#21 Singapur: Weihnachtsbeleuchtung, Schokopops und Multikulti

Für uns geht es um sieben Uhr morgens weiter Richtung Singapur. Weg von Tioman und zurück in die westliche Welt.

Bereits die Fähre hat eine Dreiviertelstunde Verspätung. Im weiteren Verlauf unserer heutigen Reise wird sich zeigen, dass unsere angepeilte Ankunftszeit gegen zwölf Uhr ein wenig naiv geplant war. Für 212 Kilometer braucht man trotz guter Infrastruktur in Malaysia doch etwas länger. Das liegt – neben der verspäteten Fähre – vor allem an den Wartezeiten. Ob auf den Bus in Mersing, den Bus in Johor, oder den Bus vom Landübergang Singapurs in die Innenstadt (ihr seht, wir mussten einige Male umsteigen) – auf alles wartet man mehr oder weniger freiwillig. Dazu lange Warteschlangen, Pass- und Gepäckkontrollen. Wer sagt schon, dass der Landweg einfacher ist als der Luftweg. Wobei wir mit dem Flugzeug wahrscheinlich doch schneller gewesen wären. Am Ende dauert es tatsächlich volle zwölf Stunden, bis wir endlich unser Hostel erreichen. Nach einer kurzen Pause (und Powernap für Majo) schaffen wir es gerade noch so zum nächstgelegenen Sushi Restaurant. Danach fallen wir todmüde und satt in unser Hostel-Etagenbett.

Der nächste Tag beginnt ruhig. Wir frühstücken ausgiebig auf unserem Hostelbalkon. Endlich gibt es wieder normalen (und starken) Kaffee und Marius kann endlich wieder seine drei Teelöffel Zucker in das schwarze Gold schaufeln. Dazu gibt es Toast, Marmelade, Erdnussbutter und Schokopops. Ich habe schon mal gesünder gelebt, aber wenn es das Frühstück in Singapur schon gratis gibt… Ein Apfel zum Schluss rettet meine Nährstoff-Tagesbilanz. Marius verträgt das Weißbrot nicht ganz so gut, was im Verlauf des Tages zu einem kleinen Schwangerschaftsbäuchlein führt. Vielleicht lag der Bauch aber auch an zwei Portionen Schokopops.

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Dank der zwei Sim-Karten, die wir kostenlos im Hostel erhalten haben, fällt die Orientierung und die Planung unserer Stadttour relativ leicht. Chinatown, Little India und zur Wassershow am Marinas Bay Sands und den beleuchteten Gardens by the Bay. Wir haben nur einen Tag, aber wir wollen so viel wie möglich erleben!

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Singapur scheint wie Hong Kong zu sein. Alles ist ausgeschildert, das Metrosystem ist einfach zu verstehen und die abertausenden Einkaufsmalls sind auf wunderbare 16 Grad Celsius heruntergekühlt.  Es gibt an jeder Ecke kleine Kioske, die T-Shirt-Aufdrucke lassen einen öfter einmal schmunzeln und verrückte Westliche joggen bei 30 Grad und 95% Luftfeuchtigkeit an der Promenade um ihr Leben. Manche sogar topless, was ich bei der Hitze vollkommen nachvollziehen kann (das Laufen an sich aber nicht).

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Und trotzdem ist Singapur so anders. Auf der anderen Seite des Flusses, wo sich unser Hostel befindet, steht zum Beispiel eine Kirche, die jede Viertelstunde schlägt. Singapur ist überhäuft mit Kirchen. Und mit Moscheen. Und mit Tempeln. Es ist verrückt, wie so viele verschiedene Kulturen so friedlich miteinander leben können (nun gut, die Werbung in der Metro über das richtige Verhalten bei Terroranschlägen assoziiert etwas Anderes). Jeder lebt in seinem eigenen Viertel, ob Chinatown, Little India oder auf der Arab Street, und alle sind glücklich. Und wir sind zufrieden, dass wir in einem Tag so viele unterschiedliche Kulturkreise bereisen. Zudem dominieren keine Hochhäuser außerhalb des Stadtzentrums. Stattdessen gibt es in den Vierteln Kolonialgebäude, die in jeder Farbe erstrahlen, oder schöne Mehrfamilienhäuser (laut Majo im Art Deco Stil) in Tiong Bahru.

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Was wir nicht bedacht haben, ist die Regenzeit. Ab elf Uhr startet das Gewitter und der Monsunregen. Wir retten uns nach Little India, aber die gefliesten Gehsteige, die überall in Singapur zu finden sind, machen den Fluchtversuch zu einem waghalsigen Unterfangen. Mit unseren Flipflops wird jeder Meter zur Rutschpartie, und ich sehe uns bereits mit Genickbruch im Krankenhaus. Ich glaube, unserer Gang über die nassen Straßen Singapurs war ein Bild für die Götter – ich habe mich gefühlt, als würde ich die ganze Zeit auf Eiern laufen.

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Trotz widriger Wetterverhältnisse (die zum Nachmittag hin zumindest etwas besser werden), erleben wir an einem Tag so einiges. Henna Tattoo, Selfie-Kaffee, Massen an gutem und verhältnismäßig günstigen Essen – in dieser Stadt wird es definitiv nicht langweilig.  Und zum ersten Mal kommt bei mir tatsächlich so etwas wie Weihnachtsstimmung auf. Zuerst im Hipsterviertel an der Haji Lane, wo wir in allen Läden mit Weihnachtsmusik beschallt werden. Und dann auf der Orchad Road, der wohl bekanntesten Shoppingmeile in Singapur, die über und über mit Weihnachtslichtern geschmückt ist. Auf Lebkuchen und Christstollen habe ich bei 30 Grad aber noch keinen richtigen Appetit.

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Zwölf Stunden nach Aufbruch sind wir zurück im Hostel. Zeit, unsere Sachen zu packen und eine Unterkunft für unser morgiges Ziel zu buchen – Malakka. Singapur für weniger als 72 Stunden war tatsächlich anders, als ich erwartet hätte. So unfassbar modern und so multikulti. Ich fand es lebenswert und aufregend, für Marius war es am Ende doch ein wenig zu viel Großstadt. Am Ende haben wir wahrscheinlich nur einen Bruchteil der Stadt gesehen, aber zumindest für die Zukunft weiß ich, dass sich die Stadt für einen Städtetrip lohnen kann.

bis bald charlotte

3 Antworten auf “#21 Singapur: Weihnachtsbeleuchtung, Schokopops und Multikulti”

  1. Super tolle Eindrücke habt ihr uns wieder einmal gegeben!!
    Singapur bei Nacht fasziniert mich immer wieder auf den super tollen Fotos!!!
    Vielen Dank dafür und sommerliche Grüße aus Maspalomas!!!

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  2. Mit den tollen Bildern und grandiosen Erzählungen kann ich gedanklich mit Euch reisen. Städte sind für mich auch nur für kurze Zeit super, danach liebe ich Land, Natur und Leute. Genießt es – Arbeit kommt früh genug 😉

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