#27 Sydney: Nachwuchs, Blaue Berge und Reise-Update

Nachwuchs an der Lion Street! Unser mittlerweile ziemlich routinierter Arbeitsalltag wird von einem kleinen, wuscheligen und lebensfrohen Geschöpf namens Coco durchbrochen. Unsere Vermieterin hat sich kurzerhand mal gedacht, dass sie einen vierten Hund gebrauchen könnte, sodass sie von dieser Rasse (für alle Hundenarren: die Rasse heißt Cavalier King Charles Spaniel) alle Farben komplett beisammenhat. Und so kam die kleine, erst zwölf Wochen alte Coco hierher und eroberte auf Anhieb alle Menschenherzen. Anfangs haben sich die beiden anderen Weibchen nicht ganz so sehr mit ihr verstanden (was für Zicken aber auch! Das Männchen Brim hatte nichts einzuwenden), doch nun klappt mittlerweile auch das. Lotti und ich spielen und kuscheln super gern mit Coco, besonders, wenn man so tapsig und verspielt begrüßt wird (von Coco, nicht von Lotti).

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Vergangenen Montag sind wir zusammen mit Justine, einer Arbeitskollegin/Freundin von Lotti, in die Blue Mountains gefahren. Diese Tagestour habe ich von Lotti zu Weihnachten geschenkt bekommen, und so saßen wir um sieben Uhr morgens im Wanderoutfit in unserem car-next-door-Mietwagen (ein schicker, neuer SUV von Kia). Gut zwei Stunden später (dank Tempolimit von 110 km/h) und etwa einhundert Kilometer landeinwärts haben wir Katoomba erreicht, eine Kleinstadt mitten im Blue Mountains Nationalpark. Der viereinhalbstündige Wanderweg führte uns zunächst an die schönsten Aussichtspunkte mit Blick auf die Three Sisters und auf das scheinbar unendliche Grün des gemäßigten Regenwaldes. Laut der Aborigine-Legende sind die Three Sisters, wie durch die Namensgebung schon offensichtlich, drei versteinerte Schwestern (Meenhi, Wimlah und Gunnedo) des Katoomba Stamms. Wie im Disney Märchen verliebten sich die drei Schwestern in drei Kämpfer eines verfeindeten Stamms. Eine Heirat war per Stammes-Gesetz ausgeschlossen. Die (offensichtlich Hals über Kopf verliebten) Kämpfer wollten das Verbot nicht hinnehmen und entführten die drei Schwestern. Ein Krieg zwischen den beiden Stämmen wurde dadurch unvermeidlich. Um das Leben der drei Schwestern bei den Kämpfen zu schützen, verwandelte sie der dorfeigene Hexenmeister in Stein. Wie das Schicksal so will, kam dieser aber leider bei den Kämpfen um. Leider kann (beziehungsweise konnte) nur er die Schwestern auch wieder zurückverwandeln. Und somit bleiben die Schwestern bis heute versteinert. Diese Geschichte hat also kein Märchen-Happyend, aber immerhin sind die Steine sehr nett anzuschauen.

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Auf den Wegweisern unseres Wanderwegs wurde schon darauf hingewiesen, dass man ausreichend Wasser mitnehmen soll. Dementsprechend viel haben wir auch geschwitzt. Zuerst ging es entlang einer Steilwand den sogenannte Giant Stairway hinab. Über 900 Stufen, größtenteils in Stein gehauen, und einige sehr steile eiserne Treppen führten hinab in das grüne Dschungelmeer, auf das wir von oben noch diesen atemberaubenden Blick hatten. Anschließend bahnte sich der Wanderweg gut anderthalb Stunden durch den Wald. Unsere Mittagspause haben wir an einem kleinen Wasserfall eingelegt. Die Bewölkung ließ nach, die Temperatur stieg an und wir haben uns wohl oder übel an den langen Aufstieg zurück auf die Hochebene gemacht. Manchmal hier und da ein Jammern und ein „Wie lange nooooch?“, aber im Großen und Ganzen hat es sich absolut gelohnt! Die Blue Mountains können wir nun auf unserer Liste abhaken (und so „blau“ waren die Berge dann auch nicht).

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Da wir noch reichlich Zeit hatten, haben wir ganz in der Nähe des Flughafens von Sydney auf unserem Rückweg an einem Strand angehalten, von dem man die startenden und landenden Flugzeuge relativ nah beobachten konnte. Einen Jumbo und einen neuen A380 haben wir sogar auch landen sehen… echt große Vögel! In der Ferne waren riesige Gewitterwolken und es blitzte ziemlich oft. Später erfuhren wir, dass in einer Stunde über 4600 Blitze registriert wurden. Kein Wunder, es musste sich einfach drastisch abkühlen. Denn tags zuvor wurden die heißesten Temperaturen seit 1939 gemessen. In den westlichen Vororten von Sydney war es 47,3 Grad heiß. Sogar die Neue Osnabrücker Zeitung berichtete davon, wie mir mein Vater per WhatsApp mitteilte. An diesem heißen Sonntag haben wir den Nachmittag in der Little Bay verbracht, so wie gefühlt zehntausend andere Menschen auch. Das Wasser ist schön erfrischend und mit der Meerbrise ließ es sich super aushalten. Im Prinzip so sehr, dass Lotti gut eine Stunde Schlaf nachgeholt hat.

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Jeden Samstag findet in der Nähe von Central der Glebe Market statt. Hier treiben sich die verrücktesten Leute aus verschiedenen Szenen herum und es wird viel Handgefertigtes und Secondhand Kleidung angeboten. Lotti hat schöne Ohrringe gefunden, während ich schwitzend die Stände entlang geschlendert bin, immer auf der Suche nach Schatten. Es war mal wieder ziemlich heiß und gleichzeitig drückend. Doch mittlerweile hat es sich abgekühlt und wir befinden uns am Rande eines Sturmtiefs, das kühlere Luftmassen aus dem Süden zu uns schaufelt. Wetter-Smalltalk… kommt immer gut, wenn bei uns auf der Arbeit im Café oder in der Bar nicht so viel los ist. Zudem kann ich mich mit meinem Chef Franky über die aktuellen Surfbedingungen unterhalten. Seit heute Mittag und für morgen (Montag) haben Lotti und ich beide frei und wir können etwas mehr Zeit gemeinsam verbringen. Während unserer Schichten kommt es vor, dass Lotti um fünf Uhr aufsteht, um das Café in Coogee zu öffnen. Zur Mittagszeit sehen wir uns kurz (falls ich nicht surfen bin), Lotti arbeitet anschließend bis zum frühen Abend in dem anderen Café und ich arbeite bis spät abends, am Wochenende auch bis etwa ein Uhr nachts in der Bar Bat Country.

Das viele Arbeiten und die wenige Zeit zu zweit hat aber bald ein Ende, denn wir haben für den 31. Januar Flüge nach Neuseeland gebucht! Ich halte schon fleißig jeden Tag Ausschau nach einem geeigneten Campervan, den wir uns dort für zwei Monate kaufen wollen. Die Vorfreude auf diesen Roadtrip durch Neuseeland ist bereits groß, und ihr könnt euch hoffentlich auf viele Berichte und Fotos freuen.

bis bald marius

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