#29: Goodbye, Sydney!

Es ist verrückt wie schnell die Zeit vergeht. Als wäre es gestern gewesen, dass David uns am Flughafen in Sydney begrüßt, sitzen wir heute schon wieder auf gepackten Sachen und fahren in wenigen Stunden los zum Flughafen. Die letzten Tage waren vollgepackt mit letzten Arbeitsschichten, vielen Abschieden, und der nötigen Frage, was wir eigentlich alles nach Neuseeland mitnehmen und was wir dann doch lieber hierlassen. Zur Vorsicht habe ich mir dann doch lieber noch eine weitere lange Jeanshose gekauft – die Wettervorhersage für Christchurch verspricht momentan einen deutschen Sommer mit 20 Grad und Regen. Die Hose wird sich demnach wahrscheinlich auszahlen. Während ich das hier gerade schreibe, liest Marius aktuelle Nachrichten aus Neuseeland vor, die von einem schweren Sturm berichten, der am Donnerstag (also unserem ersten Tag in Neuseeland) über die Südinsel ziehen soll. Mütze und Schal habe ich griffbereit.

It is crazy how time flies. It feels like it has just been yesterday that David picked us up from the airport, but today we are all set to go and will drive to the airport in just a few hours. The last days were fully packed with last shifts at work, tons of goodbyes and the important question, what we actually take to New Zealand and what we should better leave behind (because of course, you still collect a lot of unnecessary stuff in two months). Cautiously optimistic regarding New Zealand weather, I bought a second long pants – the weather forecast for Christchurch predict a rather German summer with 20 degrees and rain. The purchase will easily pay off. While I’m writing this post, Marius is reading current news about New Zealand that are reporting about a severe storm coming to the South Island on Thursday (on the day of our arrival). That’s why scarf and cap are close to hand.

Der schwierigste Teil des Abschieds aus Sydney steht aber noch bevor – wir müssen den Hunden tschüss sagen! Unsere Vermietern Lyn bringt uns netterweise nachher zum Flughafen – vielleicht können wir in der Fahrzeit also noch ein wenig mit Coco auf dem Rücksitz kuscheln. Es ist schon verrückt, wie sehr ich die Hunde ins Herz geschlossen habe, aber es war einfach immer so ein schönes Gefühl, nach Hause zu kommen und von vier treuen Hundeseelen begrüßt zu werden. Oder mit Coco zu spielen. Vielleicht werde ich also ein Tränchen verdrücken, wenn ich endgültig tschüss sagen muss. Zumindest haben wir die Fotos als Erinnerung für die Ewigkeit!

The most difficult part of leaving Sydney will probably be saying goodbye to the fur babies. Our landlord Lyn is so kind to drive us to the airport – I hope she takes Coco as well and I have a few more minutes to cuddle with her. It’s crazy how quickly I locked the dogs into my heart, but it has just been wonderful to have them around in our apartment. Just the fact that there is always someone when you come home. And that you lose any idea of time when you play with the puppy. I therefore might shed some tears while saying goodbye. At least we have the pictures as an everlasting memory!

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Ich wurde gefragt, ob ich mich freue, wieder auf Reisen zu gehen. Und ob ich Sydney vermissen werde. Die Antworten sind eindeutig: Ja und Nein. Nach zwei Monaten Schufterei (und ich nenne es wirklich so, denn es war nicht immer so ein Zuckerschlecken) haben wir uns die Auszeit wirklich verdient. Die vielen Stunden hinter der Kaffeemaschine; die tausenden Kaffees, die gemacht werden mussten; die ständig mit Kaffeepulver zugesetzten Fingernägel; die Spülhände, die ab und an schmerzenden Füße; der Schlafmangel – all das hat jetzt erst einmal ein Ende. Auch wenn wir gerade etwas „Hangover“ von gestern Abend im Café sitzen und man uns die Vorfreude nicht direkt vom Gesicht ablesen kann: Wir sind unfassbar aufgeregt und freuen uns wahnsinnig.

I was asked if I am looking forward to hit the road again. And if I will miss Sydney. The answers are crystal clear for me: yes and no. After two months of hard work (and I intentionally label it “hard”, because it was not always fun) we really deserved a little time off. The long hours behind the barista machine; the thousands cups of coffee that had to be made; the constantly dirty fingernails due to the ground coffee; the dry hand from rinsing; the hurting feet; the lack of sleep – all of that has come to an end now. And although we’re a bit hungover from last night and you can’t really tell the excitement we feel from our face, we are very excitement and super happy.

