The last part of the road is very bumpy and steep, and I wonder if we’re able to get back tomorrow morning. Nevertheless, the gravelroad rewards us with an amazing landscape and nearly no campers around us. Probably most of them were scared by the comments on Campermate, which suggest you need a four-wheel drive for accessing this spot. We think: No risk, no fun.

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Dass Asiaten Lake Tekapo und Lake Pukaki als beliebtes Reiseziel ansteuern, merken wir am nächsten Morgen, als wir nach dem Frühstück eine öffentliche Toilette aufsuchen. Während ich mein Geschäft verrichte, lese ich mir Unfallstatistiken auf den Straßen rund um die Seen durch. Neben der Aufforderung, das Toilettenpapier doch bitte in die Toilette zu werfen (und nicht in den Mülleimer, wie es in Asien oft gehandhabt wird), sind auch die Unfallstatistiken feinsäuberlich auf Mandarin, Koreanisch und Japanisch übersetzt. Was fehlt, ist die Anmerkung, sich doch bitte auf die Toilette zu setzen und sich nicht auf die Brille drauf zu hocken (das haben wir öfter in Singapur und Malaysia gesehen). Ich erinnere mich an den Versicherungsfachverkäufer, der uns eindringlich vor asiatischen Autofahrern (und ihrer Fahrweise) rund um das Gebiet der Seen gewarnt hat. Das erklärt die hohe Unfallstatistik auf den Plakaten und die freundlichen Übersetzungen. Der Tourismus boomt trotzdem.

We recognize that Lake Tekapo and Lake Pukaki are famous tourist spots for Asians when driving to a public toilet after breakfast the next morning. While I’m sitting on the pot, I read about car accident statistics in that area. Next to the friendly request to put toilet paper into the pot and not into the bin (as it is common in parts of Asia), all the statistics are neatly translated into Mandarin, Korean and Japanese. What is actually missing is the note to not squat on the toilet (as we saw it regularly while being in Singapore and Malaysia). I remember that our insurance salesman warned us to drive extremely careful because Asian drivers are keen to misunderstand the road traffic law in New Zealand. Indeed, that could explain the high numbers of car accidents on the posters and the friendly translations. However, tourism is still going well.

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Von Lake Tekapo geht es weiter zum Lake Pukaki. Noch blauer soll er sein, sagt Marius. Dieses unnatürliche blau bricht das Sonnenlicht ganz besonders. Es kommt von winzigen Partikeln, abgerieben vom Fels der Berge, die über die Gletscherflüsse in den See gelangen. Als wir nach einigen Kilometern ankommen, komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das Wasser ist noch blauer. Im Hintergrund sieht man schon den Mount Cook. Ein wunderschönes Panorama, wären da nicht – all die Touristen. Während ich mich in Christchurch noch fragte, ob dort überhaupt Menschen leben, gibt es sie hier im Überfluss. Was eine Umstellung.

After Lake Tekapo, we’re heading further to Lake Pukaki. The water will be even more blue, Marius says. According to his geographical knowledge, the very blue water derives from small glacial particles, that float from the glacial rivers into the lake. When arriving at Lake Pukaki, I am even more amazed. The water is so blue, it feels unreal. In the background, you see Mount Cook already. A beautiful panoramic view, but… tons of tourists again.

