#9 Siem Reap: Fußmassagen, 3$ Hostel und Reisdiät

Nach drei Wochen Reise und der Überlegung, dass ich ja eigentlich ziemlich viel für Unterkünfte ausgebe (im Durchschnitt zwischen 5 – 7 Dollar), hatte ich für Siem Reap zum ersten Mal ein Hostel für drei (!!) Dollar die Nacht gebucht. Glücklicherweise auch erstmal nur für zwei Nächte, denn… man weiß ja nie. Empfohlen wurde das Hostel mir von gleich einer ganzen Gruppe Jungs, die ich in Battambang kennengelernt hatte.

Zuerst einmal zum Positiven – ich habe tatsächlich zwei Nächte für insgesamt sechs Dollar genächtigt. Der Haken dabei: Danach bin ich doch wieder in mein sieben Dollar Hostel gezogen. Gründe dafür gab es einige. Uringestank im Flur; müffelnde Zimmer (und Schließfächer); die Tatsache, dass ich erst in ein mixed dorm einquartiert wurde (obwohl ich  einen Frauenschlafsaal gebucht hatte); super unfreundliche Mitarbeiter (nachdem ich angefragt hatte, ob es möglich wäre in meine gebuchte Zimmerkategorie zu wechseln); ein Zimmer ohne Fenster (bei zwölf Betten + niedriger Decke + sehr geringer Quadratmeteranzahl kommt es einer Gefängniszelle wie in Orange Is the New Black sehr nahe); ‚No drugs allowed‘ und ‚No blood on bedding‘ Aushänge; und das Gefühl, dass ich bei einer australisch-britischen Co-Produktion von Love Island gelandet bin. Der Poolbereich stand generell unter dem Motto: Sehen und gesehen werden. Und natürlich einölen was das Zeug hält.

Auch wenn man denkt, dass man auf so einer Reise eh den ganzen Tag unterwegs ist und nur zum Schlafen in sein Bett hochkraxelt (ja, ich hatte bislang immer das Hochbett), habe ich doch gemerkt, dass es wichtig ist, sich dort auch wohl zu fühlen. Im Endeffekt sind mittägliche Power-Naps bei so einer Hitze essentiell, und zudem habe ich im Hostelzimmer für gewöhnlich immer sehr nette Leute kennengelernt, mit denen ich den restlichen Tag verbracht habe. Man hält sich dort also doch mehr als nur acht Stunden am Tag auf. Und selbst acht Stunden am Tag in einem miefigen Bunker mit Neonlicht rechtfertigen meiner Meinung nach den Wechsel in ein anderes Hostel.

Der Wechsel erschien dann wie ein Umzug in einen 4-Sterne Palast. Falls ihr in nächster Zeit überlegen solltet, auch mal nach Kambodscha zu fahren (was ich euch natürlich nur anraten kann), nächtigt auf jeden Fall in Onederz Hostels. Jeder einzelne der sieben Dollars ist hier sehr, sehr gut investiert. Das Personal ist so freundlich, dass es mir teilweise schon unangenehm ist (und ich meistens meinen großen Rucksack alleine die drei Stockwerke hochhieve – aber auch, weil alle Kambodschaner so unglaublich schmächtig aussehen). Die Zimmer sind geräumig, hell und riechen nicht. Die Badezimmer sind super sauber. Einrichtungstechnisch war hier ein Hostel-Gott am Werk. Das Onederz Hostel in Siem Reap hat sogar zwei Pools – einen auf dem Dach, und einen im Erdgeschoss. Und wer mag nicht den Sonnenuntergang über den Dächern der Stadt in einem kühlen Pool erleben? Auch wenn sieben Dollar ziemlich happig sind (für kambodschanische Verhältnisse), werde ich das Geld in Australien hoffentlich schnell wieder reinkriegen.

Nun aber zu Siem Reap. Meine ersten Tage waren hier (nicht nur wegen der Hostelsituation, sondern auch wegen meines verstimmten Magens) etwas durchwachsen, aber anderthalb Tage nach eiserner Bettruhe und strikter Reisdiät geht es mir wieder besser. Die Stadt an sich haut mich leider nicht unbedingt vom Hocker. Es ist sehr touristisch und man wird ununterbrochen von der Seite angequatscht. Das Zentrum ist wenig spektakulär, es gibt zwei Märkte, viele Restaurants, Bars und Streetfood-Stände. Im Gegensatz zu Phnom Penh oder Battambang, wo man Smoothies oder gebratene Nudeln am Straßenrand erstehen konnte, ist es hier etwas extremer. Auf der Pub Street stehen mehrere Stände die frittierte Insekten verkaufen. Das hatte ich ja auch schon auf den Märkten in Phnom Penh gesehen. In Siem Reap hingegen werden nicht allein Grillen, Heuschrecken oder Skorpione verkauft, sondern auch Schlangen und Vogelspinnen. Bereits frittiert und verzehrbereit aufgespießt.

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Woran ich mich in Siem Reap aber gewöhnen könnte, sind die günstigen Massagen. Alleine auf der Nebenstraße meines Hostels gibt es mehr als fünf Studios, die um Kunden buhlen. In vier Tagen hatte ich hier bereits drei Massagen, und ich glaube, auch nach anstrengenden Tagestouren zu den Angkor-Tempeln (welche in den kommenden zwei Tagen anstehen) ist eine Fußmassage für zwei Dollar am Ende des Tages eine Wohltat.

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bisbald

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