Nun zur Frage, warum ich Sydney nicht vermissen werde. Generell würde ich sagen, dass ich immer gerne in größeren Städten gelebt habe und den Trubel um mich herum genieße. Aber irgendwie ist bei mir in Sydney kein Funke übergesprungen. Das mag am furchtbar heißen Wetter gelegen haben (wobei das Wetter in Hong Kong deutlich anstrengender war), oder am schlechten Nahverkehr (der aber gerade ausgebaut wird), den Mietpreisen, oder, oder, oder… So ein Bauchgefühl lässt sich als Außenstehender wahrscheinlich schlecht verstehen, deswegen lasst es mich so zusammenfassen: Wir hatten eine wunderbare Zeit hier, aber für mich ist Sydney keine Stadt, in der ich wieder längere Zeit leben würde. Wenn wir wiederkommen, dann nur für einen Urlaub. Und Urlaub in Sydney kann ich jedem empfehlen!

(Ergänzung von Marius: in den Wellen rund um Sydney sind viel zu viele Surfer, ich habe an manchen Tagen über 200 Leute mit Surfboard im Wasser gezählt.)

 Now to the question why I won’t miss Sydney. Generally, I’d say that I always loved to live in bigger cities and that I can’t get enough of all the hectic around me. But with Sydney, it was kind of different, there was no spark. Maybe it was because of the super-hot weather (but I actually know it worse from Hong Kong), maybe because of bad public transport (that is improving right now), maybe because of rental prices, or maybe because of …. Honestly, I can’t really describe this feeling to an outstanding person. But, to sum up, we still had a very, very nice time staying here. Nevertheless, I wouldn’t pick Sydney again to stay for a longer time. If I come back, it would be for vacation. And I can absolutely recommend a city trip to Sydney to every one of you!

(Marius: the line up in Sydney was also packed with tons of surfers, on some days I counted more than 200 people being in the water with me.)

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Natürlich waren die letzten Tage nicht nur vollgepackt mit Arbeit, Abschied und Koffer packen. Marius und ich waren am Sonntag zusammen am wunderschönen Rockpool in Coogee, haben letzten Mittwoch die Streetart und tropfende Schweißperlen in Bondi bewundert. Ich war in der National Art Gallery und habe den „Angel’s Place“ im Zentrum besucht. Auf letzteres bin ich nur durch Anna aufmerksam geworden. Im ganzen Hinterhof, ganz versteckt zwischen Wolkenkratzern, hängen hunderte von leeren Vogelkäfigen. Jeder Käfig symbolisiert eine Vogelart, die es früher einmal in Sydney gab – und durch den Ausbau der Stadt in Sydney ausgestorben ist. Neben den Käfigen werden über Lautsprecher Vogelgesänge abgespielt. Ich war wirklich beeindruckt von dieser Kunstinstallation, gerade auch, weil dieser Ort einen so in den Bann gezogen hat und einen nachdenklich werden lässt.

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Of course we didn’t only work, had farewells or packed our stuff together. On Sunday, me and Marius went to the rock pool in Coogee, and Wednesday we went to Bondi Beach to have a look at the amazing street art there and the crazy people that exercised in the outdoor gym in the dead of the Australian sun. Moreover, I visited the National Art Gallery and the Angel’s Place in CBD. The latter I saw on Anna’s Instagram and was really fascinated. Hidden in a tiny backyard in the middle of Sydney’s skyscrapers, there are hanging hundreds of empty bird cages forming an incredible roof. Every empty cage symbolizes a bird species that died-out in Sydney. The cages together with the bird-voice sound installation really made this place breath-taking and worth a visit.

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Unsere Idee, noch einen romantischen Sonnenaufgang am Coogee Bay zu sehen, bevor wir unsere „Hood“ verlassen, ging etwas in die Hose. Nachdem wir uns um Viertel nach Fünf mühsam aus dem Bett gequält und es irgendwie zum Strand geschafft hatten, erwarteten wir einen einsamen Strand, wohltuende Ruhe und Meeresrauschen. Weit gefehlt: Uns begrüßten hunderte Australier, die um sechs Uhr bereits im Sand standen und Liegestütze, Kniebeugen und Sprints absolvierten und für ihr Schwimmtraining ins Meer hüpften. Und ich übertreibe mit dieser Beschreibung keineswegs. Während wir noch halb verschlafen auf der Promenade Platz nahmen, wurden wenige Meter entfernt hunderte Menschen freiwillig um diese frühe Stunde von ihren Trainern angebrüllt. Man lerne: Australier sind tatsächlich sehr, sehr sportverrückt. Und stehen gerne früh auf (was man von uns nicht behaupten kann). Daher verschieben wir ähnliche morgendliche Romantikaktionen also lieber nach Neuseeland.

Our spontaneous idea to watch a romantic sunrise at Coogee Bay before leaving was a complete flop. After fighting with our bodies to get up at quarter past five and walking to the beach, we expected an empty beach and the peaceful sounds of the ocean. However, there were already hundreds of Australians doing push-ups, squats and sprints on the beach (as part of several boot camps). Some even jumped into the water to swim. While we were still half a sleep sitting at the beach, just a few meters next to us people payed for sweating their ass off that early in the morning. We’ve learned: Australians are very, very much into sports. And like to get up early (what we can’t really say about ourselves). That’s why we should probably start similar early morning sunrise sessions while we’re in New Zealand.