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Wir fahren weiter zum Mount Cook Village. Beziehungsweise, ich fahre! Zum ersten Mal in Neuseeland, und zum ersten Mal in meinem Leben auf der linken Seite. Obwohl mir alles sehr, sehr falsch vorkommt (gerade das Schalten mit der linken Hand) stelle ich mich ganz passabel an, versuche nur zwei Mal den Blinker mit dem Scheibenwischer anzustellen und bringe uns heile und unfallfrei zum Mount Cook Village. Von hier wollen wir heute eine kleine Wanderung unternehmen. Wir haben wirklich Glück mit dem Wetter, realisieren aber erst bei der Ankunft, dass ja heute Waitangi Tag ist. Der neuseeländische Nationalfeiertag, der die Besiegelung des Abkommens zwischen Europäern und Maoris feiert. Das erklärt auch, warum es hier so brechend voll ist. Die Wanderung entpuppt sich als anspruchsloser, langgezogener Spaziergang. Trotzdem sind die Ausblicke beeindruckend. Wir entscheiden uns, mit Blick auf unseren Nutellakonsum den Rückweg zurück zu joggen, sofern dass bei den Menschenmassen möglich ist. Nach einer kurzen (eiskalten) Dusche fahren wir zurück ins 50 Kilometer entfernte Pukaki, um dort am Rande des Sees die Nacht zu verbringen. Kurze Zeit später meldet sich die Tankanzeige. Ab jetzt beginnt mein Bauchgrummeln. Schaffen wir es noch bis zur nächsten Tankstelle in 43 Kilometern? Innerlich sehe ich mich Bärbel schon die hügelige Straße entlangschieben. Mit Ach und Krach (und vielen genervten Autofahrern hinter uns) und vielen Gebeten schaffen wir es gerade so zur nächsten Tankstelle. An der Tanksäule merkt man dann, dass Bärbel doch etwas älter ist und ganz schön viel verbraucht.

We drive further to Mount Cook Village. Actually, I’m driving there. For the first time, I’m driving in New Zealand; for the first time, I’m driving on the left side. Although everything feels very wrong to me (especially changing gears with the left hand), I am doing okay, which means I am not causing any accident. From Mount Cook Village, we want to do a little hike. We’re really lucky with the weather, but realize after arrival, that it’s Waitangi Day. Waitangi Day is the Kiwi National Day that celebrates the agreement between settlers and Maori. That also explains why the trail is extremely crowed. The hike turns out to be a rather modest walk and we decide to jog back (which is probably better considering how much Nutella we eat). After a cold shower at one of the public showers in Mount Cook Village, we drive back to Pukaki, which is around 50 kilometres from here. After a while, the fuel gauge light turns red. I immediately get a stomach ache. 43 kilometres until the next gas station. I already see myself pushing the camper van over the hilly roads (for at least 10 k ). On the last drop, we make it to the gas station. I don’t know how many car drivers we annoyed on the way to the station (by driving super slow), but I don’t care. My prayers (and Marius fuel-saving driving skills) worked!

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Unser heutiger Campingplatz ist zwar nicht so einsam wie gestern (ganz im Gegensatz), aber wir finden doch noch ein schönes Plätzchen am Wasser. Von hier aus können wir beim Abendessen und einem Becher Wein (Gläser haben wir leider nicht) den Sonnenuntergang bestaunen, der mal wieder wunderschön ist. Und der Sternenhimmel in der Nacht: Der Wahnsinn. Kein Wunder, dass das Gebiet hier zum World Heritage Gebiet für Sterne erklärt wurde. Ich habe das Gefühl, Millionen von Sterne zu bewundern. Sogar die Milchstraße sieht man hier. Und eine kleine Sternschnuppe gab es zum Abschluss des Sternegucken auch.

Today’s camping ground is a bit more crowded than yesterday, but we still have a very nice view at the waterfront of Lake Pukaki. We can even enjoy the sunset with a mug of wine (we don’t have glasses) and a good dinner. What’s even better than sunset here: the starry sky. I swear, I have never seen so many stars! I even saw the Milky Way. And a small little shooting star at the end.

Processed with VSCO with av8 presetProcessed with VSCO with av8 presetbis bald charlotte

  1. Hi,ihr Lieben!

    Das mit dem bangen um die hoffentlich nächste Tankstelle kenne ich auch in NZ.
    Eine ganz bestimmte Strecke wurde vor 10Jahren sogar extra im LonleyPlanet erwähnt,daß erst nach
    gefühlten 100km eine nächste Tankstelle kommt und dort schon so einige Auto`s geschoben werden mußten:-))

    Die Bilder sind wieder der Hammer und ganz viele,schöne Erinnerungen werden wach!!

    Gute Fahrt weiterhin mit Bärbel!!!
    eure Ma/Iris

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