#24 Randwick: Jobsuche, Streicheleinheiten und der erste Surf

Weihnachtsstimmung?! Naja, bei mir jedenfalls Fehlanzeige. Während ich per WhatsApp über verschneite Städte in Deutschland und perfekte Skibedingungen in den Alpen unterrichtet werde, brüte ich bei 33 Grad und gleißender Sonne über einem weiteren Blogartikel. Schließlich ist der letzte schon elf Adventskalendertürchen her! Zum Schreiben habe ich mir zumindest ein wirklich angenehmes schattiges Plätzchen ausgesucht.

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Lotti und ich wohnen jetzt im Stadtteil Randwick, circa zehn Kilometer außerhalb von Sydneys Stadtzentrum. Randwick ist Teil der Eastern Suburbs, die alle den Vorteil haben, in relativer Nähe zu einem der schönen Strände zu liegen. Bis zum Coogee Beach laufen wir etwa 15 Minuten, zum Maroubra Beach sind es knapp 15 Minuten mit dem Bus. Der sehr bekannte Bondi Beach liegt weiter nördlich, dorthin müssen wir zwei verschiedene Busse nehmen und wären gut eine Stunde unterwegs. Eine andere Möglichkeit, um nach Bondi Beach zu kommen, ist der Coogee to Bondi Coastal Walk. Bislang hatten wir noch keinen richtigen Anlass, um den sechs Kilometer Marsch zu absolvieren, aber vielleicht finden wir in den nächsten Wochen einmal Zeit dafür.

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Bevor wir in unsere Unterkunft ziehen konnten, haben wir noch zwei Nächte in einem Backpacker-Hostel direkt am Coogee Beach verbracht. In Zukunft werden wir die Bewertungen für Unterkünfte aus dem Internet sehr ernst nehmen, denn dieses Hostel verdiente nicht einmal die angegebenen 4 von 10 Sterne. In unserem 14-Bett-Zimmer war kaum Platz, nicht einmal, um das Gepäck vernünftig abzulegen. Die Tische im Aufenthaltsraum klebten noch von den letzten Partys. Stammgäste kamen hauptsächlich aus England und Australien und verfolgten einen seltsamen Rhythmus aus Feiern, Schlafen und Arbeiten.

Umso wohler fühlen wir uns in unserer jetzigen Unterkunft. Hier bleiben wir ungefähr bis Ende Januar. Das Haus gehört einem älteren Pärchen, deren Kinder schon längst ausgezogen sind. So werden die einzelnen Zimmer untervermietet, was in Anbetracht des Wohnungsmarktes und der deftigen Mietpreise in Sydney eine ziemlich gute Sache ist (für Suchende und Vermieter gleichermaßen). Wir können also endlich unsere großen Rucksäcke komplett auspacken, die Sachen auf Schrank und Kommode aufteilen und es uns in dem kleinen, nett eingerichteten und hellen Zimmer gemütlich machen. Bad und Küche sind voll ausgestattet und es gibt einen Putzplan für alle Bewohner. Wir haben Zugang zur Veranda und zum teils schattigen Außenbereich; hier steht übrigens ein Whirlpool, den wir auch noch testen werden.

Quasi zur Ausstattung gehören auch die drei süßen Hunde Ruby Rose, Rani und Brin, die den ganzen Tag hier herumwuseln, Streicheleinheiten einfordern (besonders von Lotti) und faulenzen. Vor der Haustür empfängt uns übrigens auch noch eine schwarze Katze, die nicht zum Inventar unseres Hauses gehört. Streicheln lässt sie sich trotzdem jedes Mal gerne.