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Was wir, abgesehen von der Sportsucht, sonst noch so über Australier, Sydney und in Sydney lebende Australier gelernt haben (diese Liste wird sicherlich noch ergänzt, wenn wir aus Neuseeland wieder zurückkommen):

  1. Australier können kein Auto fahren. Weil es keine Fahrschulen gibt. Jeder lernt mit Mama oder Papa, und der einzige Test ist eine theoretische Prüfung. Die einzige Sicherheit sind Plaketten am Auto, die über die Fahrkenntnis des Fahrers aufklären.
  2. Höchstwahrscheinlich aufgrund Punkt 1, herrscht fürs Fahrrad fahren Helmpflicht. Wäre mir hier auch sicherer.
  3. Die junge Generation (und alle Junggebliebenen) begrüßt sich gerne mit „Hey Mate“ (Hey Kumpel).
  4. Die Rettungsschwimmer am Strand tragen lustige Badekappen.
  5. Australier sind verrückt nach Bananenbrot (und wir inzwischen auch).
  6. Alle Australier halten mich für eine Irin. Und Marius für einen Skandinavier.
  7. Coffee is life. Am liebsten im Take Away Plastikbecher. Angesichts meiner zweimonatigen Barista-Erfahrung kann ich sagen, dass das Umweltbewusstsein hier noch nicht ganz angekommen ist. Höchstens 1 % meiner Kunden hatte einen wiederverwendbaren Kaffeebecher. Und das, obwohl Leute teilweise dreimal täglich vorbeikamen, um einen Kaffee zu kaufen!
  8. Es gibt zwei Seiten des Nationalfeiertags am 26. Januar: Den Australia Day (an dem man den Nationalstolz raushängen lässt und die Anladung der ersten britischen Flotte 1788 feiert) und den Invasion Day (der an die Unterdrückung der Aboriginie Stämme durch die Europäer erinnert). Wir haben am Australia/Invasion Day gearbeitet, damit war uns die Entscheidung abgenommen, ob wir mitfeiern oder nicht.
  9. Im Bus wird nicht angezeigt, welche Haltestelle als Nächstes kommt. Entweder man kennt den Weg, oder man ist aufgeschmissen. Na gut, so schlimm ist es auch nicht. Man kann auch den Busfahrer fragen, wann man aussteigen muss. Auf jeden Fall bedankt man sich bei dem Fahrer, wenn man aussteigt. Immer!

What we’ve learned about Australians, Sydney and Australians living in Sydney, besides the addiction to sports, we have comprehensively written down in the list below (which will probably grow once we are back in Aussie-land):

  1. Australians can’t ride a car. Because there are no driving schools. Everyone’s learning with Mum and Dad, and the only exam to take is theoretical. The only security for pedestrians are plates on the car that tell you about the experience of the driver.
  2. Probably due to 1, helmets are mandatory for every cyclist.
  3. The younger generation (and all those young at heart) greet themselves with “Hey mate”.
  4. Lifeguards at the beach wear funny bathing caps.
  5. Australians are crazy about banana bread (and we are addicted now, too).
  6. All Australians asked me if I am from Ireland. And if Marius is from Scandinavia.
  7. Coffee is life. Australians love take away coffee. Being a barista for two months, I can really tell there is no sense of environmental awareness when it comes to coffee. Maybe 1 % of my customers used a reusable cup. Even though many of them came for coffee a few times a day!
  8. There are two sides when talking about the 26th of January: Celebrating the Australia Day (with a lot of national pride) and the landing of the first fleet in Australia in 1788, or the Invasion Day, which basically raises awareness about the oppression of the aborigines by the Europeans. We actually worked on the 26th, wherefore we didn’t have to decide in which camp we’re in.
  9. The bus doesn’t tell you what’s the next stop. Either you know it, or you don’t. Well, you can ask the bus driver to give you a sign once he approaches your bus stop. Nevertheless, everyone says Thank you to the bus driver when leaving the bus. So friendly!

 

bis bald charlotte

3 Antworten auf “#29: Goodbye, Sydney!”

  1. Hallo Charlotte,
    Hallo Marius,
    wir waren auf dem Parkplatz am Hafen in Akaroa Nachbarn für eine Nacht. Wir haben die Adresse von eurem Blog in der Seitenscheibe gesehen und mal spontan reingelesen.
    Sehr schön geschrieben eure Beiträge.
    Wir schrieben auch kleine Beiträge über unsere Reise durch Neuseeland.
    https://polsterundkohnreisen.com/
    Fühlt euch frei mal reinzuschauen.

    Gute Reise für euch
    Oskar, Caroline und Christian

    Gefällt 1 Person

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