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Faul auf der Haut herumliegen geht für uns aber nicht. Wir fertigen unsere Lebensläufe an, drucken sie jeweils 30 Mal und reichen sie bei Cafés, Bars und Restaurants in Randwick und Coogee Beach ein. Lotti bekommt in einem Café sofort das Angebot, am nächsten Tag auf Probe zu arbeiten. Mittlerweile ist sie dort mit etwa 30 Stunden pro Woche eingestellt und hat schon eine weitere Stelle in einem anderen Café an Land gezogen. Ich war wenig später auch erfolgreich und konnte letzten Samstag für zwei Stunden in einer Bar Probearbeiten. Diese Bar ist sehr speziell, was das Angebot und manchmal auch die Gäste angeht. Man findet hier bis zu 40 Gin-Sorten, viele leckere Biere, davon zwei oder drei World Best Beers und hervorragendes Essen. Dementsprechend war ich auch bei Bestellungen etwas überfordert, hab mich aber wohl ganz gut geschlagen. Die vergangenen Tage habe ich mich weiter auf die Suche begeben, bin für ein Jobinterview ganz in den Norden von Sydney gefahren und hoffe auf eine weitere Zusage von irgendwoher.

Zwei Tage nach dem Einzug in unser kleines, feines Zimmer kann ich endlich das vor kurzem erworbene Surfboard erstmals testen. Die Vorhersage verspricht ziemlich große, kraftvolle Wellen und ich bin gespannt, ob ich mich überhaupt ins Wasser traue. Es stellt sich heraus, dass die Wellen für den Maroubra Beach die perfekte Größe haben. Für mich ist es einige Male eine Kraftanstrengung, überhaupt hinauspaddeln zu können. Für die vielen anderen Surfer ist es einer der besten Tage der vergangenen Wochen. Das erfahre ich, als ich einen Chilenen im Wasser wiedertreffe, mit dem ich mich am Tag zuvor im Surfshop unterhalten habe. Thomas und ich haben ein ähnliches Niveau und einen gehörigen Respekt vor den etwa 2,50m hohen Wellen, können aber immer wieder ein paar richtig schöne Ritte verbuchen. Dass dieser Tag wirklich verdammt gut war, zeigt auch die Resonanz auf Instagram, als ich nach dem Hashtag #maroubrabeach gesucht habe. Australien hat mich also gepackt und ich denke sofort über die nächste Möglichkeit nach, surfen zu gehen.

Ansonsten ist bei uns ziemlich stark der Alltag eingekehrt und wir genießen die Ruhe, wenn wir nicht arbeiten und in unserem Refugium entspannen (und die Hunde streicheln) können. Es ist schön, endlich wieder selbst zu kochen und den alltäglichen Dingen des Lebens nachzugehen. Wäsche selber waschen gehört da natürlich auch dazu (was in Asien immer die Wäscherei für uns übernommen hat).

Weihnachtsstimmung kommt bei mir wie gesagt nur spärlich auf. Lotti spielt zwar häufiger eine Weihnachts-Playlist ab, in Supermärkten und Einkaufscentern wird man mit Weihnachtsangeboten überschüttet, und in ein paar Tagen ist bei uns Plätzchen backen angesagt, aber trotzdem fällt es bei Temperaturen um die 30° einfach schwer, sich mit dem Gedanken an Heiligabend anzufreunden.

bis bald marius

PS: Gefährliche Tiere oder Kängurus haben wir bis jetzt übrigens noch nicht gesehen. Aber wir halten die Augen weiter offen!

2 Antworten auf “#24 Randwick: Jobsuche, Streicheleinheiten und der erste Surf”

  1. Hallo lieber Marius u. Lotti ! mit Freude nehmen wir Anteil an Euren Abenteuern und Erlebnissen und wünschen Euch weiterhin viel Freude Glück u. Gesundheit . Es ist zu bestaunen was heute alles durch die Technik möglich ist !!
    Wir wünschen Euch Beiden frohe Weihnachtstage und einen fröhlichen Rutsch ins Jahr 2018 .
    mit lieben Grüßen H . u. G. die Hoffis aus NHS

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo,ihr Lieben!

    Endlich ist es nun soweit und ich kann euch über den nun vorhandenen Leptop,den du mir,lieber Marius
    vermacht hast,antworten und vor allem eueren wieder einmal so toll erzähltem Blog,folgen!!
    Eine wirklich sehr gemütliche Unterkunft habt ihr nun und ich kann euch gut verstehen,endlich nicht mehr
    ständig aus dem Rucksack leben zu müssen!!

    Glg auch an euere Vermieter
    eure Ma/Iris

    Gefällt 1 Person